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Jüdische Korrespondenz · 1918-04-18 · 13 (18.4.1918) · page 7

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
13 (18.4.1918)
Date
1918-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Jüdische Korrespondenz. Seite 7 deren Stadtvertretungen separate Wahlkörper bildeten, Mandate erlangen. Es wurde gewählt: In Warschau der Assimilant Weißblatt, Stellvertreter Trusker und der Volksparteiler Prilutzky, Stellvertreter Hirschhorn; in Lodz der Zionist Rosenblatt, Stellvertreter Farbstein. Außerdem wird das älteste Mitglied des Warschauer Rabbinats eine Virilstimme im Staatsrate besitzen. Etwa die Hälfte der Mitglieder wird ernannt, darunter dürften sich ebenfalls zwei bis drei Juden befinden. (Aus Litauen.) Zugleich mit der gesamten jüdischen Bevölkerung Kownos wurde auch der Oberrabbiner B. Schapiro seitens der zarischen Regierung 1915 aus Kowno ausgewiesen. Seitdem hielt er sich in Minsk auf. Da dem „Kownoer Raw" die Leitung und verantwortliche Beaufsichtigung der gesamten religiösen, rituellen und Kultuseinrichtungen der jüdischen Gemeinde Kownos und Umgebung oblag, machte sich seine Abwesenheit stark fühlbar. Sobald die deutschen Truppen Minsk besetzt hatten, wandte sich der Vorstand der jüdischen Gemeinde mit einem Gesuch an den Herrn Oberbefehlshaber Ost um Erlaubnis seiner Rückkehr. Wie mau hört, wird dem Gesuch stattgegeben und darf die jüdische Gemeinde zu Kowno nun die Ankunft ihres geistlichen Oberhauptes erwarten. (Pogrome in der russischen Kriegszone.) Der Korrespondent des „Jewish Ghronicle“ in Petersburg teilt mit, daß russische Deserteure an der rumänischen Front in die kleine jüdische Stadt Bikamala Feuer gelegt haben. Es gab Pogrome in verschiedenen Städten des Ismail-Distrikts. Bei einem solchen Pogrom in Skvir kam die ukrainische Kommission in die Stadt und arretierte die Leiter des Pogroms und die Behörden, die die Vorbereitungen nicht unterdrückt hatten. Die Kommission widerlegte die Beschuldigungen, daß die Juden zuerst auf die Tumultanten geschossen hätten und traf Veranstaltungen zur Hilfe für die verarmte jüdische Bevölkerung. (Provisorische Aufhebung des Schächtverbots.) Der Schweizerische Bundesrat hat das Schächtverbot provisorisch ausgehoben, weil es infolge der Fleischaussuhrverbote der umliegenden Staaten den Schweizer Gemeinden unmöglich gemacht ist, geschachtetes Fleisch aus dem Auslande zu beziehen. (Au der Warschauer Universität) wurden im laufenden akademischen Jahre 2220 Studenten immatrikuliert, 54'2 Prozent Christen, 45 8 Prozent Juden. Als Muttersprache gaben 2927 Studenten die polnische, 109 jüd. Jargon, 87 hebräische, 3 deutsche, 2 russische, 1 französische. Die medizinische Fakultät besuchten 941 Studenten (610 Juden), die juridische 767, (285 Juden), die philosophische 412 (122 Juden). (Eine Tanfaffäre.) Aus Warschau wird gemeldet: Der „jüdische" Gemeinderat Natanson hat zu Ostern seine fünf Kinder taufen lassen. Die Nachricht von der Taufe der Natansonschen Kinder hat großes Aussehen unter den Juden erregt und man will ihn nicht mehr als jüdischen Vertreter in der Stadtverwaltung wissen. In diesem Sinne haben sich die Stadtverordneten Eiger, Kirschrot, Berenson an N. gewandt mit dem Ersuchen, sein Mandat im Stadtrat niederzulegen. Ein gleiches Ersuchen stellte an ihn eine Versammlung aller jüdischen Stadtverordneten. Oie pessach-Aktion der „Einheit". Auch heuer war die „Einheit" bemüht, das Pessachfest des vierten Kriegsjahres trotz der gesteigerten Not den Forderungen des Glaubens und des traditionellen jüdischen Empfindens entsprechend zu gestalten. Infolge des großen Lebensmittelmangels konnte aber trotz der außerordentlichen Bemühungen und großen Opfer des Vorstandes nicht alles so erreicht werden, wie er es gerne gewünscht hätte. In gewohnter Weise wurde in den Speise- Hallen, die feiertäglich in Stand gesetzt waren, die Sederfeier abgehalten; in der Heuer neu eingerichteten Mensa academica Judaica feierten die Studierenden den ersten Pessach und benützten diesen Anlaß zu einer erhebenden Kundgebung, über die selbständig berichtet werden wird. An den beiden Sederabenden wurden 2900 Mahlzeiten verabreicht. Wenngleich die Ausspeisung der Soldaten nicht in gewohnter unbeschränkter Weise geschehen konnte, nahm das Militär dennoch täglich mehr als 1300 Mahlzeiten in Anspruch, und zwar wurden über Auftrag des k. u. k. Militärkommandos 850 Portionen pro Tag an kranke Soldaten sämtlicher hiesiger Militärspitäler und ca. 450 Portionen täglich an solche Soldaten verabreicht, denen es nicht möglich war, sich anderweitig zu verköstigen. Außerdem brachte der Pessach folgende Gäste: Das Elisabeth-Lehrmädchenheim im II. Bez., Malzgasse 7, mit 600 Mahlzeiten, das Studentenheim der Flüchtlingszentrale mit 700 Mahlzeiten, ferner das Kriegsgefangencn- Sammelkommando, die Internierten, Schützlinge des Blindenheims und des Lainzer Bersorgungshauses; auch den Häftlingen des Garnisonsarrestes und der Garnisonsarrest- Filiale wurde die Pessachkost gesandt. Insgesamt waren es 24.(XX) Mahlzeiten, die mährend der Pessachtage verabfolgt wurden, darunter täglich ca. 150 Portionen gratis, zumeist an Soldaten. Es wurden hier bloß Zahlen und Ziffern gegeben. Sie besagen aber für jeden Bewohner Wiens heute Arbeit, Mühe und Eifer. Die „Einheit" und ihr Vorstand verdienen Dank und Lob! Nekrolog. (Julius Leituer s. A.) Am l. April verschied hier im Alter von 54 Jahren Julius Leitner. Allen, die den edlen Verblichenen kannten, war er ein Sinnbild der Treue zum Judentum, ein Abbild edelsten Menschentums. Seine Güte und Hilfsbereitschaft, seine aufopfernde Vaterliebe, seine beispielgebende Arbeitsfreude für alle Werke jüdischen Wohltuns erwarben ihm einen treuen Freundeskreis. Allen war er Berater und Freund, vielen uneigennütziger Helfer. — Und nun ist er nicht mehr. Sein freudiges Helfen wird nicht mehr tätig sein für das jüdische Leben. Früh, allzufrüh wurde er zu den Vätern versammelt. — Julius Leitner entstammte der alten ungarisch-jüdischen ML Mohel besitzt ärztliche Atteste w—s, Samuel Mayersohn, Wien II., Sebastian Kneippgasse Nr, tl-13, Tür Nr. 4. Gemeinde Mattersdorf, wo er alttraditionelle Erziehung genoß. Nach Wien gekommen, blieb er den Ueberzeugungen seiner Väter treu und vertiefte sie durch eigenes Nachdenken, denn er war eine fei» denkende Natur, was ihn neben seiner Empfindsamkeit sehr auszeichnete. — Zeit seines Lebens widmete er sich mit der ihm eigenen Wärme der Wohltätigkeit. Er stand noch zuletzt an der Spitze der Kriegshilfsaktion der „Adatz-Jisroel". Das ehrende Andenken des teuren in Gott Ruhenden möge seinen schmerzgebeugten Hinterbliebenen ein stetiges Zeichen innigen Mitfühlens an ihrem unersetzlichen Verluste bleiben. Ausruf. Ehefrauen solcher jüdischer Soldaten, die ohne hinreichenden Beweis als verstorben oder als verschollen gelten, können um kostenlose Beschaffung zuverlässiger Auskünfte zwecks Wiederverehelichung bei der Unterzeichneten Stelle ansnchen. (Beschaffung von Totenscheinen.) In diesem Gesuche find deutlich geschrieben anzugeben: Vor- und Zuname des Vermißten und seiner Eltern, Regiment, letztes Lebenszeichen (Ort, dortige Bekannte). Die Rabbinewereinignng für Liebesgaben an Soldaten undKriegsgefangene, Geschäftsstelle: Israelitische Subsidiarseelsorge des Roten Kreuzes in R.-Oe., Wien, 1., Milchgasse 1. Spendenausweis für die Uessach-Mtion der „Agndas Iifroek", Wien, II-, Große Wfarrgalle Wr. 23. Grobrabbiner Friedmann, Czortkow, K Ol-—; Großrabbiner Heschel, Kopyczyüce, X 72'—; Großrabbiner Hager, Ottynia, K 52-—; Großrabbincr Mordehy Friedman», Sadagora, K 42—; Großrabbiner A. I, Friedmann, Sadagora, X 40'—; Großrabbiner Schapira, Gwozdzidz, X 36'-; Rabbiner Abr. Heschel, Kopyczyüce, X 18'—', Rabbiner Schapira, Sassüw, X 12—; Falo Guqenheim, Bafel, X 1000—; Herr Ber Bloch, X 500—; Kredit-Anstalt, Wien, K 300'—; Gesammelt durch Markus Kantorowicz, Wien, X 207—; Lipe Türkei, X 200—: je K 100'—: Jsak Jacob Thumim, f rzemy-il; Jsak Jacob Goldberg; Salomon Blum; irma Seidmann; Preminger & Sternberg; Heile! Badian: Baruch Löw: Noa Eidinger; Chananie Lipy Meisels; Lipe Schutzmann; 'Mayer Ger schon, X 72'—; je K 50*—: Samuel Nussenbaum; Salomon Sporer; Jsak Spitz; Gebrüder März; Wolf Engel; Heinrich Berns; Mehr & Co.; Bernard Horowitz; Jacob Reinhold; Gesammelt durch Fast & Schönblum, X 49—; Akiwa Schreiber. K SO—; je K 20—: Mordchy Rcinhold, Barschst; Abraham Korn: Jacob März; Josef Schönblum; Jonas Kreppet; Kahn Osias Appel; Josef Oster; Mekler; Kurzmann; Pinkas Zimmer; Wolf Reich; Isidor Eisler; Aron Sprecher; Owadie Günsberg; Aron Lautner; Hirsch Lewin, X 18—; Mordchy Frisch, X 15—; M. Gruß, X 16—; Sammlung Heller, X 12—; je K 10—: Jsak Drenger; Hirsch Stecke!; Sprecher; Goldschmidt; Israel Tennenhaus; Abraham Thier; Horowitz; N. N.; Heller; Dawid Fast; Mordchy Heilpern; Moses Zins; Ahron Weil; Chaim Corl; Salomon Poswig: Isidor Löw; Mordchy Kanterowicz; Jsak Brandstätter; Markus Schwarz; Mayer Hoffstädter; Alexander Landau; je L 5*—: N. N. durch Schreiber; Josef Hodamcer; je K 4—: Leibisch Kurz; N. N.; N. N.; Sasrer; Kleinfeld; Horn; je K 2—: Jsak Horowitz; N. N.; N. N. 8MMM-8M» l Tallis- und Teflllin-Beutel werden prompt u. schönstens ausgeführt. Lea L5wy, Wien, II., Tettfk.44.ID9 Krummbaumg. IG. Ttltpk. 44.999 Auch Renovierungen werden angenommen.

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