Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 4 (7.2.1918)
- Date
- 1918-02-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3495278-3495381-3495385--0539-3521219- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 4 Jüdische Korrespondenz, Seite 7 Organijationsstatut verbürgt worden. Darum bitte er, die Versammlung möge gleich, am besten noch vor Beginn der Diskussion, eine Resolution fassen für die Organisation, die vorerst zumindest als «ine freiwillige Organisation der Juden in Böhmen, wie sie in Schlesien bereits bestehe, erstehen möge. Die Debatte wurde von zwei Rednern mit einem Werberuf zur Mitarbeit an dem Erziehungsausschuß begonnen, das dauerte dem Referenten zulange und er brachte wieder seine Resolution rn Erinnerung. Dann bekannte sich Rabbiner Dr. Deutsch als Anhänger des Organisationsgedankens, hielt es aber für notwendig festzustellen, daß die Orthodoxie nur aus Gewiisensgründen egen die Organisation sei, daß der Fanatismus er Liberalen viel verwerflicher sei als der der Orthodoxen, erinnerte Dr. Ziegler selbst an das hohe Lob, das er der Orthodoxie gespendet, und wandte sich dann den Erziehungsfragen zu. Dr. Ziegler replizierte, indem er vor allem in Abrede stellte, daß er die Orthodoxen so gelobt habe, er habe nur an die echten Orthodoxen gedacht, und stellte unter anderem die Behauptung auf, die Orthodoxen seien nicht wohltätig, die Liberalen nicht fanatisch. Dr. Adler, der darauf zu Worte kam, wies an der Hand der Geschichte wie auch der Beispiele aus Karlsruhe wie Straßburg nach, was die Orthodoxen seitens der Liberalen iu erwarten haben; er wurde von einem jungen Manne mehrfach unterbrochen. Ueberraschender als dieser Zwischenrufer wirkte der nächste Redner, ein bekannter jüdischnationaler Vorkämpfer und Obmann des böhmischen Distriktskomitees Dr. Sieger, der wutschnaubend behauptete, die Orthodoxen, die nicht imstande seien, eine solche Versammlung zusammenzubekommen, kämen immer nur, um die Verhändlung zu stören (wohl eine im Affekte hervorgebrachte Unwahrheit), sie sollten nicht in „unsere" (?) Versammlungen kommen, auch wenn sie noch soviel Mischna'und alle Gemores kennen. Nach den Wutausfälle» Dr. Siegers machte der dienstfertige Vorsitzende, Herr Präsident Brod eine Pause, damit die Orthodoxen Weggehen könnten. Dr. Lieben wendet sich hernach scharf gegen die rüde Art Dr. Siegers, wie gegen die Weise, wie man unbequeme Redner behandle, weist den Vorwurf der Störung durch Orthodoxe an der Hand der Tatsachen zurück und erklärt sich mit den Ausführungen Dr. Zieglers, soweit sie sich auf Kindererziehüng beziehen, einverstanden, die einen viel jüdischeren Geist atmen als die der vorangegangenen Elternabende; die Organisationsresolutton lehnt er entschiedenst ab. Hernach sprach Rabb. Dr. Arje, der zu vermitteln suchte. Nachdem noch mehrere Herren, die für den Erziehungsausschuß und für die Resolution sprachen, worauf bei stark gelichtetem Saale die Resolution angenommen wurde. Prag, den 25. Jänner. Am 20. d. M. hat Herr Dr- Ziegler-Karlsbad unter dem Deckmantel eines Elternabends Propaganda für die Gesamtorganisation der österreichischen Juden zu machen und um jeden Preis eine Resolution durchzudrücken gesucht. So wenig offen und ehrlich, wie dieses Vorgehen im ganzen, waren auch manche seiner Behauptungen und Unterlasiungen. So stellte er sich als Bewunderer der Orthodoxie hin, hatte aber bald darauf den Kniff vom „echten" und vom „anderen" zur Hand, den „echten", den bewundere er, den „anderen" aber, da schien ihm nichts scharf genug. Die Orthodoxen, meinte er, seien bei den Liberalen gut aufgehoben, die Liberalen bewilligen ihnen alles. Weiß Herr Dr. Ziegler wirklich nichts davon, was in seiner eigenen Kehilla in Karlsbad vorgeht, von der Liberalität, mit der der Karlsbader Vorstand die Errichtung einer Mikwa vor gar nicht langer Zeit noch bekämpft hat? Die Orthodoxen (natürlich nicht die echten, sondern die anderen) wollen, ivie Dr. Ziegler meint, weiter bettelnde Schutzjuden mit Hintertreppenpolitik bleiben — weiß Dr. Ziegler nicht, daß der von ihm erwähnte, einmal verpaßte große Moment, wo wir eine Orgaitisation hätten bekommen sollen, nur durch die bettelnde Schutzjudenhintertreppenpolitik eines bekannten Arztes, der Leibarzt einer leibhaftigen Exzellenz war, erreicht werden konnte? Endlich glaubt Dr. Ziegler nicht, daß, wenn man offen und ehrlich eine Organisation anstrebe, die jeder religiösen Vergewaltigung einen Riegel vorschiebt, die Orthodoxen die Ersten sind, die mittun? _ Ueber den Ursprung der modernen Buchstaben-Wortkürzungen, wie Hapag, Jla, Wumba, Aok, plaudert die Kölnische Volkszettung: „Es ist interessant, das Streben nach solchen Abkürzungen einmal historisch u verfolgen: woher stammt der Brauch, aus Abürzungen der wahren Bezeichnung eines Amtes, einer Unternehmung usw. einen neuen Namen für sie zu bilden? 'Im Deutschen ist er meines Wissens sehr jungen Datums. Dagegen besteht eine ähnliche Sitte, schon seit Jahrhunderten kann man sagen, im Jüdischen, speziell im rabbinischen Schulbetrieb. Befonders haben es sich theologische Autoritäten gefallen lassen muffen, aus solche Weise neue Namen zu erhalten. So heißt der berühmte Maimonides „Rambam", d. h. Rabbi Mosche Ben Maimon, abgekürzt RMBM geschrieben und beim Lesen durch Einschiebung von zwei A aussprechbar gemacht. Auf ähnliche Weise wurde der berühmte Exeget Rabbi Schelomo Jizchaki lRSchJ) zu „Raschi". Ja noch mehr! Weil dessen Kommentare in einer besonderen (rabbinischen) Schriftart an den Rand gedruckt zu werden pflegten, so nannte und nennt man >ene Schrifttype „Raschi". Wenn ferner der Jude eine hebräische Bibel einen „Tanach" nennt, so kommt das daher, daß die heiligen Schriften des Alten Testaments nach jüdischer Ueberlieferung in drei Teile zerfallen: Thora (Gesetz-Pentateuch), Rebiim (Propheten) und Kethubim (.Schriften' schlechthin, wozu z. B. die Psalmen, Job, Sprichwörter usw. gehören). Abgekürzt sieht das so aus: TNK. Gesprochen wird es mit Einschiebung zweier Vokale und der von der hebräischen Grammatik geforderten Aspirierung des K. „Tanach". Eine moderne, in Jerusalem erschienene Ausgabe des Pentateuchs wird „Tag" genannt. Wieso? Sie enthält die Thora, das Gesetz im hebräischen Text, in der aramäischen Uebersetzung des Onkelos und des arabischen, des Saadja Gaon. „Onkelos" wird am Anfang mit dem Aleph geschrieben, das eigentlich den Spiritus levis, den nicht gehauchten Sttmmeinsatz bezeichnet, im „Jiddischen" aber A gelesen wird. T (Thora) plus Aleph (Onkelos) und G (Gaon) gibt also ,Tag'." Spendenausweis für die Schuten der „Agudas Aiftoet", Wie«, II., Große ^farraasse Är. 23, für de« Monat Kewet 5678. Je K S—: Schermann, Kolomea; Goldmark, Stanislau; Heit, Waschkautz; Keitz, Waschkautz; Gelber, Nilitschyk; Karl, Lemberg; Ellenberg, Wiznitz; Marder, Skorik; Auerbach, Leschniow; Goldberg; Keftenbaum, Baranow; Grund, Krakowitz; Kremdler, Sammet, Buczacz; Katzbach, Uhnow; Kesten, Kolomea; Sonnenschein, Husiatyn; Hasalkower, Podheice; Weinstock, Sadagüra; Schächter, Kozowa; Rostoker, Nadworna; Rotner, Krakau; Bergman, Halicz; Ammerand, Stryj; Ekstein, Stanislau; Haber, Stanislau; Meder, Beiz; Retter, Sadagöra; Zornberg, Husiatyn; Weinert, Burszty»; Schächter, Zawatuw; Plesser, Stanislau; Hochmann, Stanislau; Rosenberg, Drohobycz; Budaszewski, Czortkow; Aufrichtig, Rohatyn; Bein, Wiznitz; Teitler, Nowo-Sielice; Lerner, Czernowitz; Roms, Wien; Schapira, Lemberg; Porgis, Wien; Kupferschmid, Waschkautz; Singer, Wäschkautz; Aron, Lemberg; Nuffenbaum, Grzymalow; Gelber, Grzymatow; Kruh, Starozynietz; Wulin, Kamionka; Hager, Zablotmv; Buksbaum, Kolomea; Keßler, Stanislau; Haber, Tlumacz; Freiwald, Rohatyn; Gucsberg, Buczacz; Rosner, Stanislau; Jahr, Lemberg; Gottesman, TyÄemnitz; Ehrlich, Stanislau; Meier, Witkaw; Rosenkranz, Sniatyn; Klausner, Gorlice; Rosenkranz, Syglitz; Sobel, Delatyn; Schwarz, Lemberg; Rapaport, Tarnüw; Eltinger, Kolomea; Bakcnrot, Gorlice; Loker, Zablatow; Goldberg, Lemberg; Steiner, Kolomea; Potoker, Monasterzyska; Weiß, Nilitschik; Weisstein, Brzezany; Altman, Sadagora; Rosentahl, Tarnen,; HUsenrat, Kolomea; Tabak, Buczacz; Kümmel. Stanislau; Halber, Komarno; Spindel, Lisko; Rosenzweig. Trembowla; Treier, Ottynia; Kontor: Schaffer, Günsberg, Buczacz; Rosenkranz, Lisko; Geld, Lopatyn; Züns, Krystynopol; Mekler, Obertyn; Augen, Rohatyn; Friedfertig, Delatyn; Weintraub, Kotzmann; Ebel, Belz; Karoliner, Buczacz; Huster, Chodorow; Landau, Nadwärna; Tauber, Krystynopol; Natasohn; Bursztyn, Brodq; Spindei; Stern, Uslenski; Kantor, Brody; Eisenstein; Glück, Stanislau; Sylberstein, Jawort,w; Kazynitz, Odessy; Frisch, Podheice; Bursztyn. Je S 2'40: Rabb. Frankel, Nepikolowice; Knebel, Stanislau; Karl, Wien. Je K 2—: Lang, Trembowla; tarn, Brody; Depper, Sniatyn; Stein, Jazlowitz; tanger, Czernowitz; Sigler, Komarno; Rokach, Brody; Günsberg, Jazlowitz: Rotenstreich, Buczacz; Chachpoty», Stanislau; Nagler, Stanislau; Korn; Rapaport, Brzezany; Friedler, Horodenka; Stahl, Kolomea; Lustig, Podwoloczyska JeS ll 50: Kranz; Friedler, Zabiotow; Metzger, Judendorf; Schallt. Kolomea; Bergstein; Steren; Winter. Harnik, Saset X 1 08. Je K 1*— Hauser, Przemysl; Heilpern, Wien; Badner; Morgenstern, Krakau; Schwager; Reiter, Tarn»w; Teppermann. Bestrenommiertes Orthodox. Restaurant Hotel New-York unter persönlicher Leitung des Herrn Jacob Pinkas Wien, II., Kleine Sperlg.5. Kurse Tür Machendes Vereines „Jeschurun“. mittwoch;s8—>/.,9 Uhr Besprechung des Wochenabschnittes und der Psalmen — Herr Rabbiner M. Flesch. Samstag Geist der jüdischen Gesetze 7s7—1 .,8 Uhr u.Gebräuche Fr.E.Bondi. Samstag Einteilung und Geist der Ge- Vs8—V29 Uhr bete —HerrRabb.M.Flesch. werten Karte In drei Stalen akgefealten. Sämtliche Kurse sind unentgeltlich und finden in den Räumen der talmud-tbora, II. Bez., .ü malxgasse Nr. it, statt. -rrr für Mittelschülers Prospekte auf Verlangen! Erscheint 2. Monat. Zeitschrift für Erscheint 2. Monat. Redahteur: 1 Hreppel. Redaktion und Administration: Wien. VUL, Sljerstratze «tr. 65. Bezugspreis: Jährlich K 8. Halbjährig K 4. «tnrelhefl K 1 60. wVwwSPwwwWwwwwV {■■■■■ II 1 I l 1 v« i i erstklassiges I x m | * i antiseptisches Uchönhßitsmitttl I l I 08