Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 34 (15.11.1917)
- Date
- 1917-11-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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DDdische Korrespondenz Preis per Nummer 10 Heller. ___ , , t ... „ _ Redaktion und Administration: Vierteljährlich K 120. Wochenblatt IUr jüdische Interessen. Wien, VIII. AlssrstraLe 55. Haehdmek alt vollerOtteBeBanjalie Bestattet Redakteur. Jonas Kreppei. Erscheint jeden Donnerstag. Wochenblatt für jüdische Interessen. Redakteur: Jonas Kreppei. Redaktion und Administration: Wien, VIII. Alserstraße 55. Erscheint jeden Donnerstag. Np. 34. Wien, 15. November 1917. III. Jahrgang. Zeichnet Kriegsanleihe! Glaubensgenossen! Liefert wie bisher Beweise Eneres Patriotismus und beteiligt Euch zahlreich a« den Zeichnungen der VII. österreichische» Kriegsanleihe. Jeder Jude soll «ach Maßgabe seiner Verhältnisse sei« Scherflein zum finanzielle« Siege des Vaterlandes beitrage«. Gottes Segen wird Ench dafür znteil werde« «nd Ihr werdet gar bald de« Abfchlatz eines siegreiche« «nd glücklichen Friedens erlebe». Wien, 28. Cheschwa«, 8877. Die hier weilenden Rabdiner aus Galizien und der Bukowina. * * * Der Kriegsankeiye-Aeichnnngsverein „Agudas Aisroek" bietet die günstigsten Bedingungen zur Zeichnung der Kriegsanleihe, indem mt durch ftMsewm MktrW w« UN— aufwärts in kleinen Monatsraten zeichnen kann. Nähere Auskünfte im Lokal: II., Große Pfarrgasse 23. Die Errettung des Kaisers. Einen Moment lang sind am Sonntag früh die Herzen der Völker Oesterreich-Ungarns stillgestanden, als die Nachricht einlangte, der Kaiser befand sich Tags zuvor in Lebensgefahr, — um bald darauf erleichtert aufznatmen, als man erfuhr, daß die Gefahr glücklich vorüber sei und daß der Kaiser sich nach wie vor wohl befindet. Den Gedanken an die Folgen, welche dieser Unfall hätte haben können, wollte man gar nicht ausdenken und man empfand ein erhebendes Gefühl darüber, daß die Gefahr gebannt sei. Wenn es noch an Beweisen für die Liebe und Anhänglichkeit, deren sich der junge Kaiser erfreut, gemangelt hätte, — so sind sie diesmal neu geliefert worden. Mitten unter seinen Truppen, die so siegreich sind und einem bösen, tückischen Feind die verdiente Züchtigung verabreichen, ist dem Kaiser der Unfall passiert. Die gehobene Stimmung, die alle Gemüter beherrscht, machte einen Moment lang einem Schrecken Platz. Bald aber erholte man sich von der Ueberraschung und preiste das Glück, das auch diesmal dem Kaiser hold war, ebenso wie in jener denkwürdigen Stunde, da der damalige Thronfolger in der zweiten Schlacht um Lemberg die Feuertaufe erhielt. Von Feuer und von Wasser hat das gütige Schicksal den Kaiser errettet, — ein Beweis mehr dafür, daß die Vorsehung diesen Monarchen von Gottes Gnaden zum Glücke und Heile seiner Völker erhalten will. Nächste Woche jährt sich zum ersten Male der Tag, an dem Kaiser Karl den glorreichen Habsburgerthron bestieg. Im Toben des Krieges wird dieser Tag ernst und würdig, aber ohne rauschende Feste und Feierlichkeiten begangen werden. Die Gefahr, in der der Kaiser schwebte, wird aber dazu beirt-'gen, diesen Tag den Völkern der Monarchie abener erscheinen zu lassen. Der kurze Moment, da die erste Nachricht die Gemüter beherrschte, genügte, um jene Saite in den Herzen der Völker vibrieren zu lassen, die man kurzweg als „Anhänglichkeit zum Throne" bezeichnet. In der ganzen Monarchie wurden und werden fteudige Kundgebungen ob der Errettung des Kaisers veranstaltet. Wie an allen vaterländischen und dynastischen Fest- und Freudentagen, die inOcsterreich- Ungarn stets so feierlich und erhebend begangen werden, versammelten sich auch dieser Tage die Völker der Monarchie in ihren Gotteshäusern, um dem ewigen Vater im Himmel Dank zu sagen für das Glück und Heil, mit welchem er den Kaiser segnete, und um für den geliebten Dionarchen weiteres Heil und weiteren Segen zu erflehen. Gott erhalte, Gott beschütze den Kaiser! * * * In der am 11. d. stattgefundenen öffentlichen Plenarsitzung der Wiener Kultusgemeinde gab Präsident Dr. Alfred Stern in tiefempfundenen Worten der innigen Freude der Judcnschaft über die glückliche Errettung Sr. Majestät des Kaisers Ausdruck. Die Versammlung, welche die Ausführungen des Vorsitzenden stehend anhörte und in das Hoch auf den Kaiser begeistert einstimmte, beschloß über Antrag Dr. Sterns einstimmig, diese Kundgebung in einem Telegramm an die Kabinettskanzlei des Kaisers gelangen zu lassen und Dienstag den 13. d., 6 Uhr abends, im Tempel der Inneren Stadt einen feierlichen Dankgottesdienst abzuhalten. Einen überaus.eindxuckspolleir, DaMMMdMÜ veranstaltete die Lanbesorgämsation orthodoxer Juden „Agudas Jisroel". Montag abends versammelten sich im Lokale der Organisation, II. Große Pfarrgasse 23, ein zahlreiches Publikum, darunter mehrere Rabbiner aus Galizien und der Bukowina, sowie zahlreiche Flüchtlinge. Es wurde ein Dankgebet für die Errettung des Kaisers verrichtet und ein Huldigungstelegramm an die kaiserliche Kabinettskanzlei abgesendet. Im israelitisch-türkischen Tempel wurde ebenfalls ein solenner Dankgottesdienst abgehalten. Der Vorstand übermittelte eine Huldiaungsdepesche an die Kabinettskanzlei. Auch in den anderen Synagogen und Bethäusern haben Dankgottesdienste stattgefunden. Aus vielen Städten der Monarchie erhalten wir Berichte über Dankgottesdienste, die in den Synagogen anläßlich der glücklichen Rettung des Kaisers veranstaltet wurden. Rituelle Fürsorge für -ie Mischen Soldaten. (Ein Appell an die k. u. k. Feldrabbiner.) Dank dem freundlichen Entgegenkommen der k. u. k. Heeresleitung und aller berufener militärischen Faktoren ist seit einiger Zeit die Möglichkeit vorhanden, die jüdischen Soldaten die religiösen Vorschriften hinsichtlich der rituellen Verköstigung beobachten zu lassen. Einer Eingabe der „Agudas Jisroel" und anderer jüdischer Kreise Folge gebend, hat die k. u. k. Heeresleitung in einer Reihe von Erlässen angeordnet, daß den jüdischen Angehörigen der k. u. k. Armee, insoweit dies der Dienst zuläßt, die Möglichkeit zur Beobachtung der religiösen Vorschriften gegeben werden soll. Insbesondere soll überall dort, wo jüdische Soldaten in größerer Zahl vorhanden sind, eine spezielle rittrelle Küche eingerichtet werden. Tatsächlich sind seither in vielen Orten, nicht bloß im Hinterlande, sondern auch in der Etappe, rituelle Küchen für die jüdischen Soldaten eingerichtet, respeküve ihnen die Möglichkeit gegeben worden, rituell zu speisen, ebenso wie die Möglichkeit und die Gelegenheit, die anderen religiösen Vorschriften zu beachten. Leider aber ist das nicht überall der Fall, und von Zeit zu Zeit erhalten wir Klagen seitens jüdischer Soldaten, daß sie nach wie vor gezwungen sind, nicht-rituell zu leben oder sich große Entbehrungen auszuerlegen, wenn sie absolut die Vorschriften der Religion beobachten wollen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Zustand weder den Interessen der jüdischen Soldaten, noch den Interessen des k. u. k. Heeres Zusagen. Der Soldat, der seine heiligsten Gefühle befriedigt sieht, erfüllt seine Pflichten mit doppelter Begeisterung und Hingebung. Der Mann, der bereit ist, sein Blut fürs Vaterland zu opfern, will sein Verhältnis zu seinem Gotte und zu seiner Religion in Ordnung bringe». Das Bewußtsein, im Sinne seiner Religion zu leben, verleiht ihm Mut und Siegesgewißheit. In der modernen Kriegführung spielen diese Momente eine Hauptrolle, was seitens aller Faktoren anerkannt wird. Wir wissen es wohl, daß die k. u. k. Feldrabbiner ihren Dienst mit Eifer und Hingebung erfüllen und auch um die religiösen Bedürfnisse der jüdischen Soldaten besorgt sind. Gar mancher derselben verdient für seinen Eifer besondere Anerkennung, und aus eigener Erfahrung können wir beispielsweise bestätigen, daß der Leiter der k. u. k. israelitischen Militärseelsorge in Wien, Herr Feldrabbiner Dr. Frankfurter, in dieser Hinsicht sehr vieles leistet und jeden „.WmnLl «»rn erW«. bestrebt ist, und zwar fast immer mit dem schönsten Erfolg. Ueberbürdung der k. u. k. Feldrabbiner im Dienste oder andere Umstände bringen cs aber mit sich, daß die religiöse Fürsorge für die jüdischen Soldaten an manchen Orten zu wünschen übrig läßt, besonders was die rituelle Verköstigung betrifft. Wohl wissend, daß dieses keineswegs irgend einem Verhalten der maßgebenden militärischen Kreise zuzuschreiben ist, sondern dem Mangel an entsprechender Initiative von jüdischer Seite, erlauben wir uns hiemit an die verehrten Herren k. u. k. Feldrabbiner Soeben erschienen! Höchst aktuell! Ein FriedenverhandlungsprotokoH sni generis. Wichtig für jeden, der sich für die Friedensfrage interessiert. Oer Kampf für und wider den Frieden. Noten, Manifeste, Botschaften, Reden, Kundgebungen, Erklärungen etc. zur Friedensfrage seit dem Friedensangebote der Mittelmächte. Mit Einleitung und Anmerkungen von J. KREPPEL. I— IE O*—• Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie von der „Jüdischen Korrespondenz“, Wien, VIII., t:- rrr- Alserstraße Nr. 55. ""