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Jüdische Korrespondenz · 1917-09-06 · 27 (6.9.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
3 (1917)
Issue
27 (6.9.1917)
Date
1917-09-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Jüdische Korrespondenz. Nr. 27 steht: I. Klavier, Gesang und Violine; II. Ausbildung von Dirigenten, Kantoren und Schauspielern für die jüdische Bühne; Hl. Historischliterarische Abteilung; in ihr tverden Brodovsky, Eichmark, Penn und andere Vorlesungen halten; eine Reihe Vorlesungen über Metrik und Versmaß versprach der Dichter Ch. 91 Bialik zu halten. Das Konservatorium, das am 9. September eröffnet wird, will auch einen jüdischen musikalischen Kindergarten gründen. Das moderne Spanien und die Juden. In einer Unterredung, die der berühmte spanische Romanschriftsteller Eduardo Zamacois, einem Mitarbeiter des Nemyorker „American Hebrew" gewahrte, versuchte der Spanier, die Ansichten des freidenkendeu Teiles seiner Landsleute über die mitderjüdischeu Fragezusammenhängenden Probleme, insofern diese spanische Interessen betreffen, auseinanderzusetzen. Nach Zamacois sei die spanische Regierung die einzige in Europa, die während des Krieges an die Inden in den Balkanländern dachte und sich bemühte, ihnen nach Möglichkeit zu helfen. Das spanische Volk und die Regierung seien eifrig bemüht, die Juden zur Rückkehr nach Spanien zu bewegen, da seit der Vertreibung der Juden der Handel, die Wissenschaft und die Kunst sehr gelitten hätten. In Spanien gebe es noch heute viele Juden, die zwar keine jüdischen Namen führen, deren Aeußeres aber ihre Stammeszugehörigkeit zeige. Sie nehmen geachtete Stellungen ein unter den Anwälten, Aerzte», Journalisten und sie genießen überall persönliche Achtung. Zamacois glaubt, daß in einigen Jahren schon alle religiösen Schranken in Spanien niedergerissen sein tverden. Die liberalen Ideen gewinnen immer mehr Boden und König Alphons sei ein Mann, der dem Fortschritt den Weg ebne. Der Dichter sicht in den Inden die Fackelträger der Freiheit. Spanien brauche sie zur Hebung seines Handels, seiner Kunst und Wissenschaft. Die Zeiten der Inquisition seien vorbei. Senator Dr. Angel Pulido, eilt berühmter spanischer Arzt und Politiker, sei es gewesen, der verlangte, daß die spanische Regierung die 50.000 Jjiden von Saloniki nach Spanien ans eigene Kosten bringe. Das Projekt konnte wegen der finanziellen Seite der Frage und infolge der großen Last, die es mit sich brachte, nicht verwirklicht werden. Ein jüdischer sechsjähri ge rSchachkstnAer. Im Wiener Schachklub produziert sich gegenwärtig der sechsjährige jüdische Schachkünstler Samuel Rzeszewsk» aus Polen. Eine Wiener Tageszeitung bringt hierüber folgenden Bericht: Der Knabe Samuel Rzeszewski, der Sohn eines in Ozerkow, Kreis Lcnczyce in Russisch-Polen, lebenden Handelsmannes, spielt seit einem Jahre Schach und spielt cs in einer Weise, die geradezu Bewunderung erregt. Seine Haltung beim Spiele ist eine tadellose. Er beobachtet nicht nur selbst streng die Spielregeln, sondern macht seinerseits, wenn der Gegner gegen sie zu verstoßen Miene macht, höflich, aber bestimmt, auf sie aufmerksam. Kein Laut kommt während der Partie über seine Lippen; keine Handbewegung, die den Partner stören könnte, wird sichtbar. Und nun erst sein Spiel selbst, seine Kombinationsgabe, die so ausgeprägt ist, daß hier im Schachklub mehr als ein vorzüglich erprobter Schachist gegen ihn nur Remis zu erzielen imstande war. Ja, diese Sicherheit des Kindes ist geradezu überraschend, und fast unheimlich wirkte es auf die Zuschauer, die den Partien in dichter Runde und schier atemlos zusahen, wie der Kleine seinen Plan anlegte, ihn änderte, sobald der Gegner den Angriff abwehrte oder durch einen Gegenzug die Absicht störte, und dann bald doch wieder durch das Aufleuchten seiner laug bewimperten Augen erraten ließ, das; eine neue klug« Kombination in seinem Kopf ihren Anfang nahm. In solchen Augenblicken fährt die feine, kleine Hand des Knaben leise über die Augen; dann erfaßt sie mir festem Griff die Figur und setzt sie mit Energie auf ihren neuen Platz hin — dann mit zunehmender Kraft Zug um Zug bis zur vollen Entscheidung. Nichts vermag dabei den kleinen Spieler abzulenken. Nicht das Gespräch der den Spieltisch umlagernden Zuschauer und nicht die gelegentlichen Bemerkungen, die der Gegner oder irgend ein Zuschauer laut werden läßt. Fragen werden von ihm schlagfertig und mit großer Geistesgegenwart beantwortet, ohne daß er dabei aber den fein überlegten Plan verrät. Weiß er sich aber schon des Sieges sicher, dann schwindet sein feierlicher Ernst und der Knabe läßt kurze scherzhafte Bemerkungen hören, die noch origineller wirken, da die Sprechweise des Kleinen die des Ostjuden ist. Als ihn ein Gegner, der sein eigenes Spiel verloren sah, fragte, in welchem Stadium er de» verhängnisvollen Zug gemacht habe, antwortet der Junge lässige „Ihr erster Zug schon war der Fehler." Einem anderen Partner, der fragte: „Wo soll ich jetzt hingehen?" antwortete er mit nicht minderer Drastik unter der allgemeinen schallenden Heiterkeit: „Gehen Sie nach Hause." Als ihm ein Problem zur Lösung ausgestellt wurde, stellte er dreimal die Frage, ob tatsächlich der König am richtigen Platz stehe. In der Sekunde halte er bemerkt, daß an dieser Stelle der König von einem gegnerischen Springer bedroht im Schach sich befände — also eine Unmögttchkeit. Die alten Schachspieler bemerkten erst später 'den unbeabsichtigten Fehler, den der Knabe gleich entdeckte. Dem Spiel folgten die Zuschauer, wie gesagt, mit dem denkbar grüßten Interesse. Die Kombination des Kindes vollzog sich immer innerhalb kurzer Ueberlegungsfristen. Die Finger der kleinen Hände greisen hie und da ineinander, dann fährt die linke Hand gegen das Augenlid, wie wenn dadurch ein genaueres Zuschauen erreicht würde, bald aber nimmt das ernste Spiel seine Fortsetzung, und wenn es zum Schluß führt, erhebt sich der Knabe von seinem Sessel und nun schlägt er lauter als sonst die Figuren auf das Brett, bis das triumphierende „Matt!" aus seinem Munde erschallt. Merkwürdig ist auch, um es zu wiederholen, wie der sechsjährige Schachkünstler blitzartig schwierige Probleme durchstudiert und auflüst; wie er die Analyse'einer Partie vornimmt, wie er Feinheiten und Varianten herausfindet und wie er Partien, die er vor drei, vier Wochen gespielt hat, mit unglaublicher Geschwindigkeit auf dem Brett wieder lebendig machte. Zwei Stunden lang maß er sich, wie gejagt, am Samstag abend mit ganz ausgezeichneten Kämpfern, und wenn er siegte, geschah es in ebenso geistreicher Weise, wie er sich in üblerer Partie geistreich verteidigte und das Remis erzwang. Ein Arzt fühlte nach Schluß einer Partie seinen Puls und stellte fest, daß nicht die mindeste Beschleunigung zu verzeichnen ist. Allerdings wurde der Kleine im Verlauf des Abends einmal recht aufgeregt; aber das geschah, als ihm ei» Gegner die Vorgabe einer Figur anbot; der gekrönte Ehrgeiz duldete eine solche Zumutung nicht. Im Schachklub, dieser großartigsten schachlichen Vereinigung Wiens, erregte also das Spiel des Sechsjährigen aus Russisch-Polen berechtigtes Aussehen. Aber auch schon früher hat sich der kleine Rzeszeivski Anerkennung erworben; drei silberne Medaillen zieren den netten Matrosenanzug, der ihn vortrefflich kleidet. In Warschau brachte er es in einer Partie mit dem großen Schachmeister Rubinstein nach 2i/.stündigem Kampfe auf Remis. In Krakau spielte er mehrere Simultanpartien, die er ausnahmslos gewann, und daun eine Partie mit dem als vorzüglichen Schachamateur geschätzten Fürsten Sapieha. Diese Partie liegt mehr als drei Wochen zurück; und doch vermochte der Knabe, aus die zufällig gestellte Frage genau alle Züge vom Beginn bis zur Entscheidung aus dem Gedächtnis anzugeben. Die Entdeckung dieses Talents erfolgte auf dem gewöhnlichen Weg des Zufalls. Der Vater des Kleinen ist Schachspieler. „Er ist fleißig, aber er spielt sich mehr mit dem Schach," meint der Kleine, der ihm schon mit vier Jahren zusah. Und einmal rief er ihm zu: „Mach den Zug, Vater, dann gewinnst du" — und so war es in der Tat. Die Herren Albin, Fähndrich, Professor Marco, Meister von solchem Weltruf und die ihre Anerkennung niemand zuliebe wegwerfen, erzählen uns in Ausdrücken höchsten Staunens von der Genialität, mit der der Kleine am Freitag abend im Schachklub eine von ihnen selbst für verloren gehaltene Partie gegen einen der vorzüglichsten Amateurs auf „Remis" gebracht hat. Kümmel, Kalusz; Ehrenpreis, Nadworna; Gelber, Nilitschik; Recht, Busk; Feigenbau, Tarnopol; Schenvi«, Kolomea; Margulis, Brody; Goldberg, Boryslaw; Frankel, Narrst; Mahler, Cieszanow; Mehr, Glina; Mekler, Zbarasz; Klein Przemy«l; Glazer, Waschkautz; Wiznitz, Waschkautz; .Aster; Roms; Kauter, Kolomea; tag; Lern er, Czernowitz; Level, Starozynietz; König, tanislau; Scheindler, Nadworna Je K 2-—: Eisenhart, Zbarasz; Flesner, Stanislau: Günsberg, Buczacz; t'alverstam, Sieniawa; Rosenberg, Drohobycz; Schächter, olomea; Buksbaum, Kolomea: Schleier, Stanislau: Bergmann, Buczacz' Becker, Buczacz; Spira, Glina; Goldberg, Mielec; Zwirn, TyUemnica; Horn, Brody; Heilpern, Tarnopol; Hilscnrat, Kolomea; Beck, Przemy»!; Günser, PrzemyU; Margulis, Brolheim, Spira, Lemberg; Chachpatim, Stanislau; Kaznitz, Jazlowitz; Heller, Kolomea; Popers, Brody; Tannenbaum; Katzmann; Strisower, Bursztyn; Ammerrand, Zaloüe; Engelstein, Krakau; Falbel, Krystynopol; Tramm Rzeszow; Dul, Brzezany; Sychcr. Lemberg; Würffel, Skalat; Fingerhut, Brody; Landau, Nadwörna; Silber, Rzeszow; Baumöl, Stryj; Mausner, Stanislau; Zankel, Kolomea: Kanter, Brody; Steiner, Kolomea; Locker, Zablotöw; Weinstock, Sadagora; Winter, Przemy-flany; Blaustem, Lemberg; Arbeit, Worona; Sobel, Delatyn; Sperber, Zablotöw; Scheiermann, Kolomea: Marder, Belz: Adler, Wi^nia; Lehrer, Radautz; Sieckel, Löw, Bödrka; Braunberger, Stanislau; Potoker, Monastrysz; Feichtbanm, Moscisk; Mimik, Lubin; Weisstein, Brzezany; Bonis, Kamorno; Seidmann, U-cie, Wiselmann, Nadwörna; Wurm; Preminger, Ottynia; Tritt, Turka; Reichmann, Czernowitz; Klausner. Gorlice; Pikmann, Rowo-Sielec; Natansohn, Krystynopol; Taube, Krystynopol; Bres, Zawalvw; Helfmann, Czernowitz; Bardfeld, Nadworna; Neumann, Hnsiatyn; Ehrenreich, Antwerpen; Steren, Bursztyn; Groß, Rawa- Ruska. , Neue Sucher. „Erez Israel." Mitteilungen des Hauptbureaus des jüdischen Nationalfonds. Den Haag (Heulstraat 6). Heft 1, September 1916, Heft 2, Mai 1917. — Die beiden vorliegenden Hefte enthalten eine Reihe interessanter und instruktiver Artikel über Palästina von fachmännischer Seile. Besonderes Interesse ist der Kolonisation Palästinas und den dortigen Agrarverhältnissen gewidmet. Karten und Literaturnachweise über Palästina und Kolonisation erhöhen den Wert der reichhaltigen Hefte. Arthur Schnitzler, Doktor Gräsler, Badearzt. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 3 Mark, geh. 4 Mark. — Vielleicht ist dieser Roman das menschlichste Werk Arthur Schnitzlers. Wie eine Beichte ist dieses Buch, voll intensivsten Empfindens, voll reifer Weisheit, voll dichterischer Anschauung und zugleich von einer unendlich reizvollen Anmut. Ter Dichter erzählt uns darin die 'Geichichte des Dr. Gräsler, eines Badearztes, der mit seinen achtundvierzig Jahren zu der plötzlichen Erkenntnis eines nahenden Alters kommt und nun, nach einer Reihe ruhiger und schuldloser Jahre, sich in einen Spätrausch von Abenteuer und Liebe stürzt. Drei Frauengestalten sind es, die in neues Ecleben ihn verstricken, in das komplizierte und so weit verästelte Erleben des reifen Mannes. Bon Untreue zu Untreue geführt, wird er an allen Dreien schuldig, bis ihn eine von ihnen durch tragischen Tod erlöst. Niemals noch MMrtbur Schnitzler so aus sich herausgegangeu wieRtzleh! 0Uiy,,chg' das man im wahren Sinn des Wortes ein yldvsiiia,cs Buch, ein Buch der späten Resignation nennen kann. Spendenausweis für die Schuten der „Ägudas Iisroek", Wien, H., Große Wfarrgaffe Ar. 23, für den Wonat Kamnz 5677. Großrabbiner Friedmann, Czortkow, K 72'—; Von der Nachlassenschaft des GroßrabbinersMansohn/Jezierna, K 70 —; Rabbiner Moses Heschel, Kopyczyüce, K 9'—; Sammlung durch H. Halpern, Lemberg, K. 266 —; Mayer Gcrson, Lemberg, K 20- Sammlung durch Babad, Lubaczöw, K 43'—; Feldschuh, Wien, K 10 —; Nachtigal, Wien, K 10 —; Kazwan, Waschkautz, K 9 —; Schauer, Waschkautz, K 9 —; Sauer, Narol, K 8'—; Mordchy Gcrson, Lemberg, K 8'-; R. N., K 28 —. Je K 6 —: Kohn, Stanislau: Karl, Lemberg; Schmire, Brody; Nachmon, Wiznitz; Krum, Tlumäcz; Klauzner, Rawa- Ruska; Krum, Narol; Samet, Kalusz; Friesner, Stanislau; Eltis, Waschkautz; Strahlberg, Beiz. Je K 5* —: Blau, Delatyn; Streifler; Kries; Hager, Wiznitz, Je K 4*—: Gerson, Delatyn; Schapira, Drohobycz; Vogel, Kolomea; Uri, Wien; Steinberg, Belz; Lauser, Tarnobrzeg; Augapfel, Stanislau; Lieber, Rudik; Teitler, Czernowitz; Zuker, Delatyn; Sammler, Delatyn; Kupfermann; Silber, Kristynopol; Kurzer, Zborow; Obstfeld, Podheice; Schein, Turka; Langer, D?bria; Ostermann, Grodek; Günzberg, Buczacz; Rapapo'rt, Sokal; Appisdorf, Grodek tHilsenroth,Kolomea;Sellner, Bojan;Stütz; Weintraub, Katzenau; Lechner, Rawa-Ruska; Bursztyn, Brody; Orenstein, Buczacz; Kanner, Lemberg; Gutmann, Czernowitz; Schenker, Delatyn; Wechsler, Doiina; Ganz, Lemberg: Schächter, Kolomea; Buchholz, Trembowla; Klang, Grodek; Axelrot, Buczacz: Fränkel, Lemberg; Fried, Kuty; Dausohn, Grödek; Jäger, PrzemyUany; Jacob, Nadworna; Gottlieb, Rawa-Ruska; Engel, Nikulmce;Zluz, Kristynopol: Nagel; Rozenkranz, Syglitz; Trug, Zbarow; Kwotschke, Zolzozetz, Rainer, Stanislau; Sylberstein, Krakau; Reuburger, Wien; Kliegler, Probuzna; Katz, Waschkautz; Hoffman», Kolomea: Drimmer, Zaleszifyki; Schalter, Kolomea; Melon, PrzemyO; Ekerling, orodenka: Goliger, Schwarz, Horodenka; Spiegler, rodek; Direnberg. Je K .r-: Schächter, Tlufty; „Der Koloß auf tönernen Füßen." Gesaminelte Aufsätze über Rußland. Herausgegeben von Axel Ripke. München, 1916. Verlag I. F. Lehmann. Preis K 2 60. — Das vorliegende Buch ist im Jahre 1916 erschienen, die Ereignisse des Jahres 1917 haben die in demselben vertretenen Ansichten vollauf bestätigt. Militärisch hat sich Rußland schon früher als Koloß auf tönernen Füßen erwiesen. Die Ereignisse vom März 1917 haben den Beweis erbracht, daß dieses Reich auch im Innern morsch ist und daß das Zarenregime einem ernsten Stoß nicht widerstehen konnte. Die in diesem Buche gesammelten Aufsätze, von hervorragenden Kennern Rußlands stammend, haben deswegen besonders jetzt einen erhöhten Wert. „Die Bedeutung Polen« für Rußland." Krakau, 1917. Verlag des Obersten Polnischen Nationalkomitees. — Die polnische Frage ist gegenwärtig eines der brennendsten Probleme der Weltpolitik. Rußland, das aus Polen per», drängt notgedrungen sich mit dem Gedanken befreunden mußte, dieses Land selbständig werden zu lassen, dürste aber kaum so rasch diesen Verlust verschmerzen. In der vorliegenden Schrift wird in einigen, von berufenen Kennern Rußlands und Polens herrührenden Aufsätzen das einschlägige Thema ausführlich und mit großer Sachkenntnis behandelt, sowohl in wirtschaftlicher und politischer wie auch in militärisch-strategischer Hinsicht. „Die Kriegsziele der kämpfende« Böller." Zusammengestellt von Ludwig Carrier«. Berlin, 1917. Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Bohsen). — Es war ein guter Gedanke des Autors, anläßlich der trotz aller Gegenströmungen aktuellen Friodensfrage die KrieaSziele der einzelnen kämpfenden Völker ausführlich darzustmen. Auf Grund dieser Zusammenstellung ist es lercht, die Bilanz des Krieges zu ziehen sowie zu ersehen, wen die Schuld an dem Kriege und an der Verlängerung desselben trifft. Mag sich auch im Laufe des Krieges manches verändert chaben, im großen und ganzen ist das vor- Sende Material auch heute noch authentisch und die ammenstellung verdient großes Jntereffe. Genossens ehafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Alserstraße Nr. 71. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppei.

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