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Jüdische Korrespondenz · 1917-06-14 · 18 (14.6.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
3 (1917)
Issue
18 (14.6.1917)
Date
1917-06-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Judisehe Korrespondenz. Nr. 18 das bis zu den letzten Zähren nach dem gleichen Schema „jüdische Lehrer" heranbildete. Als so Nikolaus I. die durch den Bildungszwang geschaffene Brücke zum Christentum völlig gebrochen sah, gab er alle weiteren Versuche nach dieser Richtung hin auf und fing es wieder mit der Gewalt an. Die probatesten Mittel waren verschärfte Knabenaushebungen undZwangstausen. Die Verfolgungen wurden immer unerträglicher und man sprach gerade mir Grauen von neuen Plänen, die der enttäuschte und verärgerte Zar gegen Juden und Judentum ausgehcckt hätte, als a>n 2. März 1855 sich raich die Kunde vom plötzlichen Ableben Nikolaus f. verbreitete. Ein warmer Hoffnungsstrahl ging durch die gesamte Judenhcst, denn lange schon gingen die schönsten Legenden von Mund zu Nun» über die Gerechtigkeit und den liberalen, ausgesprochen judei,freundliche!! Sinn seines Sohnes und Nachfolgers Alerandcrs U. Alexander II. Die Hoffnungen der Juden aus den jungen Kaiser schienen sich schon in den ersten Tagen in hohem Matze erfüllen zu wollen. Es wehte plötzlich ei» anderer Wind und eine reinere Lust von Petersburg her, die sich im kleinsten russischen Torfe bemerkbar machte. Wenn dem Russen Unrecht geschieht, so sagt er resigniert: „Der Himmel ist hoch und der Zar weit." Mil diesem Worte konnte aber auch jeder Tschinownik getrost und ungestört die Peitsche schwingen, in der Gewißheit, datz ihn die vergeltende Hand einer Oberbehörde nie erreichen werde. Nun war auf einmal alles anders. Der Zar mar nicht mehr weit. Aus £>cm Throne der Romanows saß ein schlichter, gerechter Mann, der für seine Zeit sogar als liberal bezeichnet werden konnte und dessen höchste Aufgabe cs war, die Völker seines Landes in den Grenzen der felbstherrfchenden Monarchie zu befreien und zu beglücken. Er fing seine Regierung gleich mit einer Reihe von Gnadenakten an. Zuerst kamen Steuerbefreiungen. Im Jahre 1861 vollzog er aber eine Tat von welthistorischer Bedeutung, indem er die Leibeigenschaft authob, was ihm den Ehrentitel „Zar-Besreier" für alle Zeiten cintrng. Dreiundzwanzig Millionen Bauern, entmündigte Sklaven, die'bislang von den Herren nicht besser, in vielen Fällen sogar härter als das Vieh behandelt wurden, waren über Nacht zu freien Bürger» geworden. Reformen aus Reformen in der inneren Verwaltung folgten, die bald auch dem jüdischen Rechte eine iveile Gasse schüre». Eine vollständige Gleichstellung der Juden hielt der Zar aber noch nicht für angebracht. Auch er glaubte im Sinne seines Vorgängers^die Juden durch politische und kulturelle Erziehung der Freiheit erst würdig machen zu müssen. Da aber aus seinen Maßnahmen nicht Hast und Bekehrmigssucht, sondern offensichtliches Wohlwollen sprach, so führten sic eher znm Ziele und gewannen Vertrauen. Es wurde eine „Kommission zur Organisieruilg des Zudenwesens", schlechthin auch „Jiidenkoimmssion" gcnannt, gründet, au deren Spitze Graf Nikolai Kisselew stand. Sie hatte den Auftrag, alle Judengesetzc einer Revision zu unterziehen, um einer Assimilierung der Juden mit den Russen die Bahn zu ebnen. Deren erste befreieude Tat war die Aushebung der Nikolaischcn Gcwaltmaßregeln bei den Soldatenaushebungen. Tie Zwangsaus- Iiebung der jüdischen Knaben und damit auch deren Zivangsbckehrung hörte auf. Ein frohes, freies Aufatmen ging durch die jüdischen Häuser, wo die männlichen Kinder nicht inehr dem Tageslicht entrückt vor den Häschern und Fängern bangen muhten. Der „Zar-Befreier" war also in weiterem Sinne auch Judenbefreier. Auch die Wohnrechte der Juden wurden erweitert, besonders die Rechte der ersten und zweiten Gilde, der Akadeniiker und Handwerker. Neberhaupt war es eine Aufgabe der Regierung dieses Zaren, das jüdische Handwerk nach Möglichkeit zu fördern. Sogar Staatsämter taten sich feil Juden auf. in denen ihrer viele zu hohen Stellungen gelangten. In de» jüdischen Volksschulen wurden überall die christlichen Direktoren und .Inspektoren durch jüdische Kräfte, die von den Gemeinde!! selbst gewählt waren, ersetzt. Freilich harte» jetzt die Chcdarim und Talmud-Thoraschuleil einen viel härteren Kämpl zu bestehen gegen die neuen, von Petersburg heranstürmendcn Bildungswogen, und selbstverständlich gingen die Attacken gegen die allen jüdischen Schulen nicht ohne Beteiligung indischer Killtmianatiker vor sich. Die Regierung hat aber, das muß man ihr zugute halten, mit der Gründung moderner Talmud-Thoraschule», die sich teilweise auch ganz gut bewährt haben, nur gute Absichten im Auge gehabt. Ilm diese Zeit und aus dieser Stimmung heraus wurde 1863 die „Gesellschaft zur Verbreitung der Auiklärung unter den Juden" in Petersburg gegründet, die im halben Jahrhundert ihres Bestehens inaiiches Gute geleistet, aber durch llebereifer, ilnkenntms und Unverständnis, wie durch einen zeitweise über alles Mas; gehende,! Bildungskanatismus ziemlich viel Nnheil augerichte! hat. Tab im Jahre 1870 dieJeschiwah zu Woloschin von Seiten der Regierung gc'chlossen ivuröe, wird nicht, wie damals vielfach angenommen wurde, aut direktes Beireiben dieser Gesellschaft zurückzuführen sein. Das; indes Einzelne der Bfidimgsvcrl» etter nicht ganz unbeteiligt an diesem Attentat waren, steht geschichtlich fest. __ iffZonwyuug MZi?, Freie Tribüne. RcchitungSnbfchlu!! der Wiener israelitischen Kultnsgemeinde. Unter obiger Aufschrift bringt die „Jüdische Korrespondenz" in Nummer 17 die Ergebnisse des Jahres 191«, welche in der Oeffeiitlichkeit verschieden beurteilt iverdcn. So günstig jede gute Bilanz einer Bank oder eines geschäftlichen, auf Erwerb angelegten Unternehmens ausgeiiammen wird, so wird im Gegensätze dazu ein ausgewiesener Ueberschuß slner Kultusgemeinde mit Recht kritisiert. Der Ueberschuß beweist, daß entweder die Einnahmen zu stark herangezogen wurden, oder die Ausgaben in zu engen Grenzen gehalten wurden. Ein Institut, welches keine Dividenden verteilt, braucht doch keinen Reservefonds anzusammeln. Dabei muß noch berücksichtigt werden, datz angesichts des wirklich furchtbaren Elends der in Wien weilenden jüdischen Flüchtlinge es gar nicht überraschen würde, wenn die Kultnsgemeinde im Jahre 1916 für die Linderung dieses Elends einen Betrag ausgeben möchte, der die allgemeinen Einnahmen um eine Viertel Million Kronen übersteigen würde und anstatt eines lleberschuffes ein Defizit zur Folge hätte. — Das wäre sogar Pflicht und Schuldigkeit der Kültusgenieinde. Eine grötzere Not kommt in Jahrhunderten nicht vor, es beweist dies die große Sterblichkeit unter den Flüchtlingen, die alle unterernährt sind und nicht zuletzt sind die vergrößerten Friedhofseinnahmen darauf zurückzuführen. Was bis nun nicht geschehen ist, kann aber noch nachgeholt werden. In dieier Kriegszelt soll mindestens die Wiener israelitische Kullusgemeinde doch kein gutes Geschäft gemacht haben. Jseh Puschit. Ehronik. (Heldentod in der Verteidigung Jerusalems.) Von den sechs Söhnen des Kaufmanns Daniel Gonda in Rakoszalata (Ungarn) haben fünf zumeist schon seit Kriegsbeginn an den verschiedene» Fronten gekämpft. Am iveitesten geriet Ludwig Gonda, der mit einer österreichisch-ungarischen Batterie bis Könstantinopel und dann nach Jerusalem kam. Bekanntlich mobilisierte England in letzter Zeit große Streitkräfte zur Eroberung von Palästina, und ins März lobten bereits große Kämme zur Berteidiguno^Paläftmas, beziehungsweise Jerusalems. In der ersten Schlacht bei Gyaza. am 26. März, fand nun Bormeister Ludwig Gonda, van einem feindlichen Schrapnell getroffen, den Heldentod. (Baron Leopold von Rothschild.) In London ist am 2!,. Mai Baron Leopold Rothschild gestorben. Baron Leopold Rothschild, oder wie er sich in England stets nannte, „Mr. Leopold de Rothschild" war der jüngste Bruder des Lord Rathaniel Rothschild, des Führers der britischen Hochfinanz und Chefs des Hauses Rothschild. Er wurde am 22. November 1845 als dritter Sohn des Barons Lionel Rothschild geboren und war, wie sein Bruder, ein intimer Freund König Eduards VII. Diese Freundschaft ging so weit, datz, als Baron Leopold Rothschild im Jahre 1889 eine Glaubensgenossin, Fräulein Sarie Perugia aus Triest, heiratete, der damalige Prinz von Wales zur Trauung erschien und damit nicht gewöhnliches Aufsehen erregte. Im Jahre 1912 wurde der Raute Leopold Rothschilds viel genannt, als auf ihn auf einer Spazierfahrt mehrere Revolverfchüsse, die aber ihr Ziel verfehlten, abgefeuert wurden. Seine Rettung verdankte Rothschild damals dem entschlossenen Eingreifen seines Chauffeurs. (Rückerstattung jüdischer Strafgelder.) Die berüchtigte SOck-Rubelitrase, die allen jüdischen Familien in Rußland auierlegt wurde, wenn ein Verwandter sich nicht zum Militärdienst stellte, scheint ein Ende zu nehmen. Der Justizministcr Kerenski hat nämlich im Einverständnis mit dem Finanzministcr einen Plan ausgearbeitet, demzufolge diesen Familien der Ttrasbetrag, soweit er innerhalb der letzten zehn Jahre entrichtet wurde, zurückerstattet werden soll. Dazu schlügt „Jeivr. Rebell»" vor, diese, einige Millionen Rubel betragende Summe den Familie» lüoischer Kricgsinvalidcn zu überweisen. (Gin Unfall Schalem Aschs.) Wie Sie Newyorter Zeitungen melden, ist der bekannte Schriftsteller Tcholem Asch bei einem Ritte verunglückt, indem er vom Pferde stürzte und den linken Arm gebrochen hat. Doch ist keine weitere Gefahr vorhanden. (Grfapstvfse auch für Tote.) Daß wir Lebenden zur Zeit unter der Herrschaft des „Ersatzes" stehen, daran haben wir »ns allmählich gewöhnt. Aber der Ersatz scheint sich damit nicht begnügen zu wollen, er dehnt seine Herrschaft auch aus die Toten aus. Wie aus Lodz gemeldet wird, beschäftigt man sich dort mit der Frage, die für den rechtgläubigen Juden vorgeschriebenen Leichenhemd oi aus Papier herzuitellen. In der letzten Sitzung der jüdischen Gemeindeoerwallung wurde wenigstens der Antrag, an Stelle der leinenen Totenhemden solche aus Papier einzusühren, in Erwägung gezogen. Der Antrag ivurde damit begründet, daß die jüdische Gemeinde, die für solche Hemden vor dem Kriege 4000 Rubel verausgabt hät, jetzt infolge der Knappheit des zu verwendenden Materials für die gleiche Menge 50.060 Rudel aus» gebe» soll. — Auch in’ Warschau wird diese Frage erwogen. Das Rabbiuat hat seine Zustimmung bereits erteilt. Spendenanswcis für die Schuten der „Jgndas Kifroek", Wie«, II. (trotze H'farrgaffe Ar. 23, für die Wouale Äil-an und Ajar 3677. Je X 2*-: Winnick, Lubin; Arbeit, Worona; Weißbrod, Oppermann, Turka; Jcr, Lemberg; Kümmel, Kaluiz: Streit, Za'mzyz; Zellinger, Rohatyn; Freßner, Slanisiau; Reichmann^ Czernowitz: Groß, Tarnopol; Schlesinger, Ko,narno; Scheinet-, Narocer, Skoryk; Gralnick; Schwager Heller, Kolomea; Traum. RzeSzüw; Bilqerei. Kopyczyn; Seidmann. Przemyslauy; Herzberg, Ehrenstein, Tcrbler; Reinhold, Ebenstem; Eisenhard, Horalkower; Weltmann, Heller, Bokser, Feuchter, Stanisau; Sicher, Lemberg: Sreiner, Kolomea: Rcinhold, Csimmn; Triller, Czernowitz; Spira, Horn, Brody; Grünstem, Tarnckw; Katz, Bokser, Podheice; Backewrot, Gorlice; Rapaport, Brody; Porilis, Husialyn; Babad, Lemberg: Offner, Komarno; Weinlös, Blei, Delatyn; Adler, SBtsma; Engel, Mikolwce; Krum, Tlumacz: Dickmann, Probuzna; Kliegler, Probuzna; Horowittz, Stryj; Seidmann, Ustrzyki; Tauber, Krystynopol; Ratz, Krystynopol; Badner, Kamionta; Kliegler, Probuzna: Bloch, Brody; Baues, Komarno; Brandeis, Trembowla; Popers, Brody; Gottesmagn, Tyscemnica; Pfeffer, Swirrsch; Heilpern, Wien; Zelweisen, Usztrzyki; Engelstein, Krakau; Tahler, Drohobycz; Rosenkranz, Trembowla; Bakewrot, Gorlice; Binder, Kozowa; Baran, Janöw; Weinreb, Zaivaiow; Baumöhl, Stryj; Goldberg, Rohatyn; Mandel, Grüdek; Spira, Stryj; Kantor, Brody; Rosenberg, Bodrohorczany; Rotz, Krystynopol; Tryt, Sadagnra; Schaffer, Worochta; Knoller, Pordis, Wien; Kaznitz, Grünstein, Tarnüw; Würfel, Ekstein. Schuster, Biller, Fruchter, Stanislau; Scheiker, Zydaczöw, Margulis; Turka; Ekstein, Kolbaszüw; Premingcr, Ottynia; Bleiberg, Slanislau; Golümark, Stanislau; Harlick, Czartküw; Schreier, Stanislau; Kol, Waschkautz, Weinstein, Sabagora; Schnirer. Brody; Hndys, Szczucin; Haber, Kolomea; Eigler, Turka; Horns Belz, Heilpern, Tarnopol; Rozenberg, Buczacz; Klein, Gorlice; Gunsberg, Roms. Margulis, Brzozany; Nalansohn, Kristynopol; Sobel, Delatyn; Schwager, Kolomea; Buhler, Radautz Je X I *50: Kurzer, Friese!, Kurzer, Rawa; Roth, Pfizer, Stein, Marck, Gerner, Delaiyn; Dul, Monasterzyska. Leutschittz I< 1-20. Je 1-—: Dzimmer, Trembowla; Premingcr, Czernowitz; Wallack Kotzmann, Aratyn, Krakau; Bonath, Tarnvw; Siegel, Komarna. Neue Löcher. Zum Gedächtnis an de« Ersten Bize-Prästdcnten der Wiener israelitischen Kultnsgemeinde, k. k. Landesschulrat Herrn Dr. Gustav Kvh». (Herausgegeben und im Selbstverläge von Max Schwager, Wien, ü., Zirkusgasse 50.) — Soeben ist von Mar Schwager ein prächtig ausgestattetes Gedenkbuch an den unvergeßlichen ersten Vizepräsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde erschienen. Das Buch ist mit den Reproduktionen der ausgezeichneten Nötelzeichnung von David .ft o h n und einer letzten photographischen Ausnahme geschniückt. Den tiefempfundenen Prolog spricht Dr. Mar Grunwald, ihin folgen Nachrufe David K o h n s, Dr. Heinrich Schreibers, ferner eine ausgezeichnete Schfidoruug des Landesschulrates Dr. Gustav K o h n von der berufenen Feder des gegenwärtig in Baden lebenden Dr. Alfred Borger. Ein stimmungsvolles Sonett Dr. Leo Lemports leitet die Schilderung der Bestattung ein, sämtliche Gedenkreden des Oberravbiner Dr. M. Güdemann, Präsident Dr. Alfred Stern, Landesschulrat Dr. Markus S p itz «r, Sekretär Dr. Enifi Adler :c. ani Grabe, die Gedenkfeier der Kultusgemeinde und ungezählter ftorporalionen, dis Kondolenzbriefe, schließlich die Gedenkfeier bei der Wiederkehr des Todestages, die ergreifenden Reden des Rabbiner Dr. Julius Mar Bach und Präsidenten Dr. Alfred Stern sind ausgenonlmen worden. Das Buch erneuert in uns allen die Klage, daß wir diesen Mann verloren, vertieft unseren Stolz, datz wir ihei besessen, erhöht unsere Genugtuung, daß das moderne Judentum einen Mann wie Dr. Kohn Hervorbringen, daß Wien ihn hegen und pflegen konnte, einen Mann, der moderne Weltanschauung mit allen Vorzügen des alten Judentums zu vereinigen wußte. Jomtowblätter in jiddischer Sprache. Soeben sind im Jüdischen Buch- und Kunstverlag, Redakteur- Mar Hicki, Wien, VIII., Lerchengasse 6a, die Zomtowbücherf ScheivuothausMbe, in schöner Ausstattung erschienen. Band 1 enMlt Beiträge von Tr. Geyer, Dr. Birnbaum, D. Silberbusch, Eilig König, I. Witkower, Dr. Frankel, Jakob Mestel, Eisig Weinstein, Jechiel Lewit, Josef Holder, Nachuni Sternheim, Jak. Schmul Taubes u. v. a. Preis K 2-10. „Kämpfe." Sechs Er-zühlungen von Berta Pavpenheim. Frankfurt a. M- Verlag von I. Kauffmann, 1916. Preis Mk. 2. — Die vorliegenden sechs Erzählungen aus dem jüdischen Leben, die die hochverdiente Vorsitzende des „Jüdischen Frauenbundes" auf Grund eigener Wahrnehmungen in dem vorliegenden Buche der Oeffentlichkeit übergibt, reihen sich würdig den besten Arbeiten auf diesem Gebiete an. Sie sind rührend und ergreifend geschrieben und widerspiegeln reale Bilder des jüdischen Lebens in verschiedenen Ländern und Schichten. „Tie Medizin der Juden", nach der Vorstellung des Anton Cerman von Albertitz. Von Or. med. Willy Hofmann, Frankfurt a. M, Verlag von A. I. Hofmann, 1317, Preis Mk. V30. — Die kleine Schrift enthält einen Beitrag zur Bewertung der jüdischen Heilkunde in der Gelehrrenwelt des achtzehnten Jahrhunderts, und der Autor, Assistent an der Königlichen chirurgischen Universitätsklinik zu Berlin, entledigt sich seiner Aufgabe mit großer Sachkenntnis. „Oesterreichische Monatsschrift für den Orient." Herausgegeben vom k. k. Oesterreich ischen Handelsmuseum in Wien. 42. Jahrgang, Nummer 7—12, Juli-Dezember, 1916. — Wie alle bisherigen Hefte dieser ausgezelchneten Monatsschrift, enthält auch der vorliegende Band eine Reihe wichtiger Beiträge wissenschaftlichen und literarischen Inhaltes. Der Aufsatz: „Vom Ideengehalt der hebräischen Sprache", von Privatdozent Dr. H. Torczyner erschöpft zwar das Thema nicht und macht vielfache Ergänzungen und Richtigstellungen nötig, enthält aber nichtsdestoweniger sehr interessantes Material und bietet vielfache Anregung. Hervorzuheben seien noch die Aufsätze: „Kulturelle Ziele und Probleme in der Türkei", von Dr. Germanus, „Die orientalische Tätigkeit der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien", von Dr, Bleich» steiner, „Die Enzyklopädie der Türken", von Profesior Houtsma, „Gedanken über den alten Schicksalsglauben". von Dr. Sedläöek, „Rasse und Volkstum", von Dr. Feist:c. Ilercui^ebev and verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppei. Genosseiischafts-Buclidruckerei, Wien, VIII., Alserstraße Nr. 71.

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