Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 16 (25.5.1917)
- Date
- 1917-05-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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fette-* WI^^^H ^Ä^^wl^SÄSÄI&^^^^^^^^^^mS > Ä-l Unterrichtswesens, dessen Anfänge um zirka zwei Jahrzehnte zurückliegen, hat durch die Kriegsereignisse nicht nur nicht gelitten, ist vielmehr durch sie gefördert, und noch mehr in Fluß gebracht worden. Abgesehen von ungefähr 100 Privatschulen, namentlich Chedarim, besitzt Wilna heute 27 öffentliche Unterrichtsanstalten, in denen 5600 Kinder und Erwachsene Unterricht und Fortbildung genießen. Das in jüdischen Kreisen stets besonders rege geistige Streben hat aucli hier, dem ideellen Zweck zuliebe, alle Hindernisse überwunden, alle materielle Not besiegt. Von dieser geistigen Regsamkeit zeugen auch die in die Form von Nachrufen und Gedenkreden (auf Perez, Scholamn- Alcichem, Dr. Kantor und andere) gekleideten literarischen Beiträge Zitrons. Schabats und anderer. Den Gipfelpunkt aber bildet, was das „Sammelbucii" \oti Judcrmot und sozialer Hilfstätigkeit zu erzählen weiß. In schlichten, doch eben darum so sehr ans Herz greifenden „Tagebucliblüttenr (von Dr. Wigodski) und „Notizen eines Wilnaer Baal-habbajis" zieht des Kriegsjammers grausiges Gefolge an uns vorüber; Evakuierte und Flüchtlinge, der Spionage Verdächtige und unschuldig Verurteilte, von Haus und Hof Vertriebene und frierend und hungernd Umhergejagte. Erschütternd und tief schmerzend ist die körperliche und seelische Not. die sich vor einem auftut. weit schwerer, als man bisher schon hörte, ja, als man nur denken und sich vorstellen kann; aber ergreifend und erhebend ist die Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft, mit der die Wilnaer Judenheit ihren Brüdern und Schwestern entgegenkommt, und bewundernswert ist die Organisationskraft, die unzählige Hindernisse und Schwierigkeiten zu überwinden versteht. Wenn man liest, wie 'l ausende und Abertausende von ihrer Stätte verjagt werden, Kinder und Greise. Frauen und Kranke ziellos umherirren, ganze blühende Gemeinden durch einen Federstrich des russischen Armeebefehlshabers — solch ein Schanddokument bewahrt das „Sammelbuch" auf (S. 129) — vernichtet und zerstört werden, ein ganzer großer Raum in Wilna mit Kisten gefüllt ist, in denen, nach Städten geordnet, die mit knapper Not und Lebensgefahr geretteten Thorarollen aus allen Gerneinden des Kownoer Gouvernements aufbewahrt werden — dann krampft sieh einem das Herz zusammen und die schlimmsten Ereignisse der jüdischen Vergangenheit, die Bilder von der Vertreibung aus Spanien und Portugal, verblassen in der Erinnerung. Wenn man dann aber sieht, wie die Wilnaer Judenschaft, selber schon zusammengeschmolzen und hart mitgenommen durch die Kriegsnot, in drei Tagen 95.000 Rubels zusammenbringt, für »000 Fremde den Sedertisch herrichtet, am SchabuotliTMittag 1915 als die ersten Flüchtlingsscharen in Wilna ankommen, kein einziger ist, der nicht sein fertiges Festtagsessen hingibt, die mehr als 200.000 Vertriebenen, die durch Wilna kommen und mehr oder weniger dort verweilen, registriert und organisiert werden, mit Geld und Brot unterstützt und durch Einrichtung öffentlicher Küchen und Bereitstellung von Wohngelegenheit vor grimmigster Not geschützt werden — dann erhebt sich an dieser unerreichbaren Betätigung jüdischer Nächstenliebe wieder das trauernde Gemüt. Und tröstend ist das Empfinden, mit dem das „Sammelbucii" einen entläßt, tröstend, weil jjian sieht, daß nicht nur einmalige und vorübergehende Hilfe gespendet, sondern dauernd wirksames Rettungswerk geleistet wird, ein Rcr tungswerk. das durch Einrichtung und Unterhalt von Kinderheimen (über die mehrere Artikel des „Samtnelbuches" eingehend berichten) die Wurzel unserer Volkskraft schützt. Möge dieses segensreiche Werk, dem auch der pekuniäre Ertrag des „Sammelbuches" gewidmet ist, reiche Früchte tragen! „Achtet auf die Kinder der Armen; von jhnen geht die Thora aus!" SlnaL Aegyipten gab uns Pyramiden Und Mumien, hart wie Kieselstein. Doch, größeres der Welt beschieden Hast Juda du — du mir allein ... Athen ließ steinen ganz umflossen Das Schöne aus der Lebensilut — lind Rom mit seinen Kriegertrossen ris lehrte stolz den Heldenmut . . So streuten alle Zukunftssamen. Die einst gestanden auf der Höh' — Doch strahlend knüpft an deinen Namen Sich ewighehr — die Gottidee . . . Das höchste Out, das Licht der Wahrheit. Gabst, Juda, du, — du nur allein — Du gabst der Erde Himmelsklarheit Dem schwanken Leben — tiefstes Sein. El. Lädier. CI\ronik. Das Elend auf der N«w-Yorker Ottseite. - Das „Atnerican Jewish Chronfcte" - ertflUöt e'men Bericht über Jas traurige Los der Juden auf der Ostseite von New-Vork. Es herrscht großes Elend, weil die Lebensmittelpreise enorm gestiegen sind, die Erhöhung der Arbeitslöhne jedoch damit nicht Schritt gehalten hat. Wahrend die Löhne um 7 Prozent gestiegen sind, sind diu Lebensmittel um 100 Prozent teurer geworden. Hungerdemonstrationen sind an der Tagesordnung. Die Erbitterung unter den Arbeitermassen ist sehr groß, namentlich, weil man überzeugt ist, daß der Grund in den Preistreibereien und in den Mittbräuchen des Größhandels liegt. 'Pausende jüdischer Waren- und Lehensnittel-Kleinhandler wurden brotlos, weil der Boykott, den man einem Teil des Großhandels in Lebensmitteln erklärt hat. auch sie trifft. Die Erbitterung, die gegen den Großhandel herrscht, hat am" sehr eigenartige Weise Ausdruck gefunden. Sozialistische Kreise haben beschlossen, die Kinder so lange nicht in die Schule zu schicken, bis die Regierung für niedrigere Lebensmittelpreise gesorgt hat. Die tranigen Zustände haben, so fügt „Jewish Chronicle" hinzu, auch einen politischen Hintergrund. Es sei jammerschade, sagt das Blatt, daß diese Lebensmittelaufstände zuerst in Fastend stattgefunden haben, da doch auch andere Kreise als die Juden unter der Lebensmittelteuerung litten. Man sei natürlich gleich bei der Hand, zu behaupten, daß diese Aufstünde durch Geheimagenten der Mittelmächte inszeniert seien. So grundlos als diese und andere Verdächtigungen seien, so könnten sie doch Verfolgungen hervorrufen und den jüdischen Auswanderern, nicht nur in New-York, sondern auch in ganz Amerika Schwierigkeiten bereiten. Ein problematisches Telegramm an Miljukow. Laut „Rjetsch" erhielt Miljukow folgendes Telegramm: „Das amerikanische Judentum ist beunruhigt über die Meldung, daß einige Elemente zugunsten eines Separatfriedens Rußlands mit den Mittelmächten arbeiten. Ein Sonderfriede würde die Wiederherstellung des autokratisehen Regimes und für die russischen Juden eine schlechtere Lage als früher zur Folge haben. Das amerikanische Judentum ist bereit, den russischen Brüdern in der demokratischen Bewegung beizustehen, die als ie einzige Hoffnung aller in Rußland ansässigen Völker erscheint". Hierauf antwortete Miljukow: „Keine russische Partei hat bisher auch nur die Möglichkeit eines Sonderfriedens erwogen". — Höchst verdächtig ist an diese rnganzen Depesehenvcchsel, daß hierbei vorsichtig verschwiegen wird, wer denn hier angeblich im Namen des „amcrEkarnsehcn Jwdcntunw*' iu spicclicir sich anmaßt und worin seine Legitimation dazu besteht. Wenn es sich hierbei nicht um eine politische Tendenzlüge handelt, dann sicher um die von russischen Kriegstreibern bestellte Arbeit dunkler Elemente. Das ..amerikanische Judentum" wird jetzt nicht plötzlich im Widerspruch mit seiner ganzen bisherigen Hältung während des Krieges die Mittelmächte als Verbündete des Zarismus ansehen. Das waren bisher vor aller Welt die Ententemächte. Spenden-Ausweis für die Schulen der „Agudas- Jisroel", Wien, IL, Große Pfarrgasse 23, für Monat Ader 5677. Fortsetzung.) Großrabbiner Friedmann, Czortkow, K 70.—, Großrabbiner Spira, Drohobycz, K 7.80, Großrabbiner Friedmann, Sadagora, K 18.—, Großrabbiner Friedmann, Czortkow, K 30.—, Rabbiner Heschel, Kapyczynce, K 7.20, Noa Eidinger. K 200.—, Bü Zwi, K 100.—, Blum, Sokal. K ,36.—. Scheiowitz, K 18.—. Seiigsohn, Krakau, K 10.—, Gerschan, Lemberg, K 26.—, Grunberg. Kolomea, K 10.—. Leser, Tarnow, K 6.—. Bursztyn, Brody, K 6.—. — Je K 5.— : April, Drohobycz, Wirth, Stanislau, Poriiis. Husiatyn, Tahler, Kolomea, Wallach, Kamionka. Ziegler, Kolomea. — Je K 4.—: Spitz, Przemysl, Wittels. Lisko, Hiisenrat. Kolomea, Rotenberg, Kolomea, Friedler, Horodenka, Fingerhut, Brody, Steiner, Kolomea, Feld. Brzezany, Klang, Grodek, Jacob, Nadworna, Schein, Turka, Silberstein, Krakau, Krum, Tlumaez. Ostermann. Grodek, Blasenstein, Kolinki, Gross, Rawa-Ruska. Beck, Przemysl Auerbach, Zloqzow, Berczy Frankel. Krakau, K 6.—. — Je K 3.—: Feigenbaum. Tarnopol, Schenirer, Kolomea. Engel, Przemysl, Perelrot, Dzikow, Preis, Oleiow, Rosenkranz, Syglitz, Ginsberg, Dawid. Bethaus Sybestienkneippgasse K 2.68. — Je K 2.40: Natan Leiter, Dynow. Lingel, Zawalow, Hampel. Gwozdziec. Friedmann, Doilinger. Berlcowitz, Nepikdomowitz, Lilienfeld. Podhaijce, Kupferrnann, Husiatyn, Hutter, Lemberg. Hofstätter. Stanislau, Helfer, Kolomea, Heller, Boleszowce, Schächter, Kuty. — Je K 2.—: Mauker. Brody, Rosenfeld, Brody, Airmann, Sadagora. Safierstein, Stannislau. Horowitz, Brody, Heller, Lemberg. Sperber, Kelhammer, Margulies, Fischer. Trembowla. Gottlieb, Bobrica, Geld, Lopatyn, Frtedler, Horodenka, Weinstein. Zborow. Onick, Zaleszczyky. Pordys. Wien. ßoxhorn. Podhaijce, Onpenneim,, Drohobycz. Scheiber, Baran. Kalusz, N. N., Schifter, Ebenstotti, Jazlowttz, Heller, Kolomea, Holzer, Auerbach, Stein, Berckwerck, Kolomea, Biller. Radautz, Rabbiner. Sanok, Horowitz, Stryj. Seheier. Kolomea, Meiseis, Biisk, Danhirsch, Orrodek. Diamandstein, Chodorow, Ostermann. Prfcemyelany, Freaodtrau, Unterau»-. Safran, Belatyn, Mahler, Cieszanow, , Kirsch bäum, "6if2e*«ew/ Meiler. Braezany, Schnöfcn, Sereth, Goldberg, P&tok, Fried, Kuty, Roswrfekt, Janow, "Bteroerg, 'NaraTow, Weiss, Nikienitz, Berger, Zborow, Seldowicz, Przemysl. aftpaport, Lemberg, Griffel, Lehrer, Radawitz, Schönfekl, Pneernyslany, Ratz, Krystynopol. Hermann, Nowo-Sielce, Tau, Zablatow, Eisenbnich. Lemberg, Goldhaber, Landau, Oswieczkn, .Mader, Beiz, Poralis, Husiatyn, Blaustein, Cieszanow, Sperber, Czernowitz, Adler. Rubinsohn, Lemberg, Gerschan, Lemberg. Reik, Kalusz, Weissteiti, Przemyslany. Tunis. Brzezany, Reick, Brzezany, Katz, Sassow, Salzmami. Kolomea. Friesel, Kolomea, Friese!. Grodek, Ebel, Beiz. Kar* liner, Buczacz, Retter. Sadagora, Borgmann, Dehriyn, Tauber, Krystynopol. Hirschhorn, Turka, Irom. Kamionka, ächSchter, Starozynietz. Schaffer, Worochta, Pilus. Starozynietz, Berger, Brody, Friedler. Stanisl3u. Landau, Krakau, Wolf. Lemberg. Goldmann, Stanislau, Bleiberg, Stanislau, Preminger. Kolomea, Landesberg. Symchowitz, Harlink, Czortkow, TiiMnger. Kolomea, Ehrenpreis, Nadworna, Rotenberg, Schächter. Hiisenrat. Kolomea, Haber, Kolinsk, Vogel, Tarnopol. Natansohn, Krystynopol. Spira, Stryj, Samet. Buczacz. Teite!- haum, Radautz, Goldaper, Tarnopol. Haibersiatti, Sieniawa, Krammer, Katz, Spira, Suczawa, Tritt, Sadagora. — Je K 1.- —: Landau, Przemysl, Witlin. Kamionka, Friesel, Heitpern. Wien, Koffler. Przemyslanv. Wallach. Brand. Niemerow, Rotenstreich, Wachs, Krakau. Rokach, Brody. Strum, Kolomea. Stern, Aufrichtig, Zbarasz. Neue Bücher. Neue Bücher. „Selbstbiographie", von J<*ef Popper - Lynkeus. Mit dem Bildnisse des Verfassers. Leipzig, 1917. Verlag Unesma. Preis Mark 2.60. — Die Biographie des berühmten Forschers, der dem Ghetto entstammt und1 in schwerem Ringen sich zur Höhe der Wissenschaft emporgerungen hatte, bietet jedem Leser eine überaus interessante und belehrende Lektüre. „Biedermeier - Gräber". Herausgegeben von Alfred Grotte. Berlin, 1916. Ernst Wasmuth A. - G. — Das Buch enthält 27 Tafeln maßstäblicher Aufnahmen und 18 Lichtbilder und ist mit einem Geleitwort des Prov. - Konservators Professor Dr. Ludwig Kämmerer versehen. Unter den abgebildeten Grabdenkmälern sind auch einige jüdische mit hebräischen Aufschriften. ^[llllllllltffffttimiI>tltinr|||in)t>ttHHMft)tl1MH>tl^}t»II||(||4l^tMHhfflH"*»«(^^l>ti<IUIH|lHHK*MHHtt^ Zeichnet nnegsanieme beim In | „AGUDAS JISROEL" | 1 Wien, II. Große Pfarrgasse 23. 1 jf HiwiHimiTOHiiiHiiMW 1 % Bequemste Zeichnungsbedingungen in Anteilen J § ä K 50*— in kleinen Ratenzahlungen. I 1 W»>HN«pwMr«- i a w | Näheres im Vereinslokal. Den ganzen j | Tag geöffnet I i l | | fhltiuiiittllMlIlit^ r:::::::::»::::::»::::::»:::: .. J2 § „Das jüdische Wort" 1 a K 1 Ii ■ •* u ■mm :: st Ü Tägliche, vom 1. Februar d. j. in Warschau erscheinende große, gesellschaftliche und politisch-literarische Zeitung der Ortodoxie und der jüdischen Interessen. In ihr spiegeln sich die Meinungen des gesetzestreuen Judentums wider. Es wird aber nicht nur alle Vorgänge in der Ortodoxie mit der Aufmerksamkeit verfolgen, sondern auch alle anderen Fragen des öffentlichen Lebens, wenn auch in den dujrcb die Umstände gebotenen Schranken, aber doch mit der größten Sachkunde behandein. Bezugspreis: Mk. »•— ganzjährig; Mk. 9-- halbjihrig; Mk. 4 5u vierteljährig; Mk. I SO monatlich. Administration: Warschau, Nalewki Str. No 32. «•••*••«#*••*•*•#*••••••••EElfflS S«Ä*^«5««#*p»^»*»*»»»%**f**J* Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas KreppeL - Buchdructerei Jrtelantrkh", Wien, IX., Pramergasse .6. (Verantworflicl, S.