Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 15 (15.5.1917)
- Date
- 1917-05-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Jüdische Korrespondenz Nr. 15. klassen. welche von den Arbeitern und Arbeiterinnen' fleißig besucht wurden, und dann noch eine rege selbständig schattende literarische Tätigkeit, eine jüdische Musik, deren erster Vertreter Staut) war und die in «er religiösen Oper El mans „König Ahaz" bisher ihren höchsten Ausdruck gefunden hat. Auch die bildenden Künste wurden im Ghetto betrieben und zwar wurde gerade vor Kriegsausbruch in der Whitechapel Art üallery eine Ausstellung jiidiseber Werke abgehalten, , die einen sehr großen Erfolg hatte und bewies, wie sehr sich das jüdische Oetiic zur plastischen Darstellung eignue. Die „Chederim" der „Agudus Jisroel". Die „Chederim". welche die Landesorganisation der „Agudas-Jisroel" seit Kriesjsbegiwi in Wien unter- ' hält, sind im gegenwärtigen Soinnicrsemester vielfach ausgestaltet wurden. Die Zahl der Lehrkräfte wurde .vergrößert und das Lehrpei siin.ii ist schon gewählt. Auch der Untcrriehtsplan bat eine weitgehende Ausgestaltung erfahren. Der Unterricht beginnt mit dem ..Dardaki" (Anfangsunterricht) und endet mit Talmud und Poskim. Die Unterrichtsstunden sind von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Zur Zeit sind folgende Chederim eingerichtet: II.. Kleine Schiffgasse 10: I Klasse für höhere Gegenstände (Talmud usw.). II., Malzgasse 1fi: 5 Klassen von Dardaki bis Talmud. ll„ Asstelhmgsstraße 33—35: 5 Klassen von Dardaki bis Talmud. IX., LiechtensteinstraBe 26: 2 Klassen von Dardaki bis Talmud. XVI. . Thellemanngasse 8: 2 Klassen von Dardaki bis Talmud. XVII. . Haslingergassc 11: 1 Klasse Dardaki und Bibel. XX.. Mortaraplatz 4: 2 Klassen von Dardaki bis Talmud. XX., Bayerlegasse 20: 3 Klassen von Dardaki bis Talmud und Poxkim. Demnächst werden auch Kurse für diejenigen Kinder, die sich in den Kinderheimen befinden, eingerichtet. Die Zahl der Lehrkräfte in den Chederim beträgt gegenwärtig 28. Die Zahl der angemeldeten Schüler ist über 1200. Die Lokalitäten der Chederim sind entsprechend eingerichtet. Die bedürftigen Schüler erhalten auch die Lehrbüche rgratis. Die Chederim stehen unter Aufsicht und Inspektion des Rabbiners Leiter aus Trembowla und des Rabbinatsassesors Ch. H. Thumim aus Kolomea. Ein spezielles Komitee, bestehend aus Rabbinern und Bürgern, inspiziert außerdem öfters die Schulen und prüft die Schüler. Bei der großen Notwendigkeit, die diese Chederim darstellen und angesichts der großen Bedeutung derselben für das Judentum wäre nur zu wünschen, daß sich die Schulaktion der ,.Agudas-Jisroe!" einer großen materiellen Förderung seitens aller Juden erfreuen möge. Ben - Amitai. Der Hilfsverein der deutschen Juden. Die Generalversammlung des Hilfsvereines deutscher Juden fand am 25. April in Berlin statt. Dr James Simon eröffnete die Verhandlungen. Dr. Paul Nathan erstattete Bericht über die Hilfstätigkeit füs die besetzten Gebiete, in dem er unter anderem folgendes ausführte: Die Hilfstätigkeit für die besetzten Gebiete wurde in der Hauptsache von dem selbständigen ..Jüdischen Hilfskomitee für Polen und Litauen zur Verwaltung amerikanischer Unterstützungsgelder*' ausgeübt. Aus den amerikanischen Unteretützungsgeldern sind seit Anfang des Krieges insgesamt 11,422.580 Mark verausgabt worden. Die monatlichen Aufwendungen für die besetzten Gebiete betragen jetzt rund 1 Million Mark, Zur Zeit werden mit diesen Mitteln in den besetzten Gebieten etwa 600 Volksküchen, Teehallen und Schulspeiseanstalten mit mehr als 400.000 Besuchern unterhalten. In Warschau allein sind 90.000 Besucher oder Benutzer der Volksküchen vorhanden, und außerdem werden noch 10.000 bis 15.000 Kinder in den Schulen gespeist. Neben der Tätigkeit des HilfsVereines für Polen und Litauen hat der Hilfsverein auch eine selbständige Tätigkeit in Verbindung mit der Großloge für Deutschland und dem Komitee rür die osteuropäischen Juden in Frankfurt a. M. ausgeübt. Vor allen Dingen durch unentgeltliche Verteilung von Nahrungsmitteln in den am meisten notleidenden Bezirken und Orten, sowie durch Sammlungen von Kleidungsstücken, von denen etwa 7000 Zentner bisher nach den besetzten Gebieten gebracht werden konnten. Ferner ist die ausschließliche Tätigkeit des Hilfsvereines gewesen die Brief- und Geldvermittlung zwischen den besetzten Gebieten und dem Auslande, in erster Linie Amerika, solange dies neutral war. Bisher sind zirka 5 Millionen Mark auf diesem Wege zur Versendung gelangt, die sich in der Mehrzahl aus kleinen Beträgen zusammensetzen. Das Bureau besorgt auch im Rahmen -der behördlichen Bestimmungen den Briefnnd Nachrichtenverkehr zwischen dem neutralen Auslände. Polen und litatien, eine sehr umfangreiche und teilweise sehr komplizierte Arbeit. Die Briefe sind in verschiedenen Sprachen abgefaßt und können nach den bestehenden behördlichen Bestimmungen ausnahmslos nur im Auszug weitergegeben werden. Bs wurden bisher zirka 2l;s Millionen Briefe vermittelt, an manchen Tagen liefen 1800 bis 200 ein. Besondere Aufmerksamkeit wandte der Verein denjenigen zu, deren Ernährer in Amerika sind, und die infolge des Krieges ihnen nicht haben folgen können. Vor der Verschärfung des U-Boot- Krieges fand eine ziemlich rege Auswanderung aus den besetzten Gebieten statt, die von uns in Verbindung mit den Behörden und den Schiffahrtsgesellschaften geleitet wurde. Der Hilfsverein der deutschen Juden in Verbindung mit der Großloge für Deutschland und dem Frankfurter Hilfskomitee für die notleidenden europäischen Juden wandten im Jahre 1916/17 für das Konstanthwpeler Hilfswerk bis jetzt rund 180.000 Mark auf. Insgesamt wurden für die Hilfsaktion im Orient 1916/17 rund 500.000 Mark verausgabt. Dr. Paul Nathan teilte dann noch mit, daß durch die Hände des Hilfsvereiues in den fünfzehn Jahren seines Bestehens rund 15 Millionen Mark an arme, unglückliche Juden verausgabt worden sind. Chronik. Der Wahlplan des jüdischen Kongresses in Amerika. Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag berichtet: Das Administrationskomitee des Kongresses, welchen das gesamte amerikanische Judentum am 2. September abhalten wird, hat in einer Sitzung vom 27. Februar den Wahlplan ausgearbeitet. An der Sitzung nahmen auch Jakob H. Schiff, Henry Morgenthau, Louis Marskai! und Harry Friedewald teil. Alle nationalen Organisationen wurden als wahlberechtigt anerkannt. Ausgenommen wurden nur die national-radikalen Schulen. In jeder Stadt soll eine Konvention abgehalten werden, welche die Kongreßdelegierten wählen soll. Jede jüdische Vereinigung in der Stadt kann sich an der Konvention und der Abstimmung beteiligen. Die Kandidaten, welche in dieser Konvention die größte Stimmenzahl auf sich vereinigten, gelten als gewählt. Eine spezielle Kommission wird die Wahlen leiten. Alle nationalen Organisationen sollen berechtigt sein, außerdem Delegierte zu entseden, welche ihre speziellen Interessen wahren sollen. Sie werden nach ihrer Größe und Bedeutsamkeit in vier Klassen eingeteilt und erhalten dementsprechend ein. zwei, drei oder sechs Delegierte. In die oberste Klasse mi tsechs Delegierten wurden lediglich die Zionistische Föderation Amerkas. der Orden Brith Abraham, das Nationale Arbeiterkomitee und das Jewish Committec aufgenommen. Die Zahl der Warschauer Juden. Zur Verteilung der Mazzothkarten ist eine Zählung der hiesigen Juden vorgenommen worden, die ergab, daß gegenwärtig in Warschau 357.000 Juden wohnen. Im vorigen Jahre betrug ihre Zahl 350.000. Daraus ergibt sich, daß sich die hiesige jüdische Einwohnerschaft um 7000 Seelen vergrößert hat. Gegenüber der Tatsache, daß die Gesamteinwohnerzahl in Warschau sich um etwa 100.000 verringert hat, ist der Zuwachs an Juden charakteristisch und beachtenswert. Die Dienstpflicht der russischen Juden in England. Die Bewegung gegen die nicht ins Heer eingetreteneu russischen Juden in England nimmt immer mehr zu und artet zu einer gefährlichen antisemitischen Hetze aus. Nachdem nunmehr das Gegenargument des politischen Zustandes der Juden in Rußland entfiel, wird auch erwartet, daß gegenüber den russischen Juden dieselbe Haltung bezüglich der Dienstpflicht eingehalten werden wird, als gegenüber den anderen Untertanen der alliierten Länder. Es wird von ihnen verlangt werden, entweder in die russische oder englische Armee einzutreten. Phantasien der „Times". Die „Times" schreiben: Da die Besetzung Palästinas sich vielleicht bald verwirklichen (?) wird, so muß man an die Zukunft denken. Könnte Palästina nicht isoliert, internationalisiert werden, wie eine terra saneta, zum Frommen der christlichen Völker? Es könnte eine Art internationales Territorium werden, auf dem alles, was an die evangelische Geschichte mahnt, in seiner originellen Form — soweit dies noch mögich ist — aufbewahrt w'ürde. Man könnte sogar das soziale Leben, wie es ehemals in den Städten Bethlehem, Nazareth und Jerusalem bestand, zu neuem Aufblühen erwecken .... Wenn der Tempel unter dem Auspizien aller christlichen Gemeinschaften erbaut werden könnte, um dem Christentum in seinem höchsten Sinne und in seiner weitherzigsten Entwicklung zu dienen, so wäre das aller Anstrengung wert. Spenden - Ausweis für die Schulen der „Agudas- Jisroel", Wien, IL, Große Pfarrsasses 23, für Monat Adar 5677. Großrabbiner Friedmann, Czortkow, K 70.--, Großrabbiner Twersky, Stanislau, K 7.24, Rabbiner Sofierstein, Komarno, K 20.—, N. N„ K 18.—, Erster, Wien, K 10.—, Premmger, Buczacz, K 10.—, Schalit, Zloczow, K 6.—, Seidmann, Kolomea, K 6.—, Zeller, Bojan, K 8.—, Btarn, Sokal, K 20.—, Hausner. Wtsnftz, K 8.—, Rathaus Rawaruska. K 6.—, Onistein. Tarnobrzeg, K 5.—. — Je K 4.—. Silber Krystinopol, Seiler, Wien, Goldberg, Gorlice, Aschkenazy, Brody, Gross, Rawa-Ruska, Spdra, Drohobycz, Kurzer, Zhorow, Gottlieb, Rawa-Ruska. Ehrcnreich, Schmire, Brody, Züns, Krystynopol, Engel, Brody, Güirsberg, Buczacz, Klausaer, Gorlice, Schreier, Stanislau, Rubin, BodrOherezany, Teichholz, Zalosytz, Obstfeld. Baligrod, Reinhold, Brody, Rapaport, Sokal, Kornreich, Jaslo, Lieber, Rudnik, Steinber«, Rzeszow, Ekstein, Jazlowitz, Steren, Bursztyn, Appysdorf, Grodek, Streisami, Buczacz, Lander. Debica, Low, Kolomea, Glaser. Grodek, Nagler, Beck, Przernysl, Friesner, Stanislau, Hofmann, Rozniatow, Seidmann, Nadworna, K 3.—, Thumim, Lemberg, K 3.—. Wilder. K 3.—, Kümmel, Kalusz, K 2.50, Rosenfeld, Trembowla. K 3.—, Kister, K 3.—. — Je K 2.40. Klieger, Brody, Feinstein, Krakau, Turhams, Podwoloczyska, qrnstefn, Podhaüce, Guts, Rzeszow, Tau. Zablatow, Metsels, Lemberg, Bick. Lemberg. — Je K 2. -. Rappaport, Tarnbw, Weintraub, Sadagora. Arbeit, Worona, Hellenberg, Wisniowczyk, Rosenbcrg, Drohobycz, Halberstain, Sieniawa, Wolf, Lemberg, Jacob, W-isnia. Samet, Niliczyk, Teiteltaaum, Zydaozow, Landesberg. Podwoloczyska, Kupferberg, Przernysl, Backenrot, Gorlice, Horowitz, Stanislau, Kanner, Stanislau, Weinstock. Sadagora, Heller. Kolomea, Torten, Stryj, Weiss. Tarnow, Barucki, Odessa, Gross, Stanislau, Katzbach, Uhnow, Nagler, Stanislau, Kleinfeld, Kolomea, Teitier, Nowo-Sielce, Katz, Wasehkautz, Landmann, Tarnow, Sperber, Zablotow, Goldapper, Tarnopol. Guttmann, Czernowitz, Natansohn, Krystynopol, Linker, Czernowitz, Spatzen, Rawa-Rusäca, Kantor, Brody, Kohl, Krystynopol, Spira, Stryj, Beer, Uhnow, Uri, Lemberg, Kohl, Lemberg, Gugig, Kolomea, Kartyn, Rohatyn, Schimker, Wien, Warmann, Zaleszczyky, Segal, Czernowitz, Balaban, Janow, Sauer, NaroL Schwarz, Kolomea, Hilsenrath, Kolomea, Gross, Bureik, Paparosch,. Wisniowczyk, Blaukopf, Buczacz, Altmann, Brody, Uri, Wien, Margulies, Tarnopol, Tempel, Buczacz, Haber, Kolomea, Lieblich, Kolomea, Ziegler, Bäkhaus, Kamionka, Lampner, Horodenka, Sobel, Delatyn, Reinhold, Oswieezim, Teitier, Oswieczim, Bilgerei, Kopyczynce. Stern, Buczacz, Traun, Rzeszow, Ewenstein, Buczacz, Teichner, Rohatyn, Silberberg, Rzeszow, Ewenstein,. Jazlowitz, Reiman, Sokal, Eisenhart, Zbarasz, Gertner, Sambor, Heller, Kolomea, Heraberg, Przemyslany, Jung, Kozlow, Seidmann, Przemyslany, Fruchter, Stanislau, Sicher, Lemberg, Knoller, Przemyslany, Teitier, Czernowitz, Reinmann, Sokal, Helmann, Beiz, Reinhold. Oswieczim, Horn, Brody, Gertner, Sambor, Spira, Biller, Keimann, Spossow, N. N,, Heilpern, Tarnopol, Fries, Podhaijce, Blei, Delatyn, Klinger, Probuzna, Adler, Sadowa- Wisnia, Buksbau, Kolomea, Schwarz, Lemberg, Waksstock, Krakau, Lazaus, Ostersetzer, Fass, Kestenbaum, Baranow-, Weidenfeld, Stanislau, Starckmann, Cieszanow, Bokshorn, Podhaüce, Hasalkower, Podhaijce, Gelbmann, Wien, Lanner, Beiz, Tritt, Sadagora, Techner, Radautz, N. N., Seidmann, Ustrzyki, Fuchs, Wien, Tahler,. Drohobycz, Horowitz, Brody, Tennenbaum, Rzeszow. — Je K 1.50. Weintraub, Sadagora, Genier, Delatyn, Kurzer, Oliver. — Je K 1.—. Hudys, Tarnow, Ploin, Buberker, Tarnopol, Gelber, Niliczyk, Weinstein, Sbrum, Kolomea, Alber, Knol, Kossow. ALLGEMEINE DEPOSITEN-BANK. Der Verwaltungsrat beehrt sich hiemit die stimmberechtigten Aktionäre der ALLGEMEINEN DEPOSITEN - BANK zur 45. ORDENTLICHEN GENERAL - VERSAMMLUNG welche Mittwoch, den 23. Mai 1917 vormittags 11 Uhr im Sitzungssaale des Anstaltsgebäudes (I. Schottengasse 1) stattfinden wird, einzuladen. TAGESORDNUNG: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1916. 2. Bericht der Revisoren. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von 5 Mitgliedern des Verwaltungsrates. 5. Wahl des Revisionsausschusses, bestehend aas 3 Mitgliedern und einem Ersatemanne. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stintmrecht: ausüben wollen, werden eingeladen, nach § 18*) der Gesellschaftsstatuten ihre Aktien wenigstens 8 Tage früher, d. i. bis spätestens inkl. 15. Mai 1917 bei der Allgemeinen Depositen-Bank in Wien (I. Schottengasse 1) zu hinterlegen. Der Rechnungsabschluß pro 1916 wird den zur Generalversammlung legitimierten Herren rechtzeitig zugesendet werden. Wien, 7. Mai 1917. Der Verwaltungsrat. *) § 18. Jeder Aktionär ist in der Generalversammlung zu so vielen Stimmen berechtigt, so vielmal er 10 Aktien besitzt. Aktien auf Grund deren in einer Generalversammlung ein Stimmrecht ausgeübt werden soll, müssen samt den noch nicht fälligen Coupons wenigstens 8 Tage vor dem Tage der Versammlung aneinem vom Verwaltungsrate kundgemachten Orte deponiert werden. Nachdruck wird nicht honoriert. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppet — Buchdruckerei JWelantrich", Wien, *IX., Pramergassc 6. (Verantwortlich S, GritaSiit.)