Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 10 (22.3.1917)
- Date
- 1917-03-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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m$SBß§$$ Seite 4 Jüdische Korresponcleixat Unterricht. — Der Kommission zur Ausarbeitung der polnischen Verfassung wurde auch der jüdisch - galizische Reichsratsabgeordnete Dr. Herrnann Diamand beigezogen. Die Armut der Juden in Warschau. Laut einer Zusammenstellung der jüdischen Gemeinde in Warschau beträgt die Zahl derjenigen jüdischen Familien, die Eingaben um materielle Unterstützung für das Pessachfest eingereicht haben, etwa 23.000. Die Familie durchschnittlich zu 4 Mitgliedern gerechnet, ergibt sich eine Ziffer von beinahe 100.000 Seelen, das heißt etwa ein Drittel der Juden in Warschau ist auf Unterstützung angewiesen. Die Zahl der berufsmäßigen Bettler und Schnorrer ist darunter sehr gering. Unter den Petenten sind fast sämtliche Berufe vertreten. Chronik. Ein Ehrengeschenk Sr. Majestät des Kaisers. Dem Herrn Friedrich Kohrt in Tauchowitz bei Laim, der sieben Söhne im Fekfe hat, wurde von Seiner Majestät dem Kaiser eine silberne Uhr und 500 Kronen iihermirtclt. Em Sohn des Beschenkten, Dr. Julius Kohn, wurde vor eimgen Tagen zum Leutnant ernannt Finanzmlnister Dschavid Bey. Dschavid Bey, der zum zweiten Male als richtiger Mann am richtigen Platz in das Finanzministerium am Achmed Platze in Stmtoul eingezogen ist, ist aus Saloniki gebürtig und gehört den Dönmeta an, jenen im 15. und 16. Jahrhundert zum Main übergetretenen Juden, die sich noch heute nicht nur ihren Nationalismus bewahrt haben, sondern auch insgeheim zum großen Teil dem alten Kultus anhängen. Sie verbinden mit Intelligenz die türkische Ruhe und Ueberlexenheit, natürlich ist hier nur die Rede von den gebildeten, den besseren Klassen angehörenden Donmehs. Dschavid Bey gehörte seinerzeit zusammen mit den übrigen Leitern der jungtiirkischen Bewegung der Freimaurer-Loge an, deren Meister vom Stuhl der jüdische Advokat Immanuel Catbsso war. Die Loge war der Mittelpunkt und der Versammlungsort der iungtiirkdschen Führer zu jener Zeit, in der sie sich noch nicht wagen konnten, an die Oeffentlichkeit zu treten. Als die Loge von Abdul Hamid aufgelöst wurde, fanden die Zusammenkünfte im Hause Carassos statt, den noch heute ipersönliche Freundschaft mit den gegenwärtigen Machthabero der Türkei und besonders mit Dschavid Bey verbindet, auf dessen FinanztaL'nt aufmerksam gemacht haben, er sich rühmen kann. Mit Dschavid Bey ist ein ein Mann ins Ministerium getreten, auf den man In Oesterreich-Ungarn und Deutschland unbedingt ate einen loyalen Mitarbeiter an dem Ausbau der gegenseitigen Beziehungen rechnen kann. Chi verhinderter jüdischer Flaggentag in London. Laut „Amsterdamer Handelsblad" hatte die russische Judenverareigung in England beschlossen, nach dein Beispiel der verschiedenen Flaggentage für Wohltatigkeitszwecke für die alliierten Nationalitäten einen jüdischen Flaggentag in London zu veranstalten. Auf Veranlassung der Polizei, die die Veranstaltung für unerwünscht erklärte, wird dieser Flaggentag nicht stattfinden. Die Lage der Juden in Norwegen. Ueber die rechtliche Stellung der norwegischen Juden äußert* sich letzthin in einer Unterredung mit Ben Mose Zwi, in sehr bemerkenswerter Weise der norwegische Staatsanwalt Haaken Löken. Seit einem Jahre wirkt Haaken Löken als Leiter der Propaganda der auf Veranlassung Henry Fords einberufenen neutralen Konferenz, die nunmehr als internationale Friedenkxxnmission mit dem Zentralsitz in Haag und Kommissionen in allen neutralen Ländern ihre Tätigkeit fortsetzt, in allen Staaten Friedensstimmung zu erzeugen, einen gerechten Frieden zu beschleunigen. Außerdem nimmt Haaken-Löken in Norwegen nicht bloß als Publizist - er war durch Jahre Redakteur des radikalen Tagblattes „Nidaros" — sondern auch als leitendes Mitglied der norwegischen Regierungspartei eine sehr einflußreiche Stellung ein. „Ich bin immer ein Oegner aller antisemitischen Bestrebungen gewesen", begann Haaken-Loken. Zu meinen Lieblingsdichtern gehört Bergeland, der seine ganze Kraft einsetzte, um die Beschränkungen, wie das Rinwanderungsverbot gegen die Angehörigen der israelitischen Konfession ...... sie galten nicht gegenüber den getauften Judmi - in der norwegischen Konstitution zur Abschaffung zu bringen. Seine Bemühungen blieben nicht erfolglos. 1848 wurde das Verbot aufgegeben. Schon 1845. bei dem Tode des Dichters, erhielten schwedische Juden die Erlaubnis, nach Christiama zur Trauerfeier zu kommen. Sic Mellen es sich nicht nehmen, auf dem Orabe Bergelands ein Monument zu errichten, das die Inschrift ertlich ..Dankbare Juden außerhalb der Grenzen Norwegens haben dieses Monument aufgerichtet". Es gehört zu meinen Ideen, wie dieser Dichter aufzutreten, und ich glaube, daß der größte Teil Norwegens ' genau so denkt Ich habe stets die Unterdrückung von Juden, wo immer sie stattfand, auf das Lebhafteste bekämpft. Heute besitzen die Juden Norwegen« volle Freiheit." Fessacn - Spenden. (Aktion der „Agwfcts-Jisroet", Wien). Orofirabbtner aus Owozdziec K 36.—, Majer üerscrum, Lemberg, 72.—, Barum Low, Drohobycz, 100.—, Gerstel. Brzozow, 3.—, Jüdische Korrespondenz, Wien, 20.—, Rothenberg, Brody, 5.—, Oroßrabbmer an* Czortkow, 200.--, GroUrabbiner aus Kopyczynee, 72.—, Gro8raW>iner aus Sadagota, 36.—. Gross, Wien, 100.—, Zupnik, Droiiobycz, 5.—, Schalem Sussmann, 15.—, Mosas Czis. 15......, Nathan Horowitz, 10.—, Dr. Parnes, Lemberg, 101).—. Oroßrabbmer Friedmann, Sadagora, 45.—, Kupfermann, ftusiatyn, 20.—, Schönbhim, Lemberg, 20.—. Spitz, Tarnow. 20.—, Brandstätter, Tarnow, 10.—, Landmann, Tarnow, 20.--, Eisler, Wien, 20.--, Qrünberg, Husiatvn, 10.—, Schapira, Starozyniec, 50.—, Mieses, Przemysl, 20. -, Thumim, Przemysl, 100.—, Türkei, Tarnopol, 200.- , Blum, Sokal, 100.—. Sonnensebein, Zawalow, 30.—, Schreiber. Sereth, 30.—, Gutwirth, Lemberg. 30. -, Kluger, Brody, 20.—, Rittermanm, Krakau. 30.—. Hammer. Kolomea, 10.—, Gelernter, Bursztyn, 30.—, Landau, Lemberg, 10.--, Heller, Lisko, 10......., Beckmann, Wien, 10.—, Steinberg, Rzeszow, 18.-, Low, Sodziszow, 18.—, Lipsker. 18.—, Meiseis, Lemberg, 10.—, Fast, Tarnow, 18.—, Fogelmann, Motczyki, 18.—. Schmelkes, Krakau, 5.—. Weiser, Buczacz, 5.—. Bornstein. Rzeszow. 20,—. Hager. Rzeszow, 10.—. Zimmer. Zawalow, 20.—, Landau, Sadagora, 10.—, Sonnenschein, Lemberg, 10.—, Rasmann 6t Comp. Pcdhajce, 10.—, Ltngel, Zawalow, 8.—, Reinhold Horowitz, Wien, 50 —, Ball, Wien, 20.—, Bienenstock, Wien, 50—, Kurz & Comp., Wien, 200.—, Tissa & Comp. W* n. 100.—, Munie Parnes, Lemberg, 50.—, Zellerimann .Litwafc. 20.—, Alex. Landau, Wien, 10.—, Wein- Stock. Kuty, 20.—. Neue Bücher. „Neue Jüdische Monatshefte", (Berlin). Das Heft 9 hat folgenden Inhalt: Dr. Goldmann, Judentum und Judenheit. Dr. Adolf Friedetnann, Politisierung des deutschem Judentums. — Die Lodzer Stadtratswahlen. Arno Nadel, Adam, ein Drama. Prof. Dr. Cohen, Betrachtungen über Schmollers Begriff. Dr. Oppenheimer, Soziologische Tagesbuchblätter. „Die Kosten des Krieges". Dargestellt von Fab. Landau. Verlag von Knackstedt und Co. Hamburg 22. 1917. Preis Mark 1.25. — In übersichtlicher tabellarischer Form in Wort und Bild werden in dieser illustrierten Tabelle die Schulden der kriegführenden Staaten vor und wahrend des Krieges, die Kosten de; Krieges, die Verhältnisse bei den Staatsbannken usw. dargestellt. Die Arbeit ist für pdjii. der sich mit der finanziellen Seite des Krieges intercssi;rt. überaus belehrend „Gedächtnisrede", anläßlich des Trauergottesdienstes usw. für das Seelenheil.des hochseligen Kaisers und Königs Franz Josef I. Gehalten von Oberrabbiner Leiser Mische! aus Turka a./S., Oalizien, (derzeit Budapest). Wien—Budapest, 1917. — Die vorliegende Schrift enthält die Gedächtnisrede, die der wahlebekannte Turkaer Oberrabbiner, der sich infolge der Kriegsereignisse in Budapest aufhält, anläßlich des Trauergottesdienstes, den die in Budapest weilenden galizischen Flüchtlinge am 17. Dezember 1916 in der dortigen Psalmsynagoge Rombachgase veranstaltet haben, gehalten hat. Die Gedächtnisrede hat seinerzeit auf alle Zuhörer einen großen und tiefen Eindruch gemacht. Nunmehr liegt sie gedruckt vor und hinterläßt auch beim Leser einen nachhaltigen Eindruck. Die Broschüre ist vom Verfasser (Budapest, VIII, Luizagasse 1 c) zu beziehen. s:m::R:KU£ns:»£3S«ia»::::» S' Ü Wiener Komtner U Sonnabend den 31. MArx W7, ftrttei ton H halb 12 Uhr vormittags im Steungssaale d*»tec-Bstrie- « hauses, 3. Bez., Schwarzenberg-platz 4, die I 1. «M^li tmämanlHi statt der Aktionäre der Wiener Komnerzfat-BMk Gegenstände der Verhandlung tfad: 1. J«S- Bericht des Verwattunggra*es über resabschluß 1916. 2. Bericht des Aufsichtsrates und BesehiuJäfa*- sing über diesen Bericht 3 Beschlußfassung Uber die Verwendung des Reingewinnes. 4. Antrag des Verwaltungsrates aoi Erhöhung des Aktienkapitals. 5. Statutenänderungen. 6. Wahl in den Verwaltungsrat 7. Wahl des Aufsichtsrates für das Jahr 1917. Jene Herren Aktionäre, welche bei dieser Generalversammlung ihr Stimmrecht*) ausüben wollen, werden eingeladen, ihre Aktien neb t Coupons bis ängstens 25. März d. J. bei der Kasse der Gesellschaft, 1. Bez., Kohlmarkt 8, n> hinterlegen. « Wien, 17. März 1917. « Oer Verwaltungsrat. j: *TAuzug aus den Statuten: § ia Je 25 Akjf tien geben das Recht auf eine Stimme. Zur Ausft Übung des Stimmrechtes ist efterdet Hch, da& die a Aktien nebst Koupons längst«» sechs Tage vor,» dem Zusammentreten der Generalversammlung bei g der Gesellschaft hinterlegt werden. a (Nachdruck wird nicht honoriert.) S :: ttaarfenansü«;: n %* *•*•«§• ••**•■•«*•••■■•••••••»••• m+m »n»n »mm «ttl'f»* •*•#•»*♦ Mtt*n»w«M»mMt«»wwfn»*jyiiH - „Das jüdische Wort* f Tägliche, vom 1. Februar d. J. in Warschau erff scheinende große, gesellschaftliche und po- H litisch-literarische Zeitung der Ortodoxie und B der jüdischen Interessen. In ihr spiegeln sich die Meinungen des gesetzes- 5; treuen Judentums wider. Es wird aber nicht nur alle Vorgänge in der Ortodoxie mit der Aufmerksamkeit S verfolgen, sondern auch alle anderen Fragen des 8 Öffentlichen Lebens, wenn auch in den durch die § Umstände gebotenen Schranken, aber doch mit der JJ größten Sachkunde bebandeln. || Bezugspreis: JWk. 18'— ganzjährig; Mk. 9'— V. halbjährig; Mk. 4 50 vierteljährig; Mk. 1*50 H monatlich. S Administration: Warschau, Nalewki Str. No 32. •«*•••*• ■*••••*••• •«*»»»••*•*•»•** **i TEFFILIN - NESUSOTH, Rezuofh - Thorarollen, liegilloth - Parsch.joth, TALEISSIN - ZIZITH, sowie alle anderen Ritualien und Sforitn, liefert JÜDISCHER BUCH- UND KUNSTVERLAG Brünn, Adlergasse Nr. 9. Wien, VIII., Lerchengasse Nr, 6a. 2IVNOSTENSKÄ BANKA V PRAZE. Filialen: in Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Kaisbad, Klattau, Kolin, Königgrätz, Krakau, Lemberg, Mähr. - Ostrau, Melnik, Olmütz, Pardubitz, Pisek, Pilsen, Prosnitz. Reichenberg, Tabor, Triest und Wien. Am 1. April 1917 um 10 Uhr vormittags wird im Sladkovsky - Saale des Gemeindehauses der königl. Hauptstadt Prag die 49. ordentliche Gener a 1 - Versa m m I u n g der A k tioaä re derZivnostenskä banka v Praze stattfinden, wozu die stimmberechtigten Herren Aktionäre hiemit eingeladen werden. 1 PROGRAMM Jahresbericht und Rechnungsabschluß. 2. Bericht des Revisionsausschusses. 3. Antrag des Verwaltungsrates auf Verteilung des Reingewinnes. 4. Wahl in den Verwaltungsrat. 5. Wahl in den Revisionsausschuß. Jene Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen und welche als solche am 31. Dezember v. J. in den Aktienbüchern der Bank eingetragen waren, können die nach § 12 der Statuten*) zur Ausübung ihres Stimmrechtes erforderlichen Aktien bis 24. März d. J. bei der Kassa der Bank in Prag oder deren Filialen gegen Empfangnahme der Legitimationskarte zur Generalversammlung hinterlegen. Die Bilanz, sowie das Gewinn- und Verlustkonto liegen im Bureau der Bank für die Herren Aktionäre zur Einsicht auf. Prag, am 14. März 1917. Der Verwaltungsrat. *) § 12 der Statuten: Stimmberechtigt in der Generalversammlung sind jene Aktion*«, welche mindestens 20 auf ihren Namen lautende Aktien besitzen, deren Besitz am 31. Deseaiber des vorhergehende«. Jahres in den Aktienböchern der Bank eingetragen war. Mit )e 20 weiteren Aktien wird je eine Stimme mehr ei worben. Die zur Ausübung des Stimmrechtes nötigen Aktien müssen samt den ntchtffilkgen Kupons «cht Tage vor Abhaltung der General-Versammlung bei der durch den Verwattangsrat bezeichnet« Kasse niert werden. (Nachdruck wird nicht honoriert). Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppet - Buchdruckerei „Melantrich". Wien, IX., Pramergasse 6. (Verantwortlich S. Orönhat.)