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Jüdische Korrespondenz · 1917-03-06 · 8 (6.3.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
3 (1917)
Issue
8 (6.3.1917)
Date
1917-03-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JUdlsclie Korrespondenz Ni. 8, Chronik. Eintragung in die MilltarverdeWigerliste. Mof- und Gerichtsadvokat Dr. Josef Zipser, Wien, 1. Bez., Kathausstraße 8, wurde mit Dekret des k k. Ministeriums für Landesverteidigung vom 19. Januar 1917 in die Militärverdeidigerliste für die gemeinsame Wehrmacht und für die k. k. Landwehr eingetragen. Josef Haievy s. A. Der rühmlichst bekannte Orientalist Joset Haievy ist 90 Jahre alt tu Paris verschieden. Kr wurde 1827 in Adrianopel gehören. Im Jahre 1868 machte er auf Veranlassung der Alliance israelite universelle eine Reise zu den Falaschas nach Abessynien, die ihn sehr bekannt gemacht hat. 1869.......70 bereiste er im Auftrage der Parier Akademie Yemen, um die sabäischen Inschriften zu eriorsclieti. Heimgekehrt, veröffentlichte er die erste sabäische Grammatik, die der Sprache der Mischnah sehr ähnlich ist und beschrieb seine Reise. Cr betätigte sieh aucli als Assyriologc und auf dem Gebiete der modernen Bibelkritik. Bedeutende Studien über orientalische Epigraphik und Geschichte legte er in seiner wisenschattlichen Revue nieder. Seit 1899 war er Professor an der Pariser Universität; er las auch am Rabbinerseminar und der Allianceschule. Vor allem liebte er die hebräische Sprache und Literatur; er selbst dichtete hebräisch und übertrug auch die Gebete der Falaschas ins Hebräische. Sein Tod bedeutet für die orientalische Philologie einen schweren Verlust. Ein Synagogenbrand. In der jüdischen Hauptsynagoge von Petersburg brach in der Nacht zum 10. v. M. ein Brand aus, der auf einen an die Synagoge angebauten Beetsaal übergriff, m dem nicht weniger als 500 Thorarollen aufbewahrt waren. Außer den heiligen Schriften, die der Petersburger Synagoge gehören, waren hier nämlich die aus Polen, Litauen und Kurland bei der gewaltsamen Ansiedelung der Juden mitgefiilirten Thorarollen beisammen, die von der Jüdischen historischen ethnographischen Gesellschaft gesammelt und zum Schutze in Petersburg deponiert worden waren. Einige dieser Pergamenthandschriften waren mehrere hundert Jahre alt. Das Feuer hat mehr als 200 dieser Thorarollen vollständig zerstört, ebenso viele wurden stafk beschädigt und nur etwa 40 Rollen blieben unversehrt. Die Reste der zerstörten Thorarollen wurden sorgfältig gesammelt und sollen, wie die Petersburger Blätter mitteilen, auf einem jüdischen Friedhof beigesetzt werden. Der Wert der zerstörten Handschriften wird auf nahezu eine Million Rubel geschätzt. Begrüßung Jüdischer Gemeinderäte durch einen Bischof. Anläßlich der Eröffnungssitzung des Gemeinderates in Plock (Polen) richtete der Bischof an den Gemeinderat ein herzliches Begrüßungsschreiben, in dem er sich insbesondere auch an die jüdischen Mitglieder des Genieinderates wendete und an sie unter anderem die Worte richtete: „Euch, meine Herren Vertreter der jüdischen Gemeinde, die seit vielen Jahrhunderten mit uns gemeinsam lebt, sende ich meinen Segen mit dem aufrichtigsten Wunsche, daß ihr auch fernerhin für das Wiederaufblühen unserer teuren Stadt Plock mitarbeitet". Die Selbstbesteuerung zu Gunsten notleidender Juden. Das „Moskauer Jüdische Hilfs - Komitee" hat in seinem Bezirk folgende Skala für monatliche Selbstbesteuerung eingeführt, die sich bestens bewährt hat; Bei einem Verdienst von: 50 Rubel per Monat 1 Prozent Selbstbesteuerung, 100 Rubel per Monat 1'Prozent Selbstbesteuerung, 200 Rubel per Monat 2 Prozent Selbstbesteuerung, 300 Rubel per Monat 3';s Prozent Selbstbesteuerung, 500 Rubel per Monat 4 Prozent Selbstbesteuerung. 700 Rubel per Monat 5 Prozent Selbstbesteuerung. 1000 Rubel per Monat 7 Prozent Selbstbesteuerung. Diese Skala brachte folgende Resultate: Allein in Moskau, einer Stadt mit einer verhältnismäßig kleinen jüdischen Bevölkerung, bezahlten im August 1915 2102 Personen die selbst auferlegte Steuer, und der Totalbetrag für diesen Monat ergab 80.427 Rubel. Im August 1916 zahlten 3792 Personen die Steuer, die;n diesem Monat 108.889 Rubel einbrachte. Daraus geht hervor, daß die Zahl der Steuerzahler sich im Laufe einjs Jahres um 80 Prozent und die gesammelten Beträge um 351/» Prozent erhöht haben. Von Interesse sind auch die Gesamtsummen, die das Moskauer Komitee während der 22 Monate von August 1914 bis Mai 1916 gesammelt hat. Die Selbstbesteuerung hat für die Stadt Moskau allein in dieser Zeit 1.0.18.000 Rubel eingebracht, während die Summe, die durch andere Wohltätitgkeits- Anstalten aufgebracht wurde, nur 228.000 Rubel ergab, also kaum mehr als ein Fünftel des erstgenannten Betrages. In Rußland ist die Selbstbesteuerung zu Gunsten der notleidenden jüdischen Bevölkerung überall eingeführt, und es wäre wünschenswert, wenn die jüdischen Hilfs-Komitees in den anderen Ländern dieser fcin- /ichttmg ebenfalls ihre Aufmerksamkeit zuwenden \\ »Ilten. Von der „Agudas - Jlsroel" - Jugend - Organisation. Die „Agudas- JisroeP-Jugendorganisation (Sitz: Frankfurt a. M, Am Tiergarten 8) weist darauf hin, dati sie ihre „Feldbriefe", die allsabbathlich erscheinen, nicht nur an Soldaten sondern auch an ZiviMiensrpflichrige versendet. Die „Feldbriefe" enthalten jeweils Befrachtungen über den Wochenabschnitt, kurze Mitteilungen aus der jüdischen Politik und Kalender mit Uebersicht der Zeiten von Sabbathanfang und -Ende, berechnet für alle Etappen- und Frontteile. Jüdische Bücher ins Feld. Die ...Agudas - Jisroei" - Jugendorganisation (Sitz: Frankfurt a. M., Am Tiergarten 8) hat seit etwa Jahresfrist eine jüdische FeldleihMicherei eingerichtet, die sich regster Inanspruchnahme erfreut. Die A. J. J. O. versendet auf Wunsch an jeden jüdischen Soldaten Lesestoff. Die Bücher sind teils erzählender, teils wissenschaftlicher Art. — Auch jüdische Kriegsgefangene im feindlichen Ausland können unentgeltlich Bücher durch die A. J. J. O. erhalten und sind diesbezügliche Wünsche nur derselben bekannt zu geben. — Zum Schluß eine kleine Bitte: Sicher hat jeder Leser in seinem Bücherschrank ein schönes jüdisches Buch, das Freude bei den Soldaten erwecken könnte. Dankbar wären wir ihm, wenn er dieses Buch der A. J. J. O. zum Versand ins Feld überließe, damit dieselbe auch weiterhin allen Wünschen gerecht werden kann. Expräsident Tait über die Judenfrage. Im Januar d. J. hielt der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten William Taft in Washington zwei Vorträge über „Die Rolle der Juden in der Geschichte", die die Aufmerksamkeit der weiten amerikanischen Oefientlichkeit auf sich lenkten. Im ersten Vortrag ging der Redner auf die Eigenart der Juden ein, die sich trotz aller Verfolgungen und trotz ihrer Zerstreuung bis heute ihr individuelles Gepräge bewahrt haben, und schilderte die großen Verdienste der Juden um die wirtschaftliche und geistige Entwicklung aller modernen Staaten Europas und Amerikas, in denen ihnen die rechtliche Freiheit eine hemmungslose Entfaltung ermöglichte. Der zweite Vortrag war der gegenwärtigen Lage der Juden gewidmet. Der Redner sprach die Ansicht aus. daß die einzelnen kriegführenden Staaten beider Koalitionen den aufrichtigen Wunsch haben, nach Beendigung des Krieges die Bedürfnisse ihrer Juden zu berücksichtigen. Er betonte aber, daß eine solche partikuläre Lösung keineswegs ausreichend sein kann und daß die Judenfrage in ihrer ganzen Größe nur auf der bevorstehenden Beratung der Vertreter aller Staaten aufgerollt werden kann und muß. Die Vereinigten Staaten von Amerika — sagte der Redner — sind verpflichtet, ihren Einfluß geltend zu machen, um dieses alte und jetzt so akut gewordene jüdische Problem auf die Tagesordnung des künftigen Friedenskongresses zu stellen. Spenden-Ausweis für die Schule« der „Agudas-Jlsroel", Wien, II., Große Pfarrgasse 23. Starck, Wien, 2 K, üünsberg, Jazlowice, 3, Weisstein, Przemyslany, 2, Kornreich, Jaslo, 4, infeld, Krakau, 4, Teichmann, Rohatyn, 2, Bilgerei, Kopyczynce, 2. Gelernter, Burstyn, 4, Teitler, Czernowitz, 2, Reinmann, Sokal, 2, Eisenhart, Zbaraz, 2, Hilfer, Zborow, 2, Knoller, Przemysl, 2, Safran, Bobrka, 1, Ebenstein, Jazlowice, 4, Marder, Skorik, 2, Fried, 2, J. Salomon, Brzezany, 2, Sternklar, Jazlowice, 4, Mader, Beiz, 2, üottlieb, Rawa-Ruska, 4, Sygal, Starozynietz, 2, Schächter. Tlusty, 1, Borgmatm, Delatyn, 2, Gross, Grodek, 2, Berwerg, Kolomea, 2, Retter, Sadagora, 2, Stein, Kolomea, 2, Schneider, Kolomea, 2, Hermann, Nowo- Sielce 2. Laden, Chodorow, 2, Leser, Tarnow, 4, Bach, Lubaczow, 2, Ganz, Lemberg, 4, Bokser, Podhajce, 4, Eigler, Turka, 2, Gertner, 4, Drinwner, Bursztyn, 2, Jung, Kozlow, 2, Bloch, Kolomea, 2, Pilzer, 1.50, Marek, Rohatyn, 2, Salamon, Brzezany, 2, Gottesmann, Jezierna, 2, Rappaport, Czortkow, 2, Rosen, Stanislau, 2, Langer. Debica, 4, Rosenberg, 2, Blaustein, Halicz, 1.50, Berger. Zbaraz, 2, Aschkenazy, Brody, 4, Schmire, Biody, 4, Agdan, Kolomea, 2, Heller, Kolomea, 2, Kümmel, Kalusz, 2.50, Rosenbaum, Zabkrtow, 2, Schein, Turka. 4, Hilsenrath, Kolomea. 4, Fischer, Trembowla, 4, Hisakow-er, Buczacz, 2, Fiederer, Horodenka, 2, Glücksmann. 2, Aron M. Buch, Mosty, 2.40, Kofier, 1, Konimehl, Tarnow, 2, Gnick, Zaleszczyky, 2, Lanner, Beiz,?, hudys, Szczucin, 2, Waklbaum, Gliny, 4, Scheiner, Rohatyn. 2, Willner, Bursztyn, 2, Rubin. Krystynopol, 1, Bikei, Worochty, 2, Schleiderer, Bubrka, 4, Willner, Lisko, 2, Rapaport. Czortkow, 2, Buzucki, Odesya,v 2, Preminger, Kolomea, 2, Nestel, Wien, 2, Brand, Nemierow. 2, Dau, 2, Leiter, Brody, 2, Oringer, Sereth, 2, Temel. Buczacz, 2, Landmann. Tarnow, 2, Frisch, Stryj, 2, Friedmann, Rzeszow, 2, Maller, Moscisk. 2, 1 illinger, Kolomea, 2, Grimberg, Sokal, 2, Goldhaber, Kolomea, 2, Stern, Bursztyn. 4, Lieblich, 2, Schmire, Brody, 2, Finder, Delatyn, 1, Federer, Zalozec, 4, L'ri, Wien, 2. Sternberg, 2, Buxbaum, Kolomea. 2. Hausn^r, Wiznitz, 2, Horowitz, Stanislau, 2, Spira, Drohobycz. 2, Silberstem. Krakau, 4, Jäger, Krakau. 4. Wachsstock, 2, Mandel, 3.50. Ostersetzer, 2, Lindenberg, 2, Eisler, 2, Nagler, 2, Leer, 1.50, Tresser. Czernowitz. 4, Lezes, 2, Kister, Moscisk, 3, Sperber. 2. Reinhotd, Oswiecim, 2. Neue Bücher. Arnold Zweig, „GescaichtSDucn". Umschlag- und Einbandzeichnung von Felger. Preis 3 Mark, in Leinen gebunden 5 Mark. -- Verlag von Albert Langen in München. — Wie ein bunter Sommerstrauß ist dieses Geschichtsbuch, es atmet Fülle, Farbe mid Leben. Jede der einzelnen Erzählungen hat ihre besondere Eigenart und Schönheit. Ob der Schauplatz nun das alte Jerusalem ist oder der moderne Salon, das proletische Kino o4er Venedig mit seinen festlichen Plätzen, — stets ist_ die eigentümliche Stimmung des Ortes mit wenigen, aber sicheren Strichen festgehalten. In den verschiedensten Umgebungen fesselt stets der Kampf »der das Leiden einer Menschenseele, und ohne zur sezierenden verstandesmäßigen Analyse zu greifen, gibt der Verfasser seinen Personen vielmehr durch Handlung, durch diskretes Andeuten oder Verschweigen plastische Gestalt. Die Sprache zeigt die Einfachheit und knappe Beherrschtheit des Autors, der äußerliche Wirkungen verschmäht, und der sein Werkzeug mit der Leichtigkeit und Treffsicherheit eines Meisters handhabt. — Jede dieser Geschichten ist in ihrer Art bedeutend, di.; Mannigfaltigkeit der Stoffe und der Stimmungen ist so gioß, daß jeder in dem Buche etwas finden muß, das ganz besonders zu seiner Seele spricht. So kamt man wohl mit Sicherheit voraussagen, daß Arnold Zweig, der im letzten Jahre durch Verleihung des Kleistpreisjs eine wohlverdiente Auszeichnung erlebte, mit diesem Werk den Kreis seiner Verehrer noch sehr vergrößern und einen starken literarischen und buchhändlerischen Erfolg finden wird. Die Neue Türkei und ihre Führer von Dr. Alfred Nossig. Halle a./S. Verlag Otto Hendel, 1917. — Preis 3 Mark. — Der Verfasser, dessen Kompetenz auf dem Gebiete volkswirtschaftlicher, kolonisatorischer und politischer Fragen anerkannt ist, hat die Verhältnisse der Türkei an Ort und Stelle gründlich erforscht und verbleibt in näheren, persönlichen Beziehungen zu den führenden jungtürkischen Kreisen. Sein Buch bietet eine lehrreiche, zusammenfassende Uebersicht aller Reformbestrebungen, aus denen sich der 'Prozeß der Wiedergeburt der Türkei zusammensetzt und gleichzeitig eine Charakteristik der hervorragendsten, heute maßgebenden türkischen Staatsmänner. Vielfach sind es die verantwortlichen türkischen Minister selbst, die in Unterredungen mit dem Verfasser eingehende Aufschlüsse über die von ihnen, geleiteten Verwaltungszweige erteilen. In anderen Abschnitten stellt der Autor mit unabhängigem Urteil die Hauptlinien der gegenwärtig in der Türkei platzgreifenden Entwicklung dar. Einen besonderen Schmuck des Werkes bilden die zahlreichen, vorzüglich reproduzierten Bildnisse, die die leitenden Staatsmänner der Türkei mit ihren eigenhändigen Unterschriften versehen haben. So vermittelt das tyipogiaphisch glänzend ausgestattete Buch in faßlicher, gefälliger Form die Kenntnis der entscheidenden Tatsachen und Persönlichkeiten der heutigen Türkei. Es bildet eine geradezu unentbehrliche Einführung für alle, die sich mit den Verhältnissen des Landes vertraut machen wollen. __Ä-.a ::t:»:: .....-.«--»*••••••*»• I* *• | „Das jüdische Wort« § II Tägliche, vom 1. Februar d. J. in Warschauerjj :: scheinende große, gesellschaftliche und pojj jj litisch-literarische Zeitung der Ortodoxie und jj| der jüdischen Interessen. jj H In ihr spiegeln sich die Meinungen des gesetzesjj I: treuen Judentums wider. Es wird aber nicht nur alle •: Ii Vorgänge in der Ortodoxie mit der Aufmerksamkeit « verfolgen, sondern auch alle anderen Fragen des öffentlichen Lebens, wenn auch in den durch die :: " Umstände gebotenen Schranken, aber doch mit der :: größten Sachkunde behandeln. :: U Bezugspreis: Mit. 18-— ganzjährig; Mk. 9-— :i halbjährig; Mk. 450 vierteljährig; Mk. 1-50 :: monatlich. *a Administration: « H Warschau, Nalewki Str. No 32. » H a " :s :::::::::::::::::::::::::::::::: ::::y:::sy:::::::s::::«:::::: TEFFILIH - HESUS0TH, Rezuoth - Thorarollen, Hegllloth - Parstiilloth, TALEISSIII - ZIZITH, sowie alle anderen Ritualien und Sforiin, liefert JÜDISCHER BUCH- UNO KUNSTVERLAG Brünn, Adlergasse Nr. 9. Wien, VIII., Lerchengasse Nr. 6 a. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppel. - Buchdruckerei „Melantrich". Wi.n IX.. Pramer*as*e 6. (Verantwortlich S- GriMmt)

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