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Jüdische Korrespondenz · 1917-02-22 · 7 (22.2.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
3 (1917)
Issue
7 (22.2.1917)
Date
1917-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JU<iisc*»e Korrespondenz Nr. 7. liehen sich im Lager der Passivisten befindet. Der Standpunkt dieser Qruppe zur Judenfrage ist deswegen sehr charakteristisch. „In der Judenfrage — erklärt Graf Roniker — nehmen die Aktivisten den Standpunkt der vollen bürgerlichen Gleichberechtigung ein. Sie erwarten von den Juden in Polen, die seit Jahrhunderten in Frieden lebten, bis der russische Störenfried kam und die beiden Elemente im russischen Staatsinteresse gegeneinander hetzte, daß die Juden dem polnischen Staate Treue entgegenbringen sollen, wofür ihnen der polnische Staat solche Daseinsbedingungen zu schaffen hat, daß sie in der Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten als Korrelat ihrer vollen bürgerlichen Rechte nicht behindert werden dürfen". Juden im deutseben Heere. Vom „Verband der Deutschen Juden" erhalten wir tol&rende Mitteiluni;: Der „Verband der Deutschen Juden" hat der Angelegenheit, betreffend die aufgenommene Statistik jüdischer Kriegsteilnehmer, seine besondere Aufmerksamkeit zugewendet, hat sich in wiederholten Sitzungen des üeschäftsfülirenden Ausschusses und des Gesamtausschusses aufs eingehendste mit dieser Frage beschäftigt und ist bei Behörden, insbesondere bei dem Kriegsministeriutn. wiederholt mündlich und schriftlich vorstellig geworden, lieber die einzelnen seiner Maßnahmen eingehend zu berichten, wird erst in späterer Zeit geeignet sein. Für jetzt halten wir für angezeigt, auf folgende Funkte aufmerksam zu machen: 1. Wie schon bekanntgeworden, hat der jetzige Kriegsminister Herr v. Stein in Ergänzung des Erlasses des früheren Kriegsministers Herrn Wild v. Hohenborn eine weitere Verfügung dahin getroffen, daß keineswegs die Behörden usw. Gelegenheit nehmen sollten, Juden aus ihren bisher innegehabten Stellungen zu entfernen, dt für solche Maßnahmen nur sachliche Gründe in Frage ■kommen dürfen. 2. Es ist wiederholt von den höchsten Behörden die Erklärung abgegeben worden, daß bei Anordnung der Statistik irgendwelche Voreingenommenheit gegen die Juden das Kriegsmmisterium nicht geleitet hat, daß es im Gegenteil Beweise gegen die bei ihm eingelaufenen Anklagen gegen die Juden gewinnen wollte. 3. Der Kriegsminister v. Stein hat mit Bestimmtheit erklärt, daß alle begründeten Beschwerden über Sonderbehandtung von Juden aufs eingehendste geprüft werden und daß gegebenenfalls Abhilfe geschaffen wird. 4. Fälle, in denen eine solche Sonderbehandlung auch nach dem Ergänzungserlaß des jetzigen Kriegsministers stattgefunden hat. von denen übrigens nur wenige bewiesen sind, haben dem Herrn Kriegsminister bereits Anlaß zu solcher Abhilfe gegeben. 5. Der Herr Kriegsminister hat an den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes, Geheimen Justizrat Cassel, welcher nach einer vom Verbände an den Herrn Kriegsminister gerichteten Eingabe von diesem zu einer Rücksprache empfangen worden war, ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Jedenfalls habe ich festgestellt, daß das Verhalten der jüdischen Soldaten und Mitbürger während des Krieges keine Veranlassung zu der Anordnung meiner Herren Vorgänger gegeben hat und damit nicht in Beziehung gebracht werden kann." Enttäuschte Hoffnungen. Die amerikanische und russische Presse brachte vor kurzem die Nachricht, daß das neugebildete Ministerium des Innern die Absicht habe, einige Judenbeschränkungen demnächst abzuschaffen und dem -pre- -visorischen Erlaß des ehemaligen Ministers des Innern Sctrtscherbatow. über das Aufenthaltsrecht der Juden außerhalb des Ansiedlungsrayons Gesetzeskraft zu verleihen. In den bürokratischen Kreisen wurde diese Nachricht dahin gedeutet, daß das bevorstehende Gesetz nur für diejenigen Juden gültig sein werde, die sich auf Grund des Schtscherbatow -Erlasses bereits niedergelassen haben, die also bei Veröffentlichung des Gesetzes bereits außerhalb des Ansiedlungsrayons wohnen. Die Lokalbehftrden bemühten sich daher rechtzeitig, die Zahl dieser Glücklichen zu verkleinern, in manchen Gouvernements wurde die Einwanderung neuer Juden durch unzählige Schwierigkeiten unmöglich gemacht. In den Gouvernements Kursk. Kaluga und Twer wurde eine Anzahl jüdischer Familien auf administrativem Wege ausgewiesen, darunter sogar einige Inhaber von Diplomen, die auch vor dem Schtscherbatow-Erlaß das Wohnrecht außerhalb des Ansiedlungsrayons besaßen. Als der Vertreter der „Rietseh" das Ministerium des Innern besuchte, um über die Einzelheiten des bevorstehenden Judengesetzes Näheres zu erfahren, wurde ihm mitgeteilt, daß keine der zuständigen Personen von einem solchen Projekt wisse und daß vorläufig keine Schritte in dieser Beziehung gemacht worden seien. Einer der leitenden Beamten spracht sogar über die Entstehung solcher grundlosen Gerüchte sein Erstauen aus. So endete von neuem eine hoffnungsvolle Erwartung mit dem einzigen Ergebnis, daß eine Anzahl wohnberechtigter Juden ihres Wohnrechtes verlustig ging.__________________________ Chronik. Die Saloniker Juden In Amerika. Der Verband der spanischen Juden in Amerika hat sich gemeinsam mit der Gesellschaft zum Schutze jüdischer Einwanderer an die amerikanische Regierung: mit dem Ersuchen gewandt, den aus Saloniki Eingewanderten gegenüber Müde walten zu lassen. Die Saloniker Juden werden bekanntlich von den Venizelisten so hart bedrängt, daß sie, wenn dies irgend möglich ist, nach Amerika auszuwandern suchen. In Anbetracht der Umstände, besonders der schweren Gefahr, die eine Deportation nach Saloniki für die geflüchteten Juden bedeuten würde, hat die amerikanische Regierung beschlossen, diese vorläufig in keinem Falle zur Deportation zu verurteilen. Die Juden und die Lebensmittelknappheit In Rußland. Schon seit geraumer Zeit werfen die „echten Russen" den jüdischen Firmen und Kaufleuten die Schuld an der fühlbaren Lebensmittelknappheit vor. An vielen Stellen sind solche sinnlose Beschuldigungen erhoben, verbreitet und von den Antisemiten zu ihren Zwecken ausgenutzt worden, ohne daß ihnen jemand entgegengetreten wäre. Es ist deshalb wohltuend, eine vernünftige russische Stimme zu hören. Der Kontrolleur der Lebensmittelkommission hat unlängst erklärt, daß man nach seiner Ansicht die Verdienste der jüdischen Firmen hoch anerkennen müsse und ihnen für ihre ehrliche und nützliche Arbeit beim Zustellen von Lebensmitteln für die Armee zu Dank verpflichtet sei. Wenn auch, sagte er weiter, einige jüdische Kleinhändler ihren Nutzen aus der entstandenen Lebensmittelknappheit gezogen haben, so sind diese Fälle so vereinzelt, daß man gar keine Repressionsmaßregeln gegen sie zu ergreifen beabsichtigt. Die Amerikanisch-Jüdische Hilfsaktion. Die Gesamtsumme der beim Joint Distribution. Committee für die notleidende jüdische Bevölkerung eingegangenen Gelder betrug am 8. Dezember 1916: Dollars 6.389.422.40. Flüchtende serbische Juden. Unter der nach Bessarabien fliehenden rumänischen Bevölkerung befinden sich zahlreiche serbische Juden, denen erst auf ausdrückliche Vorstellungen des serbischen Gesandten Marinkowitsch die Ueberschreitung der russischen Grenze gestattet wurde. Rumänische Pogrome. Die in Rußland untergebrachten rumänischen Flüchtlinge haben an vielen Orten Judenpogrome veranstaltet. Dem „Rjetseh" zufolge haben sich die Rumänen besonders in Kinischow, Tiraspol und Bondory schwere Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung zu Schulden kommen lassen. Ein Teil der russischen Presse, wie „Rjetseh" und „Utro Rossij", nimmt gegen die Haltung der rumänischen Flüchtlinge Stellung und fordert in scharfen Ausdrücken strenge Maßnahmen wegen dieser Gewalttätigkeiten. Ausweis der Spenden für die Schulen der „Agudas- Jisroel", Wien, Ii., QroBe Piarrgasse 23. Großrabbiner Friedman, Czortkow, 72 K, Josef Schönblum, Lemberg, 20, Schreiber, Cieszanow, 6, Austein, Podhajce, 6, Jakob Schein, Wien, 10, Aschkenazy, Brody, 6, Klausner, Gorlice, 6. M. Sonnenschein, Zawalow, 6, Großrabbiner Friedman, Czortkow, 19, Abr. Brandstäter. Tarnow, 10, Leib Fast, Kolomea. 6.40. Seidman, Kolomea, 9, Hauser, Wiznitz, 6, Kaiman Schorr, Stryj. 10, Berci Frankel, Krakau, 6, Bleiberg, Stanislau. 4, Arbeit, Worona, 2, Wolf. Lemberg, 2, Ehrenreich, Antwerpen. 4, Rotenstreich. Buczacz, 4, Eichenstein, Rzeszow, 1, HasaBcower, Podhajce, 4, Sega!, Czernowitz, 2, Kleinfeld, Kolomea, 2, Rabin, Bohorodczany, 4, Weidenfeld, Buczacz, 2, Greidinger, Dobromil, 2, Goldapper, 2, Landesberg, Podwoioczyska, 2, Katz, 2, Horowitz, Kuty, 2, Samet, Nilitszyk, 2, Oelber, Podwoioczyska, 1, Schenker, Delatm, 4, Lustig. Rözniatow, 2, Mayer, Niemierow, 4, Spitz, Przemysl, 2, Doppelt, Nizankowice, 2, Baumöl, Stryj, 1, Zornberg, Husiatyn, 2, Schwan, Rozdol, 2, Weitmann, Kolomea, 2, Oelber, Niliczyk, 2, Silber. Krystynopol, 4, Metzger, Samhor. 1, Feigenbaum; Brody, 2, Klein, Gorlice, 2, Freindlich, Brzezany, 2, Jacob, Muszyna, 4, Kurzer, Zborow, 4, Tritt, Sadagora, 2, Amerant, Zalozce, 2. Paschick, Szczucin, 2, Rosenfeld, Trembowla, 3, Tortyn. Stryj, 2, Neumann, Husiatyn. 2, Beck, Przemysl, 4. Lampner, Horodenka, 2, Friesel, Qrodek, 2, Apysdorf. Grodek, 4, Hoffmann, Rözniatow, 4. Geld, Lapaiyn. 2, Schapira, Stryj, 2, Altmann, Brody. 2, Ziegler, 2, Köz, Kossow, 1.50, Nathauson, Krystynopol. 2, Ostermann, Grodek, 4, Hiisenrath, Kolomea, 2, Juran, Kamienka, 2, Berger, Sereth, 2, Wechsler, Dohna. 2, Rosenblat, Rzeszow, 2, Kerzer, Rawa, 1.50, Schenker, Bukaczowice. 2, Vogel, 2, Katz, Lemberg, 4, Safier, Krystynopol. 2. Zins. Krystynopol, 4, Rymald, Chyrow, 2, Gerner, Delatyn, 3, Tennenbaum, Busk, 1, N. N., 2, Weintraub, Sadagora, 2, Perl, Bolaszowce, 3, Landmann, Tarnow, 2, Weinstock, Sadagora, 2. Schächter, 2, Helberg, Wien. 2, Obstfeld, Baligrod, 4, Aufrichtig, Zbaraz, 1, Gross, Rawa-Ruska, 2, Weinstein, Tarnopol, 1, Reinhold. Brody, 4, Kornblum, Krakau, 2, Kantor, Brody. 2, Spazer, Rawa, 2, Adler, Sadowa Wisznia, 2, Weinstein, Zaleszczyki, 2, Kohl, Krystynopol. 2, Selig, Grodek. 3, Moses Porylys, Husiatyn, 2, Silberstein, Sassow. 2, Rappaport, Tarnow, 2, Schapira, 2, Rokach, Brody, 1, N. N., 2, Wirth, Stanislau, 2, Feigenbaum, Tarnrnpol, 3, Sammler, Nadwerna, 3, Holoszycer, 2, Sobel, Delatyn, 2, Teitler, 2, Silber, Tarnobrzeg, 2, Sperber, ZaMotow. 2, Margulies, Tarnopol, 2, Fried, Borszczow, 2, Keilman, Sopow, 2, Horn, Brody, 2, Lieber, Rudnik, 2, Steiner, Kolomea, 2. Reinmann, Sokal, 2, Teitler, Nowo- Sielce, 2, Ekstein, Kolbuszowa, 4, Starckmann, Beiz, 2, Steinberg, Beiz. 2, Oppenheim, Drohobycz, 2, Knoller, Przemysl, 2. Grünstein, Tarnow, 2, Reinhold, Oswieeim, 4. Neue Bücher. „Methoden und Kapitalbedarf jüdischer Kolonisation in Palästina". Von Ing. Agr. Oettinger. — In der vorliegenden Schrift werden die bisher in Palästina angewendeten, sowie die gegenwärtig in anderen Ländern gebräuchlichen Methoden der tandwirtschaftlichen Kolonisation charakterisiert. Es werden sodann gewisse Giundsätze erörtert, die bei einer Kolonisationstätigkeit einzuhalten sind. Darauf folgt die Berechnung des Kapitalsbedarfes für einzelne, in Palästina mögliche Wirtschaftstypen. Diese Berechnung bildet die Grundlage für die Ermittlung der für den Ausbau ganzer Koloniegebilde notwendigen Aufwendungen. Zuletzt wird der gesamte Kapitalbedarf für eine planmäßige landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina während der nächsten Periode der jüdischen Siedlungsarbeit veranschlagt. Die Schrift, die für jeden Freund der jüdischen Kolonisation Palästinas von größtem Interesse sein wird, ist zum Preise von Mark 2.—, beziehungsweise Kronen 2.50 vorn Jüdischen Verlag, Berlin W 15. Sächsische Straße 8. zu beziehen. Umtausch Erster und Zweiter Kriegsanleihe Fünfte österr. Kriegsanleihe Die zum Umtausch eingereichte ältere Kriegsanleihe wird berechnet: Die dagegen eingetauschte steuerfreie 5]/2 proz. amortisable Staatsanleihe wird berechnet; Demnaeh wtrd als barer Ueberschuss ausgezahlt: Erste öslerreiisie Kriegsanleihe it K 175 für je K Ii'- NeBBweH ffl» I B— iür je I lOi- Neaiwert K m mm „-'92 als taDverptoog, somit TW lör je I lt-towert Zweite österreichisehe Kriegsanleihe mit 1 9475 ilr je I lf- Menowert mit \ 92"- ffir je X lf- Nennwert I 275 müM „-'46 als JiuMifliii senil rnf i&r je I lf-lernt* Auskünfte und kostenlose Durchführung b,ei allen Zeichenstellen der Kriegsanleihen. Schluss am 28. Februar 1917. Heraoweker und verantwortlicher Redakteur: Jos» KrappeL - Buctairucktrei „Meiantrtch", Wi«n IX.. Pramerwwe 6. (Verantwortlich S. Ortiatat.)

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