Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 1 (4.1.1917)
- Date
- 1917-01-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Jüdische K-orre sp onttenas Sie müsset) davon Kenntnis haben, denn selbst in der Durna sind sie öffentlich herausgeschrien worden, die Vergewaltigungen und Rechtsbrüclie in Finnland, die Plünderungen und Evakuierungen in den baltischen Provinzen, Litauen. Polen und Wolhynien, die Knebelungen der nationalen Einrichtungen, in der Ukraine, die Mißhandlung Cializiens. die Metzeleien vieler Tausender von (leorgiern und Muselmanen und die scheußliche Vertreibung und Vernichtung von Hunderttausende!! von Juden. Oiese Scheußlichkeiten sind nicht durch den Feind angestiftet, sondern durch die russische Regierung an den eigenen Untertanen geschehen, die wehrlos, unschuldig waren, ja. kaum ist es zu glauben, das Blut ihrer Söhne für Rußland, also für den eigenen Unterdrücker, tapfer und gehorsam auf dem Schlachtfelde vergossen und noch heute vergießen. Darum erlaube ich mir, Sie zu fragen. Herr Ministerpräsident, da ich überzeugt bin. daß Sie gerecht sein wollen: Wie werden Sie sich diesen Tatsachen gegenüber verhalten? Werden auch Sie darüber hinweggehen, als hätten Sie nie etwas davon erfahren und, wie soeben Herr Sormiiio, sich mit Worten begnügen: „Von der Achtung vor dem Prinzip der Nationalitäten, der Regeln des Menschenrechtes, der Humanität, der Gerechtigkeit und Zivilisation?" Werden Sie fortfahren, die Hand freundschaftlich zu drücken, die diese Schrecklichkeiten begangen hat?" Unterzeichnet ist diese Depesche von Baron Friedrich Ropp. Generalsekretär der Liga der Fremdvölker Rußlands. Die JUdische Organisation in Polen. (Schluß.) StraibestimmunKen. § 65. Sofern nicht nach Kriegsrecht oder nach den allgemeinen Strafgesetzen eine härtere Strafe verwirk« ist. wird*mit Geldstrafe bis zu 100.000 Mark oder mit Gefängnis bis /u sechs Monaten bestraft; 1. wer einem in dieser Verordnung vorgesehenen Amte oder Mandat anzunehmen, oder die aus der Ernennung, beziehungsweise Wahl hervorgehenden Pflichten zu erfüllen. Bei fortdauernder Weigerung kann die Strafe so oft wiederholt werden, bis der Forderung der Aufsichtsbehörde Genüge geschehen ist: 2. wer durch Agitation in Wort und Schrift oder durch Druck andere zum Widerstand gegen den Vollzug dieser Verordnung anreizt oder anstiftet: wer entgegen der Vorschrift der SS 57 und 58 eine rabbitnsche Tätigkeit ausübt oder Trauungen und Ehescheidungen vornimmt, für die er nicht zuständig ist. Die Anordnunng dieser Strafen erfolgt durch schriftliche Verfügung der staatlichen Aufsichtsbehörde. Uebergamjsv orschrlften. Erlaß weiterer Bestimmungen hörde bleiben die bisherigen Oe- § 66. Bis durch die Aufsicf § 67. Bis die Wahl der Verwaitungsräte der Kreisgemeindeii und des Obersten Rates der Juden erfolgt ist, übt die staatliche Aufsichtsbehörde deren Befug- S 68. Der Oberste Rat entscheidet, inwieweit Zeugnisse «her die Befähigung zum Rabbineramt und über die Verleihung des Rafobinertitels, die vor Erlafl dieser Verordnung ausgestellt wurden, die Rechte »aus den §§ 17 und 49 begründen. § 49, Absatz 3. findet auf Personen, die vor Erlaß dieser Verordnung als Rabbiner tätig waren, keine Anwendung. § 69. Bis zur Einführung der Steuerordnung richtet sich das Steuerwesen der jüdischen Gemeinden nach den bisherigen Gesetzen und Gebräuchen vorbehaltlich der Abänderung dieser Bestimmungen durch die staatliche Aufsichtsbehörde. Schon vor Erlaß der Stetierordnung dürfen die Kreisgemeinden und der Oberste Rat mit Genehmigung der staatlichen Aufsichtsbehörden Umlagen und Gebühren erheben. Die Gemeinden, die Kreisgenieinden und der Oberste Rat dürfen während der Dauer des Krieges, unabhängig von den allgemeinen Umlagen, von Personen mit einem Vermögen von 200.000 Mark oder einem Einkommen von mehr als 15.000 Mark mit Genehmigung derstaatlichen Aufsichtsbehörde besondere Beiträge erheben. AusfiihriinKSvorschrlft. § 70. Mit der Ausführung dieser Verordnung wird der Verwaltungsrat beim Generalgou- Warschau beauftragt: i AHSführungsvorschriften. Warschau, den 1. November 1916. erläßt die dazu erforderlichen Chronik. 5677 - 1917 -Älasol-Tow! Das gegenwärtige Jahr ist nach der jüdischen Zeitrechnung das 5677. seit der Schaffung der Welt. Nach der allgemeinen Zeitrechnung ist es das 1917. Die Endziffern dieser beiden Zahlen sind 77 und 17. Umgerechnet auf das hebräische Alphabet ergeben diese beiden Zahlen die Worte: „Masol-Tow", das heißt Out Glück! und zwar Mem 40, Zajin ~ 7. La med SO, zusammen 77. Die Zahl 17 wiederum ergibt das Wort „Tow": Tes — 9. Waw — 6. Bejs 2, zusammen 17. J. J. T. Zur Etnigrationsfrage. Aus New-York wird berichtet: Uetoer die vorbereitenden Schritte der J. C. A. für die Emigration nach Amerika ist in ihrem vor kurzem veröffentlichten Bericht zu entnehmen, daß die Leiter der Gesellschaften der Ueberzeugung sind, daB nach Wiederkehr des Friedens die jüdische Auswanderung nach Amerika ihre alten großen Formen annehmen wird. Im Januar 1915 hätte man den Hauptsekretär," Herrn S. J. Janowski, mich den Vereinigten Staaten gesandt zwecks Erforschung der Einwanderungsbedingungen im allgemeinen und Niederlassungsmöglicfekeiten, die jede einzelne Stadt für die jüdischen Emigranten bietet. Herr Janowski besuchte New-York. Philadelphia, Baltimore, Washington, Cleveland, Cincmnati, Indianapolis. St. Louis, Cancas-City und St. Franzisko und kam nach persönlichen Untersuchungen und Unterredungen mit den führenden indischen Persönlichkeiten zur Ueberzeugung. daß nur eine regelmäßige Verteilung der jüdischen Einwanderer die gegenwärtig herrschenden Antiimmigrationstendenzt-n abzuschwächen und den Einwanderern eine Niederlassungsmöglichkeit zu gewährleisten vermag. Einigt anten. die bei der Wahl ihres Wohnsitzes keinen Priv&tgrund haben, New-York zu bevorzugen, würden besser von den Lokalkomitees der J. C. A. nach den Zentral-, West- und Südstaaten der Vereinigten Staaten geschickt werden. Die Liste solcher Städte, die den Emigranten empfohlen werden kann, müsse vom russischen Zentralkomitee im Verein mit den Einwanderungsinstitutionen Amerikas aufgestellt werden. Dabei dürften aber nur solche Städte in Betracht kommen, in denen bereits eine jüdische Gemeinde vorhanden ist. Ben-AWl Samstag, den 9. D Jubiläum. aer fand in Warschau die leti Jubiläums des bekannten hebräischen Sehriftslallers und Verlegers Ben-Avigdor statt. Das Jubiläum, ^ettc in allen Kreisen des Warschauer Judentums und Veit darüber hinaus die lebhafteste Anteilnahme hervorgerufen, und so hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum zur Feier eingefunden, darunter die bekanntesten Persönlichkeiten der hebräischen und jüdischen literarischen Weit Warschaus, Der erste Teil der offiziellen Feier unter Vorsitz des Herrn M. I. Freid, die der hebräische Schriftsteller Lachower eröffnete, brachte eine Anzahl von Reden, die die Bedeutung und Leistungen des Jubilars würdigten. Es sprachen die Herren Dr. Klumel, die populären jiddischen Schriftsteller Hillel, Zeitlin und Stupnitzki. der bekannte hebräische Dichter. Herr Dr. Jakob Kahan und S. Zemach, sowie Herr Nachum Goldinann, der aus Berlin eigens zur Feier gekommen war. Die Reden gaben einen genauen Ueberblick über die Entwicklung der letzten Periode der hebräischen Literatur, zu deren führenden Persönlichkeiten Ben- Avigdor, der erste hebräische realistische Erzähler, der Gründer des ersten hebräischen Verlags, der unermüdliche Organisator des hebräischen Schrifttums zänlt. Der zweite Teil der Feier war den Begrüßungen und Glückwünschen der verschiedenen Organisationen und Institutionen gewidmet. Von der außerordentlichen Liebe und Verehrung, die dem Jubilar in allen Kreisen des polnischen Judentums entgegengebracht wird, zeigt die große Zahl der zur Feier entsandten Deputationen, von denen 56 erschienen waren. Es seien von den Organisationen und Vereinen, die die Glückwünsche dem Jubilar ubersandten erwähnt das Aktionskomitee der Zion. Organisation, in dessen Namen Herr Nachum Goldmann sprach, die „Gönner der hebräischen Sprache", der Verein der jüdischen Schriftsteller und Journalisten, die Jüd. Lehrergesellschaft, der Kulturverein „Hasomir", die Zion. Jugendgruppe „Hamerkas", Hechower, das Volkshaus, die nationalen Organisationen aus Lodz. Bendzin, Wloclawek, Pinsk usw., die jüd. Zeitungen „Moment". „Warschauer Tageblatt". „Hazefirah", die jüdischen Gymnasien um! Schulen, und -viele andere Vereine und Institutionen. Nach den Begrüßungen ergriff, stürmisch begeistert der Jubilar selbst das Wort, utn in sehr herzlichen und schönen Worten für die ihm erwiesenen Ehren zu danken. Er erklärte, daß sein Jubiläum ein solches der hebräischen Literatur sei, daß er die Ehre, die man ihm erwiesen, als eine Ehre des hebräischen Schrifttums betrachte, und daher die beste Art, sein Jubiläum zu feiern, -darin sehen würde, daß ein großer Fond zur Förderung der hebräischen Literatur geschaffen werde, die jetzt in dieser Zeit der Krisis und der Not für das HWischc Volk, aktiver Anteilnahme bedürftiger sei als ie. Seine Rede schloß mit dem Ausklang des festen Glaubens an die frohe Zukunft der hebräischen Kultur, in deren Dienst er sein ganzes Leben gestellt habe. Seine Worte wurden mit großer Begeisterung aufgenommen und von stürmischen Ovationen begleitet. An die offizielle Feier schtoB sich ein Bankstt,. an dem eine große Zahl der Freunde und Verehrer des Jubilars teilnahmen und das in froher und heiterer Stimmung die Teilnehmer bis in spater Nachtstunde zusammenhielt. Zur bleibenden Erinnerung des 25jähngen Jubiläums Ben-Avigdors wurde ein Jubiläumstond gegründet, der zur Förderung junger Schriftsteller und zur Herausgabe literarischer Werke bestimmt ist. Von den vielen Verehrern des Jubilars und von verschiedenen Institutionen sind bereits viele und reiche Spanden eingelaufen. Auch das zum Jubiläum in hebräischer Sprache erschienen;: Ben-Avigdnr-Heft. dessen Reinertrag zu Gunsten des Fonds bestimmt wurde, fand bereits großen Absatz, und dauert immer die Anfrage nach demselben fort; ebenso gehen dem Jubiläums - Ausschuß immerwährend weitere Mitteilungen bezüglich erfolgter Sammlungen aus allen Gauen der ipoinischen Provinz zu. Es ist zu hoffen, daß der Fond eine ansehnliche Höhe erreichen wird. Volles wirtscliafflicKes. Die Kapitalsvermehrung der Unionbank. Die Ausübung des Bezugsrechtes auf die neuen Unionbank-Aktien wird von den Aktionären vom 3. bis inklusive 13. Jänner 1917 angeboten werden. Auf je fünf alte Aktien wird eine neue zum Kurse von 550 und Zinsen vom 1. Jänner 1917 ausgefolgt. Die neuen Aktien nartizipieren an den Erträgnissen der Bank ab 1. Jännenr 1917. Spenden - Ausweis für die Schulen der „Agudas-Jisroel". Wien. II. (ir. Pfarrgasse 23, per Tischri-Chesehwan 5677. Segal, Czernowitz, 3, Grünstein, Tarnow, 2, Koch, Potok-Zloty, 2. Goldwack, Brzezany, 4, Schleider, Bobrka, 4. Weidenfeld, Buezaez, 2, Schreier, 3, Holzer, Monasterzyska, 2. Wolf, Lembg., 2, Gelber, Nilitschik, 3, Volek, Szozucin. 7, Marguliers, Tarnopol, 3.50, Goldaper, Tarnopol, 2, Neumann, Husiatyn, 2, Eichenstein, Rzeszow, 1, Rosenfeld, Trembowla, 3, Fränkel, Lubatschow. 3 50. Stein, Kolomea, 2, Rokach. Brody, 1, Ehrenpreis, Nadworna, 2, Gotlieb, Rawa-Ruska. 4, Sdiapiru. Gwoadzice. 2. V\ einsah. Brody, 1. Knoll. Küssow. 1. Tritt, >adagora. 2. Lustig, Roziiiatow. 2. Lipmann. Sadagora, 2, Auerbach. Leschnow, 2, Beck, Pizemysl. 2, Rotenstreich. Buczacz, —.50, Schwarzbach, Chyrow. 2, Isakower, Buczacz, 2, Kofier, Sanok, 2, Badner. Kolomea, 3, Netzger. Stanislau, 2, Friesner, Stanislau, 1.50, Nirenberg, Buczacz, 2. Tau, Zablotow. 2, Hilsenrath, Kolomea, 2, Hellbrand, Zablotow, 2, Wechsler, Dohna. 4. Altman. 2. Weisbrot, Sniatyn, 2, Krum, stein, Zaleszczjki. 2. Smire, Brody, 2, Heilfer, Taruo- Fischer, Trembowla, 1.50, Wilder. Lopatyn, 3, Zwirn, Grodek, 2, Borgman, Deiatyn. 2. Haistädter, Klinkowice. 2, Biasenstem. Kolinki, 4. Gross, Bobrka, 2, Weinstein, Zalesczyki. 2, Smire, Brody, 2, Heilfer, Tarnopol, 2. Freibrun, Halicz, 4, Geld, Lopatyn. 2, Ettinger. Kolomea, 3.50, Safier, Kristynopol. 2. Zimmermann. Tysmiemca, 2, Schapira, Stryj, 2, Günsberg, Jazlowice, 3, Grünstem, Tarnow. 2, Feigenbaum, Tarnopol. 3. Lieber. Rudnik, 4. Rapaport, Tarnow ,2, Kleinfeld, Kolomea, 2, Romer. Krakau. 2. Strahlberg, Bete. 4, Bard, Stanislau, 2, Rosentahl, Tarnow. 3.50. Weidenfeld. Buczacz, 2, Rotenstreich. Buczacz. 2, Lerner. Brzezany, 130, Rosenfel«. Drohobvcz. 2, Lanner, Beiz. 2, Reinhold. Brody, 4, Dan. Przetnysl. 2. Günsberg. Przemvsi, 3.50, Friedmann. Rzeszow. 4. Gross. Rawa-Ruska, 2. Fingerhut. Brody, 2, Aufrichtig, Zborow, 1. Gliicksmann. Schiftcer, 2, Feld, Brzezany. 4, Grimberg, Sokal, 2, Rapaport, Sokal, 4, Lün, Grodek, 2, Klausner, 2. Züns, Kristynopol, 4. ■Vppisdorf. Grodek. 4. Krum, Tlumacz. 4. Tahler. Drohobycz, 2, Scheininger, Mosciska, 3, Schapir, Drohobvcz, 2, Drimmer, Trembowla. 1. Reiohner, Mosciska, 3.50, Hirschler, Wien, 2, Kart. 1.50. Tahler, Brody, L50, Samler. Nadworna. 3. Weininger, Lemberg, 3.44. Koiin, Trembowla. 2. Melier. 2. Weingarten, 2, Tnfeld, Krakau, 4, Fries. Podhajce. 2. Katz. Waschkautz. 2, Weinstock. Chodarow. I, Heller, Kolomea, 3.50. Weitalan. Kolomea, 2. Poperl. Brody, 2, Aschkenazy. Brody. 4, Nuchim. Flur. 2.40. Zusammen K 281.34. „Der Moment*. ind allgemeine angeaetanten lournansien uuu Schriftstellern , ... .......Zeitlin, Ratsherr Noe Prllirtiki, Ratsherr?1. Hlrschorn B. Jerachsotin, j. Ch. Sagor^ki, EmMne! ' ~ ' id allgemein anerkantpsi [i. Chef-Redakteur: 4. Postanstal >en Deutchlandc, Onterr.- ^ti^LfK^"^ l^h^8ß?flr?eide AÜsgaben'TreVtelfähri Adresse: Geschäftsstelle «Oer M<M*»t« Watscha« NatewU 38. Herausgeber und verantwortlicher Redaktenr: Jörn Kröftel — Buchdruckerei ..Mehratrieb". Wim IX- PraolerKawe 6. (Verantwortlich S. Ch^atMt)