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Jüdische Korrespondenz · 1916-09-01 · 33 (9.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
2 (1916)
Issue
33 (9.1916)
Date
1916-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JUcUscbe Korrespondenz Nr 33. Die ausläadiscfcen Juden in England. Die gesetzestreuen Rabbiner Englands mit dem zur- •zert in London weilenden Jaffaer Oberrabbiner, Rabbi Abraten Jizchok Kuk, an der Spitze, überreichten dem Ministerium des Inuvrii ein Denkschreiben, in dem die politische und ethische Seite der Auslieferung der militärpflichtigen russischen Juden an Rußland beleuchte! wird und die Bitte enthalten ist, von dieser ungeheuerlichen Maßnahme im Sinne des Schriftsatzes: „Liefere nicht den Knecht an den Herrn aus", abzugeben. Ein ähnliches Memorandum überreichten auch die jüdischen Studenten an mehreren Universitätsstädten Englands. Die Wahlrechtsirage in einem altes halachischen Buche. In dem 1675 erschienenen Responsenwerk „Zemach Zedek'- teilt der Verfasser, Rabbi Menachem Mendel, wie Dr. IL C. im Jsraelitischen Familienblatt" berichtet, folgendes mit: Als er in Kremsier (Mähren) als Rabbiner amtierte, war dort über die Wahl eines Synagogendieners ein Streit ausgebrochen. 45 der im ganzen vorhandenen 50 Stimmen waren für einen bestimmten Kandidaten abgegeben worden, dessen Wahl sich aber ein reicher Mann mit seinen zwei Söhnen und zwei Schwiegersöhnen widersetzte. Letztere fünf Personen tragen nun allein drei Fünftel der gesamten Steuerlast der Gemeinde und begründeten ihr Protestrecht mit einer alten Tekana (statutarische Bestimmung), nach der die Wahl des Rabbiners, Chasans und Synagogendieners nur erfolgen könne auf Qrund der Majorität der Stimmen, die aber zugleich den größeren Teil der Steuerlast repräsentieren müsse. Da aber im vorliegenden Falle die Majorität der 35 Stimmen nicht zugleich den größeren Teil der Steuerlast, sondern nur zwei Fünftel derselben darstellte, glaubten die fünf Personen berechtigt zu sein, die Wahl zu verhindern. Der größere Teil der Gemeinde verlangte daraufhin die Aufhebung der Tekana, da die fünf Mitglieder sonst jederzeit die anderen 45 vergewaltigen könnten. Der Rabbi, dem die Frage zur Entscheidung vorgelegt wurde, suchte zunächst die innere Berechtigung des Gemeindestatus darzutun, indem er darauf hinwies, daß nach demselben die Mehrheit der Kontribuenten nur dann ausschlaggebend sei, wenn diese auch den größeren Teil deT Gemeindesteuern zahlen; dies letztere werde aber keineswegs allein als maßgebend und bestimmend anerkannt. Also sei nach dem Statut die Macht des Reichen nicht absolut, indem sie den anderen ihren Willen aufzudrängen vermöchten, sondern nur einschränkend, insofern als sie die anderen verhindern könnten, gegen ihren Willen zu handeln. So müsse ein Ausgleich und eine gegenseitige Verständigung gesucht werden und das sei weise und gerecht. Im gegebenen Falle jedoch konnte der Rabbi zur Erledigung der Streitfrage ein neues Moment heranziehen; es war üblich, die Gehälter des Rabbiners, Kantors und Synagogendieners von den Gemeindemitglicdern zur Hälfte nach den Einkommensverhältnissen, zur anderen Hälfte in gleicher Höhe von den einzelnen Personen zu erheben. Wenn das Gehalt des Synagogendieners also 500 Mark betrug, mußten 250 Mark zu gleichen Teilen von den 50 Personen, 250 Mark aber nach dem Einkommen aufgebracht werden. Die 45 Mitglieder zahlten also von den 250 Mank 225, die anderen fünf 25; die zweite Hälfte, weitere 250 Mark, wurden nach den Einkommensverhältnissen aufgebracht; nach ihnen trugen die 45 Personen zwei Fünftel der Steuerlast, also hier 1O0 Mark, die fünf Personen drei Fünftel, also 150 Mark. Auf Grund dieses Zahlungsmodus, meinte der Rabbi, seien im vorliegenden Falle beide Bedingungen der alten Tekana erfüllt: 45 Mitglieder bringen von den zu zahlenden 500 Mark, den größten Teil, nämlich 325 Mark auf. Der Protest der fünf reichen Männer gegen die Wahl wurde abgewiesen. Neue Bücher. „Von Sadowa nach Sedan". Von Graf Stephan Tisza, königl. ung. Ministerpräsidenten. Autorisierte Uebersetzung aus dem Ungarischen von Dr. J. Schwarz. Verlegt bei Ed. Straohe, Warnsdorf i. B. 1916. Preis K 4. Das vorliegende Buch ist nicht bloß seines hervorragenden Autors, sondern auch seines gediegenen Inhaltes wegen eines der wichtigsten der Kriegsliteratur, zu welcher es eigentlich gehört, obwohl es sich nicht direkt mit de gegenwärtigen Weltringen beschäftigt. In seinem Vorworte schreibt der Uebersetzer: „Mit der vorliegenden Studie hat der ungarische Ministerpräsident seiner Nation die Entwicklung des deutschen Reiches unter Preußens Führung geschildert. Mit seltener Kenntnis aller diplomatischen Verwicklungen jener Zeit zeigt er seinen Landsleuten die Evolution eines nationalen Staates und indem er Bismarok als führenden Staatsmann ein neues Denkmal errichtet, stellt er dem Leser den Gang der Ereignisse in einer Weise dar, welche gerade jetzt einer bestimmten Aktualität ermangelt. Die Studie charakterisiert außerdem die große innere Verlogenheit und sittliche Verderbtheit des zweiten napoleonischen Kaiserreiches in so prägnanter Weise, daß man nur für Napoleon III. Poincare, für Ollivier Viviani, für den Herzog von Gramont I>eteasse und für Le Boeaf Müleramd zu setzen braucht, und die Geschichte der Eirtstehimg des deutsch-französischen Krieges 1914— 1916 ist geschrieben. Die Worte des großen Römers, Juliais Cäsars (de hello gallico, VI., 5) haben sich leider wieder bewahrheitet: „De summis saepe rebus consilia inunt, quorum eos in vestigio poenitere necesse est, cum incertrs rumoribus serviant". Die Epigonen sind nicht besser ah> die Väter." „Jüdisches Kriegsgeileakblatt" (bisher erschienen tiefte Nr. 1 bis ö). Eine der interessantesten Erscheinungen unter den im Kriege entstandenen Publikationen ist die vom Milrtärsühriitsteller .Vi. Frühling, herausgegebene, die oben angeführten T.tel führt. Die bisher erschienenen 5 Heile enthalten auf 200 Seiten Kunstdruckpapier — Quartformat die Gedenkblütter mit den Porträts von 96 gefallenen jüdischen Offizieren, Aerzten, Fähnrichen und Kadetten, (die meisten Gedenkblätter mehrere Seiten stark) viele sonstigen mit dem Krieg im Zusammenhang stehende Bilder, Porträts und Ordensauszeichnung- Abbild ungen. Die in diesen Gedenkblättern verwerteten Feldpostbriefe der gefallenen Helden, sowie die Zuschritten von Kameraden, Mitkämpfern und Mititärkommanden sind Zeitdokumente im schönsten Sinne des Wortes, bilden ein bleibendes, den Juden der Monarchie zur Ehre gereichendes, unvergängliches Denkmal an dem Anteil der für Kaiser und Väterland gefallenen, in den bezüglichen Heften gewürdigten Offiziere und Aerzte — der Elite von ihren zahlreich gefallenen Söhnen und Brüdern. Der Preis des vornehm ausgestatteten Einzelheftes ist K 2; der bisher erschienenen 5 Hefte (inkl. Porto) K 10.30. Zu beziehen vom Herausgeber M. FTÜhling, Wien 1., Maysedergasse Nr. 5. Wie so manche nützliche Arbeit, die gefördert zu werden verdient, scheint auch diese verdienstvolle ungenügend gewürdigt zu sein, gerade seitens jener Faktoren, die das Erscheinen dieser Publikation als wünschenswert erachten sollten. Dies geht aus einem, dem letzten Hefte beigeschlossenen, „in eigener Sache" überschriebenen Appell des Herausgebers hervor, den wir, da sich einiges publizistischer Veröffentlichung entzieht, nur auszugsweise reproduzieren: „Die Redaktion der üedenkblätter, das Reproduzieren derselben in dieser Publikation, selbst das Klichieren der Bilder wird von gar keiner Geklbindung abhangig gemacht. Der Herausgeber steht auf dem Standpunkte, daß er sich unseren heldenhaften Toten gegenüber einer Pietätslosigkeit schuldig machen würde, wollte er deren Ehrung nur vom unbedingten Bezahlen abhängig inachen. So sehr bei den teueren Herstellungskosten ein Druckkostenbeitrag gewünscht ist, wird ein solcher doch von niemandem beansprucht, es wird dies dem freiem Ermessen nur bemittelter Angehöriger überlassen. Um so bedauerlicher ist es, wenn die Förderung dieser Arbeiten seitens der großen jüdischen Allgemeinheit viel zu wünschen übrig läßt. Werden wir doch, inioige Bestrebungen von uns übelwolender Seite, unsere schweren Opfer und Verdienste wegzuleugnen, diese Publikation leider sehr bald dringend benötigen!" Lo sane al Raw. (Sanhedrin 18 b.) Eine Abhandlung über die Betätigung des Rabbiners in Handel, Gev, erbe und Industrie nach dem Talmud von W. B. Alter Majer, Rabbrnatskandidat, derzeit Boskowitz. Im Selbstverläge des Verfassers, Reinerträgnis zugunsten der jüdischen Flüchtlingsfürsorge. .luden uad Christlichsoziale. Ein Vorschlag von A. Meißner. Wien 1916. Verlag A. Meistrik. Preis 1 K. «^•Sendet ins Feld: £Mt<tKi rntu l teiagi triStu, Sttbeoen?rf(btnt«t: 1. eitcitn/Qein. OJinnan »ob SR. 95 ti t. Z Wt ttompagnteübeegabt von QBett&eim u. 13 anb. 9to»eBtn. 3. •» Qwtt0 tjümin. Xomart Dpa Bunte f> r u f 4 ( a. 4. »er Gibt ». 93. -Dicumann-S»adart u. 11 anb. 92sMOea. 5. SanriUt 7R*r$*M. Stenum »an 3 t at« «. S> Sftt. 6. Bot dem blaum Bogen B. Sxait o. S&at u. 12 an*. 'HmUfH 7. Kmfiftt U/n! «»« «m t«ti»te <p a n « 8. engrcJibtU Sofa o. H) ». $an$stt« u. 15 am». 9. 9ft alte 6plelul)t. 9toman Bon «u9uftc Groner. 10. ftnatH »on aXadjitc« »eU an» 12 Mfcox StotMUm. «e«en Staretnfentttiitg »on 60 ficOent »to S9«s» im» 10 SiOtx eptfengafötag. 3u 4ab*n tn toter "BudptKmMuiifi uns Bon Vertagt Wien, VI., Vaenablteugaffe 7, Kfoiglirt MfiriseiM stMfffnfe b%% Stutskamnscheine m üalm Mffi, fällig am 1. Oktober 1919. Gesammtbetrag 250,000,000 Kronen. Umtausch-Einladung. Unter Bezugnahme auf das Prospekt Sr. Exellenz d. Herrn königlich ungarischen Finanzministers wird der Betrag von Nominale 250,000.000 Kronen königlich ungarische steuerfreie 512 % Staatskassensebeine fällig am 1. Oktober 1919 zum Umtausche gegen die am 1. Oktober 1916 fälligen königl. ung. A1k% Staatskassenscheine v. J. 1913 angeboten. Der Umtausch findet bis einschließlich Donnerstag, den 14. September 1916 während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstundeii statt. In Budapest: bei der königlich ungarischen Staats-Zentral-Kassa, bei der Ungarischen Allgemeinen Creditbank, bei der kön. ung. Postsparkassa, bei dem Pester Ersten Vaterlandischen Sparcassa-Verem, bei der Pester Ungarischen Commercial-Bank, bei der Ungarischen Escompte- und Wechsler-Bank; ferner in den Landern der ungarischen Krone: bei sämtlichen Staatskassen und Steuerämtern, sowie bei sämtlichen Filialen: der Ungarischem Allgemeinen Creditbank, der Pester Ungarischen Commercial-Bank, der Ungarischen Escomptc- und Wechsler-Bank, des Wiener Bank-Verein und der Anglo-Üesterr. Bank. In Wien: bei dem Bankhause S. M. v. Rothschild, bei der k. k. priv. Oesterreichischen Credit-Anstah für Handel und Gewerbe, bei der k. k. priv. allgemeinen österreichischen Boden-Credit-Anstalt, bei dem Wiener Bank-Verein, bei der k. k. priv. österreichischen Länderbank, bei der Niederösterreichischen Bscompte-Gesellschaft, bei der Union-Bank, bei der Anglo-Oesterr. Bank. Ferner bei sämtlichen österreichischen Filialen: der k. k. priv. Oesterr. CredH-Anstalt für Handel und Gewerbe, des Wiener Bank-Vereins, der k. k. priv. Österreichischen Länderbank, der Union-Bank und der Anglo- Oesterreichischen Bank. Für den Umtausch gelten folgende Bedingungen: 1. Die Anmeldung zum Umtausche erfolgt mittels der hiefür bestimmten Anmeldungsformulare, welche bei den vorgenannten Stellen kostenfrei erhältlich sind. 2. Die königl. ung. 4Vs% Staatskassenschekie v. J. 1913 sind ohne den am 1. Oktober 1916 fälligen letzt« Zinsschein, in Begleitung eines Nummernverzeichnisses und mit Namensangabe versehen, gleichzeitig mit der Anmeldung gegen eine Bestätigung der Urntauschstelle einzuliefern; 3. Gegen Rückgabe dieser Bestätigung werden den Einreichenden nach Wahl derselben v. 28. September bis 15. Oktober a. c. die neuemittierten königl. ung. 5'li% Staatskassenscheine v. J. 1916 im gleichhohen Nennbetrage ausgefolgt werden. 4. Die neuen königl. ung. 5l/2% Staatskassenscheine werden mit 97.40% berechnet. Die Differenz zwischen dem Nennbeträge der eingelieferten alten Staafckassemscheine und dem Preise der neuen Staatskassenscheine. welche also K 2.60 pro 100 Kronen Nominale beträgt, wird von den Umtauschstellen den umtauschenden Parteien gelegentlich bei der Abnahme der neuen Staatskassensoheine bar vergütet. Die neuen Staatskassenscheiine sind mit Kupons per.l. April 1917 versehen, so daß eine Stückzinsen-Verreahnung entfällt. 5. Die Aushändigung der neuen Staatskassenscheine erfolgt bei derselben Umtauschstelle, bei welcher die alten Staatskassenscheine eingereicht wurden. 6. Die bis zum Ablaute des Abnahmetermines nicht behobenen neuen Staatskassenscheine erliegen von diesem Zeitpunkte an für Rechnung und Gefahr der umtauschenden Parteien bei der betreffenden Umtauschsteile. ii „STRECHALYCH Novellen und Skizzen aus der Kriegszelt 1914-1918 (jiddisch) D. S. Silberbusch. Preis K 5.— Zu beziehen vom Verfasser: Wien, XX. Wallensteinstrafie 25. Herausgeber und ver*»twortKcher Red«kteor: Jons Kreppe!. — Buchdruckerei „Melantrich", Wim IX, Pramergasse 6. (Verantwortlich S. Qräaknt)

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