Mannheim
Compact Memory

Jüdische Korrespondenz · 1916-08-01 · 27 (1.8.1916) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
2 (1916)
Issue
27 (1.8.1916)
Date
1916-08-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3495278-3495300-3495327--0238-3520864
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 4 Jüdische Korrespondenz Nr- 27. wonach ein «aicher Schritt eine sehr ungünstige Wirkung «Mi die -nusischeii Liberalen und Demokraten haben würde, die in Kußland die Hauptstütze der englischrussischen Freundschaft sind und die all ihre fionnungen iür die Zukunft Kußlands aui die Verbreitung des Britischen Freiheitssiimes setzen. Das Ideal, das sieh die russischen Liberalen von tngiand gemacht haben, wurde erschüttert. Eine solche Enttäuschung der hauptsachlichsten politischen freunde Englands in Kuuiaiid wurde iür ein kräftiges Zusammenarbeiten beider Lander verhängnisvoll werden. Ks sei eine unangenenint Wahrheit, daß unter den russischen Konservativen und Reaktionären, die sich allein über eine solclie Maliregel freuen würden, eine ausgesprochen engiandteindliche Richtung besteht. »Das ureigenste Interesse der Juden". Der neue russische Vizeniimster des Innern Urai Bobrmsky hat letzhin in einer öffentlichen Dumasitzuni; wörtlich erklärt, „es läge im ureigensten Interesse der Juden, irgendwelche UieichsteüungsgeJüste zu umerdrücKen". Diese ministerielle Auslassung, die man aui uer rechten Seite der Duma vielleicht nicht ganz mit Unrecht als ein amtliches quos ego gegen die russischen Juden und eine Auimunterung iur die rogromleute autgetaiit Hatte, veranlagte den Uraieu lioOniiSiiy, am folgenden läge einem i'etersourger Zeitungsinaime gegenüber zu erklären, er habe bewußt den russisciien juden nie zuvor uuses zuiugen wollen, müsse aber üen russischen Juden und deren eiiristiicnen freunden den wohlgemeinten Kat geben, wenigstens m der jetzigen senweren Zeit die rrage der Gleichberechtigung uer russischen Juden nicht anzuregen. Aus dem Programm von Hughes. In dem fr'räsidenischaftsprogramm des republikanischen Kandidaten Hughes findet sich auch folgender wesenthene Punkt: Bekämpfung fremder Uesetze, die sich gegen amerikanische Bürger wegen ihres Glaubensbekenntnisses richten, was aui die russische Judengesetzgebung gemünzt ist. tin Jude auf dem Handelstauchboot „Deutschland". Auf dem berühmten Uniersee-Handelsseniit „Ueutsenlaud' befindet sich auch ein Jude unter der Mannschaft. <t£ ist dies, wie man mitteilt, uer zwanzigjaiirige Herr Ludwig Sehwarzschild, der ais tiektrotecliniKer auf diesem Schiffe beschönigt ist. Menagegelder Mir rituell lebende jüdische Soldaten. Ein Bescheid des .bayerischen Kriegsministeriuins vom i. Juli d. Js. bestimmt, üaii der von uns seinerzeit nutgeteitte Erlaß des preuliischen Kriegsministe»- rittws vom.i& April 1916 Nr. Stliil. 16 B 1 die Richtlinie für die Behandlung;der vorliegenden Frage iür alle Feldtruppen gibt; die darnach von den r'eldbehörden m treffenden Anordnungen gelten gleichmäßig auch für die bayerischen Truppen. Aufruf. Aus Krakau wird geschrieben: Das Kriegsfürsorgeamt benötigt für eine kriegshumanitäre Aktion ein größeres Uuantum von verschiedenen Stoffen, eventuell von Resten, sowie auch fertige Kunstblumen, wenn auch zerdrückt oder unmodern. Auf Grund einer Anregung des Herrn Samuel Spira, Präsident des Krakauer Kaufmännischen Vereines in Krakau, ürodzkagasse 4, der selbst für obige Zwecke wiederholt namhafte Spenden übersandte, ersucht das KriegSfürsorgeamt, Stoif- und Kunstblumenspenden im Lokale des Krakauer Kaufmännischen Vereines in Krakau abliefern zu wollen, unter gleichzeitiger direkter Verständigung des Kriegsfürsorgeamtes, Wien, IX., Berggasse 16, Gruppe V. Die dort gesammelten Spenden werden von Fall zu Fall dem Kriegsfürsorgeamte in Wien überwiesen werden. NeueBUcher. „Der Jude". Eine Monatschrift. 1. Jahrgang. Heft 3. Juni 1916. Verlag R. Löwit. Berlin-Wien. Inhalt: Julius Berger: Deutsche Juden und polnische Juden. Hermann Coheii: Der polnische Jude. Hermann Glenn: Unsere Sonderstellung. Jakob Leszczynski: Fragen des ostjüdischen Wirtschaftslebens. Gurt Nawratzki: Die wirtschaftlichen Lehren des Krieges für Palästina. Siegfried Bernfeld: Zum Problem der jüdischen Erziehung. Arno Nadel: Jüdische Volkslieder, religiöse Lieder, 2. F. F. Lachower: Scholem Alejchem. Bemerkungen. „Das Buch von den polnischen Juden". Herausgegeben von S. J. Aguon und Ahron Eliasberg. Mehr als 250 Seiten, 12 Tafeln und mehrere Textabbildungen. Vorzugsausgabe: Pergament, Bütten, 50 numerierte Exemplare. Pappband 4.—. Leinenband 5.—, Vorzugsausgabe 12.—. (Jüdischer Verlag, Berlin W. 15.) — Das vorliegende Sammelbuch will die polnischen Juden aus ihrer eigenen Kultur heraus verstehen und lieben lehren. Die Kultur eines Volkes findet ihren wahrnehmbarsten Niederschlag in seinen geistigen Schöpfungen, in seiner Dichtung, seinen Märchen, seinen Legenden, seinen Sprichwörtern, seinem Witz, seinen Rechtssatzungen und Verträgen. Aus diesem eigenen, von der Außenwelt unbeeinflußten und für sie auch nicht bestimmten Schaffen, aus dem Urquell der Volksseele, haben die Herausgeber zu schöpfen gesucht und glauben ein Buch zustande gebracht zu haben, das die polnischen Juden in ihrer ungebrochenen Eigenart zeigt. Tätig oder verträumt und in Gott versunken, auch oft zerschellend, gehen sie hier durchs Leben als ahnenstolze Glieder einer Geistesgemeinschaft, die die Welt umspannt. Wilhelm Conrad Gomoll: „Im Kampf gegen Rußland". Leipzig, F. A. Brockhaus. 1916. 180 Seiten mit 42 Bildern. 1 Mark. — Der Bewegungskrieg im Osten beschert dem Kriegsberichterstatter, als der Wilhelm Conrad Gomoll, der Berliner Lyriker und Romanschriftsteller, seit Herbst 1914 im Osten weilt, ganz andere Erlebnisse als der starre Verteidigungskampf im Westen. Die von heute auf morgen unberechenbare Welle der Ereignisse wirft ihn hierhin und dorthin, überrascht ihn in den Schützengräben und Unterständen, wirbelt ihn mitten hinein in die gefährliche Brandung, wo das Knattern der Maschinengewehre und das Heulen und Krachen der Granaten fast die Besinnung erstickt, und setzt ihn wieder aus in die elenden Quartiere in einem vorsintfluchtlichen, aber keineswegs paradiesischen Lande, das mit den Worten „russischer Winter" und „russicher Dreck" vollauf charakterisiert ist. Der Mann der Feder ist hier im wahren Sinne des Wortes „im Kampf gegen Rußland", er ist überall „mit dabei". Er liegt mit den Soldaten in den schauderhaftesten Baracken, Ställen und Erdlöchern auf ein und derselben Streu, er ist mit ihnen Gast der Feldküche, mit ihnen im Artilleriefeuer und beim Sturmangriff; beim Schanzengraben und bei der Kaiserparade leistet er ihnen Gesellschaft, Alarmsignal oder Telephon reißen ihn wie sie aus dem Schlaf. So leidet und frohlockt er mit unsern Feldgrauen, sieht er aus nächster Nähe ihre übermenschlichen Leistungen auf grundlosen Marschwegen, in Frost und Schnee, Morast und Regen, ihr zähes, unbeugsames Durchhalten, ihre vorbildliche Manneszucht und ihr siegesgewisses Draufgehen. So erlebt er mit ihnen die stolzen Tage von Lodz und Lowicz, an der Rawka und Bzura, von Gorlice-Tarnow und Jaroslau, von Przemysl und Lemberg, und schließlich von Warschau und Nowo-Georgiewsk. Beim Heere Hindenburgs ist er in Polen, bei den Truppen Mackensens in Galizien und bei der Heeresgruppe des Prinzen Leopold von Bayern vor Warschau. Eine stattliche Reihe vom Verfasser aufgenommener, abwechslungsvoller und fesselnder Abbildungen vermehrt den Wert des Buches. „Ein Dokument von grundlegender Bedeutung, dessen größte Verbreitung im Interesse Deutschlands und seiner Verbündeten liegt", veröffentlicht soeben der bekannte Verfasser Graf, Sj>. Gopeevic" unter dem Titel: Rußland und Serbien 1804—1915, nach Urkunden der Geheimarchive von Petersburg und Paris und des Wiener Archivs. Geheftet Mk. 2.80. gebunden Mk. 3.80. München, Hugo Schmidt Verlag. — Auf Grund unanfechtbarer Urkunden erscheint mit dieser bedeutenden Arbeit zum erstenmal ein Dokument ersten Ranges, das beweist, welche rücksichtslose, selbstsüchtige Politik Rußland von jeher gegenüber anderen Staaten trieb, welche infame Rolle Rußland, ähnlich wie England, von jeher gegen seine „Schutzstaaten" spielte. Außerdem zeigt die Arbeit, daß die Serben ursprünglich die österreichische Herrschaft wünschten und neunmal solche Anträge stellten. Eine Reihe unbekannter politischer Vorgänge bedeutendster Art werden in dem Buche enthüllt. Der bekannte Verfasser und frühere Minister gilt als eine der kompetentesten Persönlichkeiten für Balkanfrage, seine Arbeiten über Serbien, Montenegro, Albanien, Mazedonien und Bulgarien sind grundlegende Werke. Zur Zeit der österreichischfreundlichen Fortschrittler in Serbien stand er in enger Fühlung mit dem Volke, in welchem nur durch die russischen Machenschaften der Haß gegen Oesterreich gezogen wurde, das zu seiner wichtigsten Zeit aber erkannte, daß nur unter Oesterreichs Herrschaft sein Heil zu suchen ist. Diesem Buche ist die größte Verbreitung zu wünschen, es ist ein wertvoller Beitrag zur Geschichte, eines der wichtigsten Dokumente für die Gegenwart und Zukunft. „Urkunden zur Religion des alten Aegypten". Uebersetzt und eingeleitet von Günther Roeder, br. M 7.50, geb. M 9.—. Eugen Diederichs Verlag in Jena. — Wer möchte nicht etwas Bestimmtes über die Religion des fahren, was hinter den Geheimnissen der Mysterien von Isis und Osiris, hinter dem Rätsel der Sphinx und hinter den Stieren, Pavianen und Falken unserer ägyptischen Museen nun eigentlich für Vorstellungen stecken? Roeders Urkunden geben Antworten auf diese Fragen. Zunächst in Gestalt eines religions- und kulturgeschichtlichen Abrisses, der den Leser in das ägyptische Altertum hineinversetzt und ihn, unter steten Vergleichen mit anderen Völkern und Religionen, mit dem Glauben des antiken Menschen mitempfinden läßt. Ueberraschend ist die Verwandtschaft mit dem Ritual der katholischen Kirche, an deren Kultusformen und Glaubenssätze der Leser oft erinnert wird. Die Fühlungnahme mit der babylonischen Religion, der Gnosis, dem Islam, den Religionen Indiens und Chinas interessiert jeden Laien, der einen Sinn für Vergleichung besitzt und führt uns in den Orient hinein, der in diesem Tagen wieder von neuem für uns und durch uns erschlossen wird. — Den Hauptteil des Buches machen die Uebersetzungen der religiösen Texte selbst aus, eine Fundgrube, wie sie sonst für die antike Kirche des NiltaJs nirgends vorhanden ist. In sachlicher Gruppierung marschiert alles auf, was nur irgend das religiöse Leben des Volkes angeht. Lieder an die Götter, voran den Sonnengott, und mythologische Erzählungen von ihren Taten, Leiden und Schwächen, das Schicksal des Osiris, dem jeder Verstorbene nacheiferte. Hier die Dogmen der Kirche, dort die naivgläubigen Lieder einfacher Leute, dort die Beschwörungen der um ihr Kind besorgten Mutter. Dann Amenophis IV. (Achnaton), der Ketzer von Teil el-Amarna auf dem Königsthron, in der Religion wie in der Kunst aus dem starren Rahmen herausfallend. — Der bleibende Wert des Buches ist, daß die antiken Texte selbst sprechen, eingeführt durch kulturgeschichtliche Umrisse, begleitet von knappen Erklärungen. Karte der Länder und Völker Europas, „Volkstum und Staatenbildung" mit einem Begleitwort, von Prof. Dr. Dietrich Schäfer. In über 40 Farbentönen und Signaturen, Maßstab 1:4,000.000. Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) Berlin. Preis im Umschlag M 2.—. Aufgezogen und Leinwand mit Stäben M 7.—. „Staat und Nationalität", diese beiden Begriffe haben durch den jetzigen Krieg eine besondere Bedeutung erlangt. Sie sind zu Schlagwörtern geworden, die in dem politischen Leben unserer Feinde, ihren Reden und Schriften, einen breiten Raum einnehmen, und wahrscheinlich auch bei den künftigen Friedensverhandlungen eine Rolle spielen dürften. Es ist daher wohl angebracht* Sich mit diesen" Begriffen eingehender zu ^beschäftigen, und besonders zu begrüßen, daß der bekannte Historiker, Prof. Dr. Dietrich Schäfer sich in dem seine Karte begleitenden Texte über „Volkstum und Staatenbildung" verbre.tet, indem er, von der Bedeutung der konstitutionellen Regierungsform für die Staatenbildung ausgehend< zeigt, wie im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte der Volkswille immer mehr Kraft gewinnt und schließlich der maßgebende Faktor wird, sodaß die Losung „konstitutioneller und nationaler „Staat" immer lauter schallt. Daß aber der neue Gedanke das Vorhandene nicht überall umgestalten konnte, und daß die Geschichte über alle Theorien hinweg Völker zusammenschweißt, die verschiedener Abstammung und verschiedener Kultur sind,1 wird an Belgien und der Schweiz, einerseits, der Donaumonarchie, Rußland und den Balkanländern andererseits erläutert und gezeigt, daß in Europa von einem vollen Sieg des Gedankens nationaler Staatenbildung nicht die Rede sein kann. Die interessanten Ausführungen des Verfassers finden ihre Veranschaulichung in der Karte selbst, die auf den ersten Blick erkennen läßt, daß die Begriffe „Staat" und „Nationalität" sich nicht decken, daß in Europa nur einige Länder ganz einheitliche Bevölkerung haben und nur wenige alle Angehörige ihres Volkstums innerhalb ihrer Herrschaftsgebiete vereinigen. So ist die Länder- und Völkerkarte Europas, deren Verständnis durch einen der Karten aufgedruckten statistisch erläuternden Text und Farbenerklärung erleichtert wird, für die Beurteilung des Problems der Staatenbildung und Nationalitätenfrage ein wertvolles Hilfsmittel. VICTORIA ZU BERLIN Allgemeine Versicherung s-Aklien-GeseUschaft- Vermögens-Ausweis Ende Dezember 1915. Vermögen. Bare Kasse........... Wertpapiere............ Hypotheken ........... Grundbesitz der Gesellschaft . . . Darlehen auf Policen........ Guthaben: bei den Vertretern........ bei Banken u. Vers.-Gesellsch. an Teilprämien fällig 1916 an Hypotheken- und Wertpapieren Zinsen sow. Mieten, fällig 1916 M. 278,281 104,847,382 883,839,321 14,562,690 98,335,641 26,094,035 7,459,342 13,758,380 11.941,639 1,161,116,714 88 Verbindlichkeiten. Aktien-Kapital........... Reservefonds u. Gewinnreserve . Prämien - Reserven und Oberträge, Schaden-Reserven ........ Gewinn-Reserven......... Sonstige und Extra-Reserven .... Guthab. v. Vers.-Ges. u. Banken . . Barkautionen und Spargelder .... ÜntersrOtzungs-Fonds für Angestellte und Hinterbliebene....... Oberschuß d. Gesamtgeschäfts . M. Pf. 6,000,000 1,200,000 — 899,692,826 160,544,364 38,176,248 11,095,443 410,926 52 23 71 43 49 8,119,163 35,878,542 38 12 1,161,116,714 88 Es werden für das Rechnungsjahr ganzen Mk. 34.835.975,55. Allgemeine 1915 an Dividenden für die mit Gewinn-Anteil Versicherten verteilt im Victoria tax Berlin Veraichernngs-AtrHen-OetetUehaft, l*dtno» tUi Österreich, Wien, I. K&nrtnerstraJJe 1. Hertas«*« und verantwortlicher Redakteur: j«as Kreppel. - Buchdruckerei J^tantrich". W|*n IX. Pramergasse 6. (VerantworUich S. Grü-hnt)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.