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Jüdische Korrespondenz · 1916-04-15 · 15 (15.4.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
2 (1916)
Issue
15 (15.4.1916)
Date
1916-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Sr«fe 4 JUatwchxz Kowc mmm idfc n i: m m Kriegsani^tie-ZeiclHiungsverelne. Schon bei den früheren Kriegsanleihen war dtfrch die Möglichkeit der Belehnung der gezeichneten Schuldverschreibungen bis zu drei Vierteilen ihres Nennbetrages und durch die Einrichtung der Rentensparkasse beim PostsparkassenaiRt auch kleinen Leuten Gelegenheit geboten, sich mit verhältnismäßig geringen Beträgen zu beteiligen and so nicht nur eine patriotische Pflicht zn erfüllen, semdern auch an den durch die Kriegsanleihen gebotenen Vorteilen einer sicheren Aslage bei hoher Verzinsung teilzunehmen. Um nun den Kreis derjenigen, die sich an der Kriegsanleihe beteiligen können, möglichst m erweitern, sollen überall in ganz Oesterreich in den einzelnen Bezirken und Gemeinden Kregsanleihe-Zeichnungsvereine errichtet werden, für die von der Regierung Mustersatzungen entworfen wurden. Einem solchen Verein kann jeder beitreten, der wenigstens einen Vereinsanteil zeichnet und ihn in fortlaufenden Monatsraten einzuzahlen in der Lage ist. Auch wohlhabendere Personen können einem solchen Verein mit Nutzen beitreten, namentlich wenn sie in finanziellen Angelegenheiten weniger bewandert sind, weil steh die Erwerbung von vierter österreichischer Kriegsanleihe dadtirch für sie sehr einfach gestaltet; indem sie nichts anderes zu tun haben, äi» ihre Anteile einzuzahlen, während der Verein den Verkehr mit der Zeichenstelle besorgt und alle im Interesse der Zeichner notwendigen Schritte unternimmt. Nach Auflösung des Vereines erhält jedes Mitglied bei der Verteilung des Vereinsvermögens nicht nur einen dem Gesamtbetrag seiner eingezahlten Anteile gleichkommenden Nennbetrag in vierter österreichischer Kriegsanleihe (in ganzen Stücken oder in einem Teilrentenbuch des Postsparkassenamtes), sondern auch noch einen entsprechenden Barbetrag. Das Verfahren behufs Erlangung der Bewilligung zur Errichtung solcher Vereine, deren Satzungen mit den Mustersatzungen übereinstimmen, wird möglichst vereinfacht werden; das Finanzministerium hat diesen Vereinen nicht nur die Befreiung von der Erwerbsteuer auf Grund des § 4 des Personalsteuergesetzes gewährt, sondern für sie auch weitgehende Befreiungen von den Stempel- und unmittelbaren Gebühren in Aussicht genommen. Endlich wurde eine ausführliche Anleitung herausgegeben, in der die Gründer und die Vorstände solcher Vereine alle erforderlichen Aufklärungen finden werden. Satzungen und Anleitungen werden bei den politischen Behörden erster Instanz (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat, an Orten, wo sich eine eigene landesfürstliche Sicherheitsbehörde befindet, diese Behörde) unentgeltlich erhältlich sein. Die Woche. Die erlösten Brüder. „Deutschland würde niemals freiwillig die von ihm und seinen Bundesgenossen befreiten Völker zwischen der Baltischen See und den wolhynischen Sümpfen wieder ausliefern" — erklärte der deutsche Reichskanzler Bethmann- Hollweg in seiner Reichstagsrede vom 6. April, in welcher er die deutschen Kriegsziele urbi et ofbi verkündete. In dem weiten Gebiete, dessen Befreiung so feierlich verkündet wurde, wohnen über zwei Millionen Juden. Das, was sie längst ersehnten, was ihnen im Laufe des Krieges als das höchste Ziel erschien, dürfte somit Wirklichkeit werden. Mag die Form, in die die hefreiten Gebiete sich politisch ausleben werden, wie immer geartet seih, unter dem russischen Joche werden die Millionen Juden nicht mehr seufzen. Die Opfer, welche die Kriegsereignisse von den Juden Polens und Litauens gefordert haben, sind ungeheuer groß. Aber sie werden nicht Vergebens gebracht worden sein. Mehr als einem Drittel der russischen Judenschaft winkt Preiheit und Erlösung. Statthalter General v. Colard. Ganz unerwartet ist vorige Woche der Statthalter von Galizien, General von Colard, nach kurzer Krankheit gestorben. Nach der Befreiung des Landes von der russischen Invasion ist General v. Colard im Juli 1915 zum Statthalter von Galizien berufen worden, um die infolge der Kriegsereignisse arg in Mitleidenschaft gezogenen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande zu konsolidieren. Schwere Aufgaben harrten des neuen Statthalters, der sich denselben mit großem Eifer und Aufopferung unterzog. Mitten in dieser Regenerierungsarbeit wurde General v, Colard vom Tode ereilt Allgemein wird ihm das Zeugnis ausgestellt, sein Bestmögliches zur Erreichung des Zieles getan zu haben. Den galizischen luden gegenüber erwies sich der Statthalter, so oft sich hiezu die Gelegenheit ergab, überaus wohlwollend und freundlich. Die Gründung des Landes-Zentralkomitees für jüdische Kriegswaisen in Galizien, das über Initiative des verstorbenen Statthalters im Leben gerufen wurde, sichert General y. Colard unter den galizischen Juden ein ehrenvolles Andenken. Prof. Dr. Moses Scharr. Se. Majestät der Kaiser hat mit Allerhöchster Entschließung vom 7. April den Privafcdozenten für semitische Sprachen an der Lemberger Universität, Dr. Moses Schorr, zum außerordentlichen Professor an dieser Universität ernannt. Prof.,Dr. Schorr hat außer einigen Schriften über semitische Altertumskunde auch einige wertvollen Monographien über die Geschichte der Juden in Polen veröffentlicht und nimmt regen Anteil an dem jüdischen öffentlichen Leben im Lande. Cturonilc. Maler David Kohn beim Kaiser. Der Kaiser hat vorige Woche den Maler David Kohn in Schönbrunn in besonderer Audienz empfangen. Der Künstler überreichte dem ivlonarchen die von ihm in Schönbtunn angefertigte Rötelzeichung des Kaisers. Ein anderes t>ild des Monarchen von David Kohn ist gegenwärtig in der Sammlung für den lnvaiidenlonds in der Löwengasse ausgestellt. Der Künstler hat das Reinerträgnis der Reproduktionen Kriegsfürsorgezwecken gewidmet. Wie russische Judenveriolger „bestraft" werde«. Die Qebilfen des Ministers des Innern, die Herren Plehwe und beletzki, wurden, als die verantwortlichen Urbeber des berüchtigten geheimen Rundschreibens an die Gouverneure vom 9. Januar gegen die luden, zwar ihrer Posten enthoben, doch wurde Plehwe unter Beförderung mit dem Titel eines Geheimrats und Hofmeisters zum Mitglied, des Senats. Beletzki. mit einem Jahresgehalt von 54.000 Rubeln zum Gouverneur von Irkufsk ernannt. Auch Frankreich gegen Rußland. Seit einigen Wochen erscheint in Paris eine Halbmonatsschrift in französischer Sprache, „Die jüdische Emanzipation", deren Zfel es ist, die öffentliche Meinung Frankreichs über die Lage der Juden in Rußland aufzuklaren und die Unterstützung der französischen Politiker für den Befreiungskampf der Jaden zu gewinnen. Stadt Verwaltungswahlen in Jerusalem. In .Jerusalem werden gegenwärtig die Stadtrerwaltungswahlen vorbereitet. An Stelle der fünf austretenden Mitglieder der Verwaltung, werden fünf neue gewahrt Seitens der Jaden wurden als Kandidaten die Herren Joseph Eliaschär, Izchak Adass, Israel Porath und Jaakew Walero aufgestellt. Neue Bttdier. „Vom Geist de« Juttearams, Reden und Geleitworte" von Martin Buber, geb. M 3.50, geb. M 430. (Kurt Wolff Verlag, Leipzig.) Gleich allen Nationen und Reichen, die jetzt mit letzter Kraftanstrengung um die Vorherrschaft in der altes Welt streiten, schlagt auch dem unter die Ringenden versprengten jüdischen Volk» zur Zeit eine Schicksalsstunde. Sieb selbst erkennen, seines Weseaa weisenstea Kern arfsase^ nai die Wucsaln seines. Seh», uaeV S—sins, iedeta,. 4» sehen ftnV. offenes* machen, wtö> mehr ak je Pflicht ib» den ia edelster. Speeche geschobenen- Bueh. Martin Bebens erblüh*, der lange «riBleannt« winküche Geist des Jadentunm. Ntchi jener jüdische, Geist, der sieh in. nationalistischen Apologien oder gar ia. den. Schritten der «eiMsaaeteie* RasseBtheoretiker so unrichtig and ehuesnjc dnesteSt; sondern der jB«*oris«he/' Geist des Judentums,, wte et sich ia den Propheten' der Jüdischen Mystik, ür den großen reügiäsen Ern»ör*rn und NenachäsfiuaF irffe» bart„ wird hier zum ersten Mai in: detencher Sassen« dargestellt, lieber aH um die Jodenfrase ddskuäert wird; überall, wo man Seele und Kultur dec YßHeer stndiett, verdient daher dieses bedeutende aare- Banfe' Biiners die gröflie Beachtung und Verbreitung» A. Bar tieften'» »tstTstische- Tablette über aihr Staste* der Erde; XXIH. Jahrgang- 1915: Uebenäehtliche Zu, sairmrensteftarg von Irjegiertmgsforrn; Sraatsofterhstapti Thronfolger; Dynastie, Flächeninhalt; aftsolnter und-'relativer Bevölkerung, Staatsfinanzen (Ermralrmen, Ansgaben, Staatsschuld); Hairdersftetre, Handel (ßnfufrr und Atrsfutrr), Ersenbaftnerr, Telegraphen, Zahl der Postämter, Wert der Landesmünzen in deutscherr Rttctrsmarlc wtd österreichischen Krwseav öewfchte», Längen? und Flächenmaßen, Hohlmaßen» Armee, Kriegsflotte, Landesfarben, Hauptstadt und wichtigsten Orten mit Einwohnerzahl nach den neuesten Angaben, für jeden einzelnen Staat Cht grerttes ffablean <73ilö4 cm). Gefalzt 60 h. — Da in unserer Zeit des aaf das höchste gesteigerten Interesses für die, militärischen und Flotten-Verhältnisse tagtäglich rora ganzen Erdenrund die verschiedensten Nachrichten. zusammenfließen und. dem ZeiüBigsleser aufgetischt werden, Ist es. für jeden ein unabweisbares. Bedürfnis, zum Verständnis aH dieser vorwiegend militärischen, politische», geographischen oder statistischen Mitteilungen einen unter richtenden Behelf zu Hand zu haben. Wie alljährlich ht sämtlichen EiBzelangaben und Zahlen sorgfältig durchgesehen und dem jüngsten Stande der Verhältnisse entsprechend erneuert, ist auch diesmal der XXIII. Jahrgang von. A. liartleben's Statistischer Tabelle — als solch ein Behelf zur . Ausgabe gelangt. Wohl, alle Angaben über Armee und Kriegsmarine, Staatsfinanzen, Handel and Verkehr usw. sind den neuesten, offiziellen Angaben entsprechend. Mit der größten Reichhaltigkeit und der znvcrlissigen Korrektheit verbindet „A. HarÖfiben's Statistische Tabelle" auch ene arigemeai praktische, übersichtliche Anordnung des fiberr eichen IshaltSv wodurch das Auffinden Jeder gesuchte» Angabe Weht und bequem gemacht wird, (A. Hartieben's Verlag in Wien und Leipzig.) vw rrnu-rf1''rrlifrTr wttw^twrttimrMwvM WTiitftffafirwi lyifMf ^<^^i^^^^l^^fg^^^l^^^l^M W Lublinie w marcu r. b. poczat wychodzid w Swiai tygodnik „My £1 Sydowska" bezpartyjne czasopismo, poswie.cone sprawie zydowsklej. Prenumerata wynosi: kwartalnie 3 kor. öO hal. nriesiecznie 1 kor. 20 hal. Adres Redakcyi i Adminfstracyi: Radziwüowska 3 m. 9, Skrxyjaka poeztowa 24. w@sffl@tämy^mtä$Q^ Kundmachung. Die zweiundfünfzigste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Angio-Oesterreichischen Baak findet am 28. April 1916 um 6% Uhr abends im Kassensaale der Anglo- Oesterreichischen Bank (1., Strauchgasse 1) statt. Gegenstände der VerbanxMung: 1. Jahresbericht des Generalrates. 2. Bericht der Zensoren über des Rechnungsabschluß des Jahres 1915 und Be«chinflfassting hierüber. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes pro 1915. 4 Antrag auf Abänderung der Statuten (Artikel 2). 5. Wahl von vier Mitgliedern des Generalrates zufolge Ablaufes Ihrer Funktlbnsdauer. Laut Artikel 30 der Statuten berechtigen 25 Aktien zu einer Stimme. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden eingeladen, ihre Aktien samt den nicht fälligen Coupon» bis inklusive 21. April l i. in Wien bei der Liquidatur der Angto+Qestercetebtscheii Bank, in Aussig, Bodenbach, Brünn, Brüx, Budapest,. Gzernowitz, Eger, Falkenau, Graz, Innsbruck, Karbitz, Karlsbad, Koraeuburg, Linz. Lobositz, Marburg, Marienbad, Pardubitz, Pilsen, Prag, Prossnitz, Saaz, St Pölten, TeplUz» Tetschen, Traut eaau, Triest, Wels, Zaaim bei den Füialen der Artglo-Oesterreichlashen Bank zu deponieren. Laut Artikel 27 der Statuten können Vollmachten nur an stimmberechtigte Aktionäre erteilt werden. Wien, 12. April 1916. Der CSexieralrat. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jenas Kreppe!Bnchdrndteref ^Meftffltrleh", Wien fife." Riiun^hMi^fc 'ifcm»WwttäM\&äii&

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