Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 12 (23.3.1916)
- Date
- 1916-03-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Jüdische KoirespoiMieiME Nr 12. an jüdischen Feiertagen zu veranlassen. Eine derartige Bestimmung soll künftig in die Mietsverträge aufgenommen werden. Personen, denen aus dem Ocschäiftsschlufi am ,->ubbat Nachteile entstellen, sollen Unterstützungen erhalten. Russische Hüchtlinge in Amerika. Zahlreiche jüdische Flüchtlinge aus der russischen Kriegszone sind in Seattle, an der Westküste der Vereinigten Maaten, eingetroffen. Wie die „New-Yorker Stautszcitung" mitteilt, ist die Zahl der Heimatlosen, die in Amerika Zuflucht suchen, ständig im Wachsen begniien: jeder aus Japan eintreffende Dampfer bringt neue Auswanderer. Die Auswanderungskommission ist bestrebt, die Flüchtlinge an der Pazifickiiste anzusiedeln, um ihre Weiterreise nach den Oststaatcn zu verhindern. üie erste jüdische Zeitung in Brasilien. Die seit kurzem von Herrn Josci rlalewi in Porto- Alegro (Brasilien) herausgebene Wochenschrift „Die Menschheit" ist die erste indische Zeitung, die in Brasilien erscheint. Jerusalem im Schnee. Aus Jerusalem wird unter dem 25. Januar geschrieben: Als die Schncewdlkehcn sich dieses Jahr auf den Weg machten, sind sie auf ihrer Reise wieder einmal über das Ziel geschossen und haben auch uns hier mit Schnee bedacht. Seit iiini Jahren hatten wir keinen Schnee mehr hier; und auch damals war es ein außergewöhnliches Ereignis gewesen; wenn man eine Mutter fragte, wann ihr Kind geboren sei, hörte man oft die Antwort: In dem Jahr, in dem es geschneit hat; oder: Ein Jahr vordem, ein Jahr danach. Künftig wird nun diese An der Zeitbestimmung an Genauigkeit eingebüßt haben, denn seit gestern Abend haben wir tüchtiges Sclineegesförber und die heilige Stadt hat sich in ein ehrwürdiges Weill gehüllt. Der Oelberg ragt empor wie ein weißer Riese, selbst die Kuppel der griechischen Kapelle hat über ihren goldenen Glanz die weiße Decke werfen müssen, und der Oelbaum wehrte sieh vergeblich, er mußte seine immergrünen Blätter verzuckern lassen. Ganz ruhig liegt die Stadt unter ihrer weißen Hülle; fast alle Läden sind geschlossen, die meisten Schulen mußten den Unterricht zu ungewöhnlich früher Stunde abbrechen, da die geringe Anzahl der Schüler und Schülerinen der Mühe nicht lohnte; viele Kinder waren wegen unzureichender Fußbekleidung daheim geblieben, aber manche hatten sicli auch einfach nicht in die Kälte hinausgewagt. Jerusalem ist nicht auf einen harten Winter eingerichtet. Nur wenige Häuser besitzen Oeien und die kalten, untapezierten Steinwände, die im Sommer die Zimmer angenehm kühl erscheinen lassen, geben im Winter eine unbarmherzige Kälte. Und doch müssen wir diesem Schnee sehr dankbar sein. Er brachte uns das langersehnte Wasser für die Zisternen, denn der Regen hat dieses Jahr lange auf sich warten lassen und ist nur spärlich gefallen. Und dann hofft man, daß die Heuschreckeneier, diese Hüllen der millionenköpfigen. schlafenden Gespenster, deren Erwachen im nächsten Sommer man stets mit solcher Furcht entgegensieht, erfrieren werden. Und wenn die Schneewöikchen das zustande bringen, dann sind sie uns willkommene Gäste in Jerusalem. Jacob H. Schiff gegen die russische Anleihe. Aus New-York wird gemeldet: Mr. Jacob H. Schiff. Chef des Bankhauses Kuhn, Loeb & Co. ließ bekantgtben, daß sein Haus sich auch an der neuen Entente- Wiener Bank-Verein. Die sechsundvierzigste ordentliche General-Versammlung findet am 18. April 1916, um 11 Uhr vormittags, in Wien, L, Schottenring 2, statt. Verhandlungs-Gegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 4. Beschlußfassung über die Aenderung der §§ 5 und 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß 43 der Statuten. pro 1915 und Beschlußfassung über denselben. 5. Wahlen in den Administrationsrat. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Rein- 6. Wahlen in das Zensoren-Kollegium und den Auferträgnisses des Jahres 1915 (§ 59 lit. c der Statuten). sichtsrat für die Filialen. Nach § 47 der Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst Coupons bei der Gesellschaftskasse oder den sonst hiezu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme (§ 48 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Coupons bis spätestens 4. April 1916 in Wien bei der Liquidatur des Wiener Bank-Verein (I.. n Dresden bei der Dresdner Bank und der Deutschen Schottengasse 6-8), in Agram, Aussig a. d. E., Bielitz-Biala, Bodenbach, Bozen, Brünn, Budapest, Budweis, Drohobycz, Friedek-Mistek, Graz, Innsbruck, Jägerndorf, Karlsbad, Klageiifurt, Konstantinopel, Krakau, Lemberg, Möhr.- Ostrau, Marienbad, Meran, Pardubitz, Pilsen, Prag, Proßnitz, Przemysl, Salzburg, St. Pölten, Smyrna, Tarnow, Teplitz, Teschen, Tetschen, Villach, Wr.- Neustadt und Zwittau bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank-Verein, in Triest bei der Banea Commerciale Triestina, in Berlin hei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank. Bank Filiale Dresden, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank, der Deutschen Bank Filiale Frankfurt a. M. und der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in München bei der Deutschen Bank Filiale München und der Dresdner Bank Filiale München, in Zürich bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein, in Genf bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein, in Basel bei der Schweiz. Kreditanstalt, beim Schweiz. Bankverein und bei der Basler Handelsbank zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Depon-nt mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleizeitig w ird gemäß § 55 der Statuten die Legitimatio.iskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung ausgefolgt, w elche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder deren gehörig iegitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. Wien, den 21. März 1916. Wiener Bank-Verein. Anleihe, die n Amerika plaziert werden soll, nicht beteiligen werde, weil auch Rußland von derselben Nutzen ziehen dürfte und er nichts tun will, was dem tyrannischen Zarenreiche zum Vorteile reichen dürfte. Bar-Mlzwah- Feier. Samstag, den 1. April vormittags, findet im Joseistädttr Tempel VII. Neudeggergasse 12, heim Hauptgottesdienst die Bar-Mizwah des Knaben Heinrich, Sohn Herrn Kantor Josef Grob und seiner Gemahlin Regina statt. Gratulation: Samstag und Sonntag in der Wohnung VIII. Lerchenielderstraße No. 46. Humor. Proteste aus dem Jenseits. König Nabukadnezar von Babylon protestiert dagegen, daß Nikolai Nikolajewitsch als „Nebukadnezar 11." bezeichnet wird. Er, Nebukadnezar. habe wohl Palästina verwüstet und die Juden nach Babylon entführen lassen, aber er führte einen Krieg gegen das Judenvolk und übrigens lies er die entführten Juden in seinem Lande unbehelligt. Nikolai Nikolajewitsch aber hat Galizien aus purer Tyrannei verwüsten lassen und läßt die verschleppten Juden in Not und Elend verkümmern. Moltke protestiert dagegen, daß Joft're der „große Schweiger" genannt werde. Er, Moltke, pflegte zu handeln ohne viel Worte zu machen — von Joffre aber ^ivnosienska banka v Praze Filialen in Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Karlsbad, Klattau, Kolin, Königgrätz, Krakau, Lemberg, Mähr.-Ostrau, Melnlk, Olmütz. Pardubitz, Pisek, Pilsen, Proßnitz, Reichenberg, Tabor, Triest, Wien. Am 2. April 1916 um 10 Uhr vormittags wird im Kassenhofe des Palais der Zivnöstenskä banka, Prag, die 48. ordentliche General-Versammlung der Aktionäre der Zivnostenskä banka v Praze Matttnulcn. wozu die stimmberechtigten Herren Aktionäre hiemit eingeladen werden. Program m: 1. Jahresbericht und Rechnungsabschluß. - Bericht des Revisionsausschusses. 3. Antrag des Verwaltungsrates auf Verteilung des Reingewinnes. 4. Wahl in den Verwaltungsrat. 5. Wahl in den Revisionsausschuß. Jene Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen und welche als solche am 31. Dezember v. J. in den Aktienbüchern der Bank eingetragen waren, können die nach § 12 der Statuten*) zur Ausübung ihres Stimmrechtes erforderlichen Aktien bis, 25. März d. J. bei der Kasse der Bank in Prag oder deren Filialen gegen Empfangnahme der Legitimatioaskartc zur Generalversammlung hinterlegen. Die Bilanz, sowie das Gewinn- und Verlustkonto liegen im Bureau der Bank für die Herren Aktionäre zur Einsicht auf. Prag, am 16. März 1916. Der Verwaltungsrat. *) S 12. der Statuten: Stimmberechtigt in der Generalversammlung sind jene Aktionäre, welche mindenstens 20 auf ihren Namen lautende Aktien besitzen, deren Besitz am 31. Dezember des vorhergehenden Jahres in den Aktienbüchern der Bank eingetragen war. Mit je 20 weiteren Aktien wird je eine Stimme mehr erworben. Die zur Ausübung des Stimmrechtes nötigen Aktien müssen samt den nicht fälligen Kupons acht Tage vor Abhaltung der Generalversammlung bei der durch den Verwaltungsrat bezeichneten Kasse ideponiert werden. (Nachdruck wird nicht honoriert,) hat man bisher keine großen Taten gesehen, dagegen afi-r ziem! ch viel Worte gehört . . . König Eduard VII. protestiert dagegen, daß man den heutigen Krieg als sein Werk bezeichne. Er hat wohl die Eitikreisungspolitik gegen Deutschland arrangiert, zum Kriegführen jedoch hätte ihm sicherlich der Mut gefehlt. Bismarck protestiert dagegen, daß gewisse Politiker si:!: auf ihn in Bezug auf die deutschen Kriegsziele berufen. Würde er heute leben, so müßte er sich die ungebetenen Ratschlage'dieser Politiker ebenso verbieten, wie er es anno 1866 und 1871 getan hat. Englands Seeherrschaft. Die englische Admiralität hat beschlossen, nicht früher zu ruhen, bis nicht der Leviatan die englische Seeherrschaft anerkennen wird. Als dieser davon vernahm, meinte er: ..Die ganze englische Flotte müßte zuerst auf den Meeresgrund ruhen, damit ich mich von ihrer Größe überzeuge, sonst imponiert sie mir nicht." Essad Paschas Forderungen. Essad Pascha hat an die Entente die Forderung gestellt, den Königen Albert, Peter und Nikita gleichgestellt zu werden, da er ebenso wie diese aus seinem Lande verjagt wurde. Er erhielt darauf die Antwort, daß zunächst Valona erobert werden müßte . . . Gesucht werden amerikanische Bürger für Reisen auf bewaffneten Handelsdampfern. Großes Honorar. Offerten an Lord Balfour, London. Ausverkauf. Eine große Anzahl außer Mode geratener Parteiprogramme, politischer Schlagworte, Wahlreden etc. werden als Makulatur billigst abgegeben. Offerten an die diversen Parteien und Politiker. ^lii>»ii|iiiiii||Miiiiiin<iitiiiniti|iii»irjiiiiiiii]iiii Miii!Mjininiiti|itfiiitfnmrntnnnn<"ii|fmTniTtnTti||nfrit||m I hdb hv "icr f | Weißo, Rotweine, als auch Szamorodnsr Tokajer ] f kauft man am besten bei M, if ffuiiiyiuuuiiuiiiHuiiy, ll'iiiillllimllllimlllliiiilllliiiillllmillllmilllliiiillllim <$tmummmw9,jmMkmM-i&JW w/ixom üttf.ö Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppe). — Buchdruckerei „Melantrich", Wien Praanergas«e 6.. (Verantwortlich S. Qrtiahut)