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Jüdische Korrespondenz · 1916-03-02 · 9 (2.3.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
2 (1916)
Issue
9 (2.3.1916)
Date
1916-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Jtldlsche Korrespondenz Das jüdische Referat im Kultusministerium. Der Hotrat im Unterrichtsministerium Dr. Sigmund i'ila t, Reiercnt tur administrative und streitige israelitische Kultusangelegenheiten, tritt demnächst in den Ruhestand. Hofrat Dr. Pilat hatte auch die Aufsicht über die Israelitisch-! heologische Lehranstalt m Wien, den Israelitischen Rehgionsfonds für Oalizien und die Bukowina sowie über die Agenden der Baron Hirsch-Stiftung zur Forderung des \olksscliul-Unternchtes in Oalizien und der Bukowina. Dem \enielimen nach ist der Sektionsrat desselben Ministeriums Dr. I haddaus R i 11n e r, der bislienge Reierent für gahzische Kiiiistangelcgenheiteu, zum Nachfolger des Hotrats Dr. Pilat ausersehen. Zum neuen russisch-amerikanischen Handelsvertrag. In der amerikanischen Oeftemlielikeit machen sich in der letzten Zeit Bestrebungen und Wunsche bemerkbar, die darauf hinausgehen, den vor etwa vier Jahren aus bekanntein Anlaß aufgehobenen Handels\Lrtiag zwischen Amerika und Rußland wieder zu erneuern. Die amerikanisch-englischen Zeitungen vom ,?(). Januar wissen sogar aus sicherer Quelle zu berichten, daß bereits oftrzielle Verhandlungen 'zwischen Amerika und Rußland m dieser Richtung gepflogen werden, und daß der neue Handelsvertrag binnen 1—2 Monaten zu erwarten sei. Es wird dabei ausdrucklich hervorgehoben, daß die Initiative diesmal von Rußland ausgeht, das infolge der besonderen Verhältnisse in gesteigertem Maße aut Amerika angewiesen ist. Demgegenüber wird auf judischer Seite mit allem Nachdruck dahin gewirkt, daß der Handelsvertrag nicht eher erneuert werde, bis Rußland die ursprungliche Forderung der amerikanischen Regierung bezüglich der Anerkennung der Passe amerikanisch-indischer Burger erfüllt hat. Diese Bemühungen von judisch-amenkamscher Seite hatten nunmehr den Erfolg, daß das „Chamber of Commerce des Staates New York, das am 3. Februar eine Resolution betreffs Abschheßung von Handelsverträgen mit, Rußland, Nicaragua und Columbia faßte, zugleich einen Beschluß bekanntgab, demzufolge der Vertrag mit Rußland nicht eher abgeschlossen werden durfte, bis Rußland die amerikanischen Juden in ihren Rechten den anderen amerikanischen Bürgern gleichgestellt habe. Warnung von Emigration nach Holland. Das Haager Komitee für die jüdischen Flüchtlinge schreibt uns: Der Strom der jüdischen Flüchtlinge nach Holland wird so überaus groß, daß die holländischen Komitees außer stände sind, die notige Hilfe zu leisten. Es muß bekanntgegeben werden, daß die Reise nach Holland in den meisten Fallen zwecklos ist, da hier keine Arbeitsinoghchkeiten vorhanden sind und die Fluchtlings-Komitees. wenn sich der Strom der Flüchtlinge in diesem Maße vergrößert, nicht langer im Stande sein werden, Milte zu leisten. Chronik. juuiseues iviuseiiui in uuuapest. Giinung ues uiiganseii-judisciicii IVl Goldbrokate, Bundes i Ausscniiiü der Ausländer. wurden auch kunttigmuaii den bayerischen iloch- :he oder deutsche Studenten darunter leiden wür- : Dishengcn huheren Gebuhren tur die Ausländer :docli beizubehalten. Oer Zudrang kotine aucli die uesenrankuug der Zahl von Angehörigen em- Nationen notwendig machen. — Das sticht un- Uie „Alliance* rrage in Deutschland. Zweig verein Worms der ,.AÜiance lsraelite Uni- -, der etwa 1ÜU Mitglieder zählt, beschloß dem uug, weil er ein entrate in Paris, die vor einiger Zeit eine deutschlemdhche Gesinnung kundgegeben hat, auch nach dem Kriege tur unmöglich halt. Gleichzeitig w urde ein Zweigverein der neugegrundeten „Ueutsch-israelmscU-osmamschen Union ins Leben geruien und den bisherigen Mitgliedern der ,.Alliance der gememscliattliche Beitritt empföhlen. > Zusammenarbeiten i Von den jüdischen Volksschulen i Polen. Polen, wird t seit. Rituelle Kost für Soldaten.; Miskolcz wird geschrieben: Feldrabbiner Heritrausz hat an das Kommando des Ersatzbatail- Der jüdische Religionsunterricht hat nach der Verordnung das religiöse Geruhl zu wecken, die judische 1 radition lebendig zu erhalten und Liebe zur judischen Vergangenheit den Kindern einzuprägen. Judische Eigenart und bisherige Entwicklung des Judentums sind im Religionsunterricht zu berücksichtigen. Der Grundwahrheiten der Religion, die wichtigsten jüdischen Religionsquellen, judische Oeschichte und judische Gebrauche sind mit den Kindern zu betrachten. Es sind demnach zu lehren: Hebräisch, Bibel und nachbibhsche Geschichte, Pfhchtenlehre. Das Hebräische wird schon auf der Unterstufe unterrichtet. Die Kinder sollen so weit im Lesen geübt werden, da« sie leichte Stücke aus der Bibel. Gebete und Abschnitte daraus ubersetzen können. Auch die notwendigsten Kenntnisse der hebräischen Grammatik werden übermittelt. Die Kinder lernen auch hebräisch Schreinen. Es wird terner genau bestimmt, welche Gebete die Mndev zunächst zu lernen haben, wobei den religiösen Gebrauchen zu Hause und dem olfenlichen Gottesdienst der Ostiudcn Rechnung getragen wird. Die biblische Geschichte wird ebenso schon auf der Unterstufe gelehrt. Die Kinder lernen zunächst in Einzelbildern, spater — aut den oberen Stuten im Zusammenhange die Biblische Geschichte bis zur Ruckkeher vom Babylonischen Exil, die Zeit des 2. Tempels, das Wichtigste aus der späteren Zeit des Judentums, möglichst In der nachbiblischen Geschichte sind hauptsächlich die Geistesheroen des Judentums zu berücksichtigen, wie z. B. Hillel. Rabbi Akiba, Maimonides u. a., wie auch das jüdische Märtyrertum des Mittelalters. Äui den Gescaichtsuaterricnt kommt die Verorunung ner aucn noen in s o zurück, in dem ausdrücklich gegi wiru, daß die Mnder uie wichtigsten Vorgange aus mustergültigen Weise regen, ist ein sciiö- Vorsorge, tue die deutsene Z-ivitverwai- Gebiete angedei- Aus RuBlawL Mitte Februar beginnt die Evakuierung mehrerer tausend jüdischer Flüchtlinge, die in Minsk konzentriert sind. Die erste Partie von ^üuü Flüchtlingen wird aui uobruisk, Borissow und Retschiza verteilt werden. — wie wannsmnig die russischen Behörden in ihrem Bestreben sind, die neueste Verordnung betreffs Verbot der jüdischen Presse uurchzuluhren, zeigt tolgendes: In uüessa lanü ein juaiseh-Suerarischer Abend statt, an dem maiik sicn mit Kezitationen eigener Werke beteiligen some. uie i^onzei verbot aber dem Dichter, seine Werke im Hebräischen vorzutragen und er muüte sicn der russiscnen uebersetzung von Jabotinsky bedienen. — Sogar der Vorscmag eines alten Raw, die raboimschen Autoritäten zu tragen, ob angesichts der Not der Zeit den judiscnen riucninngen der Genuli von Erbsen UKitnijotn ) am fessach gestattet sei — ein Vorschlag, der ein regelrechtes Stuck der Responsenhteratur darstellt — rituute m russischer Spracne m der „Jewrejskaja Neue üuener. erschiedener Autoren enthalt, un-;uner, Dr. t riedemann, Nacnui.i Meiamed. Abramsen, Jenojosch, aven lieuiii, „jNacu Osten!" 16Z Seilen, zi Abbildungen uo i-noiogiapiuen, i Zeichnungen), reidpostausgaoe 1 M. Leipzig, F. t\. Drocknaus. — Derseme tapiere unsern verblendeten Gegnern das „Vom in wallen" ais tur die ivuliuriiussion der gesamten germanischen Welt ui die scmaiikeii! xr hat im vorigen Jahre mehrere Monate lang die usttront bereist, die deutschen, osterreicniscnen und ungarischen Armeen von Memei bis Gzernowitz kennen gelernt, mr Leben und ihr Kampten studiert, mit mren heerluhrern als Ereund verkehrt, die Schauplätze aner großen Kriegsereignisse besucht, den Zcrstorungsweg der moskowitischen Soldateska mit Entsetzen verioigi und zuletzt den Siegeszug der verbunueten Armeen bis m das Herz Rußlands hinein mitgemacht. Was er aui dieser zweiten Kriegstahrt erlebt und gesellen, was er aus den gewaltigen tindrucken an neuen Ergebnissen uoer Wesen und Ziel des uns autgedrungenen Krieges gewonnen hat, das tritt in seinem ouche „Nach Osten!" an die Öffentlichkeit. Reicher noch und vielseitiger ais in seinem ..Volk in Waffen" ist in diesem Werk die f-ulle der latsachen und Beobachtungen, der Begegnungen, Schilderungen und Gesichtspunkte, ungle.ch langer die Eront und weit dramatischer der Gang semer Erzählung, die ihn von den Verwüstungen der Kosaken in Ostpreußen in fortreißendem Crescendo zu den Höhepunkten des Krieges gegen Rußland, nach Przemysl und Lemberg, nach Warschau, Nowo- Georgiewsk und Brest-Litowsk fuhrt. Heinrich Heine, „Der deutsche Jude". Von Max Fisener. 1916, Stuttgart und Berlin J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nacittolger. — Ein höchst aktuelles Buch angesichts der lebhatten Diskusion über Deutschtum und Judentum, welche gegenwartig die deutsche und die ludische Oeftenthchkeit so intensiv beschäftigt. „Lembergs politische Physiognomie wahrend der russischen Invasion". Erinnerungen und Betrachtungen von Prot. Dr. Marzeli Ohlamtacz, Lemberg. Verlag von Rudolf Lechner & Sohn in Wien, 1916. — Die Russentage in Lemberg haben bereits eine ganze Literatur geschahen, zu der das vorliegende Buch gehört. — Der Autor hat die russische Invasion miterlebt und im dortigen Leben wahrend dieser Zeit sowie gelegentlich der Befreiung der Stadt eine gewisse Rolle gespielt. Seine Schritt enthalt überaus interessante Er.nnerungen und Betrachtungen, welche ein drastisches Bild von Lembergs politischer Physiognomie wahrend dieser zehn Monaten widerspiegeln. „Nord und Sud". Eine deutsche Monatsschrift, herausgegeben von Prot. Dr. Ludwig Stein. Vierzigster Jahrgang, Marz 1916. Schlesische Verlagsanstalt S. Schottlander, Breslau. Aus dem reichen Inhalte dieses Heftes sind besonders nachstehende Artikel erwähnenswert: „Zur trage der wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland, Oesterreich und Ungarn" von Graf Albert Apponyi. „Was das Qrünbuch nicht erzählt" von Graf Voltolini. „Der Geist der russischen Politik" von Dr. Hugo Schmidt. „Athen" von Legationsrat Dr. Jenztsch. „Der Krieg im Volksglauben der Germanen" von Myrrha Tunas, etc. etc. „Rundschau". Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppet. — Buchdruckerei „Melantrich", Wien IX., Pramergasse 6. (Verantwortlich S. Grünhut).

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