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Die Stimme · 1938-03-04 · Heft 740 (4.3.1938) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 740 (4.3.1938)
Date
1938-03-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Wien, Freitag, den 4. Hin 19«. — Nr, 740. ZeetraifriMitMt. uMMai!« wyn-Mayer anzutreten, ahnte sie nicht, wie rasch eie Karriere machen würde. Wenige Tage nach ihrer Ankunft in Hollywood erhielt sie die Rolle von Eieanor Poweli« vertrauter Freundin io deren neuem musikalischen Groß- LnttspM „RosaliV’. Die weitere Hauptrolle in „Rosalie“ ist mit Neteon Eddy besetzt. Der Film erscheint demnächst in Wien. Er ist wieder da... Er ist wieder da, Tyrone Power, Hollywoods begehrtester Liebhaber, ate Partner "der reizenden Sonja Hcnie, schönen Olympia,siege,rin, in dem spannenden Liebeiroman der 20th Century-Fox .,Hoheit flirtet“, der neben herrlichen cohlagerüedem und grandiosen- Bildern vom ..Russischen Ballett" eine Reihe neuer Trick* auf Schlittschuhen und Skiern bringt Ein neuer Tonfilm aus Palästina. 10 und H12 Uhr vor rlen 6. - . Flieger-Kino, Ueohtensteinstraße 37, die Uraufführung eine« neuen palä- Mtinenstechen Tonfilms: „Werdende Welt — eine Palftstina-Rovue“ statt. Dieser Film enthält an Hand einer direkten Reportage in laufenden Bildern der „Carmel-Wochenschau“ ehren Überblick über das Aufbauwerk in Palästina und die aktuellen Ereignisse der letzten Zeit. Im Unterhaltungsteil singt der berühmte Opemtenor Joeef Gotland (früher Berlin) und die Theatergruppe „Matate“ (Tel-Aviv) spielt einaktige Zeitsatvren. In den Film, der in hebräischer Sprache mit deutschen Zwischentiteln läuft, sind außerdem vieie neue Palästinatieder eingeetreui. KINOPROGRAMME Vom 4. bis 7. Mint IMPERIAL-KINO V.1 ROTEKTURM R29,.69 Brrol Plynw, *on Blondell in: Ein Mann, wie man Ihn wünsdit Bouton: S*. %«, 040 KINO KERN im Prater SCHWEDEN A 49-6-60 flNHkHt 6 1» Ift' HU LE0P01DSTÄDTER VOLKSKINO II- RottuterngasM 7 t TeL R 49-0-23 „Die Lfigc der Nina Petrowna" wfi inq.kiNO «»»«#•*»■•»• nCUVJ*MnU Der stärkste jid lache II., TtborslftBt SO film der Gegenwart Tftlephoa R 41 707 Beginn: VA VA V40 Uhr NE8TR0Y-KIN0 f|Dybllk## fff.£!'?'.fS2 34 in Jiddischer Sprache Beginn? VA V«6 VA V*10 Uhr »lt deotsohe» FttÖ REMBRANDT-KINO j e1 ä^laiönsJd8'n SÄli“ KINO TE6ETTHOFF tm «eaetaneni eia Pratomem lolepftöR H4‘ “ “ H. Öaur, F. Roaay, M. Bell, Raimu in; nVN CARNET OE BAI*' Beginn bei diesem Filio: WocDvnUg ^6, 7, Uhr r i natlich"S 170. vierteljährlich S 4.80, halbjährig S 0.30. ganzjährig S 18. Pfir dai Ausland: Viertel Jährlich: Deutschland RM 3.50, Tschechoslowakei K6 28.—, Jugoslawien Dinar 50.—, Polen Zloty 6.50, Ungarn Pengö 4.80 Rumänien Lei 200.—. übriges Ausland: Schweizer Franken 5-50. Postscheck Konto: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230. Jugoslawien Nr. 40.879. Redaktion und Administration: Wien, I, Marc- Aurel Straße 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktionsschluß Sonntag. Dienstag und Donnerstag vormittags. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zio ntetisoher Landesverband für Österreich. Wien. L, Marc-Aurel Straße 5. — Verantwortlicher Redakteur: Robert Polower. Wien, l., Maro- Aurel-Straße 5, — Druck: Vernav A. G., Wien, IX, Canistusgasse 8—10.!LB KIIRBISTIAAE Alt« Purimgediehte n Gustav Jacobson. Wie es ja mich dm Purimfest euch lehret, Daß Gott in höchster Not am nächsten 2. Die wir um freu'n o m SometUiekt In diesen gold'nen Tagen,, Vergessen wir der Ahnen nicht, Die schweren Druck getragen, Wir (lenken treu am sie zurück, Die m der Zeiten Schwere, best hielten an dem Lebensglück Der reinen Gotteslehre. Und uns erhebt des Buches Geist, Wenn wir darinnen lesen, Sein Inhalt deutlich um beweist, Wie Gott uns Schutz gewesen. Und droh’n die Feinde noch so sehr, Wir brauchen nicht nt zagen, Das sei des Purimfestes Lehr1, Noch in dm spätsten Tagen. S. Durch die Jahrhunderte geschritten. Von Land zu Land, von Staat zu Stadt, Ist Israel und. hat erlitten, H «.s noch kein Volk erlitten hol Dem einen Haman folgten viele. Die alk bis auf diese Zeit. Sich nahmen Israel zum Ziele Für ihre Rachsucht, ihren Neid. Sie sind vergessen, werden modern, Schon lang im Staube, wenn noch hell Und rein der Liebe Flammen lodern Zu seinem Gott, in Israel. Daß die'-es h'tt'i hi »ich zusammen Nicht sinke, nehmt's in eure Hut. Laßt nicht ersterben seine Fb.wi.-ncH Und, nicht erlöschen seine Glut. Dann mögen immer neu entstehen Die Harmin haß- und nekldurchglüht, Sie werden schwinden und vergehen. Wenn Juda herrlich noch erblüht. Martin Bubers 60.Geburtstag j und mit ihr den Ckassidkmtifc. Nachdem ' er einig*.- Jahre tüchtige und wichtige i Parteiarbeit getan, Reden gehalten, Ar-! tike-1 geschrieben und die größte zionteti- 1 echt- Zeitung redigiert hatte, wetzte er I sich fünf Jahre hin und tat kaum etwas | ander« ate lernen, lernen, lernen: vor! allem Hebräisch, Bibel, Midrasch, Chae- ' aidisehes. Aber aus diesem Lernen erwuchsen nicht nur jene chaesidißoken Bü- | eher, von denen ich euch schon kurz ert zählt habe, sondern etwa« noch Wich- | tigeraß: eine neue Auffassung des Ziontet nuis und des ganzen jüdischen Volke- 1 turne. Sie ist, Bubers zweites großes Stück I jüdischer Volkeaibeit geworden und ge- | blieben. i Er hat nämlich zwei große Erlebuisee j und Gedanken aus dem niaesidtemus auf den Zionismus angewendet: daß Zionismus etwas mit. dem lebendigen jüdischen Volke tm tun haben müsse, nicht nur aus Fahnen tn.d Füchsen — so wichtig sie sind — oder a.uß Ven-ansmJungen und Kongressen -- so unentbehrlich sie «ein mögen! — ja nicht einmal ausschließlich ans der Besiedelung unseres Landes bestehen dürfe. Daß es also keinen Zionismus geben könne ohne jüdische Kultur und jüdische Bücher uni Verlage, Zeitschriften, BüderaueateUtrugen, Theater, Schulen und Lehthäuser; uni zweiten daß jenes Judentum, das der Zkmtemi wieder kennerJernen und mit dem er «< aufs neue verbinden muß, selbst j wiederum nicht nur aus Beten unJ j Lernen bestellt., sondern aus etwas vü! Größerem, dem rechten Beten un Lernen, Dienen und Helfen, aus der Vi* wirklichung von Gottes Gerechtigkeit zwischen den Menschen, in ihrer echt« Geint inschaf t. Was die Ghaesidim in ihrem Stübsi für die Stunde des Gebetstanzes vollbringen, wenn eine Hand die andere faßt und alle Unterschiede im Rausch der Gottesfreude zerschmelzen, das muß eit, neue« Menschentum und vor allem ein neues Judentum zum Grund seines täglichen Lebens machen. Wo aber wäre das nötiger und möglicher als ii Lande Erez Israel? Wie aber sollte es g( sebfthen als durch Arbeit nicht um dr Erwerbe:, sondern um der Gemeinschaft willen, und iu der Guneinscbaft getan' Durch wen andere sollte es vollbracht werden, ale durch den Träger der ns Arbeit, im alt-neuen Lande, durch den ChaLuz? n. Da* ist «ein erstes großes Stück jüdischer Volksarbeit gewesen und geblieben, Er konnte es so gut tun, weil er; selbst em aus Ost und West gemischter: Jude kt Iu Wien geboren, hat. er seine! wichtigsten Kinder- und Jngendjahre auf dem galirischen Gute seines Großvaters dt* großem Gelehrten und Midrasch forschere R. Saiomon Bubers. verbracht, der selbst zwar ein frommer Mann, aber kein „Chaesid“, sondern ein Aufgeklärter war, jedoch dem Kind erlaubte, sich das Betstübchen und den Rebbe der Chassidim oft atvzusehen. Damals fiel ein Keim i« Hm des Knaben Martin, und später hat er dann sehr viel gelernt, der Keim schoß hoch, ward zum Baume, dessen Früchte Bubers viele und schöne ehassidisehe Bücher sind: Märchen und Erzählungen zuerst, kurze Geschichten und Sprüche später, Erklärungen und Deutungen zuletzt. Was aber hat den Keim wieder geweckt und zum Sprossen gebracht? Es war, ihr werdet euch wundern, etwas, das gar nichts mit Chassidim und Betstnbon zu tun haben schien, nämlich: der Zionismus, Theodor Herzl, der Kongreß, die Keubesiedlung Palästinas. Diese Bewegung ergriff den damals 20jährigen Wienet Studenten. Der Ruf Herzls: „Wir sind ein Volk, ein V o 1 k!“ erreichte auch ihn und rettete ihn vor dem Schicksal in einer fremden Gemeinschaft nnterzatauchen, die ihn bpäter ausgestoßen hätte. Er brachte eigentlich nichts Neues, sondern erweckte nur Vergessenes zu neuem Leben, seine jüdische Jugend —?rras nria nrn Wer lernt mit uns Hebrffisc&? 13. Wie alt Ben kama B'3St> TOS ja bist du? schanim atah? "r T" v?nn$ leb ver- Ans marwiach ,TBT PrtS diene 108. assarah Schil- TT '! lüig. ,S'W 15. Hast du Atah ohewoti? f'PIK 3,1‘x rtng mich lieb? ‘ " T Ja, sehr. Ken, meod. sieht man auch, wie jüdisch er empfindet. Dieses Büchlein kann ich euch wirklich wärmetens empfehlen. (Für Kinvon 9 Ws 13 Jahren besonders geeignet.) „Jüdisches Jugendbuch“ von Emil Bernhard Cohn. Es gibt von diesem Buch schon mehrere Bände, von denen ein oder der andere Jahrgang leider schon vergriffen ist. Aber wer sich ein solches Buch verschaffen. kann, soll es nicht verabsäumen, Ihr findet darin Erzählungen der jüdischen Geschichte und Berichte aus dem heutigen Palästina. Erläuterungen jüdischer Bräuche und Belehrungen über die jiddische Sprache und Dichtung, Gedichte und Räteei und auch einzelne Theaterstücke, die sich gut zur Aufführung eignem (Für Kinder von 8 Jahren an.) Briefkasten Heinrich Rattner: Vielen Dank für die chöne phantasievolle Einsendung. Rückporto brauchst du nie beizulegen. Na: Purim werde ich den Aufsatz veröffentlichen. BeBt-e Grüße! Berthold Göttlich: Deine Rückänßerung gefällt mir außerordentlich. Platz zur öffentlichung ist leider erst nach Purim. Wegen der hebräischen Korrespondent schreibe, bitte, hebräisch an die Kinder zeitung der Zeitschrift „Dawar“ in Jeruea lern; du wirst gleich Antwort erhalten Deine hebräischen Spraehkenntnisse be wundere ich sehr. Willst du uns nicht einmal eine kleine kurze Einsendung in dieser Sprache schicken? Herzliche Grüße! Berichtigung. Tn der Kritik über „Die Jause der ,K,inder-Stimme‘ “ ist bedauerlichere eise ein DrucisfeUer unterlaufen. Es muß heißen: „der bekannte Amateur - Zauberer“ statt „Amateur-Zeichner“, Nr. 2. Silbenrätsel Von Rudolf Weinberg a, a, bat, dem, di, di, de. e, e, e, e, er, ge, ge, be, kan, kwu, ma, na, nau, ne, ni, ny, ri, ri, sab, so, ether, them, f.ik, wen, zaä. Aus vorstehenden Silben sind Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: Umzäunung. 2. Jüdische Frauen,gestalt. 8. Herrschaftsgut. 4. Stadt ln Armenien. 5. Schiffahrt (fremdsprachig). 6. Stadt auf Kreta. 7. Oper von Verdi (i j). 8. Fluß in England. 9 Kopfschmuck. 10. Aitgriechische Rachegöttin 11. Jüdischer Ruhetag 12. Siedlungsform in Palästina. Lieet man die Anfangs- und sodann die Endbuchstaben hintereinander von oben nach unten, so ergibt sieh eine für alle Juden wichtige und heilige Forderung. Wer kann zeichnen? .Ute -ja Bücherecfce „Die Zauberdrachenschnur“ von Ludwig Strauß. (Schocken-Verlag.) Ein entzückendes, modernes Märchenbuch, eigentlich schon für größere Kinder, in einem schmalen, roten Pappband. Es ist gleich, ob man die Geschichte vom Gernegut und »einem Wecker, von der Zaubordraahensehnnr, oder die vom Riesen Anakia in der Bergwüste Juda liest, ein Märchen ist schöner als das andere. Der Märchendichter hat nicht nur jüdische Motive gewählt, sondern an dem

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