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Die Stimme · 1938-02-28 · Heft 738 (28.2.1938) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 738 (28.2.1938)
Date
1938-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Montag-Ausgabe *Dk Dies«« llstt Ist al> 4 Ufer nachmittags bei den Kolporteuren erhältlich ^Stürmte Nr. 73® JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Montag, *8. Februar 193m *7. A*ar L fHt U. Jahrgang ©fe gute alte 3eit (äänsahäutel, Hoor.strahlbrunnen, Prater, Stummer Film, Cancan Im „Maxim“, Zirkus 1900, Deuwchmeteterkapelle, Untergang der „Titanic“ uew., usw. mit Unus, die „Neue Welt“-Sensation, Crockers Wunderbaren, den akrobat Clowns 5 Mendez und wetteren sechs Starattraktlonen 300 Kostüme RONACKER ront für Österreich Aus dem Kreis der großen Probleme tritt immer schärfer die österreichische Frage hervor. Sie beschäftigte die Pariser Kammer in besonders weitem Ausmaß und es ist von Vertretern der verschiedensten Parteien die Überzeugung ausgesprochen, daß Frankreich im Interesse seiner Existenz für die Unabhängigkeit Österreichs sich einzusetzen hat. Im englischen Unterhaus sind Anfragen an die Regierung gerichtet worden, die im Hinblick auf die Änderung des politischen Kurses sehr besorgt ausgefallen sind. Von großer Bedeutung ist die Haltung der italienischen Presse. Sie hat aus der großen Staatsrede Schuschniggs die auf. di« Unabhängigkeit bezüglichen Stellen herausgehobea und so ihre Leser auf diese Seite der Angelegenheit aufmerksam gemacht, während die italienische Regierung weiterhin Zurückhaltung übt. Das ist daraus zu erklären, daß die Mitteleuropafrage in den Komplex der I pir °,}ie England aufzuklärenden Proj 1938 b Wieder Palästina-Debatte Im Unterhaus Einwanderung und Wirtschaft London, 26. Februar. (JTA.) Im Unterhaus fragte Abg. A c 1 a n d den Kolonienminister, wie viele Juden deutscher Nationalität seit März 1933 aus Palästina zurück n ( u t s c h 1 a s g e w 1 wurden. Minister 0 r m s b y-G o r e: Während der Jahre 1934/37 wurden 26 deutsche Juden au3 Palästina ausgewiesen, und zwar 22 wegen Vergehens gegen die Einwandeningsbestimmungen und vier wegen anderer Vergehen. Abg. Acland fragte, ob der Minister die zuständigen Stellen darauf aufmerksam machen wolle, daß eine Ausweisung nach Deutschland eine viel sc' Strafe sei als Ausweisung an sich. Ormsb y-G o r e erwiderte: Das Mandat verpflichtet uns, die Einwanderung zu kontrollieren, und tatsächlich hat eine starke illegale Einwanderung nach Palästina, stattgefunden. bleme einbezogen wird und Mussolini lieber im Akkord mit England Vorgehen will. Daß Rom nicht uninteressiert beiseite stehen kann, ist selbstverständlich. Nicht allein wegen der unausweichlichen psychologischen Wirkung auf Südtirol, sondern wegen der sich anbahnenden Hegemonie Deutschlands, die der Botschafter Papen mit dem vielsagenden Ausdruck „Common wealt“ umschrieben hat. Eine Absorbierung Österreichs würde ein scharfes Licht auf den Weg nach Triest werfen. Italien Wauchope, der kann, weltpolitisch gesehen, von Mitteleuropa abgedrängt werden. Es ist in Spanien festgebunden, steht im Mittelmeer in einer, wenn die Londoner. Besprechungen mißlingen, fast ewigen Feindschaft mit England, die ihm die Verbindung mit Libven und Abessinien, wo es eine 180.000'Mann starke Armee aus der Heimat versorgen muß, erschweren kann, und hat außerdem das Mißtrauens Ägyptens gegen sic-h, was wieder auf die Stimmung der arabischen und islamischen Welt drückt. Auch die Regierungen Ungarns und Jugoslawiens sehen den Zustand in Mitteleuropa mit nicht weniger als freundschaftlichen Gefühlen an. Sie haben ansehnliche deutsche Minderheiten, die schon seit Jahren unter nationalsozialistischem Druck stehen. Diese, inneren Strömungen würden jetzt einen neuen Auftrieb erhalten und immer neuen Anreiz für auswärtige Interventionen und Einmengungen bieten. Die Stimmung in der Tschechoslowakei ist bekannt genug. Es zeigt sich, daß die in Berchtesgaden eingeleitete Entwicklung durchaus nicht als Angelegenheiten . einer Familie, wie dies der Außenminister Ribbentrop formuliert hat, gelten kann. Sie läßt sich nicht auf diesen Raum lo- Die Immigranten-Zahlen Generalmajor Sir Alfred K n o x fragte den Kolonienminister, ob er die in den Jahren 1935/37 autorisierten Quoteu für jüdische Einwanderung in Palästina nennen könne, und ob er eine Schätzung der Zahl der in diesen Jahren illegal Eingewanderten. geben.könne. .... Ormsb y-G o r e erwiderte: Vor 1. Ausrust 1937 waren nur Arbeitereinwanderer Beschränkungen durch Quoten unterworfen. Durch die politische Erklärung vom Juli 1937 ist die jüdische Gesamteinwandeallen Kategorien auf 8000 Personen Zeit vom August 1937 bis März .-orden. Die jüdische Gesamteinwanderung nach Palästina betrug 1935 61.854 und 1936 29.727: davon waren 27.729, beziehungsweise 11.477 Arbeitereinwanderer mit ihren Angehörigen. 1937 betrug die jüdische Gesamteinwanderung aller Kategorien 9.837, aber Ich i diesen kann nicht sagen, wie viele Arbeitereinwanderer waren. Auf eine längere Frage Wedgwoods erwiderte Ormsby-Gore: Am 16. Februar befanden rieh in Palästina 31 Juden — 15 Männer, 8 Frauen und 8 Kinder — wegen illegaler Einwanderung in Haft Oer stärkste JBdlseh* Film dar Gegenwart! Dir gewal Igste Stoff Io vollendeter Seotnttong I Das mens ~hl)eh«te Thema la der packendsten Darstellung' ... Der erate kiins'lerlaohe Film In jiddischer Sprache! Eine HBohstlelstung des Filme überhaupt! Der Milk in jiddischer Sprache mit deutschen Fußtiteln mit Muni HorewsH’, A. Samberg, Liü LlS!ana,H.', Ipman, DiniMent, H.BozyR G.Leirberger, L LebsoIJ, S. Landau n. o. Künstlerische Leitung: Unlversltütsuro essor Or. Majer Ballabaa Musik: Henoch Krim — Tempelgesang: Gerazon Slrota — Tanz: Judith Berg Uraufführung ah Dianstag. 1. Mim HEUOS-K NO NESKOMIi.O II. Taborstraße II. Praterstraße hat; diese eure schöne nationale Hymne wird mir immer in den Ohren klingen.“ Eine Wauchope-Brilcke Vom Stadthause begab sich der I Tel-Aviv, 27. Februar. (JTA.) Der Bürgermeister von Tel-Aviv, Dr. Rokach, gab im Stadthause zu Ehren des scheidenden Commissioner General Sir Arthur März Palästina verläßt, einen Empfang, zu welchem sich sämtliche Mitglieder des Stadtrates, die Leiter der verschiedenen Organisationen und Institutionen von Tel-Aviv und zahlreiche Bürger einfanden. Auf die Begrüßung durch den Bürgermeister erwiderte Wauchope mit einer längeren Rede, in welcher er des verstorbenen Gründers und langjährigen Bür- Am gleichen Datum befanden sich 21 Ju-( Commissioner an den Fluß Jarkor den, nur Männer, unter dem Verdacht, den Grundstein für den Bau der seinen Vergeltungsakte begangen zu haben, in Namen tragenden Brücke legte. Der Haft. j Feier wohnten zahlreiche Vertreter der Zwischen Jaffa und Tel-Aviv Sta(lt Tel-Aviv und Delegationen der verschiedenen Institutionen des Jmchuw bei. Thos. Williams lenkte die Aufmerk-1 Nach Tei-Aviv besuchte General Wausaonkeit des Kolonienminteters auf die folchope die Stadt Haifa, wo ihm zu Ehren gende Taatsaoh«: Ate gewisse jüdische eine Abschiedsfeier veranstaltet wurde, Kaufleute in Vorstädten von Tel-Aviv sich welcher alle Teile der Bevölkerung von kürzlich um Munizipal-Lizenzen bewarben, Haifa beiwohnten. Wauchope wurde bei wurden sie amtlich ersucht, ihre Stenern seinem Erscheinen mit großen Ovat onen zu zahlen und ene Erklärung zu unterempfangen. In den Ansprachen kam die zeichnen, daß sie gegen die Einverleibung starke Sympathie der Bevölkerung von dieser Vorstädte in Tel-Aviv sind. Als die Haifa für Wauchope zum Ausdruck. Juden dies ablehnten, wurden ihnen diel ._,__ Lizenzen verwehrt, außerdem Andrews-Hospital wurden sie mit Geldstrafen belegt. j Von Haifa begab sich Wauchope nach der In Frage stehen 800 Gebäude mit 2000 Injüdischen Kolonie N a t h a n i a, wo er im savseen. denen keine städtischen Einrichtun- Kähmen einer großen he;er den Urunastein grn zwrute kommen für das Hospital le-rfce, welches den Ormsby-Gore erwiderte: Ich weiß. Namen des im Herbst 19.37 in Nazareth daß bestimmte Bewohner im Jaffa-Gebiet d«rch arabische Terroristen ermordeten eifh aus pol i t.i seh en. Gr ttnd en ge- Kommissars des Gahläa-Distrikts Abweigert haben, Steuern zu zahlen. Den d Fe w s tragen wird. ' Munizipalbehörlen bereiteten sie Hinder- „Falastin“ meldet, daß der High Commisriwe bei der Durchführung ihrer Pflichten. sioner General Sir Arthur Wauchope seine Die Royal Commission empfahl die Errich- Absicht, der Stadt Nablus einen A btung eines Korridors zwischen Jaffa und schiedsbesuch zu machen, a u f g e- Tel-Aviv. Während nun diese und andere geben hat. Möglichkeiten der Teilung erwogen werden, Der neue, High Commissioner für Paläist es nicht ratsam, die Frage der stina. Sir Harold MacMichaol bat sich Grenzbericbtigung zwischen den bellen, am 25. Februar nach Palästina begeben, jetzt verbundenen Munizinalitäten aufzu-j * werfen. Bevor die Grenzlinie gezogen ist, haben die jüdischen Steuerzahler in Jaffa „TiHICS” lOrOlCft KcmClt den gleichen Status wie alle anderen Steuer- '* ”■ ' . ~ . . . London, 27. Februar. (JTA.) „Times“ widmen der Palästina-Politik der englischen Regierung einen ausführlichen Leitartikel. Wann, fr.vrt die Zeitun"-, wird der Kolonienminisfer die Namen des Leiters und der Mitglieder der neuen techn. Palästina- Kommission veröffentlichen? Die Unsicherheit schafft Unruhe unter Juden wie unter Arabern. Die _ _ „_, schwankende Politik, die im Peel-Weißbuch schöne Stadt Tel-Aviv alle ihrer Entwick-, ein so scharfe Verurteilung erfuhr, hat viel lung noch entgegenstehenden Hindernisse1 Unheil verursacht. Sie ermuti'rt die arabiüberwinden und ununterbrochen wachsen! sehen Extremisten, und es besteht die Ge- Keine Stagnation kann Tel-Aviv i fahr, daß sie auch die jüdischen Extremi- Wauthopes Abschied von Tel-Aviv germeisters von Tel-Avii g o f f, gedachte, der i Freund war, und schloß: „Ich bin überzengt, Meir D i z e nin persönlicher I die große, hemmen, die Energie seiner Bewohner ist unbesiegbar. Ich habe eben gehört, wie die heranwachsende Generation den Hymnus Hatikwah gespielt und gesungen gewandt operiert, indem er die europäische Bedeutung Österreichs hervorhob, und er hat just die Punkte berührt, für die das geistige und kultivierte Europa besonders Verständnis empfindet: die Ablehnung jeder Sonderbehandlung der Minderheiten und die Verkündigung des gleichen Rechtes für jeden, der sieb zum Staat bekennt und an seinem Aufblühen mitarbeiten will. Diese Erklärungen sind von der jüdischen Presse der ganzen Welt mit vertrauensvoller Anerkennung aufgenommen worden. Und dies ist eine nicht zu unterschätzende moralische Unterstützung für die Front, die sich für Österreich bildet. sten zu Gewalttaten veranlassen wird (?). Wohl hat der Kolonlenminlster bekräftigt, daß er an dem Teilumranlan festhält, aber das letzte Weißbuch bat in dieses Problem eine gewisse Unklarheit hineineebracht Unklarheit aber ist die größte Sünde der Palästina-Politik in den letzten zwei Jahren. Mögen der Amtsantritt Sir Harold MacMichaels und die Entsendung der technischen Palästina-Kommission endlich das Problem lösen helfen. sicherlich viel Grund zur Klage. Der unablässig betriebene Boykott hat viele jüdische Kaufleute ruiniert, und die Fürsorgeziffem der Kultusgemeinde sprechen eine sehr traurige Sprache. Aber die Juden lehnen es ab, aus ihren Beschwerden ihre Haltung zum Staat bestimmen zu lassen. Nichtsdestoweniger: müssen sie darauf achten, daß von jetzt, MüStafa MfUlSOUr ab eine andere Taktik durchgreift. Sie Ztllll Tode Verurteilt müssen verlangen, daß das neue Gesetz | Jerusalem, 27. Februar. (JTA.) Der am zur Erhaltung des Pressefriedens auch j Donnerstag vom Jerusalemer Militärgericht ihnen zugute kommt. Ihre Lebensinterzum Tode verurteilte kaIisierenund'der Bundeskanzler Dok-1 Ruhe, um der täglichen Arbeit ungetor Schuschnigg hat sehr glücklich und | stört hachgehen zu können. Sie hat ihnen zugute kommt. Ihre Lebensinterzum Tode verurteilte arabische Terrorist essen müssen mit in den inneren Frieden heißt Mustafa Mansour. Er hatte am 30. Deeingeschlossen werden, der geschützt; zember 1937 mehrere Schüsse auf einen werden soll Daß der Antisemitenbund jüdischen Autobus abgegeben, wobei der just in diesen Tagen, in denen der Staat ’ jüdische _ Kolonist und Ingenieur Jecbiel Es wird wohl nirgends angezweifelt, an die Sympathie der Kulturwelt appel-1E f T 0 n 1 töd!ich verletzt wurde, daß die jüdische Bevölkerung österliert, ein neues Organ herausgeben kann, Ahdnl Kariow hlmrnrlnlitnf . " ' ist ein verfehlter Schachzug. Wir ver-| j wahren uns dagegen, daß wir von der Abdu MtTdfr', zum ’tw« neuartigen Befnedungsaktion erfaßt und sträng verurteilt würfe, weil er aus Anlaß des daß etwa innerdeutsche Zwistigkeiten Vollzug« des ToU'Snrtoih an dem Terroristen auf unserem Rücken «»getragen Mah—iid el Hussein den Versuch machte, vor werden. [ dem Gefängnis zu Akko den britischen Polizeireiebs vorbehaltlos sich zum Staate bekennt. Sie hat niemals irgend welche Belohnungen in Form von besonderen Vorrechten verlangt und sie will nichts als

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