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Die Stimme · 1938-02-23 · Heft 736 (23.2.1938) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 736 (23.2.1938)
Date
1938-02-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MlttwocS-dusgabe *Dte 1M«ms HUt Ist all 4 Ui» nachmittags hei den Kolporteuren erhältlich ^Stimme 15 9 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Mittwoch, ZS. Februar 1938 XX. Adar L f 698 11. Jahrgang ERJCHuSTROHEIM (SIR HAUFTIAMTELLEA AUS'IA OHANPE IUUSION0 CttVtN MCKfff NEUE* (CHINA-EXPRESS OBERFÄLUÜ) OicnUcUuict-i «nUcUwttt-Suiyft 0*«tfacM*of Jn frantösiscAtf ÖtlquHaSfassunq: ROTENTURM-KINOU VOTI VPAU<* Kl N Ol* Purim-Gruppen reisen n besonders nmOBIgten a1) Wien 8. Mörz lftMiaiT.li.il. Hm Wien, I., Kohlmtrki 8/Tcl. U 26-4-89 Eisenbabntahrkarten nach allen Ländern Vor der Ankunft des neuen Oberkommissärs Jerusalem, 22. Februar. (Palcor.) Die arabische Wochenzeitschrift „Allahab“, die an die Stelle der „Alliwa“, dem Blatt des ehemaligen Mufti von Jerusalem, getreten ist. meldet, Sir Harold M a c M i c h a e 1, der neue High Commissioner, würde nach seiner Ankunft in Palästina eine Proklamation veröffentlichen, in der er die Bevölkerung zur Ruhe aufrufen wird. im Falle dieser Aufruf erfolgreich sein sollte, wird behauptet, daß die nach den Seychellen verbannten Araber wieder nach Palästina gebracht und die internierten Araber freigelassen würden. Firner berichtet die Zeitung, Sir Harold kaefftehaei beabsichtige! die Empfehlungen der Königlichen Kommission auszuführen, die eine Neuorganisierung der Palästina-Administration für ratsam hält. Wauchopes Abreise Sr Arthur Wauchope wird Palästina am 1. März verlassen und sich im Flugzeug nach Ägypten begeben. Nach seiner Abreise wird in Jerusalem die Ankunft des neuen High Commissioners Sir Harold Mac Michael, der am 3. März mit dem Kriegsschiff „Enterprise“ in Haifa eintreffen wird, feierlich begangen werden. Es ist möglich, daß Sir Arthur Wauchope und Harold MacMichael zwischen dem 1. März und dem 3. März in Ägypten Zusammentreffen werden. Nene Siedlung im Emek Jerusalem, 22. Februar. (Palcor.) Der Kibbuz Tel-Isaac, in dem eine Jugendgruppe der Allgemeinen Zionisten (Gruppe B) lebt, erhielt von der Jewish Agency 1200 Dunam Keren Kajometh-Land im Emek Chefer. Die Siedelungearbeiten haben bereite begonnen. Scharfe Maßnahmen gegen arabische Beamte Jerusalem, 22. Februar. (Palcor.) Heute ist eine besondere Ausgabe des palästinensischen Amstblattes erschienen, in dem ein Erla(S veröffentlicht wird, wonach der High Commissioner Vollmacht hat, jeden Beamt e n, d e r d e n E r 1 a s e e n d e r Ausnah m eg es e t zg e b u n g zuwiderhandelt, zu entlassen und sein Gehalt zu beschlagnahmen. Erklärung des polnischen Unterrichtsministers Warschau, 22. Februar. (JTA.) Im Verlauf der Debatte über das Budget des SchulministeriumB im polnischen Sejm appellierte der Unterrichtsminster Professor Szwientoelawski an die Jugend der nationalen Minderheiten im Staate, eich gleich der polnischen Jugend ganz hinter den Staat zu stellen; die Regierung, sagte, er, wird die Kulturen der Minderheiten ebenso schützen wie die polnische Kultur. Am 8. März in London: Zionistische: Aktionskomitee einberufen London, 23. Februar. Die zionistische Exekutive hat das Aktionskomitee einberufen. Die Sitzungen finden in London statt und beginnen am 8. März. Dr. Weizmann ist am 17. d. in London eingetroffen. Im Auftrag der Jewish Agency Ist Dr. R u p p i n nach Polen, Herr D o b k i n (Einwanderungsabteilung) nach Rumänien gereist Der neue Hafen von Tel-Aviv Jerusalem, 22. Februar. (Palcor.) Der Landungshafen von Tel-Aviv wird morgen feierlich eröffnet werden. Das erste einfahrende Schiff, die „H a r z i o n“, »oll morgen bei ihrer Einfahrt in den Hafen von drei jüdischen Flugzeugen eskortiert werden. Bei der Eröffnungsfeierlichkeit im Halen werden Ussischkin, Schertok, Gruenbaum, Rokach, Hoolien und Renei Ansprachen halten. Sir Arthur Wauchope wird Jen Landungssteg mit einem goldenen Schlüssel öffnen, der ihm dann zur Erinnerung an diesen Tag überreicht werden wird. Man erwartet, daß Sir Arthur eine Ansprache halten wird. In ganz Palästina zirkulieren Listen zur Zeichnung von Summen, die für die Herausgabe von Aktien für die Entwicklung des Hafens von Tel-Aviv bestimmt sind. Diese Aktien sollen Alijeh genannt werden. Für den 24. Februar wird ein „Kindertag“ organisiert, an dem alle jüdischen Schulkinder in ganz Palästina das Ereignis der erstmaligen Landung von Passagieren im Halen von Tel-Aviv feiern werden. Die Tore Zions offnen sich! Zu dem großen Ereignis der «MM Pa*r 'Sätfif-rTaMüng Im' TtSfefi Von*T%i-Äviv veröffentlicht die Jewish Agency eine Erklärung, in der ausgeführt wird, daß der erste jüdische Hafen in der ersten jüdischen Stadt die Tore von Zion für den Eintritt der jüdischen Einwanderer öffnet. Die Jewish Agency ruft die Diaspora zur Teilnahme an dem großen Festtag des Jfechuw auf. Sie verlangt den Bestand aller für die Ausdehnung und Modernisierung des Hafens, in den die Juden Palästinas über 200.000 Pfund investiert haben, und der tausend Juden Arbeit gibt. | Die Jewish Agency erhielt d|* Mittellang; daß die französischen Schiffe der Messageries Maritimes, die wöchentlich in Palästina eintreffen, in Zukunft im Hafen von Tel-Aviv anlegen wollen. ln einer am 18. d. M. abgehaltenen Preesebesichtigung der; Hafens hielt Direktor H o o f i e n eine Ansprache, in der er über die Fortschritte des Te'-Aviver Hafens in der kurzen Zeit se'nes Bestehens berichtete und mitteilte, daß «ich der Handelsbetrieb im Hafen im Jahre 1937 fünffach vergrößert habe. Sender Bari stellt die Orientpropaganda ein London, 22. Februar (TR.) Die englischitalienischen Unterredungen, die heute der Londoner Botschafter in Rom, Lord P e r t h, mit dem italienischen Außenminister Grafen C i a n o hatte, brachten das erste positive Ergebnis. Graf Ciano teilte dem britischen Botschafter mit, daß der italienische Rundfunk die britischen Interessen i m Nahen Osten nicht mehr in ungünstiger Weise besprechen werde. Die italienschen diplomatischen Stellen in London teilen mit, daß die Station Bari die politischen Aussendungen in arabischer Sprache bereits eingestellt hat. Verhandlungen Zionisten - Araber? Europa und Mitteleuropa Im Londoner Unterhaus hat, die Regierung Chamberlaon ein negatives Vertrauensvotum erhalten. Die von der Arbeiterpartei beantragte Mißtrauensresolution wurde mit 330 : 168 Stimmen abgelehnt. Doch geht, die Regierung. geschwächt aus der Sitzung hervor. Rings um die Eden-Angelegenheit ist eine Krise entstanden. Der Ministerpräsident ist, beschuldigt worden, die wichtige Mitteilung Grandis, daß Italien die englische Formel für die Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien annimmt, dem Außenminister Eden nicht, übergeben zu haben. Es ist möglich, daß sich aus dieser Affäre noch schwere Weiteningen ergeben. In Frankreich ist, die Krise der Regierung in voller Entwicklung. Delbos will zurücktreten und man nennt. Flandin als kommenden Mann. Flandin ist immer gegen die Volksfront aufgetreten. Diese Umstände bedingen eine erhebliche Verlangsamung in den diplomatischen Aktionen und die« ist, wie die Dinge liegen, zunächst fiir Prag, dann alter auch für Wien von großer Tragweite. Aber die Entscheidungen liegen nicht auf dieser Ebene. Die Vorgänge zwischen Fngten£ und Italien sind bestimttiend für erhaltung dos Friedens in der Welt. Wenn es zu einer vollen Einigung kommt —- und die Aussichten sind jetzt nach der Reichstagsrede Hitlers günstiger geworden — so muß sich dies auch auf sämtlichen heiklen Stellen des Kontinents rasch zeigen. Die Beunruhigung, die durch das Berchtesgadener Ereignis hervorgerufen worden ist, hat sich nach der Rede des Reichskanzlers nur sehr wenig gemildert, da. die soviel von der Presse angekündigte volle Anerkennung der Unabhängigkeit Österreichs nicht ausgesprochen worden war. Doch ist hervorzuheben, daß sich die Rede zweimal auf das Juli- Protokoll berufen hat, das im ersten Satz die Unabhängigkeit und Freiheit Österreichs festsfeilt und im zweiten Satz das Desinteressement an den österreichischen Nationalsozialisten erklärt. Aber das ist eine Frage, die durch die Machtverhältnissc entschieden wird und es ist Tatsache, daß ein sehr großer Teil der Bevölkerung Österreichs in Kundgebungen an den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ihren Willen ausspricht, die Ehre und Würde Österreichs zu wahren. New York, 21. Februar. (JTA.) Der vor kurzem in New York eingetroffene Konsulent der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem, Advokat Bernard Joseph, sprach im amerikanischen Radio über die Lage in Palästina und erklärte: Falk die arabischen Führer veranlassen, daß d e t Terror eingestellt wird, eröffnet eich Angriff auf Bne Brith im Sejm zurückgewiesen Warschau, 22. Februar. (JTA.) Die letzte Plenarsitzung im polnischen Sejm war von einer sehr bewegten Debatte über die Rolle der Freimaurerei im staatlichen und im internationalen Leben ausgefüllt Der Deputierte Dudzynski erklärte, auch der jüdische Verband Bne Brith sei eine Freimaurerloge. der Sitz der Zentrale sei Krakau. (Zwischenruf des jüdischen Deputierten Sommeretein: „Das ist nicht wahr!“) Abg. Sommeretein ergriff dann das Wort° zu einer kurzen Erklärung. „Wir Juden“, sagte er, „haben keinen Anlaß, uns in eine Debatte über die Freimaurerei einzumischen, eine Hoffnung für eine Lösung des Palästina-Problems. Die zionistischen Führer seien bereit, sofort nach Einstellung des Terrors in Verhandlungen mit den arabischen Führern über eine Lösung der arabisch-jüdischen Differenzen und eine Zusammenarbeit zu treten. aber es muß festgestelit werden, daß der jüdische Verband Bne Brith keineswegs eine Freimaurerloge, sondern eine legale Wohlfahrtsgesellschaft darstellt.“ In der darauffolgenden Debatte über Wahlen in die Stadträte erklärte Abg. Doktor S o m m e r s t e i n im Namen des Jüdischen Klubs, dieser werde gegen die geplante Wahlordnung für die großen Städte, die ein fünffaches Wahlsystem voreieht, stimmen. Schon heute, sagte er, werden die Juden aus den Stadträten künstlich heraufgedrängt, T'm ganzes Drittel der Bevölkerung der Stadt Lodz ist jüdisch, trotzdem gehört dem 35gliedrigen Lodzer Stadlrat bloß ein Jnde an. Das neue Gesetz wurde bei der Abstimmung angenommen. i Es ist klar, daß diese Frage und die Begleitumstände, unter denen sie ans Licht getreten ist, nicht nur die jüdische Öffentlichkeit bewegt; alle Nachbarn Österreichs sind von dieser Entwicklung tangiert und man erkennt aus den fortwährenden Konferenzen in Prag und aus der plötzlich erfolgten Einberufung des ungarischen Wehrausschusses, daß es sich nicht um eine regionale Angelegenheit handelt, sondern um eine Sache Europas. Die internationale Politik befaßt sich bereits mit der Angelegenheit. Die diplomatische Fühlungnahme zwischen England und Frankreich ist zwar noch nicht voll abgeschlossen, aber sie er-; streckt sich, wie man weiß, auf die österreichisch-deutsche Frage. Eine Klarheit wird sich aber erst am Donnerstag nach ’ der Rede des österreichischen Bundeskanzlers gewinnen lassen. Jedenfalls hat die Regierung durch die Erlassung eines I Aufzugs- und Versammlungsverbotes ihren Willen kundgegeben, die äußere Ruhe nicht stören zu lassen und die Einmengung der Straße zu unterbinden.

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