Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 734 (18.2.1938)
- Date
- 1938-02-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Kr. 784. — Wie», Freitag, 18. Februar 1188, Friggllalir I Basti XI., Zentrattriedkot.«* Glenn Morris als Tarzan. Der unüberwindliehe Tarzan, der Herrscher über die brüll eu de» Tiere im Urwald, der mit den Bestien kn j Dschungel kämpft, der mit einer Band einen! wilden Löwen niederschlägt, wird von dem j Olympiasieger Gleua Morris verkörpert. Seine! Partner« ist die Moisterschwimmenn Eleanor i Holm. Atemberaubende Dschuuge-labenteucr; «nd in dem neuen HOth-Century-Foi-Film I „Tarzan* Rache“ zu beateheo, der demnächstim Kreuz-Kino erscheinen wird. | Wer Ist Rosalle? Rosaiie ist nicht nur ein I auch bei uns zic.tr,l'Ch verbreiteter Mädchenname, j sondern auch die Titeibeidm einer berühmten j Ausstattungsrevue, in welcher die Rolle der Rosalie von der berückenden Eleanor Poweii verkörpert wird. Ihr Partner ist zum ernten; Maie Nelson Eddy Die zweite weibliche Hauptj: rolle ist mit Ilona von Hajmassy von der! i Wiener Staatsoper besetzt. „Das verlorene Paradies“ in Ziffern and I Zahlen. Dem neuen Frank-Capra-Film „Das verlorene Paradies“ (Lost Horizon), der unter dpm Ebranschutz det österreichischen Völkerbundüga im Apollo zur Erstaufführung ge langt, liegt ein Roman von James Hilton zugrunde, dessen Verfilmimgsrecht« allein 50.000 DoUar koeteten. Für die Außenaufnahmen wurde eine große Filmexpeditimi ausgerüstet. Kostenpunkt: 150.000 Dollar. Auf dom Gelände der Columbia-Film-Ge#ellscbaft wurde eine ganze Stadt von aaryriseh-baby- Ipniscben Ausmaßen aufgebaut; sie kostete 50.000 DoUar. Die Komparsen wurden mit original tibetanischen Gewändern versehen, die von der Expedition mi(gebracht wurden, ist einer der teuersten Filme geworden, Jemals die Hollywoods’' Studio« verließen. KINOPROGRAMME Vom 18. bis 31. Februar IMPERIAL-KINO „Gribouilie* BOTE M TUJM , K2„, liBToii fhe Muer KINO KERN im Prater “ "-* - - Telephon R 40*0-49 SCHWEDEN «mb Ä»?teSSi tem» bMUEfffc«« „Gräfin Walewtko' «. ’'A -A Hegtet Clerenoe Brown LEOPOLDSTÄDTER V0LKSKIH0 li.. Rotensteniflasae 7 a Tel. R 49-0-23 Ah K, Februar Katharine ft... Itmull Beeharn, «in«»r Regen II*1«»® VOOI (Klvallnaen) t.a . ... — -4 Feiertag«; NESTROY-TON-KINO'^X8^^ <le«Mtte Maedoiuld, Nelson E4djr in: „MAIENZEIT“ REMBR ANDT-KINO Tyroae Power, l^e4iUeA|tertf>oianrow in: „aloyd* ol Lonaon” Beginn an Wociieniagen •/,«, VA ’/JO Uhr KINO TEGETTHOFF tat PltMtanmi m ftratenrteni istafMmt rf «i-u-2.. «fteohS?-^ „Rltalinnen" Bezugsbedingungen: Österreich: Monatlich S 170. vierteijährüch S 4J0, halbjährig S 93ß. ganzjährig S 18. Fflr das Ausland: V ierteljährliob: Deutschland RM 330, Tschechoslowakei K6 28.—. Jugoslawien Dinar 50.—, Polen Zloty 6.50, Ungarn Pengö 4.80 Rumänien Del 200.—. übriges Ausland: Schweizer Franken 530 Postscheck Konto: Österreich Nummer D 113346, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr 500.230. Jugoslawien Nr. 40379. Redaktion nnd Administration: Wien,!_, Marc- Aurel-Straße 5, TeL: U 22-3-91. Redaktionsschloß Sonntag. Dienstag und Donnerstag vormittag» Eigentümer. Verleger und Herausgetier: Zio nistisi’lier l.andes verband für Österreich. Wien. L, Marc Aurel Straße 5 — Verantwortlicher Redakteur: Robert Polower, Wien, L, Maro* Aurel-Straße 5 — Druck: Vernay A. G„ Wien, UL, Casisltmgasse 8—10. V « KlineRSTIMAfi Liebe Kinder! Heute bringe ich euch nur ein Purimspiei, da* ihr gewiß noch erlernen werdet, denn die Verse sind sehr leicht. Damit habe ich schon die meisten eurer Anfragen beantwortet. Kleine Purimverse bringe ich erst in der Nummer vor Purim, die ihr in einigen Tagen auswendig kAnnen werdet. Auf ein frohes Wiedersehen am Sonntag freut sieh eure Dodah. Das Königln-Est^er-Spiel Von Tony Brook Personen: Esther, die Königin. Mardechai, Ihr Onkel Ahasveros, König von Persien. Haman, sein Minister. Hegai, der Leibsklave des Königs. X. Akt. Ahasveros; Ich bin der König Ahasveros, Und mir gehört die halbe Welt Und doch ist recht betrübt mein Sinn: Von meiner Frau, der Königin Wascht!, mußt ich mich scheiden lassen, Weil sie einst ungehorsam war. Ließ ich sie werfen auf die Straßen — Doch jetzt rcut’g mich schon ganz und gar. Mein König: das ist halb so scMimm, Der Haman weiß schon Rat. Such dir 'ne neue Königin Im Land und in der Stadt. Ahasveros-, Mein Heber Haman, du hast recht, Als Witwer fühlt ich mich recht schlecht. Man bringe schöne Mägdelein Ganz schnell in den Palast herein: Die allerschönste. nohm ich dann Zu meiner Frau und werd’ ihr Mann. Haman (zu Hegai, ihm eine» Brief ein- Marsch, Sklave, au!! Und maoh’s bekannt- Im ganzen Reich, in jedem Land. Der König sucht ’ne neue Frau Und lädt nach Susa zur Brautechau. (Sklave ab.) 2. Akt. Ahasveros (zu Hamani: Was hast du mir da «ingebrockt, Ich bin schon müd* das fade Spiel Nicht eine einzige mich lockt, Und was zuviel ist-, ist zuviel. Zürne nicht deinem Großwesir Er kann ja wirklich nichts dafür: „Die Schönsten“, schrieb ich klar in meinem Brief, Soll man nur vor den König bringen; Doch Schönheit ist ein dehnbarer Begriff, Allein, vielleicht wird’s doch gelinge». Ahasveros (zu dem Sklaven Hegai): So laß di« Letzte schnell herein. Noch einmal will ich gnädig »ein. Hegai (ankündigend): Zur Audienz erscheine hier Vor dem König und seinem Großwesir Die Jungfrau Esther „ wunderschön. (Esther tritt ei*.) Ahasveros (entzückt): Oho, was darf mein Auge seh’n: Führt Esther schnell zum Throne hin, Denn sie allein wird Königin. (Er schließt sie sanft m «eine Arme.) Haman: Wie bin ich frei, daß endlich doch Hegai (den Thron abstaubend): Ich hab’ beim Wein zu lang gesäumt, Flugs, rasch, drum alles aufgeräumt. (Ahasveros tritt mit Haman ein.) Ahasveros; Du scheinst mir heut’ so aufgeregt Und gar nicht lustig aufgelegt. Haman (für sich): Ah, er fällt nur drauf ’rein. (Zihb König): Wenn du mich fragst, dann muß ich sprechen Und will mir auch das Herz schier brechen. An mich, mein edler Herr und König, Denk ich in meinem Leben wenig; Nur nach des Königs Wohl und Weh Zu jeder Stund’ voll Sorg’ ich seh. Ahasveros; Ja, mit Erlaubnis euer Gnaden: Ein Volk fand ich, das Tag und Nacht Auf Lug und Trug ist nur bedacht, Das schert sieh um den König nicht, Genügt auch nie der Steuerpflicht, Ist garstig, wüst und gar abscheulich - Mit einem Wort: dies Volk ist greulich! Ahasveros (wütend): Mit solchem Volk wird nicht gespaßt-, Sonst tut ja jeder, wa« ihm paßt. 1 Bein zu brechen! Der König sich verliebt! Es ging mir nun wirklich gut: Der König schätzt mich sehr. Doch Mardechai, der freche Jud’, ’ Macht mir noch viel Beschwer! Ich will den Kerl schon Mores lehren, Wili er mich nicht geziemend ehren. (Pich umsehend.) Der König naht, es ist acht Uhr, Ich setze mich in Positur. Den Mardechai und seine Sippe Schwärz ich jetzt sn Ws aufs Gerippe. diese Brut! Haman (für sich): Wer dachte, daß dies so schnell ging. Aetsch, Mardechai, du Jud! (Er winkt Hegai und übergibt ihm den Befehl) Enteile, Hegai, wie der Wind Und plakatiere dies geschwind (vertraulich zu Hegai) Und baue, fünfzig Ellen hoch, Ich meine wohl dies reichte doch, Nen Galgen — bis heut' Abend schon Für Mardechai, den Hundesoh-n. Hegai (will abgeh’n): Sehr wohl, Herr Haman, wird gescheb'n. Ahasveros; Halt, Hegai, so. darfst du. nicht geh’u: Bring erst für mich und Berater mein, Ein altes Fäßcben Dattelwein. Die Amtggescbäfte wollen wir beschließen Und unsre Ruh beim Trunk genießen. 4. Akt. Esther: Jetzt bin ich eine Königin Doch macht’« mir wenig Freud; Ich trage Gold und Hermelin, Und täglich ein neues Kleid; Es geht mir gut, hab’ keine Not, Doch langweil ich mich hier zu Tod. Hegai (tritt ein): Ein Greis steht draußen, heult und schreit Und will zu eurer Herrlichkeit. Oh, Hegai, laß ihn doch herein, Es wird mein älter Onkei sein. Der Gute will mich mal besuchen; Komm’, bring’ ihm schnell noch Schnaps und Kuchen. Esther: Um Gottes willen, gib schon Ruh’ Und schrei doch nicht in einem zu, loh kann kein einz’gea Wort versteh’n. Mein Kind, ich muß vor Gram vergeh'n. Der Haman dieser Bösewioht, Was meinst du, hat er angerieht? Den König hat er angelogen Und ihn von Kopf bis Fuß betrogen. Esther: Ist’s wirklich so, geht’s allen an das Leben? Mardechai (den Befehl vorzeigend): Hier, wenn du willst, kann ich dir’s schriftlich geben! Esther: Was soü ich tun, in meiner Macht steht wenig! Mardechai: Ee gibt nur eins, mein Kind, du gehst zum König Und sagst ihm alles klipp und klar — Vielleicht bannst du noch die Gefahr. Esther: Zwar ist es ungemein gefährlich Beim König ungebeten zu ensebeinen. Mardechai: Gefährlicher ist es wohl schwerlich Ais abgeschlachtet werden, will ich meinen. Esther: I)u sollst nicht zürnen, ich will’s wagen, Ihr aber sollt für mich Gebete sage». Mardechai: Macb’s gut, leb’ wohl, mein Estherlein, Möcht alle» doch vorüber sein. S* Akt. Ahasveros (auf seinem Thron sitzend): Ein König »ein ist wirklich eine Plage. Der Tag ist lang und man hat nichts zu tun Und so verbringt man essend seine Tage lind in den Zwischenpausen muß man ruhn. Dann spricht der Hamau noch von der Verwaltung, Ach, hätt' Ich nur ein bißchen Unterhaltung. Esther (eintretend): Vergib mir König, daß ich ungerufen Erschein an deines Thrones goid’nen Stufen. Ahasveros; Im Gegenteil, du hist mir sehr willkommen. Esther: Hab' ich mir nicht zu viel herausgenommen? Ahasveros: Wo denkst du hin. ach, du bist ja ganz bleich, Komm’, sag’ mir all? Wünsch« dein Und wär’ es auch mein halbes Königreich, Es soll dein lägen sein. Esther: Ich will nicht Gold und will auch nicht Juwelen, Ich möchte nur mein bißchen armes Leben. Und i dem Schrecklichen schnell erzählen mir Kunde geben. Potz. Teufel Schock und schwere Not! Wer wünscht denn meiner Esther hier den Tod? Esther: Der Haman ist’s, der uns verleumdet hat, Mich und des Könige Retter Mardechai: Jetzt plakatiert man eben in der Stadt, Daß uns zu töten nicht verboten sei. Ahasveros*. So hatder Kerl mich hinters Licht geführt: Ich zahl den Lohn ihm, welcher ihm gebührt. Esther. Ja, alle meine Brüder wollt er schlachten. Ahasveros: Mir scheint, der wird am Galgen übernachten! Hegai (bringt den Galgen): Herr König, da wär’ einer schon parat, Den er für Mardechai gezimmert hat. Ahasveros (auf den eintretenden Haman deutend): Wer kommt denn da? — Es ist der Haman selber. Maisch an den Strick, du Schuft, du gelber! Hegai (ihn aufknüpfend): Jetzt hat er, was er immer wollte. Der höchste Mann ist er im Königreich: Und wenn’s ihm noch nicht reichen sollte, Dann machen wir den Galgen höher gleich: Ahasveros: Laß ihn dort hängen nur bis morgen, Damit ihn seh’ di« ganze Stadt: Denn wisset, wer den Schaden hat, Braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen. Doch Esther, meine Königin, Komm’ nun mit mir zum Throne hin Und als Minister ruf herbei Mir deinen Onkel Mardechai.