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Die Stimme · 1938-02-07 · Heft 729 (7.2.1938) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 729 (7.2.1938)
Date
1938-02-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Sfr. 789. •— Wien, Montag, den 7. Februar 1938. Seit« 3 Das Ausländerge* etz Der österreichische Ministerrat hat am 'reitag den Entwurf des Bundesgesetzes iber den Aufenthalt von Ausländern in Isterreich (Ausländergesetz) behanielt und wird ihn den vorberatenden Orranen der Bundesgesetzgebung zur itattung ihrer Gutachten übermitteln, »ei eine kurze Frist gestellt wird, über len Inhalt des Gesetzes macht das christ- »chsoziale Neuigkeit s-W e 11 b 1 a 11‘ iie folgenden Mitteilungen: „Das Gesetz entspricht seinem sachlichen Inhalt nach durchaus der inanen österreichischen setzgebung nnd schafft keine i Ausnahmsbestimmungen für die Behandlung von Fremden. Es unterwirft die Ausländer der in jedem europäischen Staat üblichen Kontrolle, indem es insbesondere zum Schutz des heimischen Wirtschaftslebens Feststellungen über die nd Er Exis lagen zugereister Ausländer erlaubt. Das Gesetz siebt endlich eine Vereinfachung des bisher recht umständlichen Abschaffungsverfahrens vor, das, soll es auch zu Zeiten einer gesteigerten oder überstürzten Einreise von Fremden seinen Zweck erfüllen, leicht zu handhaben und rasch wirksam sein muß.“ Es wird sich also darum handeln, ob eine Ausweisung sofort wirksam wird oder ob die bisher vorgesehene Berufungsfrist aufrecht bleibt. Ka?ita’stauung und Antisemitismus Von Anfang 1934 bis Ende 1937 eind bei den österreichischen Sparkassen die Einagen von 1519 auf etwa 1809 Millionen Schilling, um 290 Millionen oder nahezu 20 Prozent, gestiegen, in nicht viel gerin- ";erem Umfange auch die Einlagen bei Banen und sonstigen Geldinstituten. Die Girolinlagen und sonstigen Sichtverbindlichkeiten der Nationalbank erreichten in der zweiten Jännerhälfte rund 400 Millionen Schilling, da« Wechselportefeuille, die von Nationalbank gegebenen Kredite aber 186 Millionen Schilling. All dae eind Anzeichen einer fortschreitenden italebtldnng und außerntlichen G e 1 d f 1 ü s s i g k e i t, aber auch eines auffallenden Manan Inveetitionslust der Geschäftskreise, der Kaufleute, Kapitalisten und Unternehmer jeder Art, einer Anlagescheu des Publikums, die einer Belebung auch der Inlandskonjunktur und damit einer durchgreifenden Erholung der Gesamtwirtschaft Österreichs entgegenwirkt. Die Ursachen dieser Kapitalsstauung sind offenbar psychologischer Natur. Das Gefühl der Unsicherheit lähmt die Unternehmungslust und die Privatinitiative steht Investitionen und sonstigen Kapitalsanlagen im Wege. Im Gegensatz zu früheren Zeiten!Geßlerhut aulgepflaazt wird, hi Gestalt von heute als sehr aussichtsreich für kann aber jetzt von Wä h t u n ge- „Reisebüros“, in Form von alsBuehhandluugen junge, kräftige, charaktervolle Mädchen und Unsicherheit keine Rede sein — getarnten nationalsozialistischen Agitatious- Frauen, die für diese ideale Aufgabe Vordie österreichische Währung ist heute so lokalen usw.? Besteht insbesondere auch liebe mitbringen, bezeichnet werden, stabil und gesichert wie kaum jemals seit kein Zusammenhang zwischen der aus Ander _ Vorkriegszeit — sondere die U nlagescheu geborenen GeldfJüssigkeit und Stundenweise Arbeit im Haushalt e n t e liegen heute den Versuchen, die sogar von einigen in l nur auf poli Es wäre interessant, einmal zu unte; suchen, welche Rolle in Österreich der Antisemitismus als Element der politischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheit spielt Besteht nicht vielleicht doch ‘ jAmt und Würden befindlichen Personen .' wie zum Beispiel Vizebürgermeister Kresse |— ausgehen, um statt eines nationalsoziaii-! arischen einen Antisemitismus bodenständiger Fechsung zu er- ‘ zeugen, zu verzapfen und zu verbreiten, deinen Antisemitismus, der sich im Wirt-j ttn/4 i Ähnlich liegen die Dinge in bezug auf die Beschäftigung jüdischer Mädchen und Frauen im H a u s h a! t.. Die Anschauung, daß gerade die jüdische Frau als Hausgehilfin nichts tauge, ist grundfalsch. Man darf nicht i u ». i u j .v u"„LiL ' “ v. jt *uau uari nicui vergesset», daß die Haus- - --- - — sohaftslebon deutlich fühlbar macht, und' o-ehilllnnen fast ausnahmslos aus der Pro- Zusammenhang zwischen Kapitalsstauung mindestens den jüdischen Geschäftekreisen cLmmßn\,na mano-ek »iner anrlorweiti- und der Tatsache, daß bald da und bald jede Unternehmungslust raubt und sie zur cern inf Haus “ehen wo sie dort in einer Hauptstraße ein neuer 1 Flüssighaltung ihres Kapitals zwingt? »-n Obdach haben. Die wienenn jedoch als Großstädtern» und, wie man aus der letzten Zeit weiß, zum Beispiel auch die Engländerin, ist nicht besonders für Hausgebilftnnenposten qualifiziert. Keiner, der Familie oder Familienanschluß hat, will sich mit Quartier verdingen. Er will die Abende frei haben. Berücksichtig man diesen immer stärker werdenden Freiheitsdrang, zieht man Dagegen ist ln jüdischen Heilanstalten atlc}, die Kinderlosigkeit ins Kalkül, die und auch in der Privatpflege ein aus- „icht nur jn der Großstadt, sondern auch im gesprochener Bedarf an jüdisch«» Kran- Bauernstand immer mehr um stell greift, so kenpflegerinnen und Sozialhelferinnen daß sehr bald der Zuzug von Hausgehilfinvorhanden. jnen aus der Provinz aufhören wird, rechnet Das sind Berufe, die aus historischen 2?a" fn1r,n-i<ii«r.r(>hi]fmi''iTl,rii"Uhi Borilnrlön vap .lii/lmnoTi VtieViAr «tarlr vpr- « , * . ' , tt i tracht. kommen, ms Ausland (England, Holland), so muß man eine Änderung des iiiflseben. Berufsumschichtung jüdischer Frauen In einer kürzlich von der jüdischen sehen Frauen durch die Wirtschaftskrise weiblichen Fürsorge einberufenen Versehr eingeengt, Sammlung sprach der Vizepräsident ° der Vereinigung der jüdischen Ärzte Dr. Siegfried Plasehkes in Anwesenheit der Führerinnen aller jüdischen Frauenorganisatwnen, des Kultusvorstehers Dr, K’.aber, des Leiters des Fürsorgeamtes Dr. Blauer, des Leiters des Jüdischen Arbeitsnachweises Dr Schmerler des Direktors des Rothßrün(ien TOn aen Jüdinnen bisher stark schildspitals Generalstabsarzt Dr. Ranachiä.Migt Wllnäcn obwoh! eine alte jüriischee, des Primarius Prof. Dr. Elias , rn i»’ * uav v. Lr*.«„L.^n ihum.i, su uniw mau t und vieler anderer Persönlichkeiten Tradition hinsichtlich der Krankeng , der Hausarbeit über das Problem der Berufsumschich- Pfl?Se »esteht Es ist aber für die Kultur- - tun# der jüdischen Frauen. h&h-e eines Volkes charakteristisch, wie viele Angehörige dieses Volkes als Pflegepe-rsonen Im Oktober vorigen Jahre« fand in der tätig sind. So kamen nach einer Statistik Israelitischen Kultusgemeinde eine Vorvon 1905 auf je 10.000 Einwohner in Engenquete wegen der jüdischen Berutnausbiliand 23. in Deutschland 14 und im alten dungs- und Umschichtungsfragen statt. In Österreich 8 Pflegepereonen. der Enquete stellten die Vertreter der V~ einigung jüdischer Ärzte, Prof. Dr. und Dr. Plasehkes zwei Anträge, von denen der eine die eheste großzügige Erweiterung des jüdischen Spitais verlangte, der andere, ausgehend von dem fjühlbar Dieses Problem ist wie in vielen anderen Ländern ln Palästina in der Welse gelöst worden, daß jede Art von Haushaltshilfe in stundenweiser Arbeit erfolgt. Daß es auch be! uns so kommen wird, soll sowohl die Hausfrau, als auch die Arbeitnehmerin ins Auge fassen. Für das n Mai gel jü n k e n- Wie sehr sich die jiid'sche Frau als Pflegerin eignet, ersieht man in Palästina, wo nach allgemeiner Ansicht hervoraeüa Fra« ebenso ragende, intelligente und opferwillige Pfledw« Frau. Sie wird dabei II. , ... i J ‘ cinim tJVlw ertnln Wl rl 1 O f» ll « Tl*»*« gerinnen am Werke sind. Ela Sofortprogramm Pflegerinnen, das Problem der Arbeitsbeschaffung für jüdische Mädchen und Frauen betraf. j Dr. Plasehkes propagiert mit besonderem; Eifer den in dem erwähnten zweiten Antrag enthaltenen Gedanken, daß wir Juden mit ln praktischer Hinsicht stellt Dr. Siegfried allen Kräften trachten müssen, den j ü d i- Plasehkes ein Sofortprogramm auf. neu Kreis Die schon vorhandenen Krankenpflegerinnen ,., _ „ ___Früher waten üüd Haushaltungspersonen, erklärt er, und viele Jüdinnen im Handel, Industrie und solche, die sich durch eine kurze Schulung Finanzwesen als Bürokräfte und Verkäufevervollständigen können, sollen ehesten* in rinnen angestellt. Heute ist das nicht mehr der Privatpflege, bezw. im privaten Hausmöglich. Wir müssen also Auswege dort halt Erwerb finden. Zur Vermittlung solcher schaffen, wo wir selber etwas tun können. Arbeitnehmer hat sich der Verein „Distriktskrankenflege“, der 1901 gegründet wurde und den Zweck hat, arme nicht in Spitälern aufgenommene Kranke nach Maßgabe der Vereinsmittel unentgeltlich zu pflegen, Kranke, die Mitglieder einer Krankenkassa sind, sowie pflegebedürftige bemittelte Kranke gegen Bezahlung zu betreuen und schließlich Helferinnen beizustellea, di» in dringenden Fällen die Führung des Haushaltes und die Pflege der Kinder Obere ch- System wird sich die jiltlijedc nn- .. _ ....... hrer Zeit. (Für viele jüdische Frauen und Mäd- I eben, die keine fachliche Ausbildung haben, herrschenden Bedarfes wird es auf dem Gebiet de« Haushaltes eine •innenberuf daher Menge Arbeitsmöglichkeiten geben. Bedarf an Krankenpflegerinnen Die Möglichkeiten, in den gewerblichen Frauenberufen unterzukommen, äußert sich Dr. Plasehkes in einem Gespräch mit einem unserer Mitarbeiter, sind heute für die jüdi- Sekt io_ and XV, 14n Reindorfgasse . säte, Mittwoch, 9. Fearuart nz w«r iivciHu Staatstat Dr. Desider Friedmann, Präsident der Kaltastmeinde, Rat der Stadt Vien Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Osker Präsident dss Zionistischen Lande verbanies: »Die allgemeine und politische Lage der Juden« 1 , zur Verfügung gestellt. Der Verein bereit, für seine Zwecke auch jüdische Frauen zu verwenden, insbesondere dann, wenn Juden dem Verein als Mitglieder beitreten, wofür nur der geringe Beitrag von S 2.— jährlich zu entrichten ist. Durch einen derartigen Beitritt würde das Interesse für jüdische Krankenpflege und jüdische Haushaltspflege in jüdischen Kreisen geweckt werden. Abgesehen davon, könnte durch die Distriktskrankenpflege ein alter Plan der Kultusgemeinde verwirklicht werden, nämlich jene Kranke, die nicht spltalsbedflrftig sind, zu Hause versorgen und pflegen zu lassen. Zwei Projekte Durch ein von den FraueDOrganisatif/nefi zusammengestelltos Arbeitskomitee sollen zwei Projekte durchgefülrrt werden. Das eine ist eine Schule für Haushalt s p er s o na 1, die Voraussicht,lieh im Krüger-Heim, vielleicht verbunden mit einpm Internat, jüdische Frauen und Mädchen, die für körperliche Arbeit geeignet sind, in Arten von Beschäftigung im Haushalt fescUicUiet% aus ÖsteeeekU Von Leopold Ehrlkh-Hidiler Wir geben hier das siebente Kapitel aus der Erzählung „Das böse Glück“ des Buches „Geschichten aus Österreich“ von Leopold Ehrlich-Hiehler (R. Löwlt-Verl&g, Wien) wieder. Auf dem Jansenplate des Sanatoriums Lustenau, unter den erst knospenden Linden, war ein großer Teil der uns bekannten Gäste versammelt. Nach dem ersten Begrüßen und einleitenden Gesprächen entstand über Staatsfragen ein Meinungsaustausch, in dem Frau Bellak, schmerzlich-spöttelnd, das Ergebnis des verlorenen Krieges zog: „Gut schau’n wir aus!“ „Wieso?“ fragte Frau Dr. Naumann, die auch in diesem Sommer eine Mastkur erlitt „Da fragen Sie noch, Frau Doktor? Lesen Sie denn nicht in der Zeitung, was von unserem Österreich übrig bleiben wird?!“ „Da« ist..begann Herr Kommerzialrat Bellak, der die kurslos gewordene kaiserliche Ratswährung m die gangbare „Kommerzialratemünze“ umgeweohselt hatte, „aas ist die natürliche Entwicklung! Denn...“, lehnte er sich nun zurück, zog tief an seiner Jausenzigarre, so daß seine Gattin, diese bedenklichen Anzeichen einer längeren Rede erkennend, ihn sogleich unterbrach: „Was ist da natürlich?“ „... denn jede Nation“, setzte er ruhig ] Wie reich ist der Jargon und wie arm die fort, die Frage seiner Frau vornehm über-; westjüdisebe Gesellschaft, die diese schöne, hörend, „braucht Lebensmögliohkeiten undj bei uns so selten gewordene Mundart verstrebt eifervoll nach Selbständigkeit! — bannt. Und nutzlos verbannt. Keiner wird Unsere alte Monarchie hat aber, objektiv be-: dadurch zum Germanen, denn Jude bleibt trachtet, jede Nation — unterdrückt und] Jude! Und wie schön ist es, Jude m sein, „Also das ist gut!“ unterbrach Um wieder j wenn die Worte „ascher bochar bonu mikol seine Gattin. „Jeden Morgen weint er um: boamim!“ aus dem Herzen strömen und kein den alten Kaiser und klagt, wie schön es j Lippengebet sind!... früher war und jetzt red’st du so?!“ Frau Bellak schwankte einen Augenblick, „Meine persönlichen Sympathien für Franz! wie sie die herzgewinnende Freundlichkeit Josef haben mit der harten, politischen Ent- ^68 Kaisers beschreiben sollte und Wicklung nichts gemein!“ | sagte dann trocken, als fühle sie den dürft!- „Das ist mir zu hoch. Dae versteh’ ich gen Ersatz: „Er war ein lieber Mensch! Und nicht! Ich denk nur daran...“, sagte sie ich sag’dir nur, Viktor: Wenn sie heut’den innig, „wie schön das früher war, wenn der Karl rufen — ich bin sofort für ihn!“ alte Kaiser über die Mariahilferetraß’n ge-! „Gisela!“ rief ihr Gatte entsetzt und fahren ist! Mit seinen blauen Augen bat er wandte sich scheu nach allen Selten um, aus dem offenen Wagen hinausgesohaut und spähte sogar zu den kleinen, zartem Lindennach rechts und links gedankt und salutiert! blättere hinauf, ob nicht etwa oben ein ver- Er hat einen...“ „Täm gehabt!“ wollte sie räterischer Lauscher verborgen sei?! sagen, wagte aber nicht, das in der guten j „Schon gut, schon gut!“ erwiderte »ie und Gesellschaft verpönte Jargonwort zu gemit den Worten: „Tu nicht so und «eherner brauchen und suchte verwirrt, aber verdich nicht, denn du denket genau «o wie geheus, nach einem Ersatzwort, denn das ich! Bist auch nicht für die Republik!“ entvieldeutige „Täm“ umspannt eine Welt von larvte sie ihren Gatten, fügte aber zum Trost Begriffen: Lieb, gut, anmutig, angenehm und hinzu: „Es bt nicht das Schlechteste, an der sogar — wohlschmeckend; denn es gibt alten Zeit zu hängen!“ — Und sie schöpfte einen nach jüdisch«- Art zuberesteten Fisch, weiter aus ihren Vorkriegserinnerungen und der einen „Täm“ hat und es gibt vornehme, entflammte dadurch den Seelenflug ihrer teure und dennoch geschmacklose Kleider, Zuhörer, so daß nach kurzer Zeit alle, wie die keinen „Täm“ haben! — Wer kann nun Kinder bei Märchenerzählun^en, gespannt dieses schöne Wort „Täm“ eindeutig wiederlauschten und mit heißen Wangen und untergeben? Kann ein gekochter Fisch anmutig drückten Seufzern der schönen, nie wiederj oder ein Kleid wohlschmeckend sein? ' kehrenden alten Monarchie gedachten! Ungewöhnlich intelligent — verdächtig! In „Time and Tide“ finden wir folgende amüsante Glosse: In der deutschen Gesandtschaft in London wurden kürzlich die englischen Journalisten über die Vorzüge der nazistischen l’reßordnung aufgeklärt. Rühmend hob der Referent unter anderem hervor, daß in der deutschen Presee niemand einen Artikel unterbringen kann, der nicht durch eine Karte der nazistischen Reiclwpreesekammer legitimiert ist,. „Wie ist das nun“, fragt einer der ko belehrten Journalisten, „wenn ein Student zum Beispiel eine ausgezeichnete Idee für einen Artikel hat, wird der nicht gedruckt werden?“ — „Nein“, war die Antwort, „wenn der Verfasser nicht eine Karte bat. Wir müssen“, so fährt der Referent fort, „sine Garantie haben, daß die Arbeit nicht von einem Jude« stammt“. „Gut“, fragt der hartgesottene Interpellant weiter, „nehmen Sie mal an, ich, ein reiner Arier, habe einen intelligenten Juden zum Freund. Unter meinem Namen schicke ich einen von ihm geschriebenen Artikel.“ „Die Verantwortung für alle Artikel trägt der Chefredakteur“, war die Antwort. „Wenn er nun einen ungewöhnlich intelligenten Artikel in die Hand bekommt, so wird er, das ist doch klar, sofort eine besondere Recherche über die Herkunft veranstalten,“

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