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Die Stimme · 1938-02-02 · Heft 727 (2.2.1938) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 727 (2.2.1938)
Date
1938-02-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MtttWOCR-Jiusaabe ***** *•* •* 4 in» aadunlttogi bei den Kolporteuren erhältlich ^Stimme JÜDISCHE ZEITUNG »TENTÜRM«. VOTIVPABKk. j Wien, Mittwoch, Z. Februar 193» 1. Adar L 5098 IX. Jahrgang Pie Rassenschande Wie aus Berlin amtlich mitgeteilt wird, hat die deutsche Regierung durch ihren Botschafter in Paris Protest gegen die Ausstellung „Fünf Jahre Hitler-Regierung“ einkgen 'lassen. Es handle sich um Verunglimpfung und Beleidigung des Reiches und seines Oberhauptes. Die deutsche Presse geht in der gewohnten brüsken Schreibweise gegen die französische: Öffentlichkeit vor und macht auch die französische Regierung für die Veranstaltung verantwortlich. Man ist im Dritten .Reich sehr empfindlich gegen Kritik und gegen die Darstellung der Dinge, so wie sie sind und so wie sie vor der. Welt verborgen bleiben sollen. Daß ,im Dritten Reich von einer persönlichen Freiheit, . von. freier Meinungsäußerung und von allen anderen Grundrechten, so ■niesie dSr moderne Staat seinen Bürgern zuerkenmt, keine Rede ist, darf nicht öffentlich aufgezeigt werden. Jeder derartige Versuch ruft die ganze Energie des Machtapparates auf. Es gibt nur ein Recht, das sogar Pflicht ist — die Ohnmacht und Rechtlosigkeit der Juden noch .weder zu vertiefen. Und während in Frankreich protestiert wird, besteht in München die Ausstellung ..Der ewige Jude“ fort, wan« dert die Ausstellung* „Der jüdische Bol: seihewismus“ durch alle Gaue des Reiches. Es sind dies Veranstaltungen, die mit falschen Zitaten, gestellten Bildern und! willkürlich erfundenen Statistiken das gesamte jüdische Volk, die Gemeinschaft wie den Einzelnen, diffamieren und so nicht bloß die deutsche Gesetzgebung rechtfertigen sollen, sondern das Judentum als eine außerhalb jeder menschi liehen Gesellschaft zu behandelnde Horde 1 hinstellen. Diese Ausstellungen, die keinen Zweig der Tätigkeit im öffentlichen . und privaten Leben außer acht lassen, sind ein integrierender Bestandteil, des Systems, das immer darauf aus sein, muß, der immer schärfer werdenden inneren Kritik einen Prügelknaben zu liefern. In Wort und Schrift wird alle Tage gejubelt, wie es gelungen sei, das Judentum niederzuschlagen, auszuschalten und zu demütigen, und in Wort und Schrift wird alle Tage getobt, daß das Judentum den glorreichen Aufstieg des Reiches und seiner Macht weiter sabotiere — dadurch nämlich, daß noch nicht alle Juden Selbstmord begangen haben, daß noch nicht alle Juden verhungert sind. Wenn ein außenpolitischer Akt im Ausland Mißtrauen und Zurückweisung findet, wird dies dem „internationalen Judentum“ zugeschoben, dis als Alljuda mit dem Bolschewismus, den Freimaurern und sonstigen Phantomen dem Nationalsozialismus, der sich mit Deutschtum gl eich setzt, Widerstand leiste. Es ist ein Kampf, über den man als Jude stolz sein müßte, wenn er nicht so schwere Opfer fordern, und wenn er nicht über die Grenzen des Reiches: hinausgetragen würde. Die Auslandsorganisation ist auf diesen Kamof eingestellt, sie ist der Trichter, durch den immer neue Geldströme, immer neue Schriften und Traktate in die Massen rings um Deutschland, um Europa und um die Welt fließen und sich dann in Pogromen in Nordafrika, in Gesetzen in Rumänien, in Boykotthetze in anderen Staaten manifestieren. Für dieseZwecke ist im Dritten Reiche ebenso viel Geld da wie für die Rüstungen. Die Ausstellung „Der ewige .Jude“ ist nicht-fite uns eine Schande, Das Juden-: Die RamänleifPetitioneti DasDreierkotniteedesVolkerbundes Genf, 2. Februar. (Privat.) Das Dreierkomitee des Rates, bestehend aus dem iranischen Präsidenten nnd den Delegierten Englands und Frankreichs, beabsichtigt schon in drei Wochen, entweder in Paris oder in London zusammenzutreten, um über sein weiteres Verfahren zu beraten. Ob die rumänische Regierung, der als der einzigen Stelle vom Generalsekretär die drei jüdischen Petitionenoffizieli zugeleitet worden sind, schon bis dahin die von ihr gewünschten Bemerkungen zu den Eingaben machen wird, bleibt dahingestellt, jedenfalls muß diese Rückäußerung, für die die sonst übliche Frist verkürzt worden ist, so rechtzeitig einlangen, daß das Dreierkomitee noch vor der ordentlichen Maitagung des Rates entscheiden kann, ob der Rat mit diesem Problem befaßt werden soll. Die Tatsache, daß Eden und Delbos persönlich in diesem Komitee wirken, die dem inzwischen in seine Heimat zurückgekehrten rumänischen Außenminister Micescu mit aller Deutlichkeit zu erkennen gegeben haben, welchen Wert ihre Regierungen auf die Einhaltung der von Rumänien ia den Minoritätenverträgen übernommenen Verpflichtungen legen, gilt hier als Bürgschaft dafür, daß sie diese Stellungnahme auch bei den bevorstehenden Komiteeverhandlungen zur Geltung bringen werden. Uber die Form und das Ausmaß der Zusicherungen, die der rumänische Außenminister in Genf gegeben hat, muß, wie man hier erklärt, darum Stillschweigen bewahrt werden, weil man die Stellung der Regierung im Wahlkampf nicht zu erschweren gedenkt, dessen Ausgang ebenso unsicher ist, wie die Konstellation, die sich nach seiner Beendigung in Rumänien ergeben könnte. KuB^nmgfn' des König» tarol Wan muß. aber begreifen, daß die wje Rer j Wochen, mp die Grundsätze ihrer Politik ÄS-"1 '. Genf, 1. Februar. (JTA.) König C a r ol II. )n Rumänien empfing den europäischen Direktor des amerikanischen Nnchrichtenbureaus Associated Press und gewährte ihm ein Interview über die gegenwärtigen politischen Ereignisse in Rumänien. In der Unterredung heißt es u. a.: Der König erklärte, in Rumänien sei das jüdische Problem aktuell. Es ist noch nicht ganz klar, auf welche Weise dieses Problem gelöst wird, aber der erste und j wichtigste Punkt der rumänischen Politik,! sagte der König, wird sein, Die jüdische Flagge in New York Palästina-Pavillon auf der Weltausstellung die Jude c h e n. Dessen sind wir uns sicher. | Der amerikanische Journalist stellte an König Carol die Frage, ob irgend ein Vorschlag für eine Massenausweisung oder die Ansiedlung der Juden in irgend einem anderen Weltteil existiere. König Carol antwortete, seine Regierung habe sich mit dem Studium dieser Frage noch nicht befaßt. „Es käme uns sehr gelegen, wenn unsere Juden freiwillig abreisen würden, aber wir haben bisher die Möglich- Palcor meldet aus New York, 28. Jänner: Bei einem Treffen amerikanisch-jüdischer Fahrer, das auf dem Welt-Messeplatz in Newr York stattfand, wurde mitgeteiit, da.ß Vorbereitungen für die Errichtung eines ingpPalftsti11 a-P a v i 11 o n s getroffen wern g e-! den, der die jüdischen Erfolge in Palästina 1 demonstrieren soll. Die Herren J a c o b i und wurden zu Vorsitzenden und Herr Meyer W e i s g a 1, der im Jahre 1933 die Organisation des Jüdischen Tages auf der C h i k a g o e r Messe durchführte, zum Exekutivdirektor bestellt. ln dem Pavillon soll der kulturelle, künstlerische und wirtschaftliche Fortschritt der Jüdischen National-Heimstätte k e i t Mas noch nicht studiert, und niemand hat bisher an den Ort gedacht, wohin diese Juden reisen könnten. Für Rumänien ist es sehr schwierig, sich selbst mit dieser Frage zu befassen. Es würde eine internationale Aktion voraussetzen, und bisher hat niemand für eine ähnliche Aktion die Initiative ergriffen.“ Am Schluß seiner Unterredung berührte der König die Entwicklung 'der Genfer Ereignisse und sagte, daß ihm die Vertagung der Diskussion über die Minderheitenfrage Freude bereitet habe. Der König sagte hiebei wörtlich: „Die Vertagung der Diskussion über die Minderheitenfrage gewährt uns eine Atempause. Wir wollten einer derartigen Diskussion nicht aus weichen, Freiheit dargestellt werden. Dr. Stephen Wise sagte in einer Ansprache, der Pavillon solle das Wunder der Verwandlung Palästinas durch die Pioniere nnd Helden der modernen Judenheit graphisch darsteilen. Dem Plan für einen solchen Pavillon wurde von der National-Konferenz des United Palestine Appeal in Washington zugestimmt und die Mitarbeit aller an der Entwicklung Palästinas interessierter Gruppen wurde zugesagt. In der Avenue of Kations auf dem Welt-Messeplatz flattert bereite die jüdische Fahne. Ormsby Gore zur Lage in Palästina London, 2. Februar. (Privat.) Im Unterhaus erklärte gestern der Kolonienminister zur Lage in Palästina, der Terrorismus halte dort zwar noch an, aber der ständige Druck der Truppen und der Polizei habe einen Rückgang des Bandenunwesens gebracht In erster Linie hätten die erfolgreichen Gefechte mit bewaffneten Arabern in galiläischen Städten Ende Dezember zur Versprengung dieser Verbände geführt Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung in Palästina, fuhr der Kolonialminister fort, gebe Anlaß zu Betum kann in Deutschland sich nicht wehren. Seine Presse ist unterbunden — jetzt ist auch die tapfere „Rundschau“ ohne Angabe eines Grundes verboten worden — sie darf nicht protestieren, sie darf überhaupt nichts. Das kann unsere Ehre nicht treffen. Es ist keine Schande für einen Gefesselten,, wenn er mißhandelt und geknebelt vrfpd. Aber das Reich wacht auch eifrig darüber, daß diejenigen, die dieser Hölle entrinnen konnten, nicht zu Protest und Kritik gelangen. Es führt auch einen Rachekrieg gegen die Emigranten, die in ihrer persönlichen Ehre herabgesetzt und in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht werden. Die Gestapo wacht... Eine Entgegnung in Foto einer Ausstellung darf nicht stattfinden. Es gibt keinen Protest gegen diese Raeeenschande, fürebtungen, zumal die Arbeitslos i g k e i t im Steigen begriffen sei. Dies gelte besonders für Haifa und Tel-Avlv. Ormsby Gore kündigte zum Schluß eine Erklärung über die Zusammensetzung des nach Palästina zu entsendenden technischen Ausschusses an. Kampf bei Jenin Jerusalem, 1. Februar. (United Press.) Zu schweren Kämpfen zwischen britischen Truppen und aufständischen Arabern kam es im J e n i n - D i s t r i k t, bei denen bisher 23 Tote und eine große Anzahl von Verwundeten zu verzeichnen sind. Abteilungen von zwei Regimentern versuchen, unterstützt von Panzerwagen und Flugzeugen, die Freischärler zu umzingeln, deren Zahl auf 60 bis 150 Mann geschätzt wird. Die britischen Truppen verloren bisher zwei Tote, und zwei Mann wurden verwundet, während auf seiten der Freischärler 21 Mann gefallen und viele verwundet worden sind. Die Kämpfe begannen gestern abends und dauerten die ganze Nacht. Das Kampffeld wurde mit Scheinwerfern und Raketen beleuchtet. Auch am heutigen Tage wurden die Kämpfe fortgesetzt ...E*,wurde kstgesteilt, daß die meisten 1 Mitglieder der Freischärler

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