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Die Stimme · 1938-01-14 · Heft 719 (14.1.1938) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 719 (14.1.1938)
Date
1938-01-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 719. — Wien, BVsftag, den J4. Jänner 19886 schwersten Sciueksatetagen. bk. männliche Hauptrolle spielt fy-one Power, »eine Partnerin hi Matteleine Carroil, außerdem wirkt noch Freddy Bartholome« mit. Der gelbe Herrscher, in den Kämpfen des tos ewigen Aufständen beunruhigten China«?Pw*,t wi au »regenden Szenen reich« Mm In der Titelrolle siebt man Bork Karlof als chinestacben General, einen tollktlhnen Aber:tenrer, dem Vernichtung d« ‘Lebens Miner Widerpartnar Selbstzweck wurde, weitere Hauptrollen spielen Bevorly Roberts. Ricardo Lortez und Wladimir Sokoloff. Die Wmer Uraufführung dieses sensationell« Warner-Bros.-Fikn findet Donnerstag, den 20, Januar im Kreuz- und Votivpark-Kino statt Joan Crawford contra Li« Darvas. Der demnächst in Wien erscheinende Metro-Goldwyn-JÄayer-Film „Das unbekannte Mädchen“, deesen Hauptrolle Joan Crawford spielt, ist gerade für da* W,jener Publikum von ganz besonderem Interesse, da in der Wiener VolkstheaterauffUhrung dieses Stück«, Lili Darvas a der Rolle Triumphe feierte. w’HräflrLWaew#kar ~ deT Film der dem nächst ® Wien erscheinende Gteta-Garbo-Großfilm der Metro-Goldwyn- Mayer ist unbestritten der kostspieligste Film, der je gemacht wurde, denn dieser Film v— scMaag to enormen Betrag von mehr _ ’-jer Millionen Dollar und war daher sogar teurer als „Ben Hur“. Die männliche Hauptrolle spielt Charles Boyer. KINOPROGRAMME Vom 14. bis 17. Jlnnar Tyrooe Power, Freddie B&rtbolomew In: Beginn: 8, 5, "ÄSor IMPERIAL-KINO hga-fg;.S >.- „Mr. Dodd saniert" Beginns 8»*. 5“, 7», 9» Ohr BOTENTORM wr.Hiiw.ran,, i rree MlUPe |q: Xieine Wafßeur' Begine. VA V.6, 0,8, >.,w AUGARTEN-KINO L HMftft AlMMhA^e*. M n* T Brand Allelnanffaiirang tftr Wien KMiXra. »Der Purimspieler'1 Beginns >/,«, VA VA. V.» Chr. .... KINO KERN im Prater „Ritter o&ae Farcftt sod Tadel** Weeli.«l»fi: 8, I, aus,. 8.. n. f.s VA 7,4, VA VA V.“ ~~ LEOPOLDSTÄDTER VOLKSKINO ll„ Rotensterngasse 7 a Tel. R 49-0-23 NESTR0Y-T0N-KIN0 bSZtt™ Bette Davis in: »Die gezeichnete Frau1 ■Hin: L V* */A »• W* REMBRANDT-KINO KINO TEGETTHOFF ln Ptonotorton an Pratoroten Totepken * •SSt, „Hein Vater hot Recht sehaht“ Uotlgpork-Rino “iä.'ä11 Uraarrahmag! . ,, Tyrone Power, Freddie flf LORlfOIl Redaktion and Administration: Wien, I„ Mare- Aurel-Straße 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktions- Schluß Sonntag, Dienstag and Donnerstag vormittags. natlich‘'S 1.70, vierteljährlich S 44», halbjährig S MO. ganzjährig S 18. Ffir das A u s | a n d: Vierteljährlich: Deutschland RM 3.50, Tschechoslowakei K« 28.—, Jugoslawien Dinar 50.—, Polen Zloty 6.50, Ungarn Pengö 4.80. Rumänien Lei 200.—. übriges Ausland: Schwelser Franken 5.50. 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Die Früchte Palästinas werden gegessen und von allen Teilen der Weit wird Geld gespendet, damit man in Palästina neue Bäume pflanzen kann, ln Erez Israel marschieren die Kinder bekränzt durch die Straßen, mit Spaten und jungt Setzlingen in der Hand. Jedes Kind pflanzt, ein Bäumchen. Jeder dieser linge arbeitet mit am Aufbau von Erez Israel! — Daß aber auch die jüdischen Kinder hier in der Galuth verstehen, ai * ihre Art zu feiern, zeigen euch die hoi tigen Geschichten der „Kinder-Stimme' Ich hoffe, daß jeder von euch an dies« Tage in irgend einer Form etwas zur Aufbauwerk von Erez Israel beiträgt! Der Streit in der Fruc§tsc$ale Eine Chamischa Assar B’schwat-Geschichte. Von Schafen Ben-Chorin. Jerusalem. eine schöne braune Birne, an. Sie kamen nämlich — aus Mittel franken. — „Jai wohl, aus Westindien“, bekräftigte die1 | Banane, „und es war eine sehr abenteuerliche Reise hierher: Wenn ich nur an den Seesturm denke... aber eg lohnt eich ja gar nicht, in einer solchen Gesellschaft zu erzählen.“ „Na. entschuldigen Sie mal“, rief da der Ethrog, „ich bin schließlich auch noch da!“ „Ja, Sie sehen aber nlkig aus So ’ue dicke Zitrone ist mir auch noch nicht begegnet!“ — Hat man schon so Unverschämtheitgesehen, sich für Zitrone zu halten! Ich bin nämlich das Ethrog und komme mitten aus Palästina, wo auch meine liebe Freundin, die Orange, ihr« Heimat hat. Chalutzim haben die Bäume, auf denen wir gewachsen sind, mit viel Liebe gepflanzt und betreut, und jüdische Kinder haben uns abgeerntet; und stellen Sie sich nur vor. welche Ehre man mir hier erwies! In einer silbernen Dose, auf einem weichen Wattebettehen, ruhte ich, und nur im festlich erleuchteten Tempel nahm mich der Hausherr heraus.“ „Weil Sie, geehrter Herr Kollege, geradt von der Synagoge sprechen“, di« Traube ein, „da kann ich auch reden! Mich, oder besser gesagt, meinen Saft, gebrauchtman nämlich zu den feierlichsten Baadhmgen:; Am -Freitagabend stehe ich überhaupt im Mittelpunkt der Gesellschaft. Zuerst maoht l&n.Kidduedh über mich und dann laben ich alle an einem Schluck meines iiglichen Saftes. Und wer erweist dem hinseheidenden Schabbat die letzte Ehre? Auch ich, bei der Hawdalah. — Und erst Seder, wo jeder vier Becher meinem Wein trinken muß. Aber übrigens, Rebb Ethrog. wir kennen .— dbcj schon. Ich hing nämlich in der Sukkah oben an der Decke und konnte m«r auf Sie herab sehen .. Aber da passierte etwas Schreckliches: David mußte fürchterlich niesen! Ent-' schraken die Früchte zusammen — lagen wieder so ruhig, als wäre „ lichte geschehen, in der schönen Schale. Aber ich glaub« doch, die Feige ioeh etwas sagen wollen, denn verärgert aus. ben hatte die Mutter mit, vie! Eifer und Bemühen die Früchte in der Obstschale aufgebaut und stellte ei« fürsorglich in das Zimmer, das an das Schlafzimmer des kleinen David grenzte. Mit sehnsüchtigem Bück zu aE den Herrlichkeiten war David heute zu Bett gegangen, mit den freudigsten Erwartungen au! den morgigen Tag, auf Chamisoba Assar B’eehwat. Es war eine von jenen mondhellen Nächten, in denen der kleine Junge nicht so ungestört wie gewöhnlich schlafen konnte. So wachte er mitten in der Nacht auf und hörte seinem großen Erstaunen ein eifriges Flüstern und Raunen, das aus dem „guten“ Zimmer zu kommen schien. Ganz leise und vorsichtig kletterte or aus seinem Bett, zog behutsam die Strümpfe an, um noch leiser schleichen zu können, und näherte sich auf Jen Zehenspitzen, den Atem anhaltend, der großen, weißen Tür, die zur guten Stube führte. Ganz vorsichtig öffnete er nur < Spalt der Tür und sah, wie all die Früchte, die heute beim Zubettgehen noch so friedlich in der Schale lagen, aufgeregt hin- und herhüpft-en und eich mit ganz feinen Stimmehen ungeheuer wichtige Dinge mitzuteilen schienen. David mußte sieh schrecklich aristren-, gen, um zu verstehen, was die dicke, gelbe Banane, die sich eben so majestätisch aufrichtete, zu sagen hatte: „Meine Damen und Herren“, sagte sie, „ich habe eine ungeheuer interessante Reise hinter mir; ich komme nämlich“, vor Stolz wurde sie noch gelber als sie war, „ich komme nämlich aus Westindien'“ Ganz beschämt sahen sich der rot« Apfti und sein nicht minder beleibtes Gegenüber, lm Kindergarten Es war an einem Mittwoch, nach dein Schlafen; wir haben uns im Kreis auf unsere Sesserln gesetzt und die Mutti (sie war die Kindergärtnerin) erzählte uns eine Geschichte von den Kindern in )-*'.«, die Bäume eineetzen, und sagte nachher, wir könnten zwar keine Bäume einsetzen, aber mit Blumen geht’s auch. Ich erinnere mich noch gut, da sind war immer zu zweit oder zu dritt herausgekommen, haben eine Zwiebel (aber keine, die so beißt, sondern eine Tulpenzwiebel) in einen Blumentopf eingesetzt und Erde daranfgegeben. Dann haben wir uns alle die Hände gegeben und c*S38n ab getanzt. Das war schön, daß ich es gar nicht vergessen kann. — Wir waren sehr neugierig, wann die Spitzerin herauakommen werden und haben immer nachgesehaut. Und wirklich, nach ein paar Wochen haben wir sie selbst eingesetzt haben, 40 schön und bald waren dann auch die Tulpen da. Sie waren gelb und heliroea, und die Leute wollten uns nicht glauben, d;.ß wid eie selbst eingesetzt haben, so schön waren'sie! Hanna Finali, 10 Jahre. Chamischa-Assar in Erez-Jisraci Von L. Jaawez (Aus dem Hebräischen übersetzt von Herbert Achtentuoh, 6. Gymn.-Ki.) Als eich die Familienmitglieder fer’elis im Hause versammelten, fanden sie eine blumengeeehmückte Laub« aus Ölzweigen, die den im Freien gedeckten Tisch vor der Sonaenglut schützte. Die Laube war von den erwachsenen Söhnen, als eie aus der Schule kamen, zu Ehren dieses Tages geflochten und geschmückt worden. Und all dieses erregte das Wohlgefallen des Gastes. Als sich die Hausgenossen rund um den Tisch zum Mittagessen setzten, bemerkte der Gast-: „Hätte mir jemand in dem Lande, in dem ich mich früher aufhielt, gesagt, daß wir am „Chamischa-Assar“ unter freiem Himmel unsere Mahlzeit einnehmen, unsere Söhne Obstbaumzweige bringen und unsere Töchter Feldblumen pflücken werden, so hätte ich das für einen Scherz gehalten! Denn was sehen wir an diesen Tagen in den Ländern des Nordens? Frost und Kälte, Schneeflocken und Regenschauer, dichte Finsternis und Glatteis! Und was vernehmen dort unsere Ohren? Nur das Pfeifen und Heulen des Sturmwindes! Hier aber seht Ihr vot unseren Augen den blühenden Ölbaum in al! seiner Pracht, und die Vögel trillern ihr Lied. Ale ich gestern durch die „Pardeseim“ Jaffas schritt, wurden meine Augen von dem Glanze tausender und abertausender Zitronen und Orangen, die wie Sterne im Dunkel des Geästes der Bäume glitzerten, geblendet. Nach der Mahlzeit wurden Körbe voll von Früchten, wie es das Gebot des Tages verlangt, gebracht; auch Flaschen mit "Wein aus „Mikweh-Jierael“ wurden ms dem Keller geholt und die Nachbarn Jisr’elis kamen. Auch sie hatten Körbe mit Obst und Flaschen funkelnden Weines mitgebraeht; sie setzten sieh zu Tische ueö ließen es sich gut munden. Und in fröhlichster Stimmung nahm der Gast eine Orangenseheibe, legte darauf eine saftige, honigsüße Dattel, aß beides und sprach folgenden Segen: „Der Ewige möge unser Land und seine Früchte segnen und uns ein gutes, süßes Jahr bescheren!“ Spräche iss *bt ,jgjpa 5sgw* bn. :isiR Tito ai (Rabbi Meier.) MÄTSW -C's's 1-on 'Je prien. ngln ntjfot 'aj (Rabbi Eieasar.) Mts« Cb!j?2 p1?« 11? j‘X „Wer seinen Nächsten öffentlich beschämt, hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt.“ Briefkasten : Dorrit Bernstein: Dein Beitrag hat mich sehr traurig gestimmt. Ich würde gerne mit dir darüber sprechen, Ist es dir nicht möglich, in die nächste Sprechstunde zu kommen? Inzwischen innigen Dank. CiUi Friedläader: Herzlichen Dank für die Novelle. Sie wird demnächst erscheinen. Gerne wüßte ich, ist da« deiner Phantasie entsprungen, hast du das erlebt oder nacherzählt? Bitte um Antwort. Amrie F. Natürlich kannst du bis Montag früh auch Exemplare der „Kinder-Stimme“ haben, wenn du sie deinen Freundinnen zur Teilnahme am Preisrätsel geben willst. Aber Montag abends ist der letzte Termin zur Abgabe. Waltet Frank: Deinen hebräischen Beitrag 1 begrüße ich sehr. Die hebräische Ecke beginnt wieder dn der nächsten 9

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