Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1938-01-10 · Heft 717 (10.1.1938) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 717 (10.1.1938)
Date
1938-01-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3054431-3054474--7206-3520386
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Moniag-jiusan'h** Blatt tot mb 4 üfcr nachmltfg« M den Kolporteuren erhältlich V.b. b. 10fl -Stimme Nr. 717 JÜDISCHE ZEITUNG Ww' Monta8» *0. Jänner 1938 8. Sehwat $698 Protest gegen das Weißbuch* Erklärung der Exekutive , bezeichnet - zuversichtlich Der Jiscbuw lehnt ab Jerusalem, 9. Jänner. (JTA.) Die höchn J - ’• 'nw und die re der Ziönieinen Aufruf erlassen, in -welchem die als Alternative an Stelle des Teilungsplanes eingebrachten Anträge, im ganzen ungeteilten Palästina einen arabischen Staat zu schaffen, in welchem die Juden dauernd in deT Minderheit und zwar im Verhältnis von 40 Prozent zu der London, 9. Jänner. (JTA.) Die Exekutive der Jewish Agency hat am 7. d. eine Erklärung veröffentlicht, in der sie ihrem B edauern über die Verzögerung und den Schwebezustand, die in dem vom Kolonienministerium veröffentlichten Paläetina- W e ißb u oh vorgesehen sind, Ausdruck 6 , gibt. Die britische Regierung wird dringend! j e ru R „ i „ m _r p t ersucht, m Palästina normale Bedingungenj WpWow/t k V L ® wiederherzustellen, vor allem die wirt-i * h Weltorganisation haben gemeinsam schaftliche Aufnahmefähiarkeit « - .... als das Kriterium für jüdische Einwande- ® e Aufgabe der neuen Kommission ln dem' „Daily Telegraph“ schreibt: Die personelle Statement der Exekutive heißt es: Zusammensetzung der neuen Palästina-Kom- IMe Erklärung legt die Richtlinien für 'Mission ist noch nicht bekannt. Da jedoch die Uatereuchungsarbeiten der neuen! Finanzfragen der geplanten technischen Kommission fest. Fragen (Teilung mit zur Behandlung stehen und grundlegender Politik werden direkt nicht i ferner konstitutionelle und lokale Kenntnis behändst; sofern sie Folgerungen entvorausgesetzt sind, ist es fast sicher, daß halt, sind diese zu unbestimmt, aIs!maD einige der Mitglieder der daß sie kommentiert werden könnten; esl Peel-Kommission ersuchen werde, müßte vorher genügend Licht in die ganze1 der neuen Kommission anzugehören. Die Re- Sache gebracht werden. Das einzige, was' gierung beabsichtigt nicht, eine weitere aus der Erklärung klar zutage tritt, ist,! Verzögerung zuzulassen. Obwohl die Lage daß noch viel Zeit vergehen wird, bevorj ün Lande kaum als ruhig bezeichnet die Regierung in der Lage zu sein hofft, i werden kann, wird erwogen, die Komitee endgültige Politik und einen defini-, mission möglichst bald zu ent- “ ™-*-■*- senden; die Mitteilung betreffend die peri ITnwird daher demnächst erfolgen, Sj@ wird, Er»r»ra>i Xin Värmt tä-r ± jj. p„jtnr„„,L * fährt, werden der neuen Kommission Mit- Mandatskomnüssion und dem Völkerbund-, f5i®der PolJtisclier Körperschaften nicht anrat die weitere Prozedur entwickelte; i gehören‘ ebenso ist es nicht klar, warum die vorner KomoetenZUmfattfi liegende Erklärung so lange hinausgezö- „ „ t . gert wurde, und warum auch jetzt noch) Kolomenmimster Ormsby Gore hat efaie weitere Verzögerung der Konstituledas Weißbuch mit einem Schreiben an den rang und Entsendung der Kommission Oberkommissär Waucbope einbegleitet, in Plate greifen soll welchem die Kompetenzen der Kommission in folgender Weise bezeichnet werden: Periode der Unsicherheit Sie hat den im dritten Teil des Berich- Ende finden! tes der Königlichen Kommission skizzierten Diese Verzögerung ist ebenso tief be- Tellungsplan in Betracht zu ziehen, dauerlicb, wie die lange Periode jedoch mit voller Freiheit zu Abder Unsicherheit, die bereits groänderungen dieses Planes einschließßen Schaden in Palästina verursacht hat jjcjj eventueller Veränderungen der Gebiete, Verzögerung Schwebezustand ^rfen d- _ laut den Empfehlungen der Peel. äsässää“" r t ““ir rt; in**, hl äh Mattdattvemaltimg mi-wblmbe» .ollen Fen.ee - .Ile von Jen pflichte*, darauf zu achten, daß in der Gemeinden m Palästina und Trawprda- Zwischenzeit Leben und Arbeit im Lande nien erhobenen Vorstellungen in Betracht ziehend —: Die politischen Fragen 1. Grenzen für das geplante arabische und jüdische Territorium, sowie für die dauernd oder zeitweilig unter britischem Mandat verbleibenden Enklaven zu empfehlen, die a) eine ziemliche Aussicht auf die eventuelle Errichtung sich selbst verwaltender arabischer und jüdischer Staaten mit entsprechender Sicherheit bieten; b) den Einschluß möglichst weniger Araber und arabischer Unternehmungen in das jüdische Gebiet, und umgekehrt, notwendig machen; c) die englische Regierung in die Lage versetzen, die Mandatsverpflichtungen zu erfüllen, deren Übernahme im Bericht der Königlichen Kommission empfohlen ist; einschließlich der in Artikel 28 des Mandats enthaltenen Verpflichtungen betreffend die Heiligen Stätten. Die künstliche Einschränkung der jüdischen Einwanderung ruft eine wirtschaftliche Krise in Palästina und sehr ernste Not für eine große Zahl von Juden in den Ländern Ost- und Mitteleuropai hervor, die — unter dem Druck von Verfolgungen — in Palästina ihre einzige Hoffnung sehen. Wir ersuchen daher die Regierang dringend, alles, was in ihrer Macht steht, zu tun, um normale Bedingungen, ln erster 'Reihe das Prinzin der wirtschaftlich«! Aufnahmefähigkeit als des Kriteriums für jüdische Einwanderung in Palästina wieder herzu- 8 teilen. Ortnsby Gore und Eden sollen ihr Wort halten! Dies können wir angesichts der vom Kolonietuninister Ormsby Gore vor der Permanenten Mandatskommission und vom Außenminister Eden im September vor dem Vöikerbundrat in Genf abgegebenen Erklärungen — to der letzten wurde die drastische Maßnahme der Fest-j jüdische -Einwanderung als „eine rein vorübergehende Maßnahme, um «teer vorübergehenden und auße. ordentlichen Situation gerecht IHe wirtschaftlichen und finanziellen Fragen politischen Maximums für g m mit def Tefl zusan^enhängeDtftdiaehii ^niwad6fllM BIS -Clllß TOH VOT- , . , , _ , A_, „ n _ den wirtschaftlichen und finanziellen Fragen zu prüfen und über das Ergebnis der Studien Bericht zu erstatten, auf Grunl dessen Entschließungen erforderlich sein werden, betreffend u. a.: a) die Aufteilung — soweit nötig — der öffentlichen Aktiv- und Passivposten Palästinas und anderer Finanz verpflicht u n g e n, die während der Mandatsperiode durch die Palästinaverwaltung rechtmäßig eingegangen worden sind, auf die verschiedenen Territorien; b) Mittel zur Sicherung, daß diese finanziellen Verpflichtungen gemäß Art. 28 des Mandates voll anerkannt werden; c) die Verwaltung der Eisenbahnen, Häfen, Post, Telegraph und Telephon; d) Wähnmgsangelegenheiten; e) Zoll- und Steuerverwaltung; ^iB^>6gf^»te,ate«Wlge,^ " denen zu errichtenden Verwaltungen; g) Wahrung der Rechte der Zivilbeamten gemäß den Bestimmungen von Artikel 28 des Mandates; h) Behandlung industrieller und anderer Konzessionen; i) die Möglichkeit freiwilligen Land- und Bevölkerungsaustausches und die Aussichten, durch entsprechende Entwicklung des Landes Raum für weitere Ansiedlung zu schaffen, um den Bedürfnissen von Personen, die von einem Territorium in das andere zu übersiedeln wünschen, zu entsprechen; j) die Schaffung wirksamer Sicherung der Rechte religiöser und nationaler Minderheiten auf den den Arabern, beziehungsweise den Juden zugewiesenen Gebieten, einschließlich Schutz religiöser Rechte und Eigentums. me etwaigen Schlußfolgerungen Sollte als Ergebnis der Studien der technischen Kommission, deren Ausarbeitung zweifellos viele Monate in Anspruch nehmen wird, die englische Regierung einen Teilungsplan für billig und durchführbar erachten, wird dieser dem VöIkerbundrat zur Erwägung unterbreitet werden. Falls der Völkerbundrat den Plan genehmigt, wird eine weitere Zeitspanne nötig sein, um in den betreffenden Territorien neue Verwaltungssysteme unter Mandat zu errichten und — die nötige Zustimmung vorausgesetzt — über Abkommen mit dem Ziele der eventuellen Errichtung unabhängiger Staaten zu verhandeln. Es ist auch möglich, daß die englische Regierung im Lichte des Kommissionsberichtes genötigt sein wird, den Vorschlag der Permanenten Mandatskommission zu erwägen, wonach das arabische und das jüdische Gebiet vorübergehend unter einem „kantonalen“ System oder unter einem System gesonderter Mandate verwaltet werden sollen. Daraus geht hervor, daß einige Zeit hindurch jede Aktion lediglich untersuchenden Charakter tragen wird. Ich werde mich mit Ihnen hinsichtlich der personellen Zusammensetzung der Kommission and ihrer Arbeitsweise zur entsprechenden Zeit in Verbindung setzen.“ Herr Oppenheim spielt sidi auf Zahlreiche Zuschriften zu unserem Artikel „Eine merkwürdige Union“ geben der Überzeugung Ausdruck, daß eine entschiedene Abwehr der nur die antisemitischen Instinkte fördernden Politik der „Union“ eine unabweisbare Verpflichtung für alle aufrechten und ehrlichen Juden geworden ist. Der letzte Angriff des Herrn Regierungsrates Oppenheim gegen die Bildung einer jüdischen Jugend im österreichischen Jungvolk hat nun in weitesten jüdischen Kreisen Empörung und Gelächter hervorgerufen. Da« ist derselbe Herr Oppenheim, der sich immer als Hüter der Verfassung auf spielt und offenbar der Meinung ist, nicht nur die Kultusgemeinde, sondern auch der Staat müsse nach seiner assimilatorischen Pfeife tanzen. Er hat vom Bundesjugendführer Grafen Thum-Valsassina die gebührende Antwort erhalten. Der Bundesjugendführer erklärte im „Neuen Wiener Tagblatt“, er habe seinen Erklärungen nichts hinzuzufügen. Die Erklärungen des Bundesjugendführers Staatsrat Graf Thum-Valsassina über die Schaffung eines jüdischen Jugendverbandes unter verantwortungsbewußter jüdischer Führung und mit den Rechten, die dem österreichischen Jungvolk nach dem Gesetz zustehen, haben den Zorn des Herrn Oppenheim erregt. Sie beseitigen aber mit anerkennenswerter Klarheit die seit Erlassung des Jugendgesetzes bestehende Ungewißheit bezüglich der jüdischen Jugend. Insbesondere die Führerschaft der bewußt jüdischen Jugend ist dem Bundes] iigen dfüh rer dafür dankbar, daß die jüdische Jugend Österreichs als gleichwertig betrachtet wird. Das ist das Ergebnis der richtigen Einstellung, daß eine gute Mitarbeit im Staate nur dann erwartet werden kann, wenn sieh auch der junge jüdische Mensch nach seinem ethischen Ideal ausleben kann, wenn er in Kameradschaft mit Gleichgearteten und Gleichgesinnten heranreift und die Ideale der jüdischen Lehre In sich auf» nimmt. Der Ve-gleicb von' Jugendverbapd und Militär, vrk*e»>Sv.rfn Viliebte, erscheint vollkommen unpassend. Herr Oppenheim bat eben keine Ahnung von den Aufgaben eines Jugendbundes. Der Jugendbund hat zum Zweck die Formung des jungen Menschen. Er gibt dem zukünftigen Leben des Jugendlichen neben Kameradschaft auch Wissen und Weltanschauung. Der jüdische Jugendbund im besondem will Herzls Postulats erfüllen. Er will „aus Judenjungen stolze, junge Juden“ machen. Unter Stolz ist nicht Überheblichkeit, religiöser oder nationalistischer Chauvinismus gemeint, sondern das stolze Bekenntnis zu der Ethik des Judentums und zur Schicksalsgemeinschaft aller Angehörigen des jüdischen Glaubensbekenntnisses. In diesem Zusammenhang soll auf das Jugendgesetz in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. Nr. 76/37, hingewiesen werden. Der Gesetzgeber stellt für die Bestandgenehmigung von Jugendbünden den Grundsatz auf, daß den Jugendlichen die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten in würdiger Weise und ihre Erziehung im religiös-sittlichen Sinne nach dem Grundsatz ihrer Religionsgesellsehaft zu sichern ist. Der Herr Bundesjugendführer vertritt in seiner Erklärung auch in bezug auf die jüdische Jugend den gleichen Standpunkt. Auch die bewußt jüdische Jugend und die große Mehrheit der jüdischen Elternschaft ist der Ansicht, daß der jüdische junge Mensch nur im jüdischen Jugendbund — als Ergänzung der Erziehung im Elternhaus — zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft erzogen werden kann. Wer nicht Treue seinem Glauben und seinem Volke halten; gelernt hat, kann sich auch dem Staate gegenüber nicht bewähren. Die Erziehung! jüdischer Menschen in einem Jugendverband, dessen christliche Leitgedanken nicht nur auf „katholische Zeremonien“ beschränkt bleiben, wie Graf Thurn-Valsassina ausführte, erscheint geradezu für die Erziehung der jüdischen Jugend unmöglich, weil der jüdische Junge in einem solchen Verband den Begriff für Treue verlieren muß. Die jüdische Jugend erwartet vom Staat jene Förderung, die seitens des Staates den andersgläubigen Jugendgruppen zuteil wird. Die mit der Wahrnehmung der Interessen der öster.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.