Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 716 (7.1.1938)
- Date
- 1938-01-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Freitag-Ausgabe 9k Dieses Katt Ist ab 4 Uhr nachmittags bei den Kolporteuren erhältlich V. b. b. 158 ^Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, 7. Jänner 1938 e 5. Schwat S69S Pie jüdische Jugend und das Jungvolk Wie die „Politische Korrespondenz“ meldet, sprach gestern Bundesjugendführer Staaterat Georg Graf Thurn-Valsass i n a bei der Arbeitstagung des österreichischen Jungvolkes über das Verhältnis der jüdischen Jugend zum Jungvolk, und führte aus: Wenn wir unsere Jugend christlich, deutsch und sozial gerecht erziehen, kann es jüdischen Eltern unmöglich recht sein, ihre Kinder ins österreichische Jungvolk zu schicken. Man hat mir darauf von führender jüdischer Seite eingewendet: Beim Militär stehe der Jude ebenfalls neben dem Christen bei der Feldmesse und mache die katholischen Zeremonien mit Das österreichische Jungvolk beschränkt sich aber keinesfalls auf die Feldmesse als Mittel für die religiös-sittliche Erziehung. Unsere ganze Erziehung steht hn Zeichen dieses Leitgedankens. Wir wollen daher einen Jugendverband schaffen, wodieJugend jüdischen Glaubens mit ihren berufenen Führern, auf deren Ernennung uns ein maßgebender Einfluß zustehen muß, DACfU unter sich Ist. Dies bedeutet keines- B0MeP\n falls eine Verletzung unserer erfasseng, sondern ist die allein Das Palasttna-Weißbucb: Sensationelles Sdireiben Ormiby-Cores London, 7. Jänner. (JTA.) Das Dienstag erschienene Weißbuch ist von einem Schreiben des Kolonieministers Ormsby-Gore an den demnächst aus dem Amt scheidenden High Commissioner für Palästina, Sir Arthur W a u c h o p e, einbegleitet das in Londoner politischen und parlamentarischen Kreisen außerordentliches Aufsehen erregt hat da es in einem scharfen Gegensatz zu dem am 8. Juli 1937 zur Einbegleitung des Peel-Planes herausgegebenen Statement of policy der britischen Regierung steht Während jenes Statement of policy die Entneuen Untersuchungskommission, deren Ausarbeitung zweifellos viele Monate in Anspruch nehmen wird, seitens der britischen Regierung ein Teilungsplan für gerecht und durchführbar erachtet werden, wird dieser dem Völkerbundrat zur Begutachtung vorgelegt werden müssen. Falls der Vökerbundrat den Plan annimmt wird es eine weitere Zeitspanne dauern, ehe man zu Schlußfolgerungen kommt und die entsprechenden administrativen Änderungen vorgenommen werden können. Es ist auch möglich, ANTHRAZIT „THR1E STARS“ BUCHENHOIZ KOHLE KOKS (Inhaber Dr. Richard Basch) IV., ArsentinierstraSe Nr. 22 U 47-5-40 RElfZ'KI Frost zu komm mögliche Lösung der Jngendfrage für die schlossenbeit der Regierung kundgab, die daß die britische Regierung im Licht der *;ead mosaischer Religion. So wird es; Schaffung eines jüdischen und eines arabl-, Empfehlungen dieser neuen Kommission sich zunehmen, schiebt das neue Statement | bundes einer genauen Prüfung zu unter- " ' .. ~ " ziehen, in denen angeregt wurde, daß das arabische und das jüdische Gebiet vorübergehend unter einem kantonalen oder separaten Mandatssystem weiterverwaltet werden mögen. Daraus ist ersichtlich, daß während einer ganz beträchtlichen Zeit in der Zukunft alle Schritte nur studienmäßigen Charakter tragen werden, verden auf die Angelegenheit des Von informierter Seite wird geteilt: Das österreichische Jungvolk hat Aufgaben, die religiös-sittl Erziehung und die staatsbüi hiezu mit- Ormsby-Gores nicht allein die Entscheidung über die Durchführung eines eventuellen neuen Planes auf lange Zeit hinaus, sondern . es bedeutet gleichzeitig eine grundsätzliche Revidierung der Ansichten der englischen Regierung _ r'jüber die Grundlagen eines e v e n- 0,1 i ‘"ßi1 totndS.®il.,S«*SiPi3l”AS'ne»e Welßlefiht. Marke „pEDiFHiT“ | buch u. a. auch den Zweck hat, die A r a- Dll!Sth ber zu beruhigen, Indem darin unterb"4~-40 stricllen wird, daß die Mandatsregierung sich I namentlich jene Empfehlung der Peel-Komliehe Erziehung. Das österreichische mtesion nicht Jungvolk hat von allem Anfang die Bung vertreten, daß es nicht möglich “ Weißbuches nächstens noch zurückkommen. (Anm. d. Red.) Enttäuschung in Palästina ein'und derselben Organisation Angehörige verschiedener Konfessionen religiös-sittlich im Sinne, einer einzigen Konfession zu erziehen; daraus würden sich verschiedene Unstimmigkeiten ergeben. Deshalb wäre es die praktischeste Löeigen gemacht hat, in der ein Transfer der arabischen Be-| 7. jänner. (,JTA.) „Times“ mely.?Iberu”§.a”8 de5™ T?rrit.onu.m des zu"; den, daß das neue Weißbuch der britische! künftigen jüdischen Staates in den neuen arabischen Staat vorgesehen ist. Die Ausgaben der neuen Kommission In dem Schreiben Ormsby-Gores an High sang, UCU Juden die Möglichkeit der reli- Commissioner Wauchope wird gesagt, die giös-sittlichen Erziehung in einem eigenen | Funktion der neuen Kommission würde die Verband zu gewährleisten. Dies soll da-1 eines technischen *----»•..■««« durch erreicht werden, daß diejenigen sein. Sie wird erstens G die sich ausschließlich auf geplanten Jfld‘ ‘ ‘ beschränken,[arabischen Sta jand gründen j tisebes Mandatsgebiet zu empfehlen, zwei- Regierung sowohl in j ü d i s c h e n als auch in arabischen Kreisen Palästinas kühl a u f g e n o m m e n wurde. Die Juden befürchten, daß eine übermäßige Hinauszögerung der Lösung den Terror verschärfen und die Wirtschaftslage noch weiter verschlechtern könnte. Die Araber sehen in den Anweisungen an die Kommission eine Bestätigung des Teilungsplanes, den sie abgelehnt haben, und erwarten weitere Komplikationen innerpolitischen Lage des Landes. Allgemein ist man enttäuscht, daß das Weißbuch keinerlei Regelung des Bode aufs und und daß jedes Mitglied eines Vereines, der | tens die mit einer Teilung zusammenhängendiesem Verband angehört, dadurch Mit-, den wirtschaftlichen und finanziellen Fragen glied des österreichischen Jungvolkes, bej prüfen und über das Ergebnis der diesbezügziehunusweise des österreichischen Staats-‘ Rehen Studien Bericht zu erstatten haben, i , volkes^wird. |Der Kommission sei die Weisung erteilt {ur dlt! hemmenden Monate enthält. Die staatsbürgerliche Erziehung worden, den von der Peel-Kommission vorder jüdischen Jugend wird dadurch garan-; geschlagenen Te.Iungsp an zwar « Betracht tiert, daß die Jugendführer von den zustän-; zu ziehen, sich aber völlig frei m fühlen, Abdigen Stellen des österreichischen Jungvol-1 änderungen dieses Planw einschließlich aller kes ernannt werden. Dadurch ist Vorsorge eventuellen yeränderangM in bezug auf d.e getroffen daß die jüdischen Kinder auf der, im Peel-Bericht in Aussicht genommene einen Seite religiös-sittlich durch ihre konv„ fessionelle Behörde erzogen werden, staatsbürgerlich unter Aufsicht des österreichischen Jungvolkes und daß ihnen durch die (Fortsetzung Seite 3.) Grenzziehung vorzuschlagen. Nur studienmäßiger Charakter Weiter heißt es in dem Brief Ormsby- Wie verlautet, beabsichtigt die Exekutive der Zionistischen Organisation auf das britische Weißbuch hin, bei der englischen Regierung Vorstellungen zu erheben, damit die bestehenden Einschränkungen für die jüdische Einwanderung aufgehoben werden. Das Organ des britischen Pro-Palästina- Komitees ..Palestine“ kritisiert scharf die _ _englische Regierung wegen der nicht klar Gores: "^Sollte als Ergebnis der Studien der1 vorgezeichneten Politik hn neuen Weißbuch. In einem folgenschweren Moment Von Dr. F. Rotenstreich (Jerusalem). Der gewesene Außenminister des Iraks verlangte vor einigen Wochen vom Mufti, daß der Terror in Palästina aufhöre, um ihm und anderen, die für eine Verständigung mit den Juden auf Grundlage der Zuerkennung der Rechte einer Minderheit eintreten, die Anbahnung von Verhandlungen zu ermöglichen. Der Mufti soll geantwortet haben, daß der erste Terror vom Jahre 193ß das Mandat vernichtet habe, der jetzige Terror werde für alle Zeiten die Teilung des Landes unmöglich machen und die Zionisten überzeugen, daß sie in Palästina nichts zu suchen haben. Der Terror deprimiere, sagte der Mufti, die Juden und sichere den Arabern die Unterstützung seitens verschiedener Staaten, die ein Interesse an der Schwächung Englands haben. Eine Unterbrechung des Terrors, erklärte der Mufti seinen Anhängern, würde die Araber politisch isolieren. Die Finanzierung des Aufstandes seitens der Staaten, die sich zum Kriege gegen England vorbereiten, sichere den Arabern Bundesgenossen im neuen Europa, das auf den Ruinen des jetzigen aufgebaut werden wrird. Die Gegenaktion der Mandatsmacht und die Verfolgung der Araber rufe in den arabischen Staaten eine Reaktion hervor, stärke den Panarabismus und schaffe die Grundlage für eine einheitliche arabische Front, Aus diesen ßri§. 'j-öreh «irt&äLßfnÄdn'ä w &Aio dtfcefmVV'" Setzung des Terrors. Gegenwärtig gibt die Mandatsregierung selbst zu, daß der Terror in Palästina zum größten Teil das Werk arbeitsloser Araber und Abenteurer ist, die durch fremde Staaten, die England beunruhigen wollen, ins Land geschickt werden. Aber England zieht, nicht die notwendigen Konsequenzen. Und so wie es in der Weltpolitik absichtlich viele Tatsachen nicht sehen will, so auch in Palästina. Die Politik Englands beruht auf fortwährendem Zurückweichen. Das reiche England fürchtet jedes Risiko, denn es hat den Eindruck, daß es bei einer kriegerischen Auseinandersetzung nur verlieren kann. England sieht heute den Niedergang des Völkerbundes. Es sieht, wie internationale Verträge gebrochen werden, daß die Vasallen einiger Staaten, zum Beispiel Albanien, einhellige Beschlüsse des Völkerbundes unmöglich machen, und bereitet sich daher vor, sich auch in Mandatsangelegenheiten vom Völkerbund unabhängig zu machen. Es scheint, daß England einige Mandatsgebiete annektieren oder nach Abschluß eines entsprechenden Vertrages als „unabhängig“ proklamieren wird, wenn die internationalen Verhältnisse sich nicht bessern sollten. Es entsteht die Frage, was hat England mit Palästina vor? Wird es Erez Israel annektieren und zu einer Kolonie erklären, das heißt, die Balfour-Deklaration liquidieren, den Juden in Palästina zwar die Gleichberechtigung sichern, aber keine weitere Immigration znlassen? Oder den Juden irgendwelche Einwanderung zugestehen, die so klein ist, daß sie keinen großen Protest seitens der Araber hervorrufen wird? Es besteht noch eine zweite Möglichkeit, England wird Palästina den Arabern Sektion und WIZO Prater, Wien, 11., StuwerslraBe 1, Tel. R 40-1.86 L Sonntag 9 Jänner 1938, 8 Uhr 30 abends, In den Sälen des Ml flärkaslnos, Wien, I-, Schwarzenbergplatz t Ball Miitemachtsakademfe Karten zum Preise von S 2‘50 plus 10% für KKL. in der Sektion, Wien, 1L, Stuwerstraße 1, Telephon R 40-1-86 L, und bei Optiker Karl Seidner, L, Franz-Josefs-Kai 33, Telephon U 28-9-66 mitwirkend: RallyBroder, FritzGrünbaum, Karl Farkas, MaxBrod, Igo Guttmann, Jazzkapelle Isy Geiger. Jazzsänger Leo Illmar, Gewinner desgold. Bandes der Jazzsänger 1937