Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 715 (5.1.1938)
- Date
- 1938-01-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Miitwocö-Jlusadbe DteM BIMt Ist (» 4 tn* l bei den Kolporteuren erhJUtlleb V.b.bs «9 ‘‘Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Mittwoch, 5. Jauner 1938 e 3. Sehwat U. Jahtgug Eine merkwürdige Union m seinem^5 ROTENTURM.VOT IVPARKu Englisches PalSstiiia*WeUnmch: Auf Teilungsplan nicht festgelegt! London, 4. Jänner. (Privat.) Das schon lange angekfind;gte Weiß buch Ober die Kompetenzen der neuen Paläs tin a - Untersuchungskommission ist beute veröffentlicht worden. Es umschreibt die Aufgabe der Kommission mit dem Hinweis darauf, daß die Kommission nur Tatsachen festzustellen, aber nicht politische Schlösse zu ziehen haben werde. Gleichzeitig wird erklärt, daß die britische Regierung sich niemals an! den Versuch eines Teilungsplanes, wie ihn die Peel-Kommission empfohlen hat, festgelegt habe. Der Bericht der neuen Kommission, die vermutlich mehrere Mosate brauchen wird, am ihre Arbeiten za beenden — ihr werden gemäß dem Peel-Bericht Grenzend Finanzausschüsse zur Seite stehen —, dürfte nicht bloß dem Unterhaus, sondern auch dem Völkerbund vorgelegt werden Premiere des graste» ItMMn* F.lm» Ja mnmspie'er Augarten-Kino Für eine Entente Törkel-örlechenrnt-msrn-mmtadi „Sunday Times“ schreiben: Die neue Palästina-Kommission wird im wesentlichen eine technische und zur Feststellung von Tatsachen bestimmte Untersuchungskörperschaft sein.' Die englische Regierung — dies wurde wiederholt betont — ist nicht an einen bestimmten Teilungsplan gebunden; der Vorschlag einer Teilung Palästina« nach Richtlinien, wie sie die Peel-Kommission empföhlen bat, wird jedoch für die beste upd praktischeste Methode zur Beseitigung dör Schwierigkeiten in Palästina angesehen-!Scwtator, der sich in einem langen Artikel in den ,-Sunday Times“ mit der Türkei befaßt, schreibt, „die Rivalität zwischen der Türkei und .Gfrfe c b e nl an d hat fühlbar nachgelassen, die beiden Völker haben erkannt, daß ihre Tugenden und Mängel einander ergänzen. Palls ein neues jüdisches Palästina als drittes Mitglied zu dieser Entente hinzutritt, könnte diese Vereinigung den alten Rohm des Ostens weitgehend wiederherstellen. Konferenz des Kle!nen A.C. Jerusalem, 8. Jänner. . (Palcor.) Am 6. Jänner soll in Jerusalem eine Konferenz des Kleinen Aktionskomitees stattfinden, bei dem die politische Lage besprochen werden wird. * Jerusalem, 3. Jänner. (JTA.) Prof. Cbaim Weizmann hat, wie verlautet, hervorragende Vertreter des Jischuw zu einer g eh ei men Beratung in sein Haus in Recbowoth eingeladen, um die durch die in {London wachsende Gegnerschaft gegen die Teilung Palästinas geschaffene neue Lage mit ihnen zu erörtern. Wie Haboker“ meldet, wird sich eine Delegation unter Führung von Prof. Weizmann oder Weizmann allein in kurzem nach London begeben. Rumänien verletzt Minderheltsabkommen: Frankreich gegen Gogas Judenpolitik Die vom rumänischen Ministerpräsidenten Octavian G o g a angekündigte A u snabmebehandlung der Juden in Rumänien würde nach der Meinung des Jüdischen Weltkongresses eine offenkundige Verletzung des von Rumänienam 9. Dezember 1919 Unterzeichneten und vom Völkerbund garantierten Minderheitenvertrages bedeuten; dieser Vertrag macht es allen Mitgliedern des Vclkerbundsrates zur Pflicht, den Schutz der Minderheiten ln Rumänien zu garantieren. Das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses hat sich daher an die englische und an die französische Regierunj Länder Signatare des Minderheitenvertrages sind, sowie an den Generalsekretär des Völkerbundes mit einem entsprechenden Ersuchen gewandt In den Kreisen des Jüdischen Weltkongresses glaubt man, daß unter den erwähnten Umständen eine Aussprache über das Schicksal der jüdischen Minderheit in Rumänien auf der nächsten Tagung des Völkerbundsrates am 17. Jänner nicht gut wird vermieden werden können. Dem Pariser JTA.-Vertreter wird aus autoritativer Quelle mltgetellt, die französische Regierung habe beschlossen, die rumänische Regierung davon zu verständigen, daß sie Im Völkerbund jede Aktion gegen geplante Ausnahmegesetze gegen die Juden seitens Rumäniens, die eine Verletzung der von Rumänien eingegangenen Minderheitenverpflichtungen darstellen würde, unterstützen werde. Angedrohter Boykott rumänischer Waren ln der Londoner City wird darauf hingewiesen, daß Rumänien, welches so sehr von fremdem Kapital abhängig ist, Ge"ahr läuft, durch eine allzu radikale Innenpolitik das Vertrauen der Kreditgeber zu verlieren. Aus New-York wird gemeldet, daß in Amerika, das 1937 Warm Im Werte von 4.5 Millionen Dollar am Rumänien Importiert hat, sich bereite ein Komitee gebildet sm dLt* ÄL -jtttistedsiw-Gog* Ausnahmedekrete einen Boykottier r umänischen Wareu ankündigt. Der Vorsitzende der Internationalen Antl-Nazl-Liga Adv. Samuel Untermy telegraphierte Goga: Palls die angekündigten unmenschlichen antisemitischen Maßnahmen in Rumänien in die Tat nmgesetzt werden, wird der in den Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführte An11-Naz 1 -Boy k o11 auch auf Rumänien ausgedehnt werden. Untermyer erklärte weiter, alle amerikanischen Anti-Nazi- Ligen und ihre Zweigorganisationen in England und in anderen Ländern hätten Ihre Bereitschaft kundgetan, sich einer Boykottbewegung gegen Rumänien anzuschließen. Die Rede, die Dr. Jakob Ehrlich, der jüdische Vertreter in der Wiener Bürgerschaft, anläßlich der Budgetdebatte gehalten hat, wurde stark beachtet. Zuschauer konnten feststellen, daß die Rede Dr. Ehrlichs die gespannteste Aufmerksamkeit der Räte fand und daß nicht der Kreis um den Vizebürgermeister Kresse die Sympathien auf seiner Seite hatte. Noch stärker war der Eindruck der Rede Dr. Ehrlichs aber in der großen Öffentlichkeit. Insbesonders in allen jüdischen Kreisen fanden die mannhaften und dabei maßvollen Ausführungen über die Diskriminierung der Juden durch die Stadtverwaltung Dank und Anerkennung. Einzig und allein in der „Wahrheit“, dem Organ der „Union österreichischer Juden“, schrieb irgend ein Tintenkuli oder ein Wahnsinniger einen von Hinterhältigkeiten und Denunziationen gegen die Zionisten strotzenden Artikel. Wir pflegen die „Wahrheit“ zu ignorieren, weil es nicht Sache einer verantwortungsbewußten Publizistik sein kann, immer einem Blatt zu antworten, das ziemlich unter Ausschluß der großen Öffentlichkeit erscheint und einem auf das politische Attesterbeetat gesetzten Verein, genannt Union österreichischer Jitr.es, dient, der fban seine iefcrtf Rolle spielt Wenn wir autune’, -«* MÖehwelgen brechen, so geschieh;! das nur, um wieder einmal die jüdische Öffentlichkeit auf das schädliche und schändliche Treiben der „Union“ aufmerksam zu machen, die den österreichischen Antisemiten willkommene Schützenhilfe leistet. Das antisemitische „Wiener Montagsblatt“ schreibt nämlich über die Rede Dr. Ehrlichs unter anderem: Vergebliche Leugnungsversudie Gogas Bukarest, 4. Jänner. (JTA.) Goga gewährte dem Bukarester Havas-Vertreter ein Interview, in welchem er die Nachrichten, wonach die neue rumänische Regierung die Einführung einer Rassenpolitik beabsichtige, als „unrichtig und tendenziös“ dementierte. Demgegenüber melden der Regierung und einzelnen Ministern nahestehende Bukarester Zeitungen, daß beim Handelsministerium ein Sonderdepartement errichtet werden wird, welches die Durchführung der antijüdischen Gesetze kontrollieren solL Diese Zeitungen kündigen weitere antijüdische Maßnahmen der Regierung an. ' So soll es ln Zukunft Juden überhaupt verboten werden, in Dörfern zu leben; jüdische Ärzte, die im Ausland ihre Studien absolviert und nach 1919 ihre Praxis in Rumänien begonnen hatten, werden aufgefordert, sich im Gesundheitsministerium zu melden. Man nimmt an, daß den meisten von ihnen die weitere Ausübung der Praxis verboten werden wird. Ähnliche Maßnahmen gegen jüdische Ingenieure und Architekten werden erwartet. Schließlich soll es Juden verboten werden, Theater und Kinos zu leiten. Goga empfängt den Präsiden* ten der Jüdischen Reichs* Partei Bukarest, 4. Jänner. (Privat) Der Präsident der Jüdischen Reichspartei Dr. Theodor Fischer wurde heute vom Ministerpräsidenten Octavian Goga in Sanderaudienz empfangen. In der Unterredung wurde die Frage der Einbürgerung jüdischer Einwohner besprochen und vereinbart, daß die Angelegenheit mit Staatssekretär Prof. Dragom i r eingehend erörtert werden solL König Carol versucht einzulenken Bukarest, 3. Jänner. (JTA.) Aus Anlaß des Neujahrs empfing König Carol im Thronsaal in Gegenwart des Prinzen Michael den Ministerpräsidenten Goga und die Mitglieder der Regierung, die ihm die Glückwünsche überbrachten. In seiner Dankrede sagte der König: „Wir sind ein Volk, das ein Recht auf Leben hat, das aber — wie dies unsere Geschichte beweist — sich immer dessen bewußt war, daß dieses Recht keineswegs Aus Anlaß der Feiertage hat König Carol den jüdischen Gemeinden in Bukarest und in Jassy Geldgeschenke znr Verteilung unter arme jüdische Kinder überwiesen. (Weitere Nachrichten Seite 2.) „Immerhin konnte man meinem, daß der genannte Rat der Stadt Wien im Namen und im Interesse des vom ihm vertretenen Bevölkerung« teilea gesprochen habe. Nun aber wird man durch die jüdische Zeitschrift „Die WahrheSt“ eines Besseren belehrt. Dieses Organ sagt nämlich klipp und klar, wenn Dr. Ehrlich ,alg Vertreter der österreiohäsohen — Wiener Judensohatt1 gesprochen habe, dann müsse die Feststellung erfolgen, ,daß diese Eigenschaft des Redners nicht gegeben ist, weil Dr. Ehrlich bekanntlich zu den Führern der j ttdisch-nationaleu zionistischen Partei gehört, die schon mit Rücksicht darauf, daß sie aus Inländern und Ausländern besteht, absolut nicht das Recht für sich in Anspruch nehmen kann und darf, die ö s te rre i ch iech - Wi eo er-j ttdische Gemeinschaft zu vertreten1. Da hat man’s also. Und nun weSß man ungefähr auch, wie es um die Logik in diesen Kreisen bestellt ist Da beschweren sie sich über vermeintliche Zurücksetzung und ,Verfolgung1, über ,zerscherbte jüdische Ehre‘ und weiß der Himmel über was noch alles. Werden aber ihre Vertreter sogar in die gesetzgebenden Körperschaften berufen, daran sind Ae wieder nicht zufrieden. Denn so klein und bescheiden und harmlos ihre Gemeinschaft nach ihren wiederholtem Versicherungen auch sein soll, »t sie doch in eine Menge Parteien und Grap- Sekt on und WIZO Prater, Wien, U„ StuwerslraBe 1, Tel. R 40-1-86 L Sonntag. 9. JKnner 1938. 8 Wir 30 abends. In den Sölen des Ml UKrkaslnos, Wien, L, Schwarzenbergpinte 1 Bail mit MUternachteakademfe . - __.. sia.i.rat Dr. Deslder Frfatfmann. Präsident der Israel. Kultusgemeinde | Or. Oskar drünbaum, PrSsdent das Z on. Landesverbandes •^W**^*' WkoS“ brlicb, Rat der Stadt Wen, Sophie Uwenhera, Präs deutln der WIZO »Br «sterrWcb Karten zum Preise von S 2-50 plus 10% für KKL. in der Sektion. Wien, TL, Stuwerstraße 1, Telephon R 40-1-80 L, und bei Optik« Karl ßeidner, L, Franz-Josefs-Kai 33, Telephon U 28-9-66 MIttersaohtsskaäenle mitwirkend: Relly Broder. Fritz Grflnbanm. Karl Farkas, Max Brod- Igo Guttmann, Jazzkapelle Isy Geiger. Jazzsänger Leo Illmar, Gewinner des gold. Dandea der Jaz/sänger 1937