Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1937-12-24 · Heft 710 (24.12.1937) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 710 (24.12.1937)
Date
1937-12-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3053752-3054431-3054467--7165-3520338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Sr. 710. — Wien, Freitag, 24, Dezember 1937. Dil STIMME Seite 5 INIIEK-STIAMIE mmm Preisrätsel Nummer 1 Liebe Kinder! Heute beginne ich mit dem versprochenen Preisrätsel. Es wird nicht allzu schwer sein. Zuerst müßt ihr das folgende Bild i innern, die für die Geschichte unseres zusammensetzen. Wenn ihr es habt, wer-1 Volkes von größter Bedeutung ist. det ihr euch an eine Begebenheit er-l ( Das fertiggestellte Bild läßt sich auf eilte Korrespondenz-Postkarte aufkleben. Dann erscheinen ln den folgenden Nummern noch zwei Aufgaben. Alle drei Lösungen sollen dann auf einmal eingeschickt werden. Die näheren Bedingungen werde ich noch bekanntgeben; für heute will ich euch nur verraten, welche Preise den Gewinnern winken: Wir Kinder im Winter! Wenn es eiskalt ist und wir mit rotgefrorenen Nasen und eingezogenem Kopf durch die nassen, unfreundlichen Straßen in die Schule eilen, bedauern wir, daß die schöne Sommerszeit mit ihren vielen Freuden nicht ewig währt. Doch diese schreckliche Zeit geht auch vorbei, und eines Tages wachen wir auf und staunen. Die ganze Welt hat sich in einen weißen, freundlich blickenden Mantel gehüllt. Der Schnee auf dem Fensterbrett liegt schon so hoch, daß wir kaum das Fenster öffnen können, ohne eine Ladung Schnee ins Zimmer fallen zu lassen. Hurrah, das ist fein! Ich nehme ein wenig Schnee in die Hand und lasse ihn langsam zerrinnen. Plötzlich kommt eilig die Mama ins Zimmer und ruft verzweifelt: „'Wirst du wohl in die Schule gehen. Es ist zwei Minuten vor acht. Ach, diese« Kind macht mir Sorgen! Schnell hinaus!“ Ich eile in die 1. Ein Photoapparat, 2. Füllfedern, 3. Jugendbücher (die dem Alter des Gewinners entsprechen), 4. Gesellschaftsspiele. Außerdem werden 100 Kinder zu einer Jause eingeladen, bei der es nicht nur Schokolade und Guglbupf, sondern lustige Vorträge und ein frobes Zusammensein mit eurer Kinder-Stimmen-Dodah gibt. Schule, doch passe ich wahrend des Unterrichtes nicht auf. Die ganze Zeit schaue ich auf die verschneiten Bäume vor dem Fenster. Mit Ungeduld warte ich auf das Glockenzeichen, welches die Erlösung bringt. Schnell laufe ich auf diie Straße. Ach, welche Freude erwartet mich. Mama, die liehe, am Morgen noch böse Mama, die doch gar nicht gut auf den Herrn Winter zu sprechen war, erwartet mich mit der Rodel. Ich sehe die Rodel sofort, obwohl eine große Menge Eitern mit Schlitten auf ihre Kinder warten. Mutti packt mich in ein warmes Tuch, und nun geht die Fahrt los. Ich habe gar nicht gewußt, wie schnell meine Mutti laufen kann. Viele Leute kommen vorbei. Eine ältere Dame sagt: „Diese Kinder haben es aber gut! Wenn wir. Erwachsenen uns so fahren ließen, wäre das ein Gelächter! Und dabei ist es so angenehm.“ Wie ich diese Worte höre, freue ich mich, daß ich noch ein Kind bin und den Winter richtig genießen kann. Nachmittags werde ich aufs Eis gehen und fleißig Achter schleifen. Und Die Teilnahme an der Jause müßt Ihr auch als einen Preis betrachten, so daß man eigentlich von 107 Preisen sprechen kann. Hoffentlich habe ich euch hiermit eine Freude bereitet, und jetzt erwarte ich, daß ihr euch an diesem Preisausschreiben recht, recht zahlreich beteiligen werdet. Glückauf, liebe Leser! Eure Dodah. morgen nach der Schule, wenn der Schnee liegen bleibt, bauen Peter, Liesel und ich einen schönen, großen Schneemann auf dem Schulhof. Der Schneemann bekommt sogar eine richtige Zipfelmütze aufgesetzt und einen Besen wird er auch halten! (Eingesandt von Kurt Kohn, 1. Gymn. Kl.) Briefkasten: H. Achtentuch. Sehr herzlichen Dank für deine Einsendung, die wir gewiß zur bestimmten Zeit veröffentlichen werden. Vielleicht ermunterst du auch deine Mitschüler zu gelegentlichen Einsendungen. Lucie Pollak. Für diesen Zweck kann ich dir die Geschichten vom Mendel Rosenbusch von Ilse Hetlinger sehr empfehlen, sie werden dich freuen! Schreib nur wieder! Gerda R. Dank für deinen Aufsatz. Schade, daß du mich nicht angetroffen hast. Hoffentlich wiederholst du deinen Besuch bald. Aus aller Welt Der Herzog von Windsor — indischer König? Major I. N. Paget entwickelte in „Naylors Mouthly Forecast“ einen Plan zur Lösung des Palästina-Problems. Was soll England tun, das Palästina den Juden und den Arabern versprochen hat? Paget will aus Palästina ein unabhängiges jüdisches Königreich machen und den Arabern will er sagen: „Wir wollen euch zu einem generösen Preis auskaufen und wenn ihr landlos seid, wollen wir euch anderswo Land verschaffen.“ Transjordanien und den arabischen Staaten will er sagen: „Wenn ihr zu wenig Einwohner habt, geben wir euch 750.000 Araber aus Palästina gratis und werden noch Geld aufbringen, um sie bei euch anzusiedeln.“ j Außerdem will Major Paget den Königs I thron des Judenstaates — dem Herzog von I Windsor anbieten, der ein direkter Nach- I komme des Königs David sein soll. Wir j fürchten, der Herzog von Windsor wird! sehr, sehr alt werden, bevor er den jüdischen | Königsthron besteigen wird. Major Paget ist | zweifellos ein scharmanter Freund der Juden und der Araber. (The Jewish Chronicle, London) Interessante archäologische Funde I Eine französische Expedition entdeckte bei der Erforschung von Höhlen bei Tel AI- Hariri Hunderte von babylonischen Inschriften, die bis in die Zeit Abrahams zurückreicben und hebräische Namen sowie Angaben , über wandernde semitische Volksstämme einschließen. Dadurch wird die Existenz der! letzteren, die in der Bibel erwähnt werden, bestätigt. In archäologischen Kreisen erregte diese Entdeckung großes Aufsehen und man sieht der weiteren Entzifferung der Inschriften gespannt entgegen. (Palcor, Jerusalem) Halbjuden werden gekündigt Das Ländesarbeitsgerieht in Breslau fällte dieser Tage ein Urteil von grundsätzlicher Bedeutung. Es lehnte die Anfechtung gegen eine Kündigung ab, die drei halbjüdische und ein jüdisch versippter Angestellter von der Breslauer Stadtverwaltung erhalten hatten. Obwohl die Kläger sich darauf beriefen, daß sie seinerzeit bei der Durchführung des Berufsbeamtengesetzes in ihren Steilen belassen worden waren und erst im Mai dieses Jahres die Kündigung erhalten .hatten, entschied da« Gericht, daß die Kündigung auch jetzt noch zu Recht bestehe und deshalb nicht rechtswidrig sei. weil sie den Bestrebungen entspreche, allmählich alle Mischlinge 'und jüdisch versippten Personen aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen. (Tübinger Chronik.) Ein amerikanischer Rabbi Unmittelbar nach Sukkoth begab sicK Rabbi S. Wrubel mit mehreren Freunden nach Florida und vergnügte sich eine Woche mit Tiefseefischerei. („The American Jewish Times“, Greensboro N. C.) Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, I., Msre-AurelStraße 5, Tel. U 29-1-29, Postsparkaesenkonto A 100.203. Büchsenleerung im September 1937. I. Bezirk: Dr. Heinrich Kive 3.20; Isidor Spitzer 5.—; Dr. Erwin Stengel 5.80; Eugen Koppetein 3.—; Sam. Scbailinger 2.—; Rosenzweig & Finkler 12.16: Olga Wetzler 2.-: Otto Kohn 10.—: Salomon Goldsebläger 3.—; Pepita Weichselbaum 3.—; Ing. Joachim Schneie» 2—- Max Rudolf Meieels 8.50: Martha Reich 3 70; David Sehikler 2.—; Irene Rosenberg 4.01; Dr M. Steinberg 2.—: David Schimmel 4.52. Arnold Scldenn-ger 2.01, Wilhelm Hohenberg 6.53-. Dr. Kurt Stern 630: Olga Schiffer 2.—°. Dr. Oskar Gold 2.—; Richard Ne.umann 3.64! Dr. Otto Lifczic 2.29; Hai» Schütz 3.—; Dr. Rieh. Low 3.—: Dr. David Rothblum 2.-5 Dr. Kaufmann 2 —: WlZO-Zeutrale 8.60: Stoten* Stetten-Tempel 6.19: Anna Schauer 6.20; Friederike Stern 2.—; Diamantenklub 3.42; Malka Schreier 4.04: Irene Harand 3.52; Dr. Moritz Zalmann 314- Armin Biel 6.78; Ferdinand Bidinger 2.—: Dr. Otto Müller 2.35: Dr. Lazar Kleinfeld 3 35: Klara Ostersetzer 3.24; Paul Proßnitz 13.—; Dr. Eduard Bimstein 2.35; Ludwin Igra 2.—; Kas:e1 Glasberg 3.14: Klar» Backenroth 2.-. F. Löw 2.—: Ludwig Broll 4—: Josef Donath 6.64; Julius Lager 2.16; Dr. Rudolf Schwarz 2.—; Uri & Zwick 6.08; Keren Haies,sod 3.80; Seitenstettentempel 2.20. II. Bezirk: Johanna Adler 12.70; Dr. Rafael Gerstenfeld 3.—; M. Waltuch 10.88; Julius Stiasny 5 50: Josef Heller 2.—; Dr. Joeef Morgenstern 3.25; Arno Paul Gftlühut 4.75; Joeefln* Hahn 2.—; M. Fürst 6.44: Hermann König 2.—; I^o Feiler 2.S0; Berta Ringelblnm 4.05; Minna Strum 2.—; Dr. Hermann Morgenstern 4.71; Ernst faiibovici 8.—: Hofrat Ing. Leopold Herzka 2 50; Alfred May 2.—; Brachje Hude« 2.—: Rosa Quartier 2 11; Josef Aitmann 2.—; Dr. Max Staik 2.01; Blum-Schwarzwald 2,77; David Blum 8.10; Bernhard Schnittlieh 2.13; Max Diamant 2.—; Hermann Ranehbach 2.—; Dr. Ignatz Grau 2.64: Amalie Sebmiedt 2450; Dr. Josef Schechner 2.13; Dr. Borowltz 2.—; Max Schmergel 2.80: Ohami Rubin 2.—; Adele Pauker 2.7C; Fr. Hofrat Amelia Max 13.55; Otto Bernstein 2.50; Nathan Tnchmann 2.—; K. BnHermann 2.—; Hermann Koscher 8.05; Dr. Kurt Rcik 3.61; Ing. Jacoues Jokel 2.—; Moritz u. Else Burian 4.30; Eva Reiß 3.—; Klara Jagid 611. III. Bezirk: 8. Kaufmann 2.—; Samuel Fried 3.42; Dr. Oskar Zinnemaon 2.—; Julius Feiwet 5.14; Ing Viktor Gehler 5.05; Heinz Schön 2.22; Lilli Deutsch 3.24: Ignaz Kerpner (Cafe Mendel) 44.24; Herzog 2 02: Rosa Hutter 2.3ä; Erwin Heller 4.—: Tempel Untere Viaduktgsese 4.55; Dr. Ilona Kei'tier 11.60: Dr. Gusti Rosenthal 5.— : Leo Storfer 3.09; Mathilde David 2.—: Herminu Hirschhorn 5.—; Dr. Albert Batscha 2.10; Abraham Sperber 3.—: Rosa Broch 2.—; Leo Lonwiseh 4.05: Dr. Th. Müller 2.30; Joseffno Schärf 2.10: D:r. Adolf Frendenheim 2.—; Dr. Buchbinder 2.—: Dr. Josef Silbiger 5.—; Dr. Rittermann 8.80: Irene Steiner 4.50; Oskar Popper 2.28: Dr Gustav Jellinek 8.—: Dr. Genfer 2.—: Jild. Gesangeverein 2.—; Dr. Arthur Czeczowiczka 10.—. IV. Bezirk: Dr. Heinrich Ooklsohmidt 3.—; Seraphine Julies 4.—: Dr. Frieda Preis 12.65; Sarah Schlesinger 2.16: Norbert Hochstim 3.—; Franz Herzei 7.— : Lilly Brod 5.—: Bein Deutsch 2.—; Dr Isidor Rosenblatt 0.13: Moses Weiß 8.60; Stella Reimers 3.25: Alice Apfe! 4.74; Sidonie Pilzer 2.—: Theophila Scholl 2.—; Rabb. Dr. Gabriel Mehrer 4,—; Laura Kaünhof 4.59; Frieda Porrtes 4.59: Anna u. Sidonie Zwirn 2.—; Alma Schüfler 5.—. V. Bezirk: Adolf Spielmann 3.50; Hermino Pilzer 2.60; Dr. M. Tennenbaum 2.19; Dr. Amalie Kantor 3.— : Leo Schlesinger 3.—; M. Nagler 2.—; G. Zuckerberg 2.92. VI. Bezirk: Dr. Max Bernhard 2.—: Malvino Hermann 8.28: Karl Klempcrer 3.—: Geza Pollak 2.23: Erich Pollak 2.50: Ing. Fritz Pollak 3.20; S. Treibei 8.—; Rachel Niedermayer 2.88: Benno Soira 2.40; Josefine Sponder 19.—; Max Moldau 2—. VII. Bezirk: Josef Löwenroeen 2.—; Josef Igel 2.76: Leo Unterberg 2.—: S. Glück 2 42; Regine Schärf 12.19; Grete Horetzkv 5.60; Rellä Löwv 11.—; Abraham Radier 8.—;’Walter Lax -■— Dir. Anton Seid! 317; Dr. Paul Oehlberad 3.50. R i c lt t i g g t e 11 u n g: Im vorigen Ausweis Heine Steiner, richtig Helene Steuer 2.63; Dr. Zerkowi**. richtig Dr. Iskowitz 2.—. „ VIII. Bezirk: Dr. Siegfried Schächter 8.65; Dr. Sußmann 3.-: Dr. Karl Kapnüik 3.- .^eima .-schläfrig 8.60; Nachmann Sonnenfeid £rn«tin« Wellner 2.60; Theodor Norwat 3.70; Dr. Jacques Meiseis 2—, IX. Bezirk: Dr. J. Gottesmann 2.—; M. Zemtnels 2 -; Oskar Antscherl 2.-; Dr. S. Frankfurter 3.—; Dr. Frieda Lazarsohn 2.-; Norbert, Meiner; iflg. Georg- Farkas 4.81; Paal Riemei 2.—: A. Metzker 3.—; Josef Ali^r 2 3S* Mo.** Marmor?.2Ö; Alice Schnitzer 3.-: Hu«-o Bock 2.65; Simon Zuckermann 5.10; 'Alfred

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.