Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 708 (20.12.1937)
- Date
- 1937-12-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Montag-Ausgabe Win» Katt Ist ab 4 Uhr nachmittags bei den Kolporteuren erhältlich V. b. b. 10 g ^Stimme JÜDISCHE ZEITUNG hl«, Montag, 30. DeMmber 1937 10 T«f«th f698 11. Janxv ang Eine JOdisdie Marlnesdiu’e Jerusalem, 19. Dezember. (Palcor.) Die Jewish Agency hat zusammen mit dem Rat für Marineangelegenheiten einen Plan ausgearbeitet, demzufolge eine Marineschule im Anschluß an das Haifa-Technikum ins Leben gerufen werden soll. Konferenz des landwirte-Verbandes Jerusalem, 19. Dezember. (Palcor.) In T e 1 - A v i v fand die Konferenz des Landwirte verband es unter großer Beteiligung unter anderem auch der kürzlich dem Verband beigetretenen Vereinigung der Nationalen Landwirte statt. 321 Delegierte in Vertretung von insgesamt 4000 Landwirten waren anwesend. Die Jewish Agency, die zum erstenmal zu einer Tagung des Verbandes offiziell eingeladen war, wurde von D. Ben- G u r i o n vertreten. Er gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Landwirte allmählich in engere Beziehungen zur zionistischen Organisation und zum Waad Leumi treten. Mosche S m i 1 a n s k y ging in seiner Ansprache auf die politische Lage ein und sprach sich begeistert für den Plan eines Juden* taates aus, in dem seiner Meinung nach der Schlüssel zur Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen liegt. Er gab seiner Zuversicht Ausdruck, daß die Gren- 590 de* Judenstaates erweitert würden; dar .'■jf'A ge Vwürde seiner Ansicht ttaCh wahrscheinlich unter britischer Kontrolle bleiben. Ferner führte Smilansky aus, daß der Judenstaat innerhalb der bisher vorgeschlagenen Grenzen nochzweiMillionenJuden aufnehmen könne. Zum Schluß rief Smilansky zur Unterstützung der nationalen Fonds auf. Palästinas Handelsbeziehungen Johnson, Schatzmeister der Palästina- Regierung, hielt bei der Konferenz eine Ansprache. Er befaßte sioh mit Artikel 18 des Palästina-Mandates (der gleichmäßige Behandlung aller Mitgliederstaaten des Völkerbundes in Fragen des Handels mit Palästina vorschreibt) und erwähnte die Anstrengungen der Jewish Agency sowie diejenigen von Smilansky, um gerechte H r ~ J ‘ ~ beZiehungen für Paläst sichern. Johnson versprach seine vollste Unterstützung in dieser Richtung. Smilansky wandte sich sodann Johnson als Vertreter der Palästina-Regierung mit der Bitte, eine Anleihe von 230.000 Pfund für landwirtschaftliche Zwecke zu gewähren. Unter dem Druck der Minderheit hat die Versammlung den vom Permanenzausschuß unterbreiteten Resolutionsantrag betreffend die grundsätzliche Akzeptierung des Judenstaates abgelehnt. Dagegen wurde die von Smilansky angeführte neugewählte Exekutive beauftragt, auf der Wacht zu sein, wenn die Frage des politischen Status des Landes zur Entscheidung kommt, und sieh an den von der Jewish Agency eingesetzten Kommissionen zur Prüfung der mit dem Judenstaat verbundenen Fragen zu beteiligen. Im Laufe der Debatte über landwirtschaftliche Arbeit stellten die Mitglieder der Vereinigung Nationaler Landwirte die Forderung auf, daß hundertprozentige jüdische Arbeit beschäftigt werden soll, während von anderer Seite darauf gedrängt wurde, daß die Arbeiter zu nur 70 bis 80 Prozent aus Juden bestehen sollen; es wurde auch die Herabsetzung der an Juden zu zahlenden Löhne gefordert Lansliury besucht Warschauer Judenviertel Warschau, 19. Dezember. (JTA.) George Lansburv hat vor, seiner Abreise nach. Wien das ‘jüdische Viertel in Warschau |Auch Wauehope wird energisch Terror wird mit der Wurzel ausgerottet Der gute Ruf Österreichs Der König von England hat dem österreichischen Gesandten in London, Baron Franckenstein, das Großkreuz des Viktoria-Ordens verliehen. Die österreichische Öffentlichkeit verzeichnet diese Nachricht mit Genugtuung, denn die hohe Ordensauszeichnung ehrt nicht nur den Gesandten Österreichs, sondern auch Österreich selbst. Wer nur wenige Stunden in London weilt, fühlt sofort den eigenartigen, verschlossenen und gebieterischen Charakter dieser Stadt und des Landes. Wer in englischen Familien verkehrt, fühlt sofort eine in sich geschlossene Welt. Es ist daher hoch einzuschätzen, wenn es dem Vertreter eines so kleinen Staates wie Österreich gelungen ist, die österreichische Kultur und Landschaft dem herben englischen Wesen sympathisch zu machen. Wenn heute österreichische Musik und Kunst im Rahmen erstrangiger gesellschaftlicher Feste einen großen Raum einnebmen, so ist das vor allem das Werk des Barons Franckenstein. Wenn der Fremdenverkehr Englands in der Jerusalem, 19, Dezember. (Privat) Der im März zurücktretende High Commlsslo-! ner Sir Arthur Wauehope, der steti glaubte, die arabischen Terroristen durch gütliches Zureden besänftigen und von ihren Verbrechen abhalten zu können und deshalb ( immer wieder den militärischen Führern hei ihren Aktionen gegen die Banden im ent- —- _ scheidenden Augenblick ln den Arm flU, sieht nun ebenfalls ein, daß gegen die Terj österreichischen Statistik immer steiroristen mit allen Machtmitteln vorgegadgen werden muß, um das Übel mit der Wurzel! gende Ziffern aufweist und Reisen nach . - ‘ Österreich ebenso wie österreichische Trachten in England up to day sind, so ist das neben der Arbeit unseres Gesandten ein Erfolg einer zielbewußten Politik der Bundesregierung und des liebenswürdigen Wesens der österreichischen Bevölkerung. Der Fremde, der nach Österreich kommt, will sich in einer schönen Landschaft und inmitten einer friedfertigen Bevölkerung erholen. Er hat keine Sehnsucht, Paraden brauner Hemden und polternder Stiefel zu sehen, oder gelbe Bänke in den Parkanlagen mit der Aufschrift: „Für Juden!“ Er will keine Potemkinschen Dörfer sehen, denn er durchschaut den Bluff, merkt die Absicht, wird verstimmt und kommt niemals wieder. Er sieht es lieber und mit Respekt, wie die österreichische Regierung und das Volk in Österreich in unermüdlicher Arbeit das Laad wirtschaftlich und politisch aüfrichten. Nicht nur in den Augen aller ehrlichen Österreicher, die nicht über die Grenze schielen, auch in den Augen aller Fremden, die nicht aus Gründen der Hakenkreuzpropaganda nach Österreich kommen, findet so die Arbeit der Bundesregierung ihre Würdigung. Es ist klar, daß die Regierung den einzig richtigen Weg geht. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, diesen Weg weiter zu ebnen. Es kommt normalerweise nicht darauf an, wieviel Kanonen ein kleiner Staat hat, will er der großen Welt imponieren auszurotten. Dieser reichlich spät gewonnenen Erkenntnis gab er anläßlich suches im Lager de* Black - Watch - Bataill ms bei Jerusalem Ausdruck, wo er in Begleitung des Obers tkommandiereo den der bri Ischen Truppen in Palästina General Wa ve 11 «schien. Er erklärte in einer Ansprache: „Ich bin überzeugt, daß die Mehrzahl der Einwohner des Landes sich nicb Ruhe und Ordnung sehnt Für dem Terror in Palästina sind nur die terroristisch« Banden verantwortlich. Die Regierung hat endgültig beschlossen, den Terror mit der Wurzel auszurotten.“ Daß die Mehrzahl der arabischen Bewohner des Landes sich tatsächlich nach Rnhe und Ordnung sehnt, wurde ln einer in Nablus veranstalteten Versammlung bestätigt An der Versammlung nahmen 3000 Einwohner der Stadt sowie Araber aus den umliegenden Dörfern teil, um den Bürgermeister anläßlich seiner Rettung vor einem Mordanschlag zu beglückwünschen. Es wurden Reden gehalten, in denen der Terror aufsschär tsteverurteilt wurde. Anderseits Ist es bezeichnend, daß, wie verlautet in der Palästina-Polizei laut Vorschlägen von Sir Charles Tegart eingreifende Veränderungen vorgenommen werden sollen. Mehrere höhere Polizeloffizlere aus England sollen sich auf dem Weg nach Palästina befinden. Unterhausdebatte über die Situation in Palästina London, 19. Dezember. (JTA.) Im Unter-. deT Situation Herr zu werden? Erwägt der haus fragte Abg. Colonel Wedgwood Minister, falls dies nioht der Fall ist, die den Kolonienminieter, warum die Revisio- 7ahl der Polizisten zu vergrößern? Ist die nisten mehr als andere Juden für schuldig gehalten werden, Vengeltungeakte in Palästina zu begehen. Minister Ormsby-Gore: Mir Ist nichts bekannt, daß eine solche allgemeine Erklärung jemals abgegeben wurde. Meine Antwort auf die Anfrage am 8. Dezember bezog sich auf ganz bestimmte einzelne Juden, von denen einige Revisionisten zu sein schienen; sie bezog sioh jedoch nicht auf die Partei als ganze. Abg. Wedgwood: Ist es klar, daß die Inhaftierung dieser Juden, über 90 an der Zahl, nicht ein Vergeltungsakt dafür äst, daß sie Kritik an der Untätigkeit der Administration geübt haben? Ormsby-Gore: Das ist absolut klär. Diese Personen sind nicht verurteilt worden. Sie befinden sich in Präventivhaft, weil die Polizei befürchtet, daß gewisse Einzelpersonen den Gedanken von Vergeltungsakten ermutigen. Wedgwood: Dauern diese Ausschreitungen noch an, obwohl die Leute im Gefängnis sind; können diese jetzt nicht freigelassen werden? Ormsby-Gore: Es ist absolut wichtig, daß die Polizei, wofern sie Grund hat anzunehmen, daß die Gefahr von Gewalttaten oder die Ermutigung zu solchen besteht, befugt sei, angesichts der allgemeinen Lage in Palästina Präventivhaft zu verhängen. Terror zwischen Arabern Wedgwood: Ist dem Minister bekannt, daß die Ausschreitungen der vergangenen Woche besondere schwere waren; ist hiefür das Militär verantwortlich oder der Zivildienst? Ormsby-Gore: Ich glaube nicht, daß es zweckmäßig wäre, hierin einen Unterschied zwischen den Militär- und den Zivilbehörden zu machen. Ein führender arabischer Notabel Haifa wurde von arabischen Extremisten ermordet Der Terror spielt sich ln einem großen Maße zwischen Arabern unter- Polizei tatsächlich am meisten befähigt, mit dem Problem der Sicherheit fertig werden? Ormsby-Gore: Wir haben die Polizeikräfte ständig vergrößert. In den letzten Monaten wurde eine große Zahl. und vor ihr bestehen. Es ist auch im Polizisten nach Palästina entsandt. Sie, staatlichen Leben der Geist, der sich den besitzen selbstverständlich eine gewisse Kenntnis des Landes. Angesichts der großen Ausdehnung der Unruhen im Lande Ist Ihre Aufgabe natürlich eine sehr Kolonlstenverband fordert Waffen zur Selbst* Verteidigung Auf der Konferenz de« jüdischen Kolonistenverband e« Palästinas kam eine Resolution zur Annahme, in der die Bewaffnung der Juden zwecks Bekämpfung des wachsenden arabischen Terrors gefordert wird. Tagung der Permanenten Mandatskommission am 8. Juni Genf, 19. Dezember. (JTA.) Wie offiziell mitgeteilt wird, beginnt die nächste Tagung der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes am 8. Juni 1938. Der jüdische Philanthrop Ochberg gestorben London, 19. Dezember. (JTA.) Der bekannte Philanthrop und südafrikanische Zionistenfübrer Isaac Ochberg, ist auf der Überfahrt von London nach Südafrika plötzlich gestorben. Ochberg hat testamentarisch die Summe von 25.000 Pfund zur Schaffung Körper baut. Österreich wird um so sicherer und stärker sein, je mehr es den Gelüsten jener einen Riegel vorschiebt, die durch ihre antisemitische Maulwurfsarbeit und durch offene antisemitische Hetze dieses Land geistig und auch geographisch zu einer Provinz Berlins machen wollen, und je mehr es seiner alten spezifisch österreichischen Kultur treu bleibt. So wie die kulturelle Arbeit unseres Gesandten in London Österreich fördert, so wie der Besuch ausländischer Gäste nach Österreich Geld und zurück ins Ausland wertvolle Sympathien für Österreich bringt, bo schädigt dieses Land jede Hetzkampagne, ob sie nun durch Veranstaltungen „Christen kauft bei Christen!“ oder durch Zeitungsartikel und Reden in Szene gesetzt wird. Das betont nationale Organ „Wiener Neueste Nachrichten“ leistet daher Österreich durch Artikel, wie den am 17. Dezember „Ostjuden wandern ein“ gewiß keinen Dienst. Diese Art Propaganda, I deren „geistige“ Wurzeln in Berlin .'liegen, ist darauf angelegt, Haß gegen die Juden zu predigen. Wenn das betont nationale Blatt den Schreckensruf ausstößt: „Ostjuden wandern ein“, so ist das ein Teil jener Propaganda, oft geprediert von zugewanderten „Schriftleitern“, die sich an das nationalsozialistische Rezept halten: Man muß Lügen so oft predigen, bis sie für wahr gehalten werden. In i ein Schutzgesetz für eines Fonds für die Ansiedlung von Juden Astm.p:„h in Palästina hinterlassen. Außerdem hintersterreicn gibt _ - _--- — ließ er 10.000 Pfund zur Gewährung von «Länder, das es jedem hierher kommen- Stipendien an Studenten der Hebräischen den Ausländer unmöglich macht, hier Percy Harri«: Ist der Minister über- Universität und 10.000 Pfund für allgemeine Arbeit zu finden. Wenn der bezogene zeugt, daß die Polizei stark genug ist, umIjüdische wohltätige Zwecke. 'Artikel eine „Neuregelung der österrei-