Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 704 (10.12.1937)
- Date
- 1937-12-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3054431-3054461--7121-3520288- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Freitag-Ausgabe Metts Watt Ist ab | Olr nachmittag* WA den Kolporteuren erhältlich V. b. b. 15 g ^Stimme JÜDi ISCHE ZEITUNG 1 Nr. 7*4 TW**»Freitag, 10.1 l««tb*r If37 6. Tawath 5698 11* Jahrgang Billige Reisen in Polen 15 tägige Touristen-Rundfahrsdieine gültig für ganz Polen und alle Züge 3. Klasse. 5 62.60 2. Klasse ...... S 94.10 Ausgabestelle i ABDIf f( Offizielles Polnisches Reisebüro uilRBli Die 70 Verhafteten in Akko Da® Zionistische Landeskomit e e hat in seiner Sitzung vom 6. Dezember folgende Resolution beschlossen: Zeitungsnachrichten zufolge wurden in Palästina 70 Juden verhaftet und in Akko in Haft behalten, ohne daß gegen sie eine Untersuchung geführt und die Frage ihres Verschuldens geprüft wird. Das Zionistische Landeskomitee protestiert gegen diesen Vorgang, der ein gefährliches Präjudiz darstellt und die Familien d#r Verhafteten der Not preisgibt. % Es erwartet, daß unverzüglich eine ge- >. HchtHche Untersuchung . etageleitet, die Verocbuldensträge geklärt und eine Wiederholung der gegenüber den Verhafteten angewendeten Praxis in Zukunft unmöglich gemacht wird. 'Besser sehen- Vorsicht geboten! Rätselraten um Waudiopet letzte Pläne Jerusalem, 9. Dezember. (Privat.) Voo arabischer Seite wird die Nachricht verbreitet, daß Sir Arthur Wauchope knapp vor seinem Abgang vom Posten des High Comntissioner etae_Versöhna a g zwischen Arabern und Juden zustandebringen wolle. Diese Behauptung zwingt auf jüdischer Seite zu doppelter Vorsicht, zumal da Wauchope bei seinen Friedensbemühungen angeblich auf Lord Samuels Vorschläge zurückgreifen beabsichtige. Das Nashashita-Blatt „Falastin“ will sogar schon nähere Einzelheiten wissen. Darnach soll jener Teil der Samuelscben Vorschläge zur Basis von Verhandlungen gemacht werden, dun* den unter anderem eine Beschränkung der jüdlechen Einwanderung dahin vorgesehen wird, daß die Zahl der Juden in Pstistina niemals mehr als 40 Prozen t der Gesamtbevölkerung des Landes beträgt. Wie das Blatt weiter meldet, haben sich zahlreiche arabische Vertreter mit diesen Vorschlägen einverstanden und bereit erklärt, einen solchen Plan einer Verständigung zu studieren. Sie hätten jedoch die Bedingung gestellt, daß die im Oktober deportierten arabischen Führer wieder nach Palästina zurückgebracht werden. „Falastin“ ist auch das einzige arabische Organ, das zur Ernennung von S i r Harold MacMichael zum High Comntissioner Stellung nimmt und meint, daß diese Ernennung und die von Sir Charles T e g a r t zum Berater der Regierung in Polizeiangelegenheiten ein Beweis dafür sei, daß die feste Absicht besteht, den Teilungsplan zur D u r chfü h r u n g zu bringen. Die hebräische Presse begrüßt die Ernennung des neuen High Commissioner Sir Harold MacMichael ohne jedoch Irgend welche Kommentare zu geben. „Haaretz“ äußert bloß die Meinung, daß die neue Kommission jetzt ernannt werden und rieh nach Palästina begeben wird, um die politische Unsicherheit zu klären. Wichtige Beratungen des neuen High (ommissioner London, 9. Dezember. (JTA.) Ein Sonderberichterstatter der „Sunday Times“ meidet S3ÄÄ*&smÄ5 MacMichael vor der Übernahme seines -tuen Amtes tn London wichtige eratungenmitRegiernngss teilen abhalten wird. Sir Harold werde Tanganyika im Jänner verlassen. „Manchester Guardian“ berichtet aus Jerusalem, in arabischen Kreisen gebe man rieht der Wechsel in der Person, sondern der von ihnen erhoffte Umschwung in der Politik. In jüdischen Kreisen sei man zurückhaltend, verspreche jedoch vollste Zusammenarbeit mit dem neuen High Commissioner in seiner schwierigen Aufgabe. Durch Kampf gestärkt besser hören* TUNGSRAM Jlcunften TUNGSRAM 'Röhren Herzi-Raum im Jerusalemer Keren Kajemeth Am 5. Dezember vollzog Ussisehkin, der Leiter des Jüdischen Nationalfonds, die feierliche Einweihung des H e r z 1 - R a umes im Hauptgebäude des Keren Kajemeth. In Palästina ansässige Delegierte der ersten sechs Zionistischen Kongresse sowie Vertreter des Oberrabbinates und der nationalen Verbände wohnten der Eröffnung bei. Der Herzl-Raum wurde besonders nach den Maßen von Herzls Studierzimmer in Wien gebaut und mit der Original-Einrichtung diese® Zimmers einschließlich des Schreibtisches, an dem er den „Judenstaat“ schrieb, sowie der Kanzel, auf der Herz! im Jahre 1897 beim ersten Zionistenkongreß in Basel sprach, möbliert. Dieser besondere Herzl-Raum wird der Kernpunkt eines Heizl-. Museums darsteüen. ■Tel-Aviv, 9. Dezember. (JTA.) Der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency in Palästina, David Ben G u r i o n, hielt anläßlich des Beginns der zweiten'Aktion des Fonds für produktive ErwPrbslosenfUrsorge (Pidjon awodah) eine Rede, in der er sich mit den äußeren Faktoren, die für die gegenwärtige Wirtschaftsdepression in Palästina verantwortlich sind, befaßte. Wir werden, sagte Ben Gurion, an drei Fronten angegriffen: an der wirtschaftlichen, der politischen und der Front der Sicherheit des Lebens. Die Krise begann mit dem i t a 1 i frais c h-abesein is ch en Krieg. Die Furcht vor einem internationalen Konflikt oder vor einem Krieg zwischen Italien und England, und die Hoffnung, die gewisse arabische Kreise auf einen Zusammenstoß zwischen - diesen beiden Imperien hegten, haben die Unsicherheit im Lande hervorgerufen. Die triste wirtschaftliche Lage wurde noch dadurch verschärft, daß auch die Judonheiten in zahlreichen europäischen Ländern ■ jetzt eine schwere Zeit durchleben, wenn auch aus anderen Gründen. Eine dieser Judenbeiten ist vollkommen zertrümmert worden, und die zahlenmäßig stärkste Judenheit, die polnische; kämpft gegen wirtschaftliche Vernichtung. Und wir sind doch sowohl politisch als auch wirtschaftlich und moralisch von dem Galuth-Judentum abhängig. Die jüngsten Unruhen haben das Weltjudentum nicht in dem Maße aufgerüttelt wie die Ereignisse von 1929, obwohl diese ein Kinderspiel waren gegen das, was jetzt geschieht. Nicht weil Palästina dem Galuth-Judentum jetzt weniger teuer wäre; im Gegenteil: das Schicksal unseres Landes ist für die Juden in Deutschland, Polen, Litauen usw. wirklich eine Lebensfrage geworden. Aber diese Juden sind paralysiert, eie leben in einer Hölle, die ihnen keine Bewegungsmöglichkeit gibt. Der Jischuw ist in einem größeren Maße als vor fünf, zehn und fünfzehn Jahren auf sich seihst angewiesen; er muß mit eigenen Kräften den Dreifrontenkampf führen. Dennoch hat der Jischuw nicht nur nicht kapituliert, sondern seine Positionen noch gefestigt. Zum erstenmal, seitdem die Juden ihre staatliche Selbständigkeit verloren haben, wurde eine jüdische Verteidigungsarmee geschaffen: nicht illegal, sondern offen, mit Waffen der Regierung. Daß man Juden mordet, ist nicht neu; aber ein durch die Regierung bestätigte* Defensivmilitär ist eine Neuigkeit, seit 2000 Jahren nicht gekannt. Ich habe Haifa besucht und im Hafengelände eine lange Reihe Frachtwagen gesehen, die Citrusfriichte aus dem Schomron, aus dem Scharon und aus Judäa brachten. , Ich war in den Lagerhäusern und sah vor mir ein Königreich jüdischer Arbeit. Da® gab es vor zwei Jahren noch nicht. Die dritte -bedeutende Eroberung ist unser Hafen in Tel- A v i v. Wir haben große Erfolge auf dem Gebiete der „Tozeret Haarez“ in Landwirtschaft und Industrie zu verzeichnen. Wir reagieren Wer auf Angriffe anders als in der Diaspora; wir erobern neue strategische Positionen. Aus jedem Angriff gehen wir gestärkt hervor. Antljüdische Agitation in Jemen London, 9. Dezember. (JTA.) In der Unterhausdebatte am 6. Dezember fragte Abg. Wedgwood den Außenminister, ob er Informationen über eine antibritische und antijüdische Agitation in Jemen habe, und was die Regierung in diesem Zusammenhang zu unternehmen gedenke. Außenminister Eden antwortete, er habe keine Informationen, werde jedoch veranlassen, daß Erkundigungen eingeholt werden. „Weltwunder“ Judenstaat „Haolam“, das hebräische Organ der Zionistischen Exekutive, veröffentlichte kürzlich einen ausführlichen Bericht über die Einvernehmung des englischen Kolonienministers Ormsby Gore vor der Mandatskommission. Die Tatsache, daß die Zionistische Exekutive nichts dazu getan hat, um die Äußerungen Ormsby Gores in Millionen von Flugschriften den Juden in allen Ländern der Welt mitzuteilen, ist ein Beweis mehr dafür, daß man in unseren Kreisen der Propaganda noch immer zu wenig Augenmerk schenkt. Die „Stimme“ hat wiederholt, leider aber ohne Erfolg, ein zentral geleitetes Propaganda-Institut verlangt. Es ist alles beim alten geblieben, die Zionistische Exekutive gibt nicht einmal den Mitgliedern des Aktionskomitees Informationen, die zionistische Presse bleibt dem Fingerspitzengefühl der Redakteure überlassen, die Zionisten debattieren weiter über die Jasager und die Neinsager und inzwischen machen sich Defaitismus und antizionistische Propaganda breit. Die von „Haolam“ veröffentlichten Äußerungen Ormsby Gores vor der Mandatskommission geben nun nicht nur den Weg an, den die zionistische Propaganda zu gehen hat. Sie beleuchten schlagartig auch den großen Fragenkomplex, den die bevorstehende Gründung des Judenstaates mit sich bringt Man hat aber bisher noch nichts darüber gehört, was die Exekutive unternommen hat, um durch einen Stab erstklassiger Fachleute auf dem Gebiete der Verwaltung, der Volkswirtschaft, der Hygiene, des Justizwesens und der Erziehung, des Handels und Verkehrs alle Fragen studieren Billige Weihnaditsreise mit der „(zernowitzer Allg. Zeitung" Polen mhi CzernofBltz Hinfahrt: 23.Dez.l937, Räckfahrt: 6.Jan. 1938 Auskünfte und Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „MarienBrücke“, I., Rotenturmstraße 26, Tel. R 24-2-86, R 24-2-87. zu lassen, die ein reibungsloses Funktionieren des jüdischen Staatsapparates vom Tage der Gründung des Judenstaates an gewätaleistea sollen.. , “ Wir* sind davon Probleme im Schoße der Exekutive den Gegenstand von Beratungen bilden und daß vielleicht auch schon Studienkomiteee existieren. Warum erfährt aber die Öffentlichkeit nichts davon? Es gibt in der ganzen Welt Juden, die erstklassige Fachleute sind. Man hat bisher noch nichts davem gehört, daß die Exekutive sie herangezogen hätte. Es wäre ein bedauerlicher Fehler, sich auf die in Palästina wohnhaften Fachleute zu beschränken. Für den Judenstaat muß uns das Beste gerade noch gut genug sein, und es hätte eine starke propagandistische Wirkung, hörte man, daß international anerkannte Kapazitäten die Vorarbeiten für die Etablierung des Judenstaates leisten, ob sie nun Zionisten, Nichtzionisten oder Christen sind. Ormsby Gore hat vor der Mandatekommission vieles gesagt, was die zionistische Propaganda den antizionistischen Miesmachern sagen müßte, zum Beispiel über die Fähigkeit der Juden einen Staat zu bilden und zu führen: „Uns Engländern haben die Juden den Disraeli gegeben, und welchen Wert dieser Mann für die gesamte Weltentwicklung gehabt hat, ist Ihnen allen bekannt. Die Juden haben uns das Gepräge für Staatsmänner in Indien geliefert und wir alle in England sind voll des Dankes für den Segen, den wir von den Juden durch ihre Begabung für die Staatsführung gehabt haben. Nicht einen Moment bin ich in dieser Sache im Zweifel und darum erkläre ich es in voller Bestimmtheit: Der Judenstaat wird eines von den neuen Weltwundern sein und diese alle noch überragen. Er wird beispielgebend sein durch die vitalen Kräfte, welche ihm innewohnen.“ Man vergleiche damit die häßlichen, antisemitelnden Witze von Antizionisten, die erklären, daß sie lieber als Botschafter des Judenst.aates in Wien oder sonstwo bleiben wollen. Ist es da nicht Sache der zionistischen Propaganda immer und immer wieder Ormsby Gore zu zitieren? Ein anderes Beispiel: Die Hawlagah, die Defensive gegenüber dem Terror, wird gerade jetzt wieder durch die Revisionisten verworfen. Ormsby Gore erklärte den zionistischen Standpunkt, indem er folgende Äußerung der Exekutive zitierte: „Wir bekämpfen das arabische Volk als solches nicht. Es entspricht nicht unserer Ehre als Nation, einer terroristischen Bande auf seine Art und mit seinen Mit-