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Die Stimme · 1937-12-01 · Heft 701 (1.12.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 701 (1.12.1937)
Date
1937-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mtttivoch~/lusgaTie M«MBl«ttlatab 3 Ute aaaftadttafs M dm Kolporteuren erhältlich V. b. b. 15 g ‘Stimme Kr. 7oX JÜDISCHE ZEITUNG Wlw> Mittwoch, 1. Dezember 1917 S7. Klslew s*98 IX. Jahrgang Weihnachten in Polen Billige Sonderfahrt am 23. Dezembar 1937 Krakau und retour.S 57.— Lwöw und retour.S 85.— Warszawa und retour . . . . S 90.— Offizielle« Polnisches Reisebüro „ORBIS“ Wien, I, KBrntneretraBe 41 * Tel. R 21-S-78 Weizmann in Palästina Jerusalem,. 28. November. (Palcor.) Dr. W e i z m a n n ist heute in Haifa eingetroffen. Er wurde an Bord von S h e r t o k und Kaplan begrüßt. Aufruf der Jcwish Agency in arabischer Sprache Jerusalem, 30. November. (JTA.) Die Exekutive der Jewish Agency hat einen A u fruf in arabischer Sprache gegen Terror unter dem Titel „Mirah Albak“ (Der Spiegel des Gesetzes) veröffentlicht. Die Teilung; Beratungen der englischen Regierun! Jerusalem, 30. November. (JTA.) „Haboker“ teilt unter Berufung auf eine „autoritative nichtjüdische Quelle“ mit, daß in den letzten Tagen bei der Palästinaregierung Beratungen über die Empfehlungen der Peel-Kommission stattgefunden haben. Uber Weisung aus London werden die Vorbereitungen der neuen Untersuchungs- Kommission beschleunigt und das nötige Informationsmaterlai für diese vorbereitet. Bei einer der letzten Beratungen habe die Palästinaregierung ihren Vorschlag betreffend die Grenzziehung zwischen dem künftigen arabischen und dem geplanten jüdischen Staat ausgearbeitet. Zu diesem Zwecke wurde eine provisorische Landkarte bergesteltt. Mit der endgültigen Ausarbeitung der Vorschläge, die in gewissen Einzelheiten von dem Grenzziehungs-Vorschlag der Peel-Kommission abweichen und noch abgeändert werden dürften, wurden mehrere Subkommissionen betraut Vor der endgültigen Ausarbeitung der Regierungsvorschläge werde die Meinung zweier hoher britischer Beamten eingeholt werden, die in den nächsten Tagen aus London nach Jerusalem kommen. Schließlich meldet „Haboker“, daß das Bodendepartement der Palästinaregierung für die neue Untersuchungskommission einen genauen dreiteiligen Bericht ausgearbeitet hat, aus dem ersichtlich ist: der jüdische Bodenbesitz vor der britischen Okkupation, bis zum Jahre 1935 und von 1935 bis heute. Die arabische Zeitung „Falestin“ will wissen, daß die Leiter der Regierungsdepartements dem High Commissioner nach dessen Rückkehr aus London eine Reihe Memoranden betreffend die Teilung Palästinas unterbreitet haben und daß in diesen Memoranden die territoriale Erweiterung des geplanten arabischen Staates durch E i nverleibung eines Teiles von Galiläa vorgeschlagen wird. Der High Commissioner habe diese Memoranden bereits an das Colonial Office in London geleitet, welches sie der neuen Palästina-Kommission zur Prüfung übergeben werde. 1,735.000 Dollar filr Palästina New York, 30. November. (JTA.) Auf der in New York im Beisein von mehr als 1000 Delegierten aus allen Teilen der Vereinigten Staaten abgehaltenen 13. Konvention des Nationalen Arbeiter-Komitees für Palästina teilte Isaac H e m 1 i n mit, daß das Komitee 1,735.000 Dollar für das jüdische Arbeiterwerk in Palästina, einschließlich der im vergangenen Jahr aufgebrachten 300.000 Dollar, aufgebracht hat. Das Mitglied des britischen Parlaments Morgan Jones hielt eine Ansprache, in der er entschieden gegen die Einschränkung der jüdischen Einwanderung in Palästina durch die Mandatsregierung Stellung nahm. Botschaften an die Konvention sandten der stellvertretende französische Ministerpräsident L6on Blum und der Generalsekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes Sir Walter C i t r i n e. Die Konvention beschloß, in nächster Zeit eine weitere halbe Million Dollar für das jüdische Arbeiterwerk in Palästina aufzubringen. Palästina Budget der Jung* Hadassah: 66.350 Dollar Detroit (Michigan), 30. November. (JTA.) Die Jung-Hadassah, die in Detroit ihre 14. JahreskonfereDz abgehalten hat, nahm ein Budget für die Arbeit in Palästina in Höhe von 66.350 Dollar an. davon 18.000 für den Jüdischen Nationalfonds. Dis Konvention nahm eine Resolution an, in der die Genugtuung darüber ausgesprochen wird, daß die englische Man datarmacht nunmehr eine festere Haltung gegenüber den Terroristen in Palästina einnimmt. Es wird gefordert, daß die Mandatarmacht eine Persönlichkeit mit fester Hand als High Commissioner für Palästina bestimmt . In einer weiteren Resolution wird der Pl*n der Teilung Palästinas abgelebnt. Goebbels kommt nach Kairo Jerusalem, 30. November. (Palcor.) Ägyptische Zeitungen _ melden, daß der »deutsche Propagandaministor Dr. Goebbeis sich im Dezember nach Kairo begeben wird. Jüdische Hiifspolizei im Kampf Jerusalem, 28. November. (Palcor.) Gestern nachts wurde ein Angriff auf den amerikanischen Kibbuz Juara verübt. Jüdische Hilfspolizisten aus Mischmar Ha- Emek' kamen sofort der jüdischen Siedlung zu Hilfe und der Angriff konnte zurückgeschlagen werden. Keiner der Siedler ist verletzt worden. Heute nachmittags wurden Mitglieder des Kfar H.aboresch beim Pflügen ihrer Felder v on den Nazar'e th er Bergen aus beschossen. Ghaffirs erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Ein Jude erlitt leichte Verletzungen. Gestern nachts wurde ein Angriff auf S e d j e r a verübt. Den Ghaffirs gelang es nach heftigem Feuerkampf, die A ngreifer zu vertreiben. Jerusalem, 30. NovembeT. (JTA.) Wie sich jetzt herauestellt, war der Bombenwurf in deT King George Avenue zu Jerusalem am Samstag nachmittags nicht ohne blutige Folgen, verletzt wurden da« 16jährige jüdische Mädchen Hilde Löwenet ein, der 112jährige jüdische Junge Gahib L e v y und der 12jährige jüdische Junge Naaman I Zion. Dem Attentäter gelang es zu entkommen. Die verletzten Kinder wurden in das Ha-dasea-Hospita! gebracht. Eine ungefähr zu gleicher Zeit gegen einen Autobus, welcher britische Polizisten zu ihrem Lager auf dem Skopue-Berg bringen sollte, geschleuderte Bombe verfehlte ihr Ziel, traf ein jüdisches Haus in dem Scheich Jarach- Viertel und verletzte eine im Bett liegende Frau leicht. Auf einen jüdischen Autobus, der von Atarot nach Jerusalem fuhr, wurde geschossen, niemand wurde verletzt. Zwei weitere Infanterie* bataillone aus England Jerusalem, 30. November. (JTA.) In Haifa sind zwei weitere Infanteriebataillone aus England eingetroffen. Es handel sich um insgesamt 1150 Mann vom Regiment Royal Ulster Riffles und vom i Bonder-Regiment. Die Truppe soll besonders i für Gebirgskämpfe ausgebildet sein. Programm der am 4. Dezember, im Großen Konzerthaussaale, um 8 Uhr abends, stattfindenden repräsentativen Makkabäerfeier des Zionistischen Landesverbandes für Österreich I. Ansprache des Präsidenten des Landesverbandes Dr. Oskar Grünbaum II Lichlerzünden: Oberkanior G. Margolies III. Choi des Sfaditempels. Dirigent Kurt Fuchsgelb IV. Makkabäerrede. Gelesen von Jakob Peldhammer V. Hebräische Gesänge. Konzerlsängerin Sarah Goldsfein P A U S E I. Jüdische Weisen: Violinviriuosin Liselotte Markus II. Jüdische Lieder: Opernsänger Albert Feiler Ul. Engelszene aus Jaakobs Traum von Richard Beer- Hofmann (Mifwirkende: Mitglieder des Jüdischen Kulturfheaters) Die Schweizer Volksbefragung In der Schweiz ist am letzten Sonntag im Wege einer Volksbefragung das Verbot von Geheimgesellschaften mit fast Zweidrittelmehrheit abgelehni werden. Der Antrag, das vor allem die Vereinigung der Freimaurer betraf, war von den Nationalsozialisten ausgegangen. Man kennt die Beschuldigungen, die gegen die Freimaurer erhoben werden und die insbesondere auf der Behauptung einer inneren Verwandtschaft, zwischen Judentum und der Weltfreimaurerei gipfeln. Diese Anklagen sind dem antisemitischen Arsenal entnommen und gehen im Wesen dahin, daß erstens die Juden Freimaurer sind oder diese Weltvereinigung maßgebend beeinflussen: zweitens, daß die Freimaurer im Dienst der jüdischen Weltherrschaftsaspirationen stehen und im Auftrag des Judentums die Politik und Kultur aller Nationen mit dem jüdischen Toxin erfüllen und verderben, daß sie im Dienst des Judentums Morde an Königen und anderen fürstlichen Personen begangen haben und begehen und daß sie dazu bestimmt sind, die in den „Protokollen der Weisen von Zion“ sich äußernden Bestrebungen zur Errichtung eines jüdischen Weltkönigreiches zu fördern. Nach einer in den „Protollen“ sich findenden Bestimmung sollen die Freimaurer dann — nach Erfüllung ihres Auftrages — ausgerottet werden. Diese Beschuldigungen sind genau so dumm und so absurd wie alles, was die antijüdische Propaganda seit Jahrhunderten ausgeheckt hat. Aber sie haben, seit das Dritte Reich die Verbreitung der „Protokolle“ zur Staatsaufgabe gemacht hat, an Verbreitung gewonnen und sind heute vielen Millionen Menschen so geläufig geworden, daß sie an diese Erfindungen der schmutzigsten Phantasie glauben und sich nicht einmal mehr die Mühe nehmen, über das Gewäsch nachzudenken. Selbstverständlich hat das Judentum mit der Freimaurerei nicht das geringste .ntAtom.'.1# gifeA.Juden,, sind, und es gibt Juden, die Freimaurer sind. Aber wenn der militante Antisemitismus im Vorspann jeglicher Gewalttheorie und Rückwärtserei eine Verbindung zwischen Juden und Freimaurern behauptet, so lohnt es sich doch festzustellen, daß sich unter den Freimaurern immerhin Persönlichkeiten wie Goethe, Lessing, Mozart, Stein, Hardenberg, Simon Bolivar, Blücher, der Vater Hindenburgs befunden haben, daß jeder König von England und Schweden der Freimaurerei angehört, -was allein schon genügt, um die These vom Königsmord als absurdeste Erfindung zu zeigen. Man wäre nicht gerade in schlechter Gesellschaft. Aber den Zusammenhang zwischen Judentum und der Freimaurerei glaubt nur die Masse der Urteilslosen; diejenigen, die von dieser Lüge leben und die Bibliotheken blühendsten Unsinns erzeugen, wissen sehr wohl, wie sie die Wahrheit entstellen. Die Aktion, die in der Schweiz zum Siege geführt, -werden sollte, reiht sich in die Serie der antijüdischen Vorstöße ein, die mit deutschen Ideen, mit deutschem Geld und mit deutschen Organisatoren in diesem europäischen Zentralland versucht worden sind. Sie haben mit den Angriffen begonnen, die dann zu dem ersten und zweiten Prozeß über die „Protokolle“ führten. In beiden Verhandlungen hat das System der nationalsozialistischen Fälschungen einen schweren Schlag erhalten. Die Gerichte der Schweiz sind zu der Feststellung gelangt, daß die „Protoklle“ eine nip'’’-;<re und freche Fälschung sind, die sieh allerdings nicht unter dem im Schweizer Gesetz gemeinten Begriff von Schundliteratur erfassen läßt. Dieses Urteil, das im Dritten Reich nicht veröffentlicht worden ist, hat eine weitreichende politische Bedeutung, die noch erhöht wird durch die im Laufe der Verhandlung hervorgekommene Tatsache, daß hinter den Schweizer Frontist en der deutsche ..Weltdienst“ des Herrn Fleischauer in Erfurt stand, daß von dort aus bei leitenden Berliner Stellen Geldmittel für die Verbreitung der Fälschungen angefordert und weitergegeben wurden.

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