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Die Stimme · 1937-11-26 · Heft 699 (26.11.1937) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 699 (26.11.1937)
Date
1937-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 099. — Wien, Freitag, 96. November 1937. DIE STIMME Saite 3 Juden längst autoritativ verraten haben. Woru braucht man da noch Herrn Max Hnter als Kronzeugen? Und wir hätten gedacht, daß wir österreichischen Juden schon schlecht genug sind — wozu muß man um sechs Jahre zurück- und über die Grenze hinübergreilen, um „neues“ Material gegen die Juden zu produzieren? Schwer zu sein ein Antisemit... EISEN Selchwaren Kresse wird die Werbeausstellung eröffnen In den offiziellen Mitteilungen des G ewerbebundes wird berichtet: Dienstag, den 30. d., 10 Uhr vormittags, findet im Restaurant „Zum Auge Gottes“, Wien, IX., Nußdorferstraße 73, die von der Ortsgruppe Alsergrund des Österreichischen Gewerbebundes veranstaltete Werbeschau: „Christen, kauft bei Christen“ statt. Die Eröffnung nimmt Vizebürgermeister Kommerzialrat Doktor Kresse vor. Organisator der Ausstellung ist der Obmann der Ortsgruppe Alsergrund, Franz S p a t h. Im Rahmen dieser Veranstaltung findet eine Modenschau statt. Die Conference besorgt Schauspieler Liko. Die Modevorführungen veranstaltet das Kaufhaus Währlngergürtel, Wien IX. 138%, das wären 73.000 Juden, tätig sind, i sondern bloß 45.384. Auch unter den beruf«-j losen Besitzern eines Einkommens, also bei-1 spielsweise den Hausbesitzern, Pensionisten. Rentiere usw., finden eich entsprechend den in der allgemeinen Statistik angeführten 9-8% nicht 17.000, sondern nur 7600 Juden. Hingegen sind unverhältnismäßig mehr Angehörige der jüdischen Bevölkerung arleitslos. Während die allgemeine Statistik 8-8% answeist, das wären also für den jüdischen Anteil 16.800 Jaden, wurden in den Statistiken der dreißig österreichischen Kultusgemeinden insgesamt 23.497 arbeitslose Joden gezählt, die von den jüdischen Fürsorgeinstituten unterstützt werden müssen. Ähnliche Verhältnisse ergibt eine Betrachtung des jüdischen Anteiles an den einzelnen Berufen. Die größten Zahlen zeigen die Berufsgruppen Handel und Freie Berufe. Hingegen weist der Beruf Landwirtschaft ein Manko von mehr als 20.000 Personen, der Beruf Industrie und Ge* ein Manko von 17.000 und der öffentliche Dienst ein Manko von Personen gegenüber dem gegebenen prozentuellen Anteil auf. Daran ist aber nicht die Judenschaft, daran sind die Verhältnisse schuld, die es den Juden seit Jahren immer mehr erschweren, in gewissen' Berufsgruppen ein Unterkommen zu finden. Sie werden es nie bereuen wenn Sie den Rat befolgen, ihren Körper widerstaodfeffihig und widerstandskräftig; zu mac.ien. Rolle, daß Sie keine^Tag verlieren! daßSie durch keine Erkältung geswungen werden, tagelang Ihrem Beruf, Ihrer Beschäftigung fernzubleiben. Gebrauchen Sie ständig Jeden Tag DIANA- Franzbranntwein mit Menthol angen Sie ausdrücklich .DIANA- _ de nur „DIANA". Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. Ein Volkspolitiker Der Innsbrucker Universitätsprofessor Dr. Kle beleb erg, der zum volkspolitischen Referenten der Vaterländischen Front für Tirol berufen wurde, stellte als Bedingung der Annahme dieses Amte«, das in jedem Bundesland« zwecks Annäherung der nationalbetonten Kreise an die Vaterländische Front geschaffen wurde, die Forderung nach Einführung des Arierparagraphen bei der Vaterländischen Front in Tirol, da er als Obmann des Alpen vereines, der auf arischer Grundlage steht, mit Juden nicht zusammensitzen wolle. Die Regierung hat dieses Verlangen abgelehnt, worauf Professor Klebelsberg seine Stelle niederlegte. Vollpension Schulnacthilfe, individueUeBeemflussung, Sprach- und Musikunterricht usw., finden I 1 bis 2 Schiilcr(innen) in vornehmem jüd. Hanse. — Auskünfte I II., Rembrandtstraße 12/5, Tel. A 43-8*49 | Die Wirtschaftslage der luden Osferreidis Im Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas hielt kürzlich Oberfinanzrat Dr. Hugo Benedikt einen Vortrag über Berufsprobleme der österreichischen Judenschaft Der als Wirteebaftestatistiker bekannte Referent führte n. a. aus: Den Juden in Österreich geht es tatsächlich viel schlechter, als man allgemein glaubt Nach der letzten Volkszählung aus dem Jahre 1934 zeigt sich, daß von den 191.000 Juden in Österreich nicht, wie dem Bevölkerungsschlüssel entsprechen würde, 1000 Bücher. So entspricht beispielsweise die geringere Zahl jüdischer Angehöriger der Berufsgruppe öffentlicher Dienst gerade jener Zahl, um die es verhältnismäßig zu viel jüdische Ärzte und Rechtsanwälte gibt. Aber auch die Stellung der Judenschaft im Handel und Gewerbe ist seit Jahnen keineswegs beneidenswert Die geringen Möglichkeiten, in der Angestelltenschaft unterzukommen, haben die Judenschaft zum größten Teil zur Berufsausübung als Selbständige und Produzenten getrieben. Eine Lösung dieser Probleme sieht der Vortragende in der Umschulung von bisher im Handel und in den freien Berufen Tätigen auf die Landwirtschaft und industriellen “Berufe und in einer durchgreifenden Ausbildung der jüdischen Jugend für diese Berufszweige. Als qualifizierte Arbeiter der Landwirtschaft oder der Industrie bieten sich dieser dann Verdienstmöglichkeiten wohl nicht im Inland, aber im ferneren Ausland. Eine teilweise Lösung dieser Fragen bringt ausschließlich die Zukunft von selbst, da sich das österreichische Judentum im ständigen Rückgang befindet Einer jährlichen Sterbeziffer von 12800 Personen stehen bloß 600 bis 700 Geburten gegenüber. Keilte Diskriminierung in Frankreich Erklärung eines französischen Ministers Paris, 25. November. (JTA.) Auf dem VII. nationalen Kongreß der französischen Sektion der Internationalen Liga „ „en den Antisemitismus, an dem 400 Delegierte aus über hundert lokalen Verbänden in Frankreich und den französischen Kolonien teilnahmen, bildeten die Lage der in Frankreich lebenden politischen Flüchtlinge und die Möglichkeiten der Hilfeleistung für sie den Hauptgegenstand der Erörterungen. Gesundheitsminister Marc Rucart, der den Vorsitz führte, erklärte in seiner Eröffnungsrede, die Volksfrontregierung werde niemals die rassische, ethnische, nationale oder religiöse Diskriminierung eines Teiles der französischen Bürger zulassen. Der Kongreß nahm eine Reihe von Resolutionen an, in denen u. a. der Entwurf einer Konvention für politische Flüchtlinge gefordert wird, auf Grund deren den Flüchtlingen volle« Asyirecht, Arbeitsrecht usw. gewährt werden Bollen, vorausgesetzt, daß sie sich den französischen Gesetzen vorbehaltlos unterwerfen. Cafe Prinz Eugen I., OPERNRING 11 Täglich Abendkonzart / M. K. 3 Künstler spielen 16 Instrumente Musikalische Schau / Normale Tagespreise / Angenehmer Aufenthalt / Treffpunkt der besten Gesellschaft / Sämtliche in- und ausländischeZeitungen liegen auf Selbstschutz und Aufbau Warschau, 25. November. (JTA.) In der Palästina-Konferenz der Juden Polens hielt Ben Zwi, der Vorsitzende des jüdischen Nationalrats in Palästina eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Die Solidarität des Jischuw „Ich bringe euch einen Gruß aus Zion, von jenen Menschen, die die alten Mauern bewachen, und von jenen, die neue Mauern errichten, Siedlungen gründen, Straßen bauen, von jenen, die im Emek Jesreel, im Emek Cbefer und im Emek Hajarden arbeiten. Ich übermittle diesen Grüß an die Millionen Juden in Polen durch euch, Vertreter des polnischen Judentums. Einen Tag, bevOT ich Palästina verließ, hat in Jerusalem eine große Sitzung des Waad Leumi, gemeinsam mit den Vertretern der Jewißh Agency und der jüdischen Gemeinden stattgefuaden. Die Sitzung war beseelt von dem Geist der Solidarität aller Kreise des Jischuw. Die schwere Probe Achtzehn schwere Monate sind über den Jischuw dahingegangen. Ich will aber nicht nur die Opfer aufzählen. Ich will an die würdige Haltung des Jischuw erinnern, an seinen Mut, insbesondere an den Mut jener, die sich zu beherrschen verstehen, die „Hawlaga“, Zurückhaltung, üben können. Dies war vielleicht das größte Opfer. Der Jischuw hat in den ersten Zeiten die schwere Probe ehrenvoll bestanden. Doch der Terror nahm kein Ende. Der Jischuw erwiderte mit Selbstschutz: mit legaler Selbstverteidigung und mit konstruktiver Arbeit. In Jaffa fielen die ersten Opfer des Terrors; war haben darauf mit dem Bau des Hafens von Tel-Aviv geantwortet. Pflicht zur Einigkeit Der Jischuw ist heute mehr denn je an der Konzentrierung aller Kräfte zu neuer konstruktiver Arbeit interessiert. Die 17 neu errichteten Positionen des Jischuw müssen auageb&ut werden. Der Jischuw kann dies aus eigenen Mitteln nicht tun; das ist die Pflicht der ganzen Bewegung, denn die 17 neuen Punkte säumen den Weg für jene, die später naehkommen. leb glaube, es wird ans möglich sein, unsere Position nicht nur in wirtschaftlichem Sinne, sondern auch hinsichtlich des Schatzes auszubauen. Es kommt nur darauf an, ob wir imstande sein werden, die Kontrolle über uns auszuüben. Wenn wir vereint vorgehen werden, wird sich die Lage ändern. Es ist daher notwendig, daß auch das Judentui der Galuth sich konsolidi_ und den Jischuw mit verstärkten Kräften stütze.“ Schenket Bücher zu ChanukkahI Jugendschriften Jüdische Romane Zionistica ln reichster Auswahl zu billigsten Preisen bei R. LÖWIT, WIEN, I. Wollzeile 6-8 Tel. R 25-4-53 Beer-H ofmanns „JaakobsTraum darstellen. Die Nachfrage nach Karten ist sehr rege. Karten sind erhältlich bei: Zionistischer Landesverband, I-, Marc-Aurel-Straße 5, U 22-2-11; Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt., II., Praterstraße 13, R 42-407; Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20, R 45-305; in sämtlichen Bezirkesektionen, W1ZO, I., Scbott.enring 25, A 11-6-26; Bücherstube Meistrik, I., Wollzeile 6, R 25-4-53; Jüd. Kulturstelle, I., Kai 3, R 28-2-36; Bücherstube Lanyi, I-, Kärntnerstraße 44, B 26-3-33; Kartenzentrale Gronner, I., Graben 29, II 22-4-45; Papiergeschäft Drimer, I., Schottenring 33, A 12-7-78; Ring der Altherrenverbände, I., Kohlmarkt 8, U 23-4-37. _ Die Chajes-Ausstellung Die Cbajes-Ausstellung, die bis einschließlich Sonntag, den 5. Dezember, geöffnet bleibt, ist Sonntag von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 3 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends geöffnet. Wegen Führungen wolle man das Einvernehmen mit dem Bureau des Zionistischen Landesverbandes (U 22-2-11) hersteilen. Die Witwe von J. L. Peretz gestorben InWarschau ist im Alter von 80 Jahren Frau Helene Peretz, die Witwe des berühmten jüdischen Schriftstellers J. L. Peretz, gestorben. ' T radition verpflichtet Die Veranstaltungen des Zionistischen Landesverbandes stehen immer auf einem hohen Niveau. Das hat die Cixajes-Gedenkfeier bewiesen, die kürzlich im Großen Mußikvereinseaal stattfand, und das beweist auch die Chajes-Ausstellung. Demgemäß sind auch die Erwartungen des jüdischen Publikums bezüglich der kommenden Makkabäerfeier, die am 4. Dezember um 8 Uhr abends im Großen Konzerthaussaal stattfindet, hochgespannt. Die Zusammenstellung des Programms und die Namen der mitwirkenden, durchwegs erstklassigen Künstler bieten die beste Gewähr für eineD in jeder Beziehung genußreichen Abend. Das Lichteranzünden nimmt Oberkantor Margolies mit dem Chor des Stadttempels vor. Die Gedgenvirtuosin Liselotte Markus, von Konzerten und vom Radio Wien her wohlbekannt, spielt jüdische Weisen, Jakob Feidhammer bringt noch nicht gehörte Rezitationen, Sarah G o Idstein wird ihre wohlbekannte Kunst in den Dienst des hebräischen Volksliedes stellen, Opernsänger Heller wird jiddische Lieder singen und die Künstler des Jüdischen Kulturtheater» werden die Engelsszene ans Der große Bucht rfolfi: Jose! Kasteln JEREMIAS Der Bericht vom Schicksal einer Idee In edlem Ganzleinenbanä S 12.60 Josef Kasteins Geschichte des Propheten Jeremias ist eine Geschichte der Propheten und der Prophetie schlechthin, die Geschichte eines göttlichen Auftrags und dos schöpferischen Menschen, der ihn verkündet, Es ist darüber hinaus die Geschichte des jüdischen Landes und des jüdischen Volkes, nicht nur zu jener Zeit, sondern mit dem Gültigkeitsanepruch für den heutigen Tag und alle Ewigkeit Dieses Buch über einen Propheten wird selbst zur Prophetie, verkündet, um einen jeden aufzurüttein, der im weglosen Grauen der Gegenwart Sinn und Zukunft zu erfragen sucht. Verlag R. Löwit Wien, 1., Fteltcfcmarkt 1>

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