Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 696 (19.11.1937)
- Date
- 1937-11-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»■ 896, — Wien, Freitag, 19. November 1937. Seite 3 mnnmrVii FOHVfl EAU DE COLOGHE »5 FLEURS- Ein herrlich erfrischender und besonders (enge enheltender Duft fiiiltVil Die Fleischhauer- Meistersöhne Die „Oesterreichische Fleischhauer- und Fletachselcher-Zeitung“, das offizielle Organ der Fleischhauer- und Selcher- Innung und ihrer Zünfte, enthält in ihrer letzten Nummer einen Aufruf des Klubs der Wiener Fleisohhauermeistensöhne (einer privaten Vereinigung) zum Besuch der Kreese-Versammlung, in dem eg heißt: „Klub- und Meistersöhne, Abzeichen sichtbar tragen! Es tat Pflicht sämtlicher Klubmitglieder, bei dieser für uns sehr wichtigen Massenversammlung, vollzählich zu erscheinen!“ 'Wie gesagt, das erscheint in einem offiziellen Organ. Und wenn man dagegen auftritt, so ist das Provokation. Kay Francis und Errol Flynn in Flammende Nächte Rotenturm-Kino, I. Votivpark*Kino( IX. Warner Bros. _____ Der Antisemitenbund Me ^Politische Korrespondenz“ teilt amtlich mit, daß die Nachricht des Prager „Intropress“, wonach der deutsche Botschafter P a p e n die Ehrenmitgliedsohaft des österreichischen Antisemitenbundes angenommen habe, erfunden ist. Es wäre von Wert, festzustellen, welche nationalsozialistische Stelle die Prager Korrespondenz mit dieser falschen Nachricht versorgt hat £eidewiz a. Qesimdt bestätigen, daß die denkbar beste Wirkung erzielt wird durch Diana-Franzbranntwein. Anwendung: Aeußerllch zu Einreibungen, Umschlägen. Abwaschungen; Innerlich als Mund- und Gurgelwasser; ferner zu verschiedenen anderen Zwecken. Ein Versuch überzeugt, kaufen Sie heute noch ana FRANZBRANNTWEIN mitMENTHOL Eine Versammlung in Linz Das „Linzer Tagblatt“ berichtet Uber eine „leidlich gut besuchte“ Versammlung des Antisemitenbundes, die in Linz am 12. d. M. stattgefunden hat. Das Blatt schreibt dazu: ,Neues war nicht zu erfahren. Zur Sache selbst glauben wir sagen z» müssen, daß man uns in Linz mit den billigen Antisemitenmätzehen am besten in Ruhe läßt, denn die Bevölkerung von Linz rechnet doch die — fast ausnahmslos alteingesessenen jüdischen Familien zu den ihren. Der „Antisemitenbund“ sehe sich also besser zu Hause oder sonstwo um.“ Das ist eine Stellungnahme, die nioht nur Anständigkeit, sondern auch Mut beweist. __* Kuiturtbeater (I-, Franz-Josefs-Kai Nr. 8). Freitag, den 19. d. M., 20.80 Uhr, 50. Aufführung der erfolgreichen Komödie „Jakob und Christian“ von 8. Gronemann. Verband Jüdischer Ingenieure und Technik» für den Aufbau Palästinas, I., Hegelgasse 8, Montag, den 22. d. Jt, H9 Uhr: Oberfinaazrat Dr. H. Benedikt: BerufsproMeme der östwr- Balf our-Feier in Berlin: Weizmann an die Juden Deutschlands Berlin, 18. November. (JTA.) Im Zeichen des 20jährigen Jubiläums der Balfour-Deklaration haben in Berlin Veranstaltungen der Jewish Agency und dies Keren Hajessod stattgefunden, bei denen Vertreter der verschiedenen Richtungen des Judentums, auch der Sprecher des Zentralvereins, ein Bekenntnis zu Palästina ablegten. Erklärung des Präsidenten Stahl Der in der Synagoge Prinzregentenstraße abgehaltene Gemeindeabend der Jewish Agency und des Keren Hajessod war von 3500 Personen besucht, Hunderte fanden keinen Einlaß mehr. Der Präsident der jüdischen Gemeinde Heinrich Stahl stellte fest, daß die Bedeutung der Balfour-Deklaration von den Juden in Deutschland erst im Jahre 1933 erkannt worden sei. Die Juden werden ihre Heimstätte bauen. In bewegten Worten bekannte sich der Präsident des Bayerischen Jüdischen Gemeindeverbandes und der Gemeindeverbände Süddeutschlands, Oberlandesgerichtsrat a. D. Dr. Neumayer (München), zu Erez Israel und der Pflicht eines jeden Juden, am Aufbau des Landes teilzunebmen. Es sprachen auch noch Rabbiner Dr. Leo B a e c k, Dr. Michael T r a u b und Doktor Alfred Klee. Das Werk in Palästina land Dr. Leo B a e o k ein Schreiben des Präsidenten der Jewish Agency Dr. Chaim Weizmann, in welchem es u. a. heißt: „Das Werk, das in Palästina geschaffen wurde, hat in den letzten Jahren auch den Juden Deutschlands Stütze und Hoffnung bedeutet; die Verbindung zwischen ihnen, und Erez Israel ist immer inniger geworden. Die Jugend, die Sie uns geschickt haben und die heute in den Reihen des schaffenden und ringenden Erez Israel steht, ist unser Stolz wie der Ihre. Unser Werk steht fest und unerschüttert; wir sind nicht gewohnt, seine Bedeutung für Judentum und Judenheit nur nach quantitativen Maßstäben zu messen. Aber wir stehen in einer Schicksalsstunde und durchleben eine schwere Zelt; wir dürfen unsere Jugend, unseren Jischuw, unser Werk nicht allein lassen; die heiligen Opfer, die das jüdische Volk in Palästina bringt, dürfen nicht vergeblich sein. Die Grundlagen des Werkes sind in jahrzehntelanger Arbeit von Pionieren errichtet worden, die die Gesamtheit der Juden nicht immer ausreichend unterstützt hat Das Werk im Vertrauen auf die Zukunft zu behaupten und weiter auszubauen, Ist die Aufgabe, die unsere Generation zu erfüllen hat, eine Aufgabe, die den Einsatz aller Kräfte der Judenheit, der geistigen, wie der materiellen, verlangt. Ich bin sicher, daß die Juden Deutschlands in vorbildlicher Weise zu ihrer Erfüllung beitragen werden.“ In der Sitzung des Beirates der Jewish Agency in Deutschland verlas der Präsident der Reichsvertretung der Juden in Deutech- 1000 Bücher. achaft, Katalog gratis und * CoH Frsnz-Jwsf-Kai . s r— Die jüdische Presse Deutschlands mundtot _. _tt genug Erschwerungen in den letzten Monaten die jüdische Presse in Deutschland zu leiden hat. Die jüdischen Zeitungen, Zeitschriften und Gemeindeblätter wurden zu Anfang des Jahres aus den allgemeinen Verbänden ausfgliedert und der Sonderabteilung im eichspropagandaministerium unterstellt., die von Reichskulturwalter Hinkel geleitet wird. Zum 1. Mai wurden für jedes Blatt Papierkontingente festgesetzt, durch die eine starke Einschränkung erreicht wurde, die bei den größeren Blättern bei etwa 25 Prozent des bisherigen Verbrauchs lag, bei den kleineren Gemeindeblättem noch wesentlich darüber hinausging. Mehrere Blätter, darunter die i n Breslau herausgegebene „Jüdische Zeitung“, mußten ihr Erscheinen einstellen. Ende Juni wurde, wie seinerzeit gemeldet, allen jüdischen Blättern verboten, aus deutschen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern zu zitieren oder auf deren Inhalt Bezug zu nehmen. Das bedeutet nicht nur das Verbot der Benutzung und der Zitierung des gesamtem deutschen Schrifttums, es bedeutet auch, daß der jüdische Leser, der heute sich auf die Lektüre einer jüdischen Zeitung beschränkt, von wichtigen gesetzlichem In der gleichen Verordnung wurde den jüdischen Blättern ferner untersagt, Kritik an der italienischen Kolonialpolitik oder an den Maßnahmen der polnischen Regierung gegenüber den Juden zu üben. Die jüdische Presse soll sich ausschließlich auf rein jüdische Angelegenheiten beschränken. Jede Pressenotiz, die allgemeiner gehalten ist, muß vor ihrer Drucklegung dem Propagandaministerium vorgclegt werden. Die Neubesetzung von Redakteurstellen bei den jüdischen Blättern, die infolge der Auswanderung der bisherigen Stelleninhaber oft eine Notwendigkeit wäre, ist praktisch unmöglich, da Neuzulassungen nicht zu erlangen sind. CAF£ DONAU UU Prater straße 10, Tel. R 46-3-46 Die Weisen von Japan Unter dem Einfluß der deutschen Propaganda befleißigen sich japanische amtliche Stellen und japanische Zeitungen seit einigen Jahren eines hetzerischen Antisemitismus, dies obwohl in Japan nur wenige Juden leben. Die Legende der Weisen von Zion fand Eingang in die Spalten der japanischen Presse. Seitdem der sogenannte Anti-Komintern-Pakt zwischen Berlin und Tokio geschlossen wurde, hat sich die japanische antisemitische Propaganda außerordentlich verschärft. Die japanischen Zeitungen bezeichnen die Juden als die Urheber der chinesischen Kriegslust gegen Japan. Zuletzt hat eich die japanische Zeitung „Hochi“ in Tokio von ihrem Korrespondenten in Schanghai in besonderer Ausführlichkeit über diese ,Jüdische Verschwörung“ telegraphieren lassen. Hierüber berichtet Asiaticus (Schanghai) an die „Neue W e 11- Die Zeitung „Hochi“ enthüllt, daß ausländische Finanziers jüdischer Herkunft hinterjier chinesischen Regierung stehen. _ Die schlimmsten sind die Herren J a r d i n e, Matbeeon & Co. (bekannter englischer Konzern in Schanghai), die zusammen mit der führenden englischen Bank im Fernen Osten, der Hongkong & Shanghai Banking ' Corporation, die Agenten der englischen Eisenbahn- und Industrieanleihen an China sind. Diese und andere jüdische „Waffenlieferanten aus England“ hätten ihr Beetes getan, um „durch Propaganda und Bestechung der Führer der antijapanieohen Organisationen dae chinesische Gefühl gegen Japan aufzureizen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß ee zum großen Teil ihr Treiben war, zusammen mit dem Sowjetrußlands, den Widerstand gegen Japan zu wecken.“ Der Bericht schildert dann ausführlich, daß man es hier mit einer internationalen jüdischen Verschwörung unter Führung englischer Juden zu tun habe. So. hat ee Sir Victor S a e s o o n, der Schanghaier Multimillionär, zusammen mit dem bekannten Juden Sir Frederiek L e i t h- R o s s (erst vom japanischen Korrespondenten zum Juden ernannt) fertig gebracht, der chinesischen Währungsreform von 1935 englische und amerikanische Unterstützung zu sichern. Daß die neue Währung trotz der japanischen Gegenaktion zentralen Charakter trägt und selbst in der gegenwärtigen Kriegszeit stabil geblieben tat, sei im wesentlichen auf jüdische Machinationen znrückznführen. Sir Victor Sassoon leite die wichtigsten chinesischen Notenbanken und Sir Frederiek Leith-Rase intrigiere als chinesischer Finanzagent in London. Schenket Bücher zu Chanukkah! Jugendschriften Jüdische Romane Zionistica in reichster Auswahl zu billigsten Preisen bei R. L0WIT, WIEN, I. Wollzeile 6-8 Tel. R 25-4-53 Weiter erfährt man aus dem Bericht des „Hochi“, daß der Shanghai Mtmidpal Council vom Internationalen Settlement unter jüdischer Herrschaft stehe; unter der Leitung des englischen Juden A r u h o 1 d und des amerikanischen Juden Sterling F e s 6 e n- _ Die Verwaltung der französischen Konzession stehe ebenfalls unter jüdischem Einfluß. Schließlich wäre auch der persönliche Ratgeber Tschiangkatacheks, W. H. Donald, ein amerikanischer Jude, obgleich das britische Generalkonsulat ihn bisher nur als gebürtigen Australier und aus alter schottischer Familie stammend kannte. e in Schanghai erscheinenden englischen „North China Daily News“ meinen, „es wäre doch interessant, genau zu wissen, warum betreffende Korrespondent ne Zeit und den Raumseiner tung zur Fabrizierung von ch verlogenem Schund verd e t“. Die Engländer möchten genau wissen, warum die Verbündeten Deutsch- EISEH Selchwaren VERTRAUENSMARKE DER KENNER! lands sie als die Hilfstrabanten Sowjetrußlands und Agenten des Weltjudentums hinstellen? Darauf antwortet ein Artikel des „Tokyo Kokumin Shimbun“: „Das japanische Ziel gegenüber China wird niemals vollständig realisiert sein, solange nicht Japan die Aufgabe der englischen Interessen in China erzwingen wird.“ „Der österreichische Beobachter“ ausgehoben Wie amtlich mitgeteilt wird, hat die Wiener Polizei am 17. d. M. die geheime Druckerei, in der das Organ der illegalen Nationalsozialisten, „Der österreichische Beobachter“, hergestellt wurde, eruiert und ausgehoben. Zwölf Personen wurden verhaftet, einer, der Leiter des Unternehmens, hat Selbstmord begangen. „Der österreichische Beobachter“ ist eines der rüdesten antisemitischen Organe gewesen und hat für die jeweiligen nationalsozialistischen Aktionen in Österreich die Parolen ausgegeben. SWING Eintragung Metaxas in das Goldene Buch Athen, 16. November. (JTA.) Ministerpräsident General Metaxas empfing im Außenministerium eine Delegation der zionistischen Förderation Griechenlands, die ihm in einer Silberkassette das Diplom über seine Eintragung in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds überreichte. Der Premier dankte der Delegation und erklärte, die griechischen Juden seien Söhne Griechenlands und sehen Hellas als ihr Vaterland an. Griechenland he^e Sympathie für den Zionismus, die Errichtung eines jüdischen Staates und die Renaissance deT jüdischen Kultur in PaliU