Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 694 (12.11.1937)
- Date
- 1937-11-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Freitag-Ausgabe "SSÄSUJiSTSl Y.b.b. 15 g JÜDISCHE ZEITUNG Sr‘ *94_Wien’ Fraitag» **• November tf»? e 9. Klslew $698 u. Jahrgang NEt WlEPAS kTOÄJ ^(Ü\Q\ älAAAENDE JAHßj] pwtagi fr-Tizz-nm Bombenanschläge in Jerusalem Jerusalem, 11, November. Heute abends j wurden in Jerusalem zwei neue Bomben-! anschläge verübt Die eine Bombe wurde' im Zentrum der Stadt geworfen, wobei durch Bombensplitter ein Araber ge-j tötet und zwei lebensgefährlich verletzt wurden. Man nimmt an, daß die Bomben mehreren britischen Polizisten galten, die in der Nähe in einem Kaffeehaus saßen. Die zweite Bombe wurde in einem anderen Stadtteil geschleudert, richtete jedoch keinen Schaden an. Nach dem Bekanntwerden der neuen Anschläge wurden mit Stahlheimen ausgerüstete Truppen aufgeboten, «He die Straßen räumten. Belagerungszustand ln Jerusalem Die neuen Zwischenfälle haben die sofortige Verhängung des Belagerungszustandes über Jerusalem zur Folge gehabt, nachdem erst gestern für den 18. November der kleine Belagerungszustand für ganz Palästina augekündigt worden war. Weitere Zusammenstöße Jerusalem, 11, November, ln verschiedenen Teilen Palästinas ist es heute zu neue» Mutigen Zusammenstößen zwischen Anten und Arabern gekommen. In der Nähe 8 Jaffa warden zwei Juden, ln der Nene Verordnung der Mandatsregierung: 8000 Zertifikate für acht Monate Jerusalem, 11. November, (United Prass.) Im Hinblick auf die fortdauernde Unruhe unter der Bevölkerung haben sieh die britischen Behörden veranlaßt gesehen, die Verhandlungen gegen folgende Straftaten neu errichteten Militärgerichtshöfen zu überweisen: 1. Gebrauch von Feuerwaffen, worauf d i e Todesstrafe steht; 2. Werfen von Sprengkörpern, ebenfalls mit Todesstrafe zu ahnden; 3. Sabotage und Einschüebterungsaktionen. Die von den Militärgerichten gefällten Urteile unterliegen einer Bestätigung durch den Oberstkommandierenden General W avell, dessen Entscheidung endgültig ist. Die Gerichte nehmen ihre Tätigkeit 18. November auf. Bodenverkaufsverbot? Jerusalem, 11. November. (Palcor.) Die arabische Zeitung' ,,Adifaa“ kündigt an, daß gemäß den Empfehlungen der Königlichen Kommission demnächst eine gesetzliche Verfügung bezüglich des Verbotes von Landankauf durch Juden in dem für den arabischen Staat bestimmten Gebiet und umgekehrt erscheinen wird. Jüdische Hilfe für Opfer der syrischen Überschwemmung Jerusalem, 11. November. (Palcor.) Die Jewish Agency sandte der syrischen Regierung den Betrag von 1000 Pfund Sterling, der für die Opfer de: Überschwemmung bestimmt ist. Die Anglo-Paleetäne Bank hat den gleichen Betrag zur Verfügung gestellt. Jerusalem, 11. November. (JTA.) Offiziell wird mtigeteilt: Die Palästinaregierung hat am 10. November eine Verordnung erlassen, auf Grund deren eine E i n w a n d erungsschedule von 8000 Zertif ikaten, geltend von August 1937 bis zum 31. März 1938, bewilligt wird. Damit bat die in der Juli - Botschaft festgelegte Einwanderungspolitik der Regierung Wirksamkeit erlangt. * * * Durch diese Verordnung wird die von der I Verhandlungen vorgesehen war, schon jetzt Peel-Kommission vojgeschlagene Regelung, diktiert, wo die Verhandlungen noch gar die für den Fall des Scheiterns der Teilung»-1 nicht begonnen haben. Shertok über die Lage Jerusalem, 9. November. (Palcor.) Gestern abends wurde in Tel-Aviv in dem Großen Saal des Messegebäudes die Konferenz der Arbeiterorganisation Palästinas (Histadruth Haowdim) eröffnet, an der 70 Vertreter teilnehmen. In seiner Eröffnungsansprache wies R e m e z auf die befriedigende Änderung im Verhalten, der Regierung dem Terror gegenüber bin. Er gedachte der Opfer der Anschläge und unterstrich sodann die große Leistung der Arbeiterschaft, der es gelungen ist, 18 neue Siedlungepunkte m schaffen. nehmste Aufgabe sowohl der Jasager als auch der Neinsager sei, die Übergangsperiode möglichst zu kürzen, indem sie die Entscheidung ehestens herbeifühxen, da die Ungewißheit das Wirtschaftsleben lähme und die Einwanderung verlangsame. (Inzwischen ist, wie an anderer Stelle berichtet, die Einwanderung bis 18. Jänner überhaupt eingestellt worden. — Red.) Das Verhältnis zu den Arabern Was die Araber betrifft, so sei die Hand der Juden stets zu einem ehrenhaften Frieden, der die Interessen beider Teile gewährleistet, ausgestreckt. Man habe die Araber sowohl vor Veröffentlichung des Peei-Berichtes wie auch nachher zu Verhandlungen zwecks Erreichung einer Einigung auf Grundlage eines ungeteilten Palästinas eingeladen, doch sei die Einladung wiederholt abgelehnt worden. Shertok forderte die Regierung zur Inangriffnahme konstruktiver Arbeiten auf, die ans dem Budgetttberschuß zu finanzieren sein würden, und wandte eich sodann der Frage der Sicherheit Es sei nicht zu erkennen, bemerkte er, ob die vor kurzem eingetretene verhältnismäßige Beruhigung Vorläuferin oder Abschluß ein« Sturmperiode sei, es bestehe jedoch die Notwendigkeit, den jüdischen Anteil »i den Verteidigungskräften zu «höhen. Die Jerusalemer ,,Oktober-Revolution“ habe bewiesen, daß die Juden mit ihrer diesbezüglichen, seit April 1936 stets erneut vorgebrachten Forderung Recht hatten. Der jüdische Anteil an der Polizei sei von 20 auf 30 Prozent gestiegen, während Tausende von bewaffneten Hilfspolizisten in 200 Orten Tag und Nacht auf der Wacht stehen. Zum Schluß rief Shertok den Jischuw zur Wahrung von Ruhe und D i splin auf. Die hogSpge Sitzung der Histadruth-Konfe- ‘tten in der politischen Diskusit.lichV JTriri^feehft Nachricht von der _,_bsg*b«a »fett irleJhof, um anläßlich der ersten Jahrzeit des Tode* Ton Metes Beilinson, der Einweihung «eines Grabsteines bci.zu wohnen. Reden wurden nicht gehalten: nur die Namen der in Migdal Ermordeten wurden ausgerufen. lfm Saud Jerusalem, 11. November. (Palcor.) Aus! Damaskus wird gemeldet, daß die Führer der panarablsohen Bewegung König l b n Saud angegangen habeu, dem Mufti von Jerusalem und anderen Flüchtlingen au® Palästina in seinem Land Unterkunft gewähren. „Al Islamia“ meldet, König Ibn Saud etehe mit Italien wegen einer größeren Anleihe zum Zweck der Errichtung einer Eisenbahn zwischen Medina und Transjordanien in Verhandlungen. Gandhis Pro-Araber-Erklärung erlegen Bombay, 11. November. (JTA.) Die arabischen Zeitungen Palästinas hatten im September, nach einem Besuch des Mitglieds des Indischen Nationalkongresse« Dr. Bidem Roy, gemeldet, dieser habe im Auftrag Gandhis den Arabern Palästinas eine Sympathiekundgebung der indischen Nationalisten überbracht "und sie in ihrem Kampfe gegen die Verwirklichung der Balfour-Deklaration ermutigt. Nunmehr hat Gandhi durch sein Sekretariat d« Jüdischen Telegrapben-Agentur eine Erklärung zugehen lassen, in der er entschiedmi in Abrede stellt, eine solche Sympathiekundgebung jemals erlassen za haben. Diesem Dementi schließt sich j aueh Dr. Roy, was seine persönliche Stellungnahme betrifft, an. Da wegen des Landesfeiertages me Arbeit Montag, den 15. dL, in den Druckereien ruht, wird unsere nächste Nummer erst Mittwoch, den 17. d., erscheinen. HILFE für KRANKEI O Höhensonnen Be Strahlung*, ampen Zimmerteoiete auch l IHWE SEI nstait Bcndnaen-tiriThDlosch Taborstr. 22 - Tel. R 42-6-40 Shylock-Streidier In Berlin gibt es eine antibolschewikische Ausstellung, die natürlich das janze Problem antisemitisch auffaßt und in den Rahmen der großen antijüdiseben Kampagne gehört, die jetzt mit Riesenversammlungen, Aufmärschen und ähnlichen Mitteln gegen die in Städten und Dörfern noch vegetierenden Juden eingesetzt hat Sie soll, d8»-» wird bereits oßiziell zugegeben, übei|\ ^Grenzej,Jie6 im soJSsn Reich Üteufe schon die Lage -der Jüdin kennt, so kann dieser neue Feldzug keinen anderen Zweck haben, als nochmals mit dem gewohnten Parteiorchester die Gemüter zu betäuben und ihnen über die schwer und drückend gewordenen Alltagssorgen mit Mißernte, Schwund der Kaufkraft der Mark und Fettkarten hinweg eine Ablenkung zu schaffen. Dieser Aufgabe und dem weiteren Zweck, auch die Aufmerksamkeit des Auslandes zu beschäftigen, dient die in München aufgemachte Ausstellung „Der ewige Jude“, die das gesamte Wirken der Juden seit ihrer Urzeit bis heute in allen Gebieten von Wirtschaft, Literatur, Religion, Kunst, Kultur, Politik und was es sonst noch gibt, in dem Sinne vorführt, wie er von dem Streicher bestimmt worden ist. Seine Aussprüche wurden bei der Eröffnung melodramatisch vorgeführt, dann folgte Luthers Streitschrift wider die Juden und schließlich die Gerichtsszene aus Shakespeares „Kaufmann von Venedig“. Wer gerade diese Auswahl getroffen hat, ist unbekannt; aber sie ist für dieses deutsche Publikum, das seit vier Jahren in einer ununterbrochenen Hypnose gehalten wird, sicherlich wirkungskräftig. Denn die Gerichtsszene, die sich um das Pfund Fleisch dreht, kann den erhofften Zweck nur so erfüllen, wie sie dort in München gespielt wurde. Sieht man sie aber im Lauf des ganzen Stückes, so ergibt sich ein anderes Bild. Es bleibt zwar noch genügend Judenhaß übrig. | Shakespeare hat, soviel man von ihm ' weiß, in einer ziemlichen Unkenntnis der Welt gelebt. Er hat keinen Juden gekannt, er läßt in „Maß für Maß“ einen Dienstag, 16. November 1937, %9 Uhr abends. Großer Musikvereins-Saal (HAJES-GEDENKFEIER anläßlich der zehnten Wiederkehr des Todestages Gedenkrede: Staatsrat Pr. Pesider FRIEDMANN Mitwirkend der weltberühmte Oberkantor M. KUSEWICKI (Warschau) Dirigent KURT7 FUCHSGELB Sichern Sie sieh rechtzeitig Karten beim Zionistischen Landesverband, 1., Marc-Aurel-Straße 5 (U 22-2-11) < und bei sämtlichen Zionistischen Begirkssektionen!