Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 691 (5.11.1937)
- Date
- 1937-11-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»r. e». ~ Wien, Freitag, 8. Nwv«nber MW. Ml »TIMMI Satt« 3 EISEH fl? Selchwaren lOSa VERTRAUENSMARKE \* J OER KENNBRI Amtsblatt diskutiert mit einem illegalen Flugzettel Wie da« „Neuigkeiie-Weltblatt“ mitteilt, hat dae ,Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck1* Erklärungen abgegeben, die eine Erwiderung an den „österreichischen Beobachter“ sind. Dieser hatte nämlich behauptet, daß dem gegenwärtigen Leiter des Innsbrucker Stadttheaters, Ferdinand Skurah, von der Reichstheaterkammer die weitere Berufsausbildung an einer deutschen Bühne verweigert worden sei, weil er erstens mit einer Jtidin verheiratet ist und zweitens nicht »1s eine Persönlichkeit erscheine, die die Leitung einer Bühne im Sinne deutscher Kultur und deutschen Kunstempfindens verbürg e. Das „Amtsblatt der Stadt Innsbruck“ weist nun diese Behauptungen in eingehenden Erörterungen zurück, bei denen der Stammbaum der Gattin de6 Theaterintendanten in die Öffentlichkeit gezogen wird. Das Blatt bemerkt hieeu: In Österreich haben die Nürnberger Ra s s eng es e t z e keine Geltung und es ist auch nicht angängig, daß irgend eine Behörde, wenn auch auf einem Umweg, die Stammbaumschnüffelei praktisch einecbmuggelt. Zweitens ist es für uns in Österreich ganz gleichgültig, ob die Reichstheaterkammer in Berlin irgend Des Morgens sieht man ln Jedem Hauaa DIANA- Franzbranntwein mit Menthol in Gebrauch. Warum gerade diesen T i. Weil die meisten Mensches gewohnt sind, - ihres KSrpar mit Diajia-FraBsterRWrtw*te«tewethea and ihn damit tfir die M8bea des Tages zu stihieo und die Tätigkeit der Heut •moregen» die Blaisirfealatioa sa beleben und die Nerven zu kräftigen. %. Wer leicht zum Schwitzen neigt, muß an* bedingt des Morgens den Körper mittels eines tat Dteoa-Franabranatwein getauchten Lappens frottieren, damit der geschilderte Obeistand behoben wird. i. Bei Brüchigkeit des Haares, Schuppen etc. ist Dians-Franzbranntwein von ganz ausgezeichneter Wirkung. 4 Infolge des angenehmen Geruches und Gesehmaofcea dee Ditaa-Franzbranntweireg ®owte dessen Eigenschaften gibt derselbe ein ausgezeichnete« Zahn- und QurgeJwasser. ö. Wer in der FrtHa einige Tropfen Diana- Franzbranntwein in Wasser aufSchnapft, heseiöjt die häufig auftresende Verstopfung der Masenkanäle. kw IsiIsm kststre« QsuhlH srtiMitHeh. Vwlsngsn Sie ausdrlioMlek HOlaaMH und nahmen Sie nur „Diana**. Minderwertige tloahahmungan sind energlich aurOenzvwetaan. jemand empfiehlt oder ablehnt. Wir haben nach unserem eigenen Urteil vorzugeben, das nach der übereinstimmenden Meinung der Welt instinktf.icher genug iet. Wir fassen diese Entgleisung des .Amteblattes der Landeshauptstadt Innsbruck“ als einen durchaus unnotwendigea Kotau vor den Weißbestnimpften auf, und zwar vor jener Gattung von Radaudemonstranten, die ja erfahrungsgemäß doch keine Theater be suchen, weil sie lieber selbst auf Straßen und Plätzen eigene Vorstellungen im „neudeutschen Stil“ veraastalten. 1000 Bücher.S1'- Romano, Erzählungen, Kinderbücher, Kunst und Wissen schart, Katalog gratis and franko. BueähaRdlung Schneider 4 Ce*, l„ Fraftr-Jossf-Xal? (an der Schwedenbrüoke). Jüdische Gemeinde Schanghai in Not Schanghai, 4. November. (JTA.) Die jüdische Bevölkerung von Schanghai ist durch die kriegerischen Ereignisse in schwere Not geraten. Die Leiter der Jüdischen Gemeinde haben einen Hilferuf an die Judenbeit der Welt erlassen. Die Mittel der Gemeinde 6ind, wie es in dem Aufruf heißt, erschöpft. Es besteht die Gefahr, daß unter den Juden eine Hungersnot ausbricht. Engel Lund erzählt: r TnTTTT 11 TI Die jüdischen Volkslieder einer Isländerin Juden singen chinesische, hindostanisch«, indianische und alle möglichen ander« exotischen Lieder. Dae wundert niemanden, denn die Juden^ heißt es doch, sind da« Volk der Assimilation kat/oxochen. Aber erstaunlich ist es, daß eine Isländerin, eine Frau rein nordischer Rasse, wie man heute in Berlin sagen würde, jiddische und hebräische Lieder »tagt, und zwar so vortrefflich und so „rassenecht“, daß Jud« in Whitechapel, vor denen sie solche Lieder zu Gehör brachte, glaubten, es mit einer richtigen Jüdin zu tun zu har ben, nach dem Konzert zu ihr ins Ktjhstlerzimmer kamen, sie jiddisch und hebräisoh ansprachen, und nicht zu überzeugen waren, daß die Künstlerin keine Jüdin sei. „Wie Donernde Schönheit durch richtige Pflege Belebung, Ernährung, Regeneration der Haut. Creme Vitaskin ne wir kt einen Jugendlieben, rosigen, samtweichen Teint, verbätet alle Taintunreinheiten, beseitigt Fallen u. Runzeln. Prospekt kostenlos, Tiegel zu 8 5.— Apothake Bayer, Wien, I.. Wellzalle IS. ln Fachgeschäften erhältlich. ist das möglich?“ wendeten sie ein. „Eine Frau, die so gut jiddisch spricht und Gebärden macht wie eine echte Jüdin, muß eine der umerigen sein.“ Diese merkwürdige Frau ist Engei Lund, die in ganz Europa als Volksliedersängerin Berühmtheit genießt. In zwanzig Sprachen singt sie Volkslieder, doch das jüdische Volkslied war es, das sie zu diesem Genre brachte. Beginn mit Havels „Kaddisch“ Anfang« bildete «ich Frau Lund, die aus Reykjavik, der Hauptstadt Islands, stammt, wo ihr Vater der einzige Apotheker de« Orte« war, bloß ale Lieder- und Ariensängerin aus. Als Zwölfjährige begann sie in Kopenhagen Musik zu lernen, dann studierte sie in Paris weiter. Eine« Tage6 bemerkte «ie dort in der Auslage einer Musikalienhandlung ein jüdisches Lied mit französischem Text Es war der „Kaddisch“ von Ravel. Das Lied gefiel ihr sehr gut, sie forschte nach andern, jüdischen Liedern, wurde so mit einer Reibe jüdischer Volkslieder vertraut und fing jetzt erst an, sich auch für Volkslieder der eigenen Heimat und Frankreichs zu interessieren. Von Anbeginn an war es ihr Bestreben, den Text der Volkslieder in der Original- Sprache kennenzulemen. Ihrem feinen Sprachgefühl widerstrebte die Inkongruenz zwischen der aus dem Volkstümlichen entsprungenen Melodie und den nur nachempfundenen Worten in der fremden Sprache». Dagegen lebte sie sieh «ofort in den Rhythmus ein, wenn Lied und Text in der Originalfassung übereinstimmten. Besonder# unangenehm empfand sie das Fehlen der ursprünglichen Worte beim jiddischen Volkslied. In Hamburg beklagte sie sich einmal Salomon Birnbaum gegenüber darüber. Sie möchte so gern den „Kaddisch“ sing«, sagte sie, aber der französische Text störe sie. Von Birnbaum erhielt sie darauf die jiddischen Worte und nun klappte es vorzüglich. Dm komponierende Schneiderlein aus Litauen Ein besonder« originelles Erlebnis auf diesem Gebiet hatte sie in Kopenhagen naoh einem Volksliedenabead, auf dem sie jiddische Lieder vortrug. Einige Tage nach dem Konzert erschien bei ihr ein litauischer Schneider, der schon seit viel« Jahren in der dänischen Hauptstadt lebte, und erzählte ihr, er sei in ihrem Konzert gewesen und, als er ihre jüdischen Lieder hört», «ei in ihm seine Jugend in Litauen wieder lebendig geworden; es habe in ihm zu singen und zu klingen begonnen. Dicht« habe er selber können, aber er sei, da er nie mit Not« zu tun gehabt habe, nicht imstande gewesen, die Melodien, die ihm durch den Kopf gingen, niederzusehreiben. Aber er habe einen Ausweg gefund«: Er habe den Oberkantor der Kope.nha.gen er jüdischen Gemeinde telephonisch angerufen und ihm seine Lieder vorgepfiffen und vorgesung«, und der Kantor habe sie mit Not« aufgezeiehnet. Und dann überreichte das komponierende und dichtende Schneiderlein der Sängerin aus Island einige entzückende jiddische Lieder samt Test. Mit. ganz besonderer Hingebung widmet sich Enge] Lund dem jüdischen Volkslied, seitdem in Deutschland der Nationalsozialismus die Juden diffamiert, und, wie sie sagt, mit so himmelschreiender Ungerechtigkeit verfolgt. Frau Lund, die zwanzig Sprach« spricht und hebräisch lesen kann, weiß über jüdisches Leben im Osten Bescheid. Als sie in London war, und in der West London Synagoge Association auftrat, war sie es, die den vornehmen Juden der englischen Hauptstadt von den Ostjuden und ihren Bräuchen erzählte. Sie ist jetzt in Wien aufgetreten. Unter anderem hat sie sich dem Ring der Alt- Herren-Verbände der zionistischen Verbindungen zu einem Vortragsabend mit jüdischen Volksliedern zur Verfügung gestellt. Von hier begibt sie eich mit ihrem Begleiter Dr. Ferdinand R a u t e r, einem Klagenfurter, der ebenfalls auf bestem Fuße mit dem jüdischen Volkslied steht, zunächst, auf eine Tournee nach-England und Irland, und von doTt folgt sie einer Einladung der National Broadcasting Company nach Nordamerika, wo sie im Radio und in Konzertsälen ihre Kunst zeig« wird. , E. R. KONZERT im o*rl-»e*T*u»*iiT FETZER «» in SdnwÄenbrOeki — KAPEILE MAX GEIGER UlttwMfe, taut««, *•»"*•» ’/>•—* Uk, — Ua- Y*flna«rt* PraiM — Mlndutkouaiuttoa s 1 — BMiKlmrharte IE anscbni — Autarkem tAfllih TANZ W DER DIELE „Eine auf tiefster Stufe stellende Literatur1* Am 6. Oktober erscheint: Josef Kastein JEREMIAS Der Bericht vom Schicksal einer Idee ln edlem Ganzleinenband S 12.60 Ein Buch, wie es in solcher erbarmungsloser Schärfe des Urteils, in saldier Besorgnis um Gegenwart und Zukunft des Volkes nur heute geschaffen werden konnte, gültig aber über die Zeiten hin als das Zeugnis eines geistigen Auftrags und des schöpferischen Menschen, der ihn verkündet. — Hier wird der Leser einem Meisterwerk der historischen und der psychologischen Darstellung begegnen, strenger Wissenschaft im Gewände einer lebendigen Erzählung Durch Jede gute Buchhandlung oder direkt vom R. Löwlt-Verlag, Wien,I.,Fleisdn«iarkt 1 Telephon K 21-4-25 daß die „Protokolle“ authentisch sind und d« Beweis dafür erbringen, daß die Juden mit allen Mitteln die Weltherrschaft anstreben- Die antisemitische Zeitschrift „La vita Italiana“ schrieb gelegentlich der Ankündigung der Neuausgabe; „Es ist möglich, daß jemand, vergessend, was unsere Zeitschrift, seinerzeit über die „Protokolle“ geschrieben bat, sich auf den Prozeß berufen wird, den die .Inden in Bern provoziert haben. Dazu behaupt« wir nochmals, daß alles, was wir in diesem Zusammenhang veröffentlicht haben, ungeachtet der Manöver der verjudeten Presse, der Wahrheit entspricht.“ In der gleichen Nummer wird der Verlag der „Italienischen Enzyklopädie“ scharf angegriffen, weil er die Redigierung de« Stichwortes „Antisemitisums“ dem jüdischen Der amtliche Text des Berner Urteils Bern, 8. November. Wegen der irrtümlich« Auslegung«, die das Berner Urteil über die Protokolle der Weisen von Zion im Ausland gefunden hat, werden jetzt von offizieller Seite msb der Urteilsbegründung folgende Einzelheiten mitgeteilt und von der Schweizer Telegraphenagentur verbreitet: Das Gericht der zweit« Instanz hat erklärt, daß jedenfalls nicht der geringste Beweis für die Authentizität der Protokolle der Weisen von Zion erbracht worden ist und daß ferner mindestens die Hälfte der sogenannten Protokolle ein Pi a g 1 a t darstellt. Diese Art von Antisemitismus, die im Dritten Reich zur Staatspolitik erhoben word« iet, sollte von einer bestimmten Sorte von Menschen auch in die Schweiz eingeführt werden, jwenn das Schweizer Volk sich nicht recht-! zeitig seiner stolzen Überlieferung im Sinne des Artikels 4 der Schweizer Verfassung, jder die Gleichberechtigung aller Bürger einschließlich der Juden beinhaltet, bewußt geword« wäre. Die genannt« Pamphlete sind eine auf tiefster Stufe stehende I Literatur, |aber nicht im Sinne des Gesetzes vom 10. September 1936 über die unsittliche Literatur, durch die die Jugend gefährdet werden könne. SWING rasiert b«u«r, rasiert öfter, rasiert glatter, SWING ist di« Klinge für Sie! Daher kauft jedermann, der Vorteile schätzen kann, nur noch die SWING! Gelehrten Alberto Pincherle, Professor für Geschichte der Religionen an der Universität Rom, übertragen hat. „Der Jude Pineherie“, schreibt „La vif.a Italiana“, „hat diese Gelegenheit natürlich dazu ausgenutzt, um die Echtheit der Protokolle, die seit 25 Jahren die jüdische Passe nicht ruh« I .-lasen, zu leugnen und ihnen jeden Wert abzu sprechen.“ Ein neuer jüdischer Roman. Georg Mannheimer, der Verfasser der .Lieder eines Juden“, hat einen Roman in Vers«, „Ein Jude kehrt beim“, der teils in Böhmen, teils in der Haifabay spielt und die blutigen Vorgänge des Jahres 1986 in Palästina zum Die neue Ausgabe ist durch ein längeres | Hintergrund hat, geschrieben. Das Buch Vorwort eingeleitet, in welchem betont wird.1 wird in einem Prager Verlag erscheinen. Die „Protokoll«** in Italienischer Sprache Rom, 3. November. (JTA.) Soeb« ist in einer billigen Volksausgabe eine Neuauflage der „Protokolle der Weisen von Zion“ in italienischer Sprache erschienen, dur DER WELTBERÜHMTE OBERKANTOR M. KUSEWICKI (WARSCHAU) fingt vor seiner Reise nach Amerika nur einmal in Wien, und zwar am 16. November im Großen Musikvereinssaal im Rahmen der CHAJES-GEDENKFEIER