Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 691 (5.11.1937)
- Date
- 1937-11-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Freitag - Ausgabe Utab 4 Uhr nachmittag* Kolporteuren erhältlich y. b. b. 158 Meeet Blatt Ist ab 4 Uhr nac bd m Kidporteuren erhi JÜDISCHE ZEITUNG Wten, Frdtag, 5. November 1937 e X. Kialew 3*9* XX. Jahrgang „Rassisches und Klassisches Chaint Weltmann: Das Gebot der Stunde Feuerüberfall auf die Poifzeistation in Beisan Jerusalem, 4. November. In den frühen Morgenstunden des Donnerstag wurde auf eine Polizeistation in Beisan ein Feuerüberfall verübt Dabei sollen Araber aus einer Entfernung von hundert Metern etwa eine halbe Stunde lang das Gebäude beschossen und außerdem eine Bombe geworfen haben. Soweit bisher bekannt wurde, Ist kein nennenswerter Sehaden angerichtet worden. Die Mandatebehörden haben eine Verstärkung der örtlichen Polireimannschafteo angeordnet. Britischer Polizeioffizier erschossen London, 4. November. (JTA.) Der zur Polizei in Nazareth gehörige berittene Polizeioffizier Murphy wurde in der Nähe Won Kantara in der Wüste, beim Grenzposten zwischen Palästina und dem Suezkanal, erschossen aufgefunden. Neben der . Leiche tag ein Revolver. Es scheint Selbstmord vorzuliegen. ftngcW in Palästina sind so überfüllt, daß Äe Behörden daran gehen, in mehreren Teilen des Landes Konzentrationslager zur Internierung von Terroristen zu errichten. Das größte Lager wird wieder S a r a f a sein, wo berate während der Unruhen des Vorjahr« hunderte Araber interniert waren. In der Nacht zum 2. November wurden auf das Büro der International Potash Company mehrere Schüsse abgegeben. Abteilungen des Black Wateh-Regimentes, die an den Ort des Überfalls entsandt wurden, wurden unterwegs beschossen. Arabische Terroristen gaben in der Richtung auf Bethlehem mehrere Schüsse ab. Pie Geheimpolizei von Libanon hat einen umfangreichen Waffenschmuggel zugunsten der arabischen Terroristen in Palästina aufgedeckt. Die Untersuchung ergab das Bestehen einer weitverzweigten Schmuggel-Organisation. Die Regierung hat die Polizeipatrouillen entlang der Eisenbahnstrecke Jerusalem— Lydda zur Verhütung von Sabotage- und Terrorakten um 135 Mann verstärkt. Mandats-Kommission des Völkerbundes Bericht über Syrien und Libanon. — Behandlung von Palästina-Petitionen Genf, 4. November. (JTA.) Die P nente Mandat skommissioi Völkerbundes tritt dieser Tage zu einer Tagung zusammen, die voraussichtlich Ms zum 27. November dauern wird. Die Kommission wird auf dieser Tagung die Jahresberichte der Mandatsverwaltungen einer Reihe von Ländern, darunter auch von Syrien und Libanon, entgegennehmen. Außerdem sollen mehrere Petitionen behandelt werden, die sich auf Palästina und Syrien beziehen. Das Jahr 1937 war für die Juden ein schicksalsschwer« Jahr. Entscheidungen, von grundlegender Wichtigkeit für Palästina und das jüdische Nationalheim, wurden getroffen. Weitere Entscheidungen sind noch zu treffen, und die Zukunft liegt noch im Dunkel Trotz allem hoffen und beten daß sich di«« Jahr als der Beginn ein« großen Kapitels in der Geschichte unseres Volkes erweisen möge — rin« Kapitels, welch« in der jüdischen Chronik als r wirkliche Beginn eines jüdihen Staates in Palästina verzeichnet sein möge. Aber Hoffnungen, die sich verwirklichen sollen, müssen durch dar Willen unterstützt werden. Wenn auch heute noch alles unsicher ist, eines steht f«t: Inderletzten ’ ' sind wir die Lenker ungenen Geschickes. Wir, und nur wir, bestimmen unser zukünftig« Los, und Palästina hat uns schon bewiesen, daß große Erfolge möglich sind, wenn wir lr ernstlich wollen. Die schwerste Gefahr unter den vielen schweren Gefahren, denen wir heute gegenüber« tehen, ist die politische Unsicherheit, die zur Lethargie führen kann. Nichts könnte verhängnisvoller für unsere Zukunft liehe Anstrengungfen. Je__ und sicherer unsere Arbeit in Palästina fortschreitet, desto sicherer ist es, daß die Zukunft unser« Landes mit unseren Wünschen in Einklang stehen wird. Die Arbeit, die wir sofort leisten müssen, ist die Beschleunigung der Ansiedlung in unserem Lande. Für diese Tätigkeit müssen wir in den kommenden Monaten unsere Kräfte vereinigen, sende Chaluzim in Palästina außerhalb Palästinas w arungeduldig anf die Gelegenheit, sich auf dem Boden ansiedeln zu können, der schon durch den Keren Kajemeth Lejisrael erworben wurde; aber es besteht hiezu keine Möglichkeit, so lange die Geldmittel nicht vorhanden sind, unsere Chaluzim für die erste Zelt der Ansiedlung über Wasser zu halten, bis sie sich selbst erhalten können. Die nötigen Mittel muß der Keren Hajessod aufbringen. Dieser Ponds ist durch Geldmangel schwer gehemmt Brunnen müssen gebohrt, Sümpfe entwässert und Moräste trocken gelegt werden, bevor der Anbau der heimatlichen Scholle beginnen kann. Ohne großzügige Unterstützung müssen breite Strecken Landes, wenn sie auch Unser Eigentum sind, herrenlos und unbewohnt bleiben. Obwohl die ziol ROTENTURM t' nlstlschen Ansprüche nicht bloß auf ( Eigentum an Grund und Boden und der . arbeitung des Bodens beruhen, zeigen doch die Erfahrungen der letzten Jahre, daß unsere Forderungen g«ichert sind, wenn sie durch eine tatsächliche Ansiedlung fundiert sind. In dieser kritischen Stunde ist es die Pflicht jed« Juden, die größten Anstrengungen zu mach«, um die nationalen Fonds zu Fördern. Nur so können wir es möglich machen, daß jed« Stück Land, das jüdisch« Eigentum ist, rasch und wirksam benedeit wird. Es wurde mir gesagt, daß die Tendenz besteht, weniger freigebig zu sein als früher. Das wird damit motiviert, daß infolge Einschränkung der Einwanderung keine Notwendigkeit b«tehe so viel Geld für Siedlungszwecke herzugeben. Das ist ein verhängnisvolles Mißverständnis. Die Einwanderung hängt von unserer Fähigkeit ab, das Land zu besiedeln. Je mehr nd wir besiedeln können, sto begründeter ist unsere rderung nach Vergrößerung r Einwanderung. Anderseits ist Sinken der Einwi nun vor dem Problem der Konsolidierung der neunzehn neuen Siedlungen, die seit dem Beginn der Unruhen gegründet wurden. Diese Siedlungen befinden sich größtenteils in einsamen Gegenden, die Überfällen besonders ausgesetzt sind. Ihre Konsolidierung wird über eine halbe Million Pfund kosten, von der 100.000 Pfund sofort benötigt werden. Unser Problem ist in zweifacher Beziehung dringend. Geldmittel werden sofort benötigt, um die neugegründeten "ledlungen zu unterstützen und m die landwirtschaftliche Ansiedlung ausenden wohl ausgebildeten Pionieren, die sehnsüchtig darauf warten, zu erleichtern. Wese Pioniere brennen darauf, rieh aus unerträglichen Lebensbedingungen zu befreien, um am Aufbau des jüdischen Nationalhelms in Palästina teil zunehmen. Das Nationalheim kann eine um so wertvollere Förderung für die Bedürfnisse d« jüdisch« Volk« bedeuten, wenn wir vor allem unser« Grundbesitz in Palästina besiedeln. Heute ist es wahrer denn je; „Gib beste nid gib reichlich. Morgen könnte es zu spät sein!“ Zwanzig Jahre Balfour-Dekiaration Von Dr. Hugo Herrmann, Jerusalem Am 2. November waren es zwanzig Jahre seit der Veröffentlichung der Balfour-Deklaration. Diese Feststellung setzt uns zunächst durch ihre Unwahrecheinlidvkeit in Erst-au- — schon zwanzig Jahre, da es uns doch scheint, als wäre es gestern gewesen? Aber das ist eine persönliche Empfindung. Allgemein ist eher das Gegenteil-. Balfour- Dekiaration? Ach, das war jener Wisch, jener Privatbrief Balf-ours an Lord Rothschild, der vor undenklichen Zeiten, während des großen Krieges, geschrieben wurde, um durch eine vielfach verklausulierte und von Anbeginn nicht, ernstgemeinte Zusage die amerikanischen Juden für den Krieg zu gewinnen! Wie fern liegt, das! Der Zeit, nach: jener Krieg, haben wir ihn denn nicht längst vergessen, so gründlich vergessen, daß ein neuer und noch größerer jeden Augenblick Repräsentative Makkabäer-Feier PalSstina-Skherheitsfragen vor dem Unterhaus des Zionistischen Landesverbandes am 4. Dezember 1937 im Großen Konzerthaus-Saal ausbrechen kann? Und dem Inhalt nach: “SsÄÄ-ÄS:, büche«, Statement«, Regierungserklärungen, vor allem aber durch die Setzung politischer Tatsachen längst der letzten Spur ihres Inhalts beraubt? Was also soll es uns, ein Jubiläum der Balfour-Dekiaration zu feiern? Warum feiert man überhaupt Jubiläen historischer Begebenheiten? Mir scheint, aus zwei Gründen: Um der großen Allgemeinheit. und insbesondere der Jugend Dinge, Ereignisse, Menschen verständlich oder überhaupt bekannt zu machen, von den« sie wenig oder nichts oder jedenfalls nicht genug weiß — und um, durch die Vereinigung des Interesses vieler, neue Erkenntnisse über einen Punkt der geschichtlichen Entwicklung zu gewinnen. Es scheint, daß man-heute, nach zwanzig Jahren, der großen Allgemeinheit, insbesondere auch der Jugend, die Balfour- Dekiaration verständlich, ja, eigentlich erst bekanntmacben muß. Um ihren Sinn und Wert zu begreifen, müßte man sich in die Zeit ihrer Veröffentlichung, noch besser: in die Zeit vor ihrer Existenz versetzen. Es war Herzls großes Ziel gewesen, dem Zionismus die Zustimmung, die Billigung, die Förderung der europäischen Staaten und besondere die der Großmächte zu verschaffen. Er wandte sich an die Türkei, dann an Deutschland, zuletzt an England. Es gelang ihm nicht, sein Ziel zu erreichen. Die von London, 4. November. (JTA.) In Beantwortung einer Anfrage d« Abgeordneten Gallacher erklärte Koloni«mlnister Ormsb y - G o r e im Unterhaus, « bestehe nicht die Absicht, die geltenden gesetzlich« Bestimmung« zur Bekämpfung des Terrors in Palästina abzuändern. Der Minister wies darauf hin, daß Ae Fälle, in den« in letzter Zeit diese Straf. b«timmung angewandt wurde. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Wedgwood, über wieviel Juden in Palästina zur Zeit die Schutzhaft verhängt word« sei und au! Grund welchen Gesetz« di« geschehen sei, antwortete der Koloni«minister, es stünd« ihm Mitteilun- Häusern als Strafe für Terrorakte in den j gen hierüber nicht zur Verfügung; er habe palästinensischen Notverordnungen vorbeim stellvertretenden High Commlsskmer gesehen ist, und gab eine Schilderung der > ein« Bericht angefordert. finden. In jener glücklichen Zeit des mehr als vierzigjährigen europäischen Friedens, den die so viel geschmähte „Geheimdiplomatie“ zu erhalten verstand, hatte jeder Staat und jede Regierung solche Furcht vor kontroversen Problemen und möglichen Konfliktstoffen, daß jeder Außenminister die Juden, den Judenstaat, den Zionismus ohne Wimperzucken opferte, um die Möglichkeit einee Konflikte zu vermeiden. Erst als der große Krieg abgebrochen war, durften die Regierungen, Dienstag, 16. November 1937, Uhr abends. Großer Musikvereins-Saal M mm m |Pf If EEIED «Uisildi der zehnten Wiederkehr de« Todestages % H mm Ir Kl PI Im B EIEIm Gedenkrede: Staatsrat Pr. Peslder FRIEDMANN Mitwirkend der weltberühmte Oberkantor M. KUSEWICKI (Warschau) SS'.^Äceib Sichern Sie eich rechtzeitig Karten beim Zionistischen Landesverband, I., Marc-Aurei-Straße 5 (U 22-2-11) und bei sämtlichen Zionistischen Bezirkssektionen I