Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 690 (3.11.1937)
- Date
- 1937-11-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Mtttwocß-Ausgabe <Dia Diese« Blatt btlfi 9 Ul» nachmittag« bei Im Kolporteuren erhältlich V. b. b. 15g ‘‘Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Mittwoch, 3. November 1937 e 39. Cheschwan 5*98 11. Jahrgang Das Zionistische Aktions-Komitee tagt Jerusalem, 1, November. (JTA.) Die palästinensischen Mitglieder des Zionistischen Aktions-Komitees treten am 3. November in Jerusalem unter dem Vorsitz von U s s i s c hkin in der Ober die gegenwärtige politische Lage beraten wird. Der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem, David Ben-Gurion, und der politische Dezernent der Jerusalemer Exekutive, Mosche Shertok, werden die Hauptreferate er- Aktion der katholischen Staaten? Wie die Jüdische Telegrapbenagentur meldet, wurde der österreichische Staatssekretär des Äußeren, Schmidt, anläßlich seiner Reise nach Polen angewiesen, mit der polnischen Regierung über die Fragen der Teilung Palästinas in Fühlung zu treten. Insbesondere handelt es sich um die Sicherung der Heiligen Stätten, an denen sowohl Österreich als auch Polen als katholische Staaten ein besonderes Interesse haben. Zur Sicherung ' * .P*te.n _ . .-_ getroffen ..... ., welches bei der vorzunehmenden Teilrag im Völkerbund durch die Repräsentanten dieser drei Staaten einheitlich vertreten werden soll. Das Zustandekommen eines diesbezüglichen Übereinkommens zwischen den drei Staaten soll auf Anregung des Vatikans erfolgt sein. Diese drei Staaten sollen sich für die Teilung ednsetzen und England im Völkerbund diesbezüglich' unterstützen, jedoch unter der Voraussetzung, daß die Wünsche dieser Staaten bezüglich der absoluten Sicherung der Heiligen Stätten Jerusalem, Bethlehem und Nazareth berücksichtigt werden. Rom, 1. November. (JTA.) In der Stadt des Vatikans ist der 87jährige chaldäisehe Patriarch von Bagdad, Emanuel T o o m a, in Begleitung von zwei Bischöfen eingetroffen. Patriarch Tooma vertritt im Senat des Irak die chaldäisehe orientalisch-katholische Kirche. Von höchst zuverlässiger Seite wird erklärt, daß sein Besuch mit deT gegenwärtigen politischen und religiösen Situation im Nahen Osten im Zusammenhang steht. In Besprechungen mit dem Papst und dem Staatssekretär des Vatikans. Kardinal P a o e 11 i, wurde der Patriarch über die Auswirkung der Lage in Palästina auf die Nachbarländer und über das Problem der Heiligen Stätten hn Falle einer Teilung Palästinas befragt. Daß sich in Rom gleichzeitig auch der Patriarch der syrischen Katholiken, Kardinal Aponaai, und zwei hohe Geistliche aus dem Libanon aufhalten, wird als Bestätigung dafür angesehen, daß sich die vatikanischen Kreise eingehend mit dem Studium der Lage in Palästina befassen. Auch der Patriarch von Jerusalem, Msgr. Louis Barlassina, trifft in den nächsten Tagen in Rom ein. Wieder Ausnahmsxustand in Jerusalem Jerusalem, 1. November. (Palcor.) Am Sonntag nachmittags wurde ein jüdischer Arbeiter in einem Auto in der Nähe von St Stephens Tor in Jerusalem durch Schüsse leicht verwundet. Zwölf Personen sind verhaftet worden, von denen einer von zwei Augenzeugen als der Täter bezeichnet wurde. Kurz nach diesem Vorfall wurde in der Altstadt auf drei junge Revisionisten geschossen, die ältere Leute vom Gottesdienst nach Hause begleiteten. Nach Aussagen eines Augenzengen wurden neun Schüsse abgegeben. Von den drei jungen Leuten wurden zwei leichter verletzt, während der 24jährige Schlomo Rosenzweig schwere Verwundungen erlitt und ins Hadassah- Krankenhaus gebracht wnrde. Er mußte operiert werden; in seinem Befinden ist keine Änderung eingetreten. Die polizeilichen Untersuchungen sind vorläufig noch resultatlos. Aaron A1 k a b e z, ein marokkanischer Jude, wurde von einem Araber durch Schüsse schwer verwundet und starb knrz darauf an seinen Verletzungen. Alkabez, der im 32. Lebensjahr stand, befand sich in Begleitung von drei anderen Juden, die mit ihm vom Gebet an der Klagemauer kamen, als die Schüsse abgegeben wurden. Seine Begleiter entkamen mit leichten Verletzungen. Der Ermordete war ein Angestellter der Thnuva Co. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. In der Jaffa Road, im Zentrum von Jerusalem, wurden Sonntag vormittags In der NSbe des Büros des Gouverneurs mehrere Schüsse abgegeben, wobei ein Araber und ein Jude schwer verwundet wurden. Letzterer wurde als der 20jährige Raphael Nim dar, persischer Jude, identifiziert. Sein Zustand ist ernst. Infolge dieser Ereignisse wurde über ranz Jerusalem wieder der Ausnahmsz u stand Ws auf weiteres verhängt. In;dem arabischen Viertel, in dem die über- 270.000 Dollar für Hygiene in Palästina New York, 1. November. (JTA.) Die Hadassah-Konferenz in Atlantic City bat für medizinische Arbeit in Palästina ein Budget von 270.190 Dollar angenommen. 100.000 Dollar wurden für die Zwecke der Jugend-Alijah bewilligt. Als Geschenk für Miß S z o 1 d bestimmte die Konferenz einen Betrag von 5000 Dollar für soziale Kinderfürsorge. In dem Finanzberichte wurde mitgeteilt, daß die Hadassah im Laufe von zwei Jahren 250.766 Dollar für die Jugend-Alijah aufgebracht hat Die Konferenz faßte eine Resolution, in der die neue Einwanderungsverordnung als eine Verletzung des Mandates verurteilt wird; es wird gefordert, daß an dem Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit Palästinas festgehalten werde. Rassisches und Klassisches diesen Samstag! Wauchopes Rüdetritt London, 1. November. (JTA.) In der schriftlichen Beantwortung der Anfrage des Abg. Sandy betreffend den Rücktritt des High Commissioner für Palästina Sir Arthur Wauchope führte der Minister für die Kolonien, Ormsby-Gore, aus: Sir Arthur Wauchope litt, seitdem er Anfang September auf Urlaub kam, an einer Krankheit, die klinische Behandlung erforderte. Er ist jetzt im Zustand derRekonvaleszenz und mau hofft, daß sein Gesundheitszustand sich so weit gebessert haben wird, daß es ihm möglich ist, etwa Mitte November seinen Posten wieder anzutreten. Er hat jedoch mitgeteilt, daß er nicht glaube, daß sein Gesundheitszustand es ihm erlauben werde, seine zweite Amtszeit als High Commissioner ganz zu beenden; darum hat er gebeten, seiner Pflieh ten zu einem früheren Zeitpunkt im nächsten Jahr entbunden zu werden. Ich möchte die Gelegenheit benutzen, um die tiefe Wertschätzung der Regierung für die von Sir Arthur Wauchope dem Staate lange geleisteten hervorragenden Dienste zum Ausdruck zu bringen. Ich bin sicher, daß das Haus ihm bei dem vorzeitigen Rücktritt von seinem Posten, den er mit Eifer und Hingabe unter höchst schwierigen Umständen nicht weniger als sechs Jahre lang ausgefült, hat, seine tiefe Sympathie zuwenden wird. Geld für den Mufti ans dem Ausland Jerusalem, 2. November. (Palcor.) Nach zuverlässigen Meldungen aus Beirut hat der Mufti kürzlich aus dem Ausland eine große Summe Geldes erhalten, die unter die palästinensischen Flüchtlinge verteilt werden soll. Der Mufti befindet sich im Libanon. Nach unbestätigten Meldungen sind die palästinensischen Araberfübrer, die nach dem Libanon geflohen sind, von den Behörden aufgefordert worden, das Land innerhalb einer Woche zu verlassen. Die Scheichs und Notabein von Gaza haben eine Massenversammlung abgehalten, in der die Terrorakte im Lande als der mohammedanischen Religion widersprechend verurteilt wurden. Die Gläubigen, erklärten die Redner, müßten sich daher von solchen Handlungen fernhalten. Der Brand im Orient lange Reihe schwerster Konflikte in den nordafrikanischen Besitzungen Frankreichs hat zu einer scharfen Gegenaktion der französischen Regierung geführt. Der Zusammenhang mit den Ereignissen in Palästina ist zu deutlich, als er jetzt noch übersehen werden könnte. Unter den in Marokko festgenommenen Führern der Aufstandsbewegung befindet sich auch der bekannte Schekib Arslan, ein syrischer Araber, der schon mehreren Jahren in den Dienst des Berliner außenpolitischen Amtes getreten ist und im Aufträge dieser Stelle den deutschen Nationalsozialismus als Exportware nach dem nahen und ferneren Orient vertrieb. Der Widerstand gegen die jüdische Einwanderung nach Palästina und die Vorbereitung eines allgemeinen arabischen Aufstandes gegen England war anfänglich gleichermaßen nur als Sport betrieben worden. Die neue Verbindung der deutschen mit den italienischen Interessen hat der Sache aber ein anderes weiteres Gebiet zugewiesen. Das gesamte Mittelmeerbecken ist der Schauplatz einer planmäßig betriebenen Insurrektion, die sich gegen England und Frankreich richtet und mit der Gefährdung ihrer Seeverbindungen zu ihren Besitzungen koordiniert worden ist. In Palästina und in Marokko tritt die Bewegung mit dem panarabisehen Programm auf und in Europa wird dieses Schlagwort vielfach geglaubt. Aber mit dieser Bezeichnung steht es in Widerspruch, daß sich in den von Italien beherrschten Landen keine solche Tendenz zeigt. Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, daß die von den Gegnern der demokratischen Westmächte ausgesendeten Personen an ihre panarabisehe Mission glauben, aber sie sind derzeit nicht mehr ■«sj-iafsaö müßte” in kürzester Frist zu einem eiavOrständlichen und einheitlichen Vorgehen Englands und Frankreichs den Anlaß bilden. Einstweilen aber fehlt es noch an dem nötigen Entschluß. Beide Staaten operieren getrennt und können sich auch gewisser Konkurrenzgefühle nicht entledigen. Und daraus zieht der Gegner seinen Nutzen und arbeitet, um dies nplitärisch auszudrücken, auf der inneren Linie. Will England der Situation Herr werden, so muß es den Aufstand in Palästina niederschlagen, oder die militärischen Notwendigkeiten durch politische Maßnahmen ergänzen, die eine wirksame Beruhigung und einen dauernden Frieden vorbereiten. Die bis ins letzte Detail verfehlte und falsch instradierte Politik der Mandatsregierung hat die Zustände und die blutige Verwirrung herbeigeführt. Englands ganze Stellung im Orient hätte es geradezu mit zwingender Kraft erfordert, daß sich die palästinensische Landbrücke in den Händen eines unbedingt zuverlässigen nationalen Elements befindet, und diese Erwägung war sicherlich maßgebend für den Entschluß der Regierung Lloyd George, der Balfour-Erklärung zuzustimmen. Aber die Verschiedenartigkeit der indischen und der arabischen Interessen Englands, die man nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen konnte, wirkte sich in Palästina unheilvoll aus. Die Instruktionen an den Oberkommissär waren zweideutig. Die Beamtenschaft teils offen antijüdisch, teils proarabisch eingestellt, und so ist der Sinn der Balfour-Deklaration immer weiter eingeschränkt worden. Der Aufstand von heute hat aber Dienstag, 16. November 1937, r/*9 Uhr abends. Großer Musikvereins-Saal M I ■ m I rn m Pony WM p P | P> |m anläßlich der zehnten Miederkehr des Todestages \ II AJ E Er Ir £ N Im ■ E I E Im Gedenkrede: Staatsrat Pr, Deslder FRIEDMANN Mitwirkend der weltberühmte Oberkantor M. KUSEWICKI (Warschau) Sichern Sie sich rechtzeitig Karten beim Zionistischen Landesverband, l., Maro-Aurel-Straße 5 (U 22-2-11) und bei sämtlichen Zionistischen Bezirkssektionen I