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Die Stimme · 1937-10-27 · Heft 688 (27.10.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 688 (27.10.1937)
Date
1937-10-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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MtiiwocQ-Ausgabe Qte Metes Blatt ist ab 4 Uhr nachmittags bei Ben Kolporteuren erhältlich ^Stimme 15 g JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Mittwoch, »7. Oktober 1917 e SS. Cheeehwan 5698 11. Jahrgang ,Die Stimme" dreimal wöchentlich I Stimme“ dreimal wöchentlich. Die Stärkung unseres Blattes ist vom jüdischen Publikum mit lebhaftestem Dank begrüßt worden. In allen Zuschriften wird die Anerkennung dafür ausgesprochen, daß nunmehr eine rasche und umfassende Informierung der Leser erfolgt. Wir wollen „Die Stimme“ nach Möglichkeit noch weiter ausbauen. Das wird aber nur möglich sein, wenn unsere Abonnenten mts neue Abonnenten für nOie Stimme44 ständig zuführen. Die Administration ist stets bereit, an Adressen, die " * kanntgegeben werden, »Me Stimme44 unentgeltlich durch einige Wochen hindurch ohne jede Verbindlichkeit für den Bezieher zu senden. Wir erwarten eine ständige Bekanntgabe von Adressen durch unsere Abonnenten. „Die Stimme“ ist idle dadfc jüdische Zeitung, aLA,«SB,fÄ‘Äaf,Uk - ln fedes jüdisch« Haus »Oie Stimme“! „Die Stimme“ erscheint an jedem Montag, Mittwoch und Freitag. Wertet für „Die Stimme“! Die Redaktion. Emwandertmgsdrosselirag tritt in Kraft? Jerusalem, 26. Oktober. (JTA.) Es vertontet, daß dieneueEinwanderungsverordnung bereite am 4. November ohne wesentliche Änderungen verkündet werden wird. Wie die JTA. erfährt, wird die Exekutive der Jewtoh Agency der Regierung ein überreichen, in dem gegen die Verordnung protestiert wird. _Öktober. (JTAJ Auf einer Tagung des Journalistenverbandes erklärte der Leiter des politischen Departements der Jewish Agency in Jerusalem, Mosche Shertok, die gegenwärtig« Unruhewelle gefährde ernstlich das Wirtschaftsleben Palästinas. Wer jedoch glaube, daß Repressalien, von welcher Seite inaner sie kommen, dem arabischen Terror ein Ende machen könnten, befinde sich in einem Irrtum. Shertok verurteilte scharf jeden auch nur geringaten Versuch auf jüdischer Seite, i%,4je „Hawlaga“ (Zurückhaltung) zu Die neue Einwanderungsi!li > III fiiiTil^Wffr’' Shertok eine „Ver- 1 etzung des Mandates“, weil sie ©in Abweichen von dem Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes darstelle. Oer neue Prozeß in Bern JW^^eHjsAtenjProtol^le^dej^Welsen^vo^Zioii^ Genf, 27. Okt. (Privat.) Heute beginnt beim Obergericht ln Bern die Berufungsverhandlung zu dem am 14. Mal 1935 in Bern ergangenen Urteil über die Protokolle der Weisen von Zion. In diesem Prozeß ging es um die Frage der Echtheit der Protokolle. Der Prozeß wurde von jüdischer Seite angestrengt und auch gewonnen. Die Auseinandersetzung wurde in der ersten Instanz von seiten der Judenschaft durch den Baseler Strafrechtsprofessor Dr. Baumgarten geführt, dem der Schweizer Schriftsteller Loosli als Sachverständiger zur Seite stand. Als Prozeßgegner wirkte damals der Leiter des in Erfurt erscheinenden „Weltdienstes“ Oberstleutnant a. D. Fleischhauer. Er hat auch die Revtolonsverbandlung angestrengt Die deutschen Kreise, die die BeruftatgsverHandlung in Bern veranlaßt haben, veröffentlichen zur RevisionsVerhandlung eine Schrift, „Der jüdische Weltverschwörungsplan“. Als Verfasser zeichnet ein Dr. Karl Bergmeister, als Verleger der Bodung-Verlag ln Erfurt, dessen Besitzer der schon genannte Fleischhauer ist Diese Kreise haben es sich zur Aufgabe gemacht, in der RevislonsverHandlung die von jüdischer Seite und von Gerichtsstelle zitierten Zeugenaussagen über die Falschheit der Protokolle zu diffamieren. So wird die russische Prinzessin Katharina Radziwill, die anssagte, die Protokolle seien 1905 im Auftrag russischer konservativer Kreise von dem damaligen Leiter der russischen Geheimpolizei in Paris, R a ts chk owsky, verfaßt worden, um dem Zaren Nikolaus II. die Gefährlichkeit des Judentums nachzuweisen, als „Dokumentenfälscherin und Hochstaplern“ geschildert. Auch der russische Graf du Chay 1 a, der die Äußerungen dieser Prinzessin unterstützte, wird als „bolschewistischer Agent“, der im Jahre 1920 entlarvt wurde, bezeichnet Der Führer der Schweizer Frontisten Dm-Smart t 1«in Umfang ab- und Eisenegger zur Tragung der Kosten und zur Entschädigung das Beklagten verurteilt. In der Urteilsbegründung wird das Bittgesuch als landesverräterisches Treiben bezeichnet. Der Kläger habe die elementarsten Interessen seines Landes letzt, wenn er seine Politik von einem ländischen Staate subventionieren lasse, daß er über alle Devisengesetze hinweg „um der gemeinsamen Sache willen“ eine Ausnahmsbebandlung erbitte. tarierter Zeitungen, Ei e e n e g g _ _; ___ der frontistischen Bewegung eine maßge-. bende Rolle gespielt hat, den Polizeidirektor' Schaffhausen wegen Verlenmi g geklagt, weil dieser einen mit der Formel „Heil Hitler“ schließenden Brief Eiseneggers an das deutsche Propaidaministerium, der eine Bitte Geld „im Interesse der gensamen Sach e“, das heißt, wie das Gericht ausführt, im Interesse der Germanisierung der Schweiz, enthielt, als landes- Gespräch mit einem Araberführer: Der Mufti in Beirut Der Sonderberichterstatter des „News Chronicle“, Arthur K ö s 11 e r, berichtet aus irut: „Ich habe den Mufti von rusalem gesehen. Er wohnt im Hause des bekannten Beiruter Chirurgen Dr. F a khoury. Der Mufti hat es mit der Begründung, daß er die französische Gastfreundschaft nicht mißbrauchen wolle, abgelehnt, Erklärungen abzugeben. Ich wurde jedoch von dem Mitglied des Obersten Arabischen ““ lübses, Alfred Rock, empfangen, der, zur kritischen Zeit sieh in Genf aufhielt, der Deportierung nach den Seychellen entgangen und mit dem Mufti in Beirut einfetroffen ist. loh sah in dem Hause auch mir Shekir Arslan und Emir Emil Arslan, die ehemaligen Führer der arabischen syrisch-palästinensischen Delegation in Genf, und zwei der hervorragendsten Führer der panarabischen Bewegung. Ferner traf ieh den Neffen des Mufti, Mohammed Husseini, der erst vor wenigen Tagen aus Palästina eingetroffen ist.“ In der Unterredung mit Köstler erklärte Alfred Bock, die Araber Palästinas würden bis zum letzten Blutstropfen gegen die Teilung Palästinas kämpfen. Gleichzeitig aber verurteilte er die Terrorkampagne, die die Sache der Araber nur kompromittiere. Der Mufti und der Oberste Ausschuß, sagte Rock, sind für diese Taten nicht verantwortlich. Warum verhaftet die Palästinaregierung nicht die Handvoll Terroristen, statt die Häuser Unschuldiger zu sprengen? Für die Katastrophe, fuhr Alfred Rock fort, sei in erster Reihe die Palästinaverwaltung verantwortlich, die sich als unfähig erwiesen habe, mit den Problemen des Landes fertig zu werden und s wohl Araber wie Juden schädig Der Oberste Arabische Ausschuß sei bereit, an einer Round-Table-Konferenz von Engländern, Arabern und Juden teilzunehmen, dort müsse der Grundsatz der Unantastbarkeit der arabischen Mehrheit ln Palästina anerkannt werden. Daß die palästinensischen Araber Ausland — außer den arabischen Nachbarländern, die einige tausend Pfund zu den Kosten der Propaganda des Obersten Ausschusses beigesteuert haben — unterstützt werden, stellte Alfred Rock in Abrede. ■ Von dem Stab des Mufti wurde dem Berichterstatter weiter mitgeteilt, daß der Mufti ein ihm von der französischen Regierung angebotenes Asyl inParis abgelehnt habe. Frankreich werde dem Mufti erlauben, sich dauernd im Libanon oder Syrien aufzuhalten, nicht jedoch Damaskus, da man in dieser leicht erregbaren Stadt Unruhen befürchtet. Eine endgültige Entscheidung stehe unmittelbar bevor. ZION. LANDESVERBAND FÜR OESTERREICH, FESTSAAL DES HOTEL CONTINENTAL, Wien, I Dlinstai, tfmS. Nowamber, </a* Uhr aMs er. Ortar Orth»bäum, Präsidentde» Zion. Landesverbands» für Oesterreich: „NACH 20 JAHREN" Or. Egon Michael Zweig, Jerusalem: „BOTSCHAIT AUS EREZ ISRAB.“ Rezitation: Martin Müler Taborstraße 4 Große Bolfour-feier ludenstaat und Weltfrieden Die Reise Ribbentrops nach Rom hat zu mannigfachen Gerüchten Anlaß gegeben. Unter anderem soll Ribbentrop, wie bereits in der letzten Ausgabe der .Stimme“ berichte! wurde, zur Palästinafrage angeblich die Entsendung einer internationalen Miliz und die Ihn Wandlung des Mandats in eine internationale Regierung nach dem Munter der einstigem Saarkommission vorgeschlagen haben. England, Frankreich, Deutschland und Italien sollen sich an der Regierung beteiligen. Hier war augenscheinlich der Wunsch der Vater des Gedankens. Die Wichtigkeit Palästinas in strategischer, politischer und verkehrstechnisoher Beziehung ist es, die Herrn Ribbentrops Vorschläge diktiert hat. Es verlohnt sich da* her, über die Stellung der Mächte zum Palästinaproblem einiges zu sagen. Drei Mächte nehmen gegen England im Nahen und Mittleren Osten Stellung: Deutschland, Sowjetrußland und Italien! Deutschland und Rußland arbeiten außerdem gegen den werdenden Judenstaat. Der Nationalsozialismus fürchtet ihn, weil ein außenpolitisch konsolidierter und in seinem Inneren sozial gerechter Judenstaat. das Märchen vom unschöpferischen, parasitären und destruktiven Charakter des Juden zerstören und die Lügen der antisemitischen Propaganda für jedermann entlarven würde. Sowjet* rußland, das fälschlich behauptet, es habe in Rußland die Judenfrage gelöst und der Zionismus sei nichts als eine im Dienste Englands stehende imperialistische Bewegung, fürchtet die Agitations¬ und Anziehungskraft eines jüdischen Staates für die Juden inner- und außerhalb Rußlands. Die Parole von der alleinseligmachenden marxistischen Ideologie hätte damit ein für allemal ihre Schlagkraft verloren. Von Italien ist wohl nicht anzunehmen, daß es aus ideologischen Gründen des Faschismus oder aus antisemitischen Gründen den Arabern in ihrem Versuch, die Etablierung des Judenstaates zu ver- 'hmderh, selSfl werktätige 'Hilft gewährt Der Sacro egoismo Italiens läßt sich nur der Sorge für die Sicherung und Erweiterung des neuen italienischen Imperium« leiten, das bis heute von England nicht anerkannt ist, und weiters von der Lage im Mittelmeer, die durch den Krieg in Spanien und die Politik Italiens, Deutschlands und Rußlands geschaffen wurde. Italien hat früher einmal das Adriatische Meer als das „mare nostro“ bezeichnet. England fürchtet heute, daß Italien die Hegemonie im ganzen Mittelländischen Meer anstrebt, um England den Weg nach Indien durch den Suezkamal zu verlegen. Italien hat aber heute keine Aussicht, sich in Spanien dauernd festzusetzen und das Mittelländische Meer zu beherrschen, ohne vorher England nach Frankreich in einem Krieg entscheidend geschlagen zu haben. Der Schlüssel zur Mittelmeer-Politik Italiens liegt in der Geographie des Mittelmeeres, das sich zwischen Sizilien und Afrika auf weniger als 100 Seemeilen verengt. Halben Weges liegt die schwer befestigte Insei Pantelleria. Das reicht aber nicht dazu aus, um das Mittelmeer strategisch zu beherrschen, wenn England und Frankreich Zusammenwirken; nur durch Unterseeboote und Aeroplane kann die Passage ins östliche Mittelmeer erschwert werden. Herr im Mittelmeer könnte Italien nur werden, wenn es Gibraltar, die Balearen und Palästina fest in der Hand hat. Deswegen macht Italien Schwierigkeiten wegen der Rückziehung der Freiwilligen aus Spanien und deswegen macht es eine antienglische Propaganda unter den Arabern nach dem Prinzip: Hilf, was helfen kann. Für England ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, die Verhältnisse im östlichen Mittelmeerbecken zu konsolidieren. Haifa ist heute für England wuchtiger als Malta. Das mag auch ein Grund für das seit Jahren verschleppte energische Einschreiten Englands gegen die arabischen Terroristen in Palästina sein. Es geht England nicht nur um die Wiederherstellung der Ruhe. Die Verwaltung der Wakf-Gelder, ungefähr 70.000 Pfund im Jahr, wurde dem Mufti 'genommen. So ist der Platz frei für neue „Politiker“. England wird diesmal

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