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Blau-Weiss-Blätter · 1918-09-01 · 2 (9.1918) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
2 (9.1918)
Date
1918-09-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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„Ich muß Dich wieder mal als Schriftleiter in Anspruch nehmen. Dn er« innerst Dich, daß ich vor einigen Wochen das letzte Heft sehr gelobt habe. Es hatte nämlich den Vorzug vor allen anderen, daß es ein gewisses einheitliches Thema hatte, das sofort erkenntlich war. Heute nun will ich Dir über die sonstigen Hefte schreiben. Zunächst finde ich schon seit langer Zeit, daß die Hefte keineswegs ein Ausdruck uilserer Bewegung sind. Ich gebe Dir zu, daß es zum großen Teil an uns liegt, da wir Dich zu wenig mit Material versorgen; aber zum Teil liegt es auch an Dir. Vor mir liegt der fertig gebundene Jahrgang der gelben Wandervogekzeitung von 1917 und weißt Du, wenn man daS sieht, das ist eine Lust. Ich bin der Meinung, daß das an dem Redakteur Kötschau liegt. Der macht die Schrift» leitung ganz anders. Er schreibt erstens in jeder Nummer 'ne Menge an die Wandervögel, was er machen will, und dann gibt er Hefte unter bestimmten Titeln: Nachtfahrten, Mädel, Soldaten, Naturwissenschaft usw. Heralls. Ja, sogar ein Heft von Liedern von Wandervögeln ist dabei. Außerdem sind eine Menge interessanter Diskussionen darin. Wenn auch nichts Uebertriebenes dabei herauskömmt, so haben die Wandervögel doch da die Möglichkeit, ihren Bedrängnissen Luft zu machen . . Nachdem Martin Plessner auf Einiges Unwesentlichere eingegangen ist, stellt er folgende Forderungen auf: 1. Darfst Du niemand totschweigen, weil er nicht Deiner Ansicht ist. 3. Darfst Du nicht Diskussionen unterbindell, die Deiner Ansicht nach in die Führerzeitung gehören. 3. Darfst Du nicht Diskussionen schließen, wenn es Dir paßt. 4. Mußt Du also Einsendungen möglichst unverändert drucken. 5. Mußt Du Sonderhefte Herausgeber;... Endlich muß ich Dich auf den vorbildlichen Druck des „Wandervogels" besonders auf die Photographien Hinweisen. Wenn die Blau-Weiß-Blätter nur alle zwei Monate erscheinen, können sie doch tadellos aussehen ... Ich vermisse außerdem den voriges Jahr von Stephan Cohn angeregten hebräischen Teil.— Ich habe noch vergessell, daß Kötschau auch Briefe abdrllckt, die ihn persönlich angreifen, was Du nicht tust." — Ich bin gern bereit alles und jedes abzudrucken, wenn es nach Inhalt und Form wertvoll genug 'ist, um abgedruckt zu werden. Nur Aufsätze und Briefe, die wohl Kritik an anderen üben, aber jede Selbstkritik bedauerlich vermissen lassen, werde ich unter keinen Umständen drucken. — Ich bin nicht der Meinung daß die Blau-Weiß-Blätter die geeignete Stelle für endlose Auseinandersetzungen sind. Es gibt genug Positives in unserer Arbeit, was des Abdruckes wert ist.— UebrigenS möchte ich an dieser Stelle wiederum darauf Hinweisen, daß man sich zu . prüfen hat, bevor man eine Frage zur Diskussion stellt oder sich zu ihr äußert. Es gibt leider auch bei uns sehr Viele, die nichts zu sagen haben und die doch reden, oder was noch schlimmer ist, doch schreiben. Die möchte ich nicht gern unterstützen.— Im übrigen habe ich Aussprachen,, soweit es irgend möglich war, nicht gehindert und Diskussionen nur geschlossen, wenn sie fruchtlos zu werden begannen. .Das Lob des gelben „Wandervogels" kann ich nicht anerkennen. Den stilisierten Zeichnungen entsprechen ganz und gar die Artikel, die Btüher nicht unzutreffend mit dem harten Ausdruck „Befriedigungsliteratur" bezeichnet hat. — Nummern unter einem Odertitel stnd bereits auch bei uns erschienen. Weshalb das

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