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Blau-Weiss-Blätter · 1918-06-01 · 1 (6.1918) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
6 (1918-1919)
Issue
1 (6.1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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imfolgenden übet dis zweckmäßige Ausbildungangehender Landwirte sprechen wollen. Mbenan steht die Frage, in welchem Lebensalter der Landwirt am besten mit der Einführung in feinen Beruf beginnt. Die Antwort wird lauten, daß die Lehrzeit einfetzen soll, solange der Mensch noch in voller Entwicklung ist. handelt es sich nicht »m sehr begabte junge Leute oder um solche, deren Gaben so gleichmäßig auf alle Schulfächer verteilt find, daß fie das Reifezeugnis eines Gymnasiums oder einer Vber-Realschule schon mit Schluß des \7. oder \8. Lebensjahres erreichen können, so ist es besser, fie verlassen die Anstalt mit dem Berechtigungsschein für den einjährig-freiwilligen Dienst, als daß fie die Schulbank noch länger drücken. Ein tüchtiger Landwirt muß feine Lehrzeit beginnen, so lange Rörper und Geist noch schmiegsam und bildungsfähig find. Dazu gehört auch die Möglichkeit, sich an alle Anstrengungen, die der Beruf des Landwirts mit sich bringt, gewöhnen zu können. lVer über 20 Jahre alt geworden ist, erträgt ungewohnte körperliche Arbeiten meist schwerer, als ein junger Mensch von oder s8 Jahren. Die Lehrzeit hindurch tagaus tagein zu schaffen paßt jungen Herren von 20 oder mehr Jahren in der Rege! nicht mehr, obgleich gerade unablässiges Mitarbeiten nnbedingt notwendig ist. Nur wer praktische Arbeit kennen und schmecken gelernt hat, wird einmal fremde Leistungen richtig einschätzen und vor allen Dingen auch Anleitungen zu solchen erteilen, Fehler sehen und abstellen können. Es kommt eben nicht allein auf ein bloßes Rennen aller Arbeitsinstrumente und Arbeitsvorgänge an, sondern vor allem auf ein wirkliches arbeiten Rönnen. Das sogenannte „sich informieren lassen" der Landwirtschaft beflissener junger Herren, die in Glacehandschuhen zuschauen, wie andere arbeite», führt zuerst zur (Oberflächlichkeit und später zu manchem Unglück. In der Landwirtschaft heißt es ordentlich znpacken. Der große Vorzug praktischer Schulung besteht gerade darin, daß der Lernende dauernd gezwungen ist, das verstandesgemäß Erfaßte gleich in die Tat umzusetzen. Ja, oftmals kommt es mehr oder ausschließlich auf das nur durch Uebung zu erreichende Rönnen als auf das Verstehen an. Es gilt fich zu helfen und zu behelfen lernen, alles derart dnrchzuleben, daß es wirklich za einen; Erlebnis wird, dessen Spuren fich nicht wieder verwischen lassen. Nur durch jahrelanges Mittun wird der Landwirt fähig, Entschlüsse zu fassen; denn die Vorbedingung hierfür ist, daß er fich vor Aufgaben gestellt

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