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Blau-Weiss-Blätter · 1915-05-01 · 1 (5.1915) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
3 (1915-1916)
Issue
1 (5.1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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aber eben nur ein Instrument, und während früher viele Tausende in Merom gewesen sein sollen, schätze ich die Menge jetzt auf höchstens dreitausend, vielleicht noch weniger. Neben der Gruppe mit dem Musiker ist eine andere, in der jemand in der Mitte eine Art Derwischtanz mit dem Bauche aussührt, anderswo gibt es einen Schwerttanz. Die Thora kommt immer näher, die Rinder werden hochgehalten, jeder küßt die Thora, fie wird in langsamem Zuge von Hand zu Hand gegeben, erst vier Ellen vor dem Tore hält fie still und es gibt einen Augenblick Ruhe, die freilich gleich darauf wieder exzentrischen Tänzen und Gesängen Platz macht. Rings um den Hof ist eine Gallerie, fie ist belagert von Frauen, die von oben dem Einzug der Thora und dem Treiben der Männer Zusehen. Uns wird es schon zu viel, und wir machen einen kleinen Spaziergang. In der Nähe ist eine große höhle mit vielen Felsengräbern, dreißig Schüler vom Haufe hillel find hier angeblich begraben. Oben auf der höhe noch ein Grab, Rabbi Jochanan, der Schuhmacher! Gott weiß, wer auf die Idee kam, alle diese Leute hier zu suchen I Und überall hin kommen die Pilger und stecken ihre Lichter an und beten oder sagen Raddisch. Wir liegen auf der höhe, bis es Abend wird. Wir wollen nicht die ganze Nacht zuschausn und haben infolgedessen beschlossen, den Sonnenaufgang auf dem Dschebl Dschermak, dem höchsten Berg westlich des Jordans, 1200 m hoch, zu erwarten. Ein Bekannter aus Safed führt uns in die Wohnung eines Arabers, bei dem wir einen Führer miete»! und Abendbrot effen wollen. Also wieder ein arabischer Gastfreund, wie auf der hermonfahrt. Wer diesmal ist es nicht so vornehm. Sein Haus ist aus Lehm gebaut, wir kamen wieder in das Herrenzimmer. In der Ecke der Herd, an der Wand ein Bord aus Lehm, sonst nichts im Zimmer, außer ein paar Teppichen. Wir müssen natürlich wieder in Strümpfen gehen. Wir setzen uns auf den Teppich und bekommen bald Abendbrot serviert, aber diesmal nicht für uns allein, sondern mit unfern Wirten zusammen. Es kommt ein Tisch, d. h. eine aus Stroh ge» stochten« platte, runde Scheibe, die auf den Boden vor uns gestellt wird. Darauf kommen ein paar Schalen tzoghurt, einige mit, andere ohne Rnoblauch, ich erwische mit meinem Nachbar (wir waren im ganzen sechs Personen zu Besuch) eine ohne Rnoblauch. In der Mitte kommt ein großer Topf Reis zu stehen, auf dem oben ein paar Stückchen gekochtes Hammelfleisch liegen. Ein Glück, daß der Araber weiß, daß Juden bei ihm kein Fleisch essen, wir also von

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