Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 30-31 (12.4.1900)
- Date
- 1900-04-12
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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647 voll zur Andacht einladet. Das Deckengewölbe ist von Säulen getragen, die Altarnische schön geschmückt, der heilige Schrein und Gottestisch nebst Altar-Gallerie, ein Werk der Firma Paul Hyan in Berlin, durch künstlerische Holzschnitzereien im Stil des Raumes reich verziert und mit einem reich gemalten Rundfenster gekrönt. Tie Synagoge ist 7 Meter hoch und hat 240 Sitze, 150 für Männer und 90 auf den Emporen für Frauen. Rechts vom Haupteingange befindet sich im Erdgeschoß die Dienstwohnung des Hausdieners; links reihen sich zwei Kranken-, das Schreib- und Lesezimmer und und ein zweites für den dirigirenden Arzt bestimmt und mit den nothwendigsten Medizinal-Jnstrumenten ausgestattet. Im dritten Stock liegen ebenfalls 20 Zimmer für die männlichen Pfleglinge; davon je ein Zimmer für eine zweite Pflegeschwester und für die Hausmutter. Im Ganzen sind 100 Betten für Patienten aufgestellt und eingerichtet. Die Ausstattung und Einrichtung der Zimmer ist einfach und prunklos, aber würdig und gediegen und macht einen durchaus wohlthuenden Eindruck; die Zimmer selbst sind luftig, hell und geräumig und allen Anforderungen der Gesund- *.« w\ im xxxti&sj**vare*-*,-1 jiitgtsßannl. der geräumige, 7 Meter hohe Speisesaal an, der ewa 120 Personen zum Speisen Platz gewährt. An den Speisesaal schließen sich Küchen, Anrichten, Speisekammer und .Keller. Eine künstlerisch schöne und vornehme Haustreppe aus Schmiedeeisen führt aus der Halle, eine schlichte Nebentreppe vom Hofe zu den Obergeschossen. Im ersten Stock befindet sich die Wohnung des Direktors, ferner das Bureau der Anstalt und das Sitzungszimmer des Vorstandes: auch ist hier der Eingang zu den Frauen-Emporen der Haus-Synagoge. Im zweiten Stock liegen 20 Zimmer für die weiblichen Pfleglinge; von denselben ist je ein Zimmer für eine Pflegeschwester heitspflege angemessen. Helle, breite und luftige Korridore und bequeme Treppen vermitteln den Verkehr von einem Stockwerk zum andern. Die äußeren Facaden sind ein schlichter Backstein- Rohbau, an dem der Bestimmung der Anstalt entsprechend alle Schmuckformen möglichst vermieden sind. Durch seine stilvollen Giebel, Linien und Gesimse, sowie durch theilweise Verwendung von Fachwerkbau ist mit den einfachsten Mitteln eine malerische, reizvolle Gestaltung und monumentale Wirkung der Gebäude erzielt worden. Von der Halle im Erdgeschoß gelangt man auf leinen geräumigen Wirthschaftshof, sowie auf einen mit