Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 30-31 (12.4.1900)
- Date
- 1900-04-12
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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645 Herrn Kommerzienrath Julius I s a a c in Berlin die Aufgabe stellte, die hierzu nöthigen Gelder auf dem Wege der öffentlichen Wohlthätigkeit zusammen zu bringen. Im November 1896 erließ das Baucomitee seinen ersten Aufruf, der sich in kurzer Zeit mit mehr als 100 Unterschriften der ersten und einflußreichsten Männer der Berliner jüdischen Gemeinde bedeckte und einen mächtigen Wiederhall sowohl in der Kaiserresidenz, als auch in vielen jüdischen Gemeinden unseres Vaterlandes fand. Von allen Seiten, ganz besonders aber aus der jüdischen Gemeinde in Berlin flössen zum Theil recht bedeutende, zum Theil auch kleinere Spenden zusam- und Sedelmeier in Berlin nebst Kostenanschläge zu Grunde. Nach eingehender Prüfung, und nachdem nach Vorschlägen des Herrn James Simon dieselben eine Aenderung erfahren hatten, beschloß am 14. September das Kuratorium und Vaukomitee und am. 3. Oktober 1897 der Vorstand, den Neubau nach den Plänen der Herren Hoeniger und Sedelmeier ausführen zu lassen. Im Spätherbste 1897 wurde der Neubau in Angriff genommen und so eifrig gefördert, daß er schon am 11. Juli 1898 gerichtet werden konnte. An demselben Tage wurde auch ohne besondere Feierlichkeit, im mgsten Kreise des Vorstandes u. der Bauunternehmer, Iusicht mm der Hrikmistrnsse. men, so daß man schon im Juli 1897, ermuthigt durch den glücklichen Erfolg der Thätigkeit des Comitees, den Vorbereitungen zum Neubau näher treten durfte. Für den geplanten Neubau hatte bereits Herr Maurermeister Joseph F r a e n k e l in Berlin im Oktober 1896 einen Entwurf in uneigennütziger Weise mit der Erklärung vorgelegt, daß er auf eine etwa ihm zu übertragende Ausführung verzichte und sich nur darauf beschränken wolle, dem Comitee mit seinem fachmännischen Rathe zur Seite zu stehen. Außerdem lagen den Berathungen noch eingehende und sorgfältig ausgearbeitete Pläne der Architecten Herren Hoeniger an der Stätte, wo später die heilige Lade in der Haus- Synagoge sich erheben sollte, nach einer kurzen Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. G o l d s ch m i d t der Grundstein eingefügt und demselben außer anderen üblichen Schriftstücken eine vom Vorstande vollzogene Urkunde einverleibt. Nach erfolgter baupolizeilicher Rohbauabnahme wurde noch im Herbste mit Eifer und Rüstigkeit der innere Ausbau begonnen und den ganzen Winter hindurch fortgesetzt. Die einzelnen Arbeiten wurden auf dem Wege öffentlicher Verdingung an die vertrauenswürdigsten Techniker und Handwerker, zumeist aus