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Der Israelit · 1900-04-12 · Heft 30-31 (12.4.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 30-31 (12.4.1900)
Date
1900-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. J[80&31 Der Israelit. Kentrat-Hrgan für das orthodoXe Sudenthum. Begründet von Dr. Krhmsnn in Wainf. Donnerstag, den 12. April 5660(1900). Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint des heiligen Pesachsestes wegen, Montag den 23. April. Leitender Artikel. e>imx j)eßach-Feste. Von Rabb. Dr. Seckel Bamberger, Cchrimm. Die Winterstürme sind dahin, die Kälte ist gebrochen und das Frühjahr süß und lieblich, der Sommer herrlich und schön sind bald im Anzuge. Dieses neue Erwachen der Natur lenkt unseren Sinn auf das Pesachfest. Ist nun dieses Fest der Freiheit gewidmet d'ijkb ur.K*w, schlug in diesem Monat unseren Ellern die Stunde der Freiheit und der Gnade und feiert die Natur in diesem Monat ihr alljährliches Wiedererwachen. so heißt es auch für uns b s 3 n m x pj x onov, so muß auch für uns das Pesach-Fest eine hohe Bedeutung haben. Das große Ziel, nach dem wir alle streben, die Befreiung von den Banden des Irdischen soll auch für uns in dem Pesach zu finden sein, damit einst unser Loos auf's Liebliche falle. Deshalb sagt Rabbon Gamliel nein ibx cni nvbv ick ttbv v bo n'.ici njrc nee ,’H ibxi *nrn x:r «b, wer diese drei Gebote, Pesach, Mazzo und Moraur, am Pesachfeste nicht erfüllt und deren Bedeutung nicht nach jeder Seite hin beherzigt, der hat seiner Pflicht nicht genügt. Diese drei Gebote ermahnen uns zur Dankbarkeit, zur Genügsamkeit und zur Arbeitsamkeit, Eigenschaften, die zu des Lebens heiterer Stimmung unbedingt nothwendig sind. Der Winter ist dahin, der Frühling ist da, die Natur ist aus ihrem Winterschlafe erwacht und kommt zu neuen Kräften. Alles beginnt zu grünen und zu blühen. Der Rasen, neu bedeckt, prangt in seiner Herrlichkeit und der Mensch athmet freier, tritt frisch gestärkt sein Geschäft an und freut sich der wieder erwachten Natur. Hat die Natur ihr Festkleid angethan, lobt diese Gott im Stillen, so haben auch wir uns am Pesach dem Alltagsleben entzogen und sind eingekehrt im Hause des Herrn. Wir haben die Kleider der Arbeit abgelegt und erscheinen feiertäglich im Gotteshause, bringen, obgleich das alte Opfer nicht mehr möglich, das Halle! unseres Herzens und den Dank unserer Seele dar. Haben unsere Vorfahren für diesen Tag das Opfer dargehracht, entströmte ihren Lippen der Dank für die Erlösung aus der Knechtschaft, so sind wir, ihre Nachkommen, welche Opfer für unsere Religion, für ihre Erhaltung und Verehrung tagtäglich bringen und bringen sollen, so sind wir es, das Volk Israel, das unzählige Nächte des Schreckens und der Angst für das Gesetz durchlebt hat, ja so ist es gerade das Pesach-Opfer, das Blut, das vielen Feinden Israels bis in die neueste Zeit thörichte Veranlassung gegeben, über unsere Glaubensbrüder herzufallen. So hat Israel jederzeit seines Glaubens wegen Opfer, gebracht, und wir können sagen, „auf unserem Rücken haben sie geackert die Pflüger, um uns zu peinigen." Und wie das Pesach-Opfer nicht x i ungar oder nur theilweise, sondern Kopf und Körper und Eingeweide verzehrt werden sollten, also in seiner ganzen Größe als Opfer dienen mußte, so sind bis aus den heutigen Tag die Opfer groß, die wir zu bringen haben, damit nicht durch die Bestrebungen der Reformatoren der Kopf, der Körper und das Innere der Religion zerstört werde. Sind aber unsere Opfer groß, so ist es unser Dank nicht minder. Sind unsere Anstrengungen bedeutend, desto herrlicher ist der Sieg, desto lieblicher fällt unser Loos und desto voller wird unsere Brust des Dankes gegen Gott. Hoch thürmten sich einst die Wogen und

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