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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-09 · Heft 2145 (9.2.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2145 (9.2.1925)
Date
1925-02-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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1 y, WVI<!- .HWII|i;■ WAMAWWM^ 4^ s: i«: W8k f_Wen, Moiilaer ß»-eg<« war, als seine Mutter sich ersch-». Testern 4 Uhr nachmittags trat plötzlich &\t Ndutter MC tat Küche ln daS Zimmer. Er beobachtete sie noch durch den Spiegel. Wahrend nam der .prntb, den seirw Mirtter in ihrer Wohnnn.-i b-elf. stch mit chm spreize, hörte « Plötzlich di« Detonation eines Schusses wird ein Projektil knapp vor fsmein Kopse vorbei-simsen. Als er sich emsrich« tete und, durch den früwb noch behindert, umsah, HSrse er einen zweiten Schliß fallen und sah ftftie Mutter zu B. den sinken. In diesem AugerMck krachte noch em dritter Schuß. Der durch den Polizerbezirksarzt durchgesührk: Befund ergab, daß die Tore z w e i S ch u ß v c r i e i? w jr $ o it, einen Schuß vorn« auf der Sttrne und einen zweiiicn am Auge, ausswveS. Auf GrnnL der Erhebungen ist anzunohmen, daß die Frau den ersten Scherst gegen ihren Sohn — drs Prosektlil wurde a>uch in der Mauer des Ziinmors gefunden — und dann gegen sich ftkbst die beiden anderen Schüsse a-bft'.lerte. Die Frcvu schien i-n letzter Zeit wegen ihres Kopfievdcns sshr niedergedrückt, Sol-bstmordaibsichten hatte sie aber nieman dein gogenütbor geäußert. Staatskrise s« Monte Sarlo. Der Fürst nach Amerika obgereist? Revolution in MonaSo? Di« Weilt ist auS den Fugen, iv:e schon Prinz Hamlet lbemerkt hat, und wenn inan einigen Berichten in Pariser Zeitungen glauben -darf, so wankt jetzt auch eine der ältesten Dynastien- Europas: die G r imaldLS auf ihrem uralten malerischen Felsenschloß in Monako. Dennoch wird man wohl tun, das Fragezeichen in der Meldung „Revolution in Monako?" nicht zu übersehen und dielleicht sogar zu unterstreichen. Noch ist es d-urchauS nicht gewiß, daß in Monako die .weniger dekoratL'« und daher für Kasinozwecke nicht so geeignete Republik proklamiert wird und die Grimaldis ihren unglücklicheren Kollegen im Gotteßgmadentum,. den Hohenzollern, .Habs, bürgern und Romanows Nachfolgen. Nur so viel läßt sich «kennen, daß es zwischen dem Fürsten Louis und ftinern Volke ernsteste MLin-ungsverschiedeuheiten gibt und daß der Fürst mitten in der „Saison" ergrimmt seine Residenz verlassen hat und nach Amerika g-ers':st ist. .Hassentlich überschreitet er damit nicht die von den Vereinigten Staaten für Dionako vorgesehene Ginwaniderumysguote. Die Unzuft-Kidenen erklären, er würde nicht mehr nach seiner Residenz zurückkehren, di« LegitinNften aber versichern, daß bald die Sonne seiner Anwesenheit wieder nach einem sonst auch ungewöhnlich sonnenreichen manakasfischen Winter erstrahlen werde. Welche besonderen Ursachen zur Unzuftiodenheit die Untertanen von Sevenissimus haben, wird nicht recht deutlich; die Stelle eines aufrührerischen Parlaments überrvimmt, wie es scheint, die Kasinogesellschaft, mit welcher sich Fürst Ludwig schlecht versteht. Auch seine Tochter, die Herzogin von Dalsnbinois, soll sich 'bloß geringer Volkstümlichkeit evfveuien. UebvigenS wird viel von einem monakasiischen Panama gesprochen; eS sind sehr bedeutende Dernvogtn bei der Sequestration von deutschen »nd österreichischen Besitzungen im FüHte.nit>uim spurlos verschwunden, wie wenn sie ans den Spieltisch gewandert wären, und dabei befand sich Monako niemals mit drn Mittelmächten im offiziellen .Kriegszustand; keine Truppe freiwilliger Croupiers versuchte sich als Droupiers und feuert« aus Maschinengewehren in den Feind mit ihrem berühmten Schlachtruf: Rien n« va ftliuSl ,Fm Gegenteil, Monako ist überaus friedlich und 'hat di« Absicht, mit der Abrüstung voranKNgchon und seine kleine Gendar mengruppe zu entlasten. Wieder sieht man, wie wenig Talent der Mensch hat, zufrieden zu sein, denn nach dem "Urteil der nichtmona<kastischen Welt kann es nicht- Beneidenswerteres geben, als «in Bürger von Monte Carlo zu sein, vorausgesetzt natürlich, daß man dort nicht spielt. Der Fürst 'bezieht keine Zivillffre, eS gibt keine Steuern, ein ewig blauer Himmel lacht über die Spieler und ihre zahllosen System«, die dom Kasino gestatten, hohe Dividenden zu verteilen und das gesamte Staatsbudget zu begleichen. Der Besuch läßt für die Freunde menschlicher Dummheit nichts zu wünschen übrig, um so mehr, «Ö in Italien alle Spielsäle geschlossen sind und die Ueberweriigkeit von Pfund, Dollar und Marfür Monte Carlo wirbt. Und dennoch Krise, Gärung, Konflikt und vielleicht sogar om Staatsstreich? Man malt sich den Augenblick ans, wo da^ empörte Bol' ins Füvstenschloß dringt und fordert, daß nach der langen „Serie" der Grimald:-Fürsten eine „iniermitbende" eintritt, um die landesübliche Sprache des Spielsaales zu gebrauchen. Freilich, dieses Volk wird sich sehr anstrengen müten, um den weiten Schloßhof zu stillen, und den Paar dort ausgepflanzten alben Kanonen wird niemand zunmten^ zu schießen, und die dort befindliche Wache wird wohl di« Eindringenden nach ihren Eintrittskarten ftaien und, alter (Gewohnheit folgend, von ihnen ein Trinckg-eld erwarben. Keinesfalls aber wird indessen die Rolüetttkngel aushören, sich zu drehen, im Sportingklnb werden die Banknoten» berge beim Bae abgetragen und dock wieder gehäuft, zuerst kommt eben daS Geschäft der Bank, dann vielleicht das Verguiügen eurer Revolution. * Großer GeschäftSelnbruch m der Leopoldstadt. Gestern nachrnittags wurde tm -Hause Hollandjtraß« Nr. II ein Einbruch irr dem HandschuhgeschSft Frichrich HaSlinger entdeckt, der in der Nacht vom Samstag auf Sormtag verübt worden ist- Es wirrde fesigestellt, daß die Täter Handschuhleder sowie fertige Handschuhtparon, insbesondere weiße Glacehandschuhe und einen großen Posten langer DainenmodeglLeeharchschuhe im Gesamtwerte von _Wiener Mor-enzeilrmg._ 250 Millionen Kr osten erbeutet haben. Die Einbrecher hatten stch offenbar am SamStag ckbends im Hause einsperren lassen. Nachts erbrachen sie dann den Kelle«, stemmten in der Kellcrd.'cke unterhalb des Geschäftes Has- Üstgers ein Loch in die'Mauer und drangen so ln das Geschäft ein. Am Morgen des Sonntag sind die Täter mit ihrer Pente Nack Oefsnen des Haustores unbehindert entkomme«. * Diebstähle lm KonzerthanS. Am Abend des Samstag wurden tm Konzerchauft dem SkWhan Quilrner ein« stMene Herren>chr. graviert „24. 6. 23", mit rautenverzieirticm Band im Werte von 18 Millionen, und dem Jorssk Raseiner eine goldene Doppeldeckellchr mit Anhänger im Werte von 3 Millionen Kronen von unbekannten Tatern entwendet. Die Nachf-orischun-ston sind einaeleitet. * Bierkrügelschlachr zwischen Unzufriedenen und Zufriedenen. Gestern vor mittags hatten di« „nnzuftiedenen" Postbeamten, die ein Dberrcchnungsrat Niemee führt, m den Saal »Mrr Glocke" in der NeMMgasse ein VersamnMmg ein« berufen, um gegen die Vorgänge bei der Reihung Stellung zu nchnren. Es hotten sich Viole Mitglieder her Postgewerkschaft ««»gefunden, und als Nivmec zu reden begann wurde « vom Podium gezerrt icnd verprügelt, Bierkrngel flogen durch die Llt'ft und schließlich ^behaupteten die .Lufriedcnen" das Schlachtfold „zur Glocke". Di« llnzuftiedenen dagegen schrien aus der Straße. Die Zufriedenen dagegen forderten laut im Saale die Auszahlung der Wivlschaftspränrie pro 216.000 K, deren Berweigerrr.ng sie, wie sie erklärten, mit Streik Veamworien würden. Todesstrafe für Faulenzer. Gelegentlich «imS Vortrages über das alte Peru, den der Londoner peruanische Generalkonsul Senor Galomon kürzlich hielt, ftchvte b^r Redner cm8, daß die Trümmer der Zivilisation der JnkaS über sin weites Gebiet, das von Panama bis nach Chile reicht, zerstreut sind. Wichtiger aber als diese Zeugen der Zivilisation der JnkaS seien die der vorangegangenen sogenannten Tia-Huanco-Zettperiode, die sich in Gostalt von Monumenten. Stevn!bildevn, Palästen und Bosestigrrngen d:m Auge zeigen und die man reichlich in Bolivia, in Cuzco, mn Titicacasee und an vielen anderen Orten antrifft. Die Inkas waren ein großes, ackerbautreibendes Volk. Sie kannten weder Reichtum noch Armut. Der Staat sorgt« für seine Untertanen und griff in alle Dinge, selbst in die Derhälctnisse toes Privatlebens, «itt. Die Inkas bildeten drei Klassen: die königliche Familie, dte Priester und das Volk. Der Oberpriester und das Oberhaupt des Heeres wurden vom königlichen Haufe gestellt. Jeder Mann von 32 und jedes Mädchen' von 18 Jahren waren gelungen, sine Ehe einzugahen. Jedes Kind erhielt von Staats wogen ein Stück Land zur Bewirtschaftung zugewi-esen, wobei der Knabe ein größeres als das Mädchen erhielt. Alle Arbeiten wurden vom Volk ausgofühvt und jede Person. Mann, Frau oder Kind, hatte «ine bcstvmmte, ihm zugewiesene Arbeitsaufgaibe zu erledigen. Keinem war eS erlaubt, über seine Kräfte zu arbeiten, andererseits sah sich aber ftder, der sich bei der Arbeit lästig oder sautl zeigte, mit der Todesstrafe bedroht. * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Be-^ Reindorsgasse 42, Tel. 83-401. (Entgeltlich.) Stettin«, Vorträge und Versammlungen. Wiener Beth-Hamidrasch, 2. Vsz.. Ferdinandsstraße 2S. Heute, 6 Uhr, Lektor Dr. S. Rubin: „Tlalmud Pessachim, Abschnitt 10, iu historisch-kritischer Beleuchtung". Gerichtsfaal. valorlsteruna einer Leibrente. Der Architekt ArnoA» Sotz hat lln Jahre 1912 sin ihm gehöriges Haus fet bet Spiegslgall« der BevfichevlMgSgvseUchast ,L)«r Anker" verkauf und für einen DeA der Devkaufssumme von 120.000. K. eine Leibrente» von 9000 K. jährlich vom „Anker" erworben. Da die Berh'icherungsgesellschasi ihm auch noch honte 9000 Papierkronen jährlich auszahlt, hat Lotz den „Anker" auf Aufwertung der Leibrente auf 60 Millionen Kronen jichrlich^ geklagt, das Wiener Handelsgericht hatte diese Klage abgewiesen. daS OberlandeSaericht jedoch, an welches berufen wurde, hat nunmehr im ichrifrlichen Wege doS Urteil bekanntgegeben. nach welchem die Versicherungsgesellschaft „Anker" verurteilt wird, dem Kläger am 1. November und 1. Mai jedes JahreS je 26 Millionen und am 1 Jänner und 1. September jedes Jahres je 10 Millionen «roneu solvie die Progeßkosten zu zahlen. D>e Begründung weilst hauptsächlich daraus hin, daß «S sich mu keinen LÄenöversicherungS- Vertrag, sondern um einen R - u ' k n v e xt r a g, der mit dem Kaufverträge über das Haus verbunden war. handelt, und daß der-Dläger diesen Vertrag zur Sicherung einer seine LeibenWMn« ermöglichenden ftal)rc*time abgeschlossen hat, und daß dieser Umstand bei Abschluß oieseS Vertrages auch der beklagten Gesellschaft bswußt se'u mußte, so daß bei Entwertung deS Betrages in jedem Fall« die Auswertung eintreten mußte. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Die Masernerkrmtkung Es gibt derzeit kaum eine Volksschule, in der nicht eine größere Anzahl von Schulkindern an Masern erkrankt ist. Dtanche Klassen sind wegen der großen Erkrankungsziffer ganz geschlosien. Tatsächlich haben gut beschäftigte Aerzte den Eindruck, daß in Wien eine Masernepidemie herrscht. Da die Masern als typische und verbreitetste Kinderkrankheit tatsächlich im allgemeinen von den meisten Menschen im jugendlichen Alter mitgemacht werden und in unseren Gegenden ziemlich harmlos verlaufen, ist bei uns seit Jahren die Anzeigepflicht aufgehoben, so daß eine statistische Erfassung der Erkrankltngsziffer nicht möglich ist. Es ist erstaunlich, daß das Publikum trotz der starken Verbreitung dieser Kinderkrankheit und der großen wisten« schaftlichen Fortschritte auf dem Gebiet der Masernkunde noch in alten unzeitgemäßen Anschauungen befangen ist. deren Bekämpfung dem Hausarzte oft viele Mühe verursacht. Bor allem ist eS wichtig zu-wissen, daß Masern im Gegensätze zu Scharlach im sogenäiulten Prodromalstadium, da« ist in derZeit vor dem Ausbruche de-charakteristischen Ausschlages, stark artsteckungsfähig sind. Diese- Vorstadium, während dessen die Kinder noch keilten Ausschlag haben, aber meist schon einen Schnupfen und Luftröhren-Bronchialsatarrh aufweisen, dauert durchschnittlich zwei Wocherl. Während dieser Zeit werden meist die übrigen Geschwister und Schnlgenosten angesteckt. S. Feßrrmr 1988_ Kt. 2146 hingegen ist nach umseren heutigen Anschauungen daß masern» kranke Kind nach Beginn des- Rückganges des Ansschlages und im sogenannten AbschuPpMgsstadium, das bei Masern nicht so deutlich wie'bei Scharlach ausgeprägt ist, als Krankheitsüberträger nicht ,u fürchte«. Aus diesem Sr»Nde hat eigentlich eine Isolierung «et gesunden Kinder, wchrn schon der Masernausschlag beim kranken Kinde erschient» ist, keinen Zweck. Die Separierung müßte im Prodromaststodium durchgeführt werden. Jnterestant ist, daß SältgliNge trötz großer Gelegenheit zur Masernerkrankllng, verschont bleiben, während die älteren Kinder diese Kinderkrankheit mktmachen. Immerhin wird man alleanstvenden, kleinere Kinder vor Erkrankung zu verhüten, da bei Kindern im höheren Alter die Infektionskrankheiten im allgenieinen leichter verlaufen. Bekannt ist auch, daß erwachsene Menschen, die infolge geringer JnfektionSgelegenhett der Erkrarrkung im Kindesalt« entgangen sind, oft eine schwere Form des Leidens mitmachen. Man will diese Erscheinung nach der moderneü JmmuwktätSlehre in dieser Weise erklären, daß je weiter ein Mensch sich von seinem jugendlichen Alter entferilt, er immer wenig« Schutzstoffe, die.« von seinen Eltern mitempfangen hat» ixt seinem Körper zurückhält, ft daß der Erwachsene der Krankheit weniger Gegengifte, der Säugling um ft mehr Widerstandskräfte aufzubieten hat. Eine Bestätigung für diese Annahme gibt d« Verlauf der Masernepidemie etwa auf einer Insel, die durch Generationen von Masern verschont blteb^ dann ab« die Krankheit, durch einen Fremden eingeschbeppt, einen schweren Verlauf mit großer Sterblichkeit angenommen hat. Hier fehlte den Erkrankten der durch ein Ueberstehen der Masern bei den Eltern entstandene und mitererbte relative Schutz, dessen Mangel die schwere Durchseuchung und Sterblichkeit verursacht. Die Kinder fühlen sich meist vor 'dem Sichtbarwerden des Ausschlages nicht ganz wohl, die verschiedenen Schleimhäute weisen, wenn man gut beobachtet, Krankheitszeiche« auf. Die Gaumenbögen und Mandeln erscheinen gerötet, auf der Wangenfchleimhaut zeigen stch typische kalkspritzerartige Flecken, die die Umgebung meist nicht erkennt. Dieser fallen erst die knapp vor odn mit dem Ausschlag entstehende Augenbindehautentzündung, d« Schnupfen, das Gedunsensein d« Lider mit den unangenehmen Begleiterscheinungen des Lichtscheins, Tränen- und Nasenflufles auf. Jetzt erscheint dann auch der grotzfleckige Ausschlag, d« besonders stark am Gesichte verbreitet ist und meist den ganzen Stamm betroffen hat. Er bleibt gewöhnlich drei bis vier Tage bestehen, während dessen das Kind hoch fiebert, vom bellenden, trockenen Husten geplagt und bisweilen von starkem Juckgefühl belästigt wird. Manchmal liegen die Kranken ganz apathisch da, sind stlmdeulang benommen und verweigern jede Nahrung. Rasch geht dieses Stadium vorbei und die Kinder sind schon zwei Tage nach d« Blüte des Ausschlages wieder munter und frisch, falls nicht Komplikationen von Seiten der Lunge auftreten. Das Maserngist als solches führt sicherlich nicht zur gefährlichen Lungenentzündung, sondern eS liegt meist eine Mischinfektion «it anderen Bakterien, insbesondere der Grippe, vor. Um diese Komplikation,zn vermeiden, hüten die Eltern die Kinder angeblich vor jeden Luftzug, sie öffnen nicht die Fenster, so daß ein« starke Ueb«hitzung im Krankenzimmer entsteht, waschen die Kind« nicht und lchnen jede Behändlung mit kühlen Umschlägen aus Furcht vor Verkühlung ab. Gerade dieses verkehrte Regime, das die Kinder in den weiten warmen Betten beständig in Schweiß baden läßt, führt die Lungenkomplikation herbei. Die Kind« sollen täglich gewaschen, gegen das hohe Fieber können ruhig kühle Umschläge verabreicht werden. Der Kranke mutz im großen, gut ventilierten, sauberen Zimmer gehalten werden. Gerade in den schmutzigen, kleinen, schlecht gelüfteten Armeleutewohnungen sicht man die üblen Lungenaffektionen. Wie harmlos auch im allgemeinen die Masern verlaufen — stets sollte ein Arzt auch bei scheinbar unkompliziertem Verlaufe das Krankheitsbild verfolgen —. so bildet diese häufige Infektionskrankheit doch bisweilen für das Kind den Beginn langem Siechtums. Während der Krankheit und in dem sich länger hinziehenden Rekonvaleszenzstadium sind die Kinder tvcniger widerstandsfähig und für alle Infektionen leicht enipfänglich. So sieht man, daß den Masern — besonders bei Spitalsanfenthalt — bald Keuchhusten oder eine andere Infektion folgt. Die Gefährdung besteht auch darin, daß ein früher vorborgen geblieben« und keine Krankheitszeichen aufweisender Tuberkuloseherd Plötzlich aufflackert und sich beim Kinde strofnlöse Erscheinungen einstellen. Deshalb sollten die masernkranken Kinder, wenn Ausschlag und Katarrh geschwunden sind, nicht unnötiger Weise tvochenlang im Zimmer zurückgehalten, sondern bald gebadet und in- Freie gebracht werden. Längere ärztliche Ueberwachung und die entsprechenden Verhaltungsmaßnahrneu werden stets ein Uebergehen der katarrhalischen Erscheintlngen in einen «nsten tuberkulösen- Zustand zu verhüten wissen, vorausgesetzt. daß die Eltern das nötige Verständnis für die dem Kinde drohenden Gefahren besitzen und nicht durch vie unsinnige beständige Angst vor angeblicher Verkühlung denk Kinde die notwendige Erholung vorenthalten und dieses gerade dadurch dem Moloch Tuberkulose hinopsern. AerMcher Fragelaften. Rhinitis. Bei de» gefchi'ldevten chronischen Forinen der Nas-enkatEchr tut man am von operativen Maßnahmen abzufthen, sich mit Naftnsp-ülungen und Einfettung mit Naftn- A m begnügen und mehr den nervösen Kövverzustand, der »»fit gleichzen-ig besteht, zu behandeln Raft also länger Zeit in RW lassen, —- I. W. Beikost (Snpven. G-enlüs-e). soll «st nach dom sechsten LwenSmonait veMwlcht werden. LanMameS Grs«tzen der BrustmahlMen durch Kuhmilch und Milchbrei, so daß mn twuflten Monat dar Kind abgesetzt ut. Fünf Mahl zetten in 84 Stunden btt achtstündiger Nachipause. ---- Angina. Bei, häufiger HaisentzüMmg wird Operation der Mandttn not* wendig werderr.

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