Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1892)
- Date
- 1892-03-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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426 anweisen, bald in härterer, bald in milderer Form, daß eine nVixj undenkbar sei. Von den Feinden des Judcnthums und von den Völkern, in deren Mitte wir leben, wurden uns derartige Argumente immer vorgehalten zu dem Zwecke, eine Verschmelzung mit ihnen herbeizuführen, und vielfach aus religiösen Gründen. Denn nur wenn das wahr wäre, würden die aus dem Judenthum hervorgangenen Religionen mit ihrer Behauptung recht haben, daß Gott das jüdische Volk verworfen habe, die jüdische Religion somit überlebt und antiquirt sei und die nachfolgenden Religionen die Erbschaft des jüdischen Volkes übernommen haben und durch sie Gott Seinen Willen und Sein Gesetz zum Ausdruck gebracht wissen will. Wenn nun gar noch aus der Mitte unseres Volkes ähnliche Stimmen sich erheben, wenn geleugnet wird die Zukunft Israels, wenn die mm für überlebt erklärt wird, so gibt man, auch wenn mau cs nicht cinräumen würde, doch der weiteren Behauptung der nichtjüdlschen Wett recht, daß das Indenttmm ein überwundener Standpunkt sei, das; es nur noch der Vergangenheit angehöre. Und damit begehen alle Jene, die das behaupten, die durch die That sich über das jüdische Gesetz hinwegsetzen, nicht nur, wie sie glauben, einen nothweudigen Schritt, um den Verhältnissen Rechnung zu tragen und um das Judenthum zu erhalten, sondern sie begehen einen Liern h'b'n, eine Entweihung des göttlichenRamen s. Denn demnach würde Gott, der die Zerstreuung Seilles Volkes, wie Niemand wird beftreiten können, schon ein Jahrtausend vorher angedroht und die Er dann später auch verhängt hat über unser Volk, aber mit der Verheißung, daß Er es auch in der Zerstreuung nicht verlassen und verstoßen werde, sondern von allen Enden der Erde wieder sammeln und in sein Land zurückführen werde: demnach würde Gott Sein Versprechen nicht erfüllen und Seine Gesetze, die Er „ewige" nennt, aufheben. Und darum sind alle jene Neuerungen, die ja doch nichts weiter bezweckten, als unter dem Vorgeben, dem alten Judenthume eine schönere, zeitgemäßere Form zu geben, einen Deckmantel für die Nichtbeachtung und Beseitigung göttlicher Gesetze zu haben, nichts anderes, als ein großer o»n W>ti, eine Verleugnung der Verheißungen Gottes, ein Absagebrief an unsere große Vergangenheit, eine Aufgabe unserer Zukunft und ein Sichlossagen von der großen Aufgabe, die unserem Volke für alle Zeiten geworden, die wir also auch noch in der Zerstreuung zu erfüllen haben, ja gerade durch unsere Zerstreuung erfüllen. Wie einst Pharao eine Befreiung der Kinder Israel für undenkbar hielt, am undenkbarsten aber, daß er sie selbst dazu auffordern könnte, sein Land zu verlassen; ebenso denken heute die Völker nicht an die Möglichkeit, daß Israel jemals wieder eine andere Stellung einnehmen werde, als die untergeordnete, die sie ihm angewiesen, halten es für unmöglich, daß das jüdische Volk jemals wieder eine selbstständige, hervorragende Nation werden würde. Die Juden haben sich durch eine fast zweitausendjährtge Zerstreuung mit dem Gedanken ihrer unabänderlichen immer, auch heute, sehr precären Stellung vertraut gemacht, so daß sie die Hoffnung auf eine Aenderung und Besserung ihres Ausnahmezustandes vielfach aufgegeben haben. Als wenn Wir in dieser ganzen Zeit nur in der Verbannung gelebt, nur eine Strafzeit durchgemacht und nicht auch dabei der ganzen Welt vor Augen geführt hätten, den wunderbaren und offenbar höheren Schutz, unter dem wir stehen! Undenkbar und unmöglich war nach menschlicher Berechnung unsere Erhaltung in der Verbannung, die einen so großen Zeitraum umfaßt. Undenkbar und unmöglich scheint es den Völkern und dem modernen jüdischen Geschlecht?, daß die Stunde der Befreiung je wieder für uns schlage. Aber es wird doch geschehen, so sehr sich auch bis jetzt umsonst mit uns alle Kräfte gemcssen, um uns von diesem Gedanken loszurciß'en; cs wird geschehen, auch wenn sich ein Thcil des jüdischen Volkes dagegen sträubt, freilich nicht, weil es sein Verdienst ist; es wird geschehen trotz allen Abfalls, ungeachtet der Verletzung der göttlichen Gesetze und Verleugnung der Vergangenheit und Zukunft unseres Volkes, rva n:py »jn nsjyo^ >6 n'pba 'i icn m onxu iü'n D’m on^n -hew ’tsnp bie6 bn w □ff. „Also spricht der Ewige, Gott: Nicht Euretwegen thue Ich cs, Haus Israel, sondern meines heiligen Namens willen, den Ihr entweiht habt unter den Völkern, zu denen Ihr gekommen." Es ist ein thörichtes Beginnen, Gottes Wort als unerfüllbar hinstellen zu wollen, so daß die Völker durch uns selbst in ihrer Auffassung bestärkt werden, Gott winde Sein Wort nicht eiulöseu, hätte uns verbannt und würde uns ungeachtet Seines Versprechens, Sein Wort nicht halten, oder nicht die Macht dazu haben. Dieser E n t w e i h u n g des göttlichen Namens durch uns, wird Gott ein Ziel setzen, und denselben durch unsere Befreiung wieder vor den Augen der Welt heiligen. Ob wir befreit sein wollen, oder nicht, ob wir es für möglich, oder unmöglich halten und ob die Völker es wollen, oder nicht D'un jo aortx rnripw dbodin hx dddn miom rvanNn ^30 Dnnx mscpi, „Ich werde Euch holen aus der Milte der Völker, Ich werde Euch sammeln von allen Ländern und I ch werde Euch bringen in Euer Land."