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Der Israelit · 1892-03-14 · Heft 21 (14.3.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 21 (14.3.1892)
Date
1892-03-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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407 England. London, tut Februar. Der Präsident des russisch-jüdischen Comites, Sir Julian Goldsmid, hat an Mr. Nathaniel L. Cohen, ein Schreiben gerichtet, in welchem er ihm den Dank des Comiies für seine hingebende und erfolgreiche Thätigkeit im Interesse der unglücklichen russischen Juden, sowie für die durch seine Vermittelung von Glaubensgenossen aus allen Theilen des britischen Reiches eingegangenen Beiträge aussvricht. Weiter verleiht Sir Julian seiner wie des Comitös Erkenntlichkeit Ausdruck für die moralische und thatkräftige Unterstützung, welche die Sache der um ihrer Religion willen Verfolgten bei den Angehörigen aller Glaubensbekenntnisse nicht allein in Großbritanien, sondern auch über seine Grenzen hinaus gefunden hat. Es sei ihm nicht möglich, eine bestimmte Summe zu nennen, welche der gegenwärtigen Nothlage ein Ende bereiten und die Flüchtlinge, zu denen sowohl Angehörige der freien Künste, wie Handwerker und Gewerbetreibende mit ihren Familien zählen, in den Stand setzen könnte, sich in einem fernen Land ein neues Heim und eine neue Existenz zu schaffen. Die Sammlungen hätten bisher Pfd. Sterl. 80,000 ergeben. Ob es nicht möglich sei, diesen Betrag auf Pfd. Sterl. 100,000 zu erhöhen? Selbst dann würde der Fonds jedoch kaum den an ihn herantretenden Anforderungen genügend Rechnung tragen können und wird auf weitere Beiträge angewiesen sein. Zum Schluffe seines Schreibens spricht Sir Julian Goldsmid die Hoffnung aus, daß die Bemühungen Mr. Nathaniel L. Cohcn's auch ferner von Erfolg gekrönt sein mögen. E g y v t e n. Alexandrien, 1. März. Mein jüngster, Ihnen gesandter Bericht über das traurige Schicksal der Fnedmann'scheu Colonisten, hatte die erfreuliche Folge, daß sich der Sache, die vorher scheinbar rodtgeschwiegen werden sollte, nunmehr die deutsche Staatsanwaltschaft in Myslowitz angenommen. Meine Mittheilungen nahmen aus dem „Israelit" den Weg durch fast sämmtliche Zeitungen der Welt, und es ist zu hoffen, daß derartig abenteuerlich grausame Versuche mit russisch - jüdischen Auswanderern in Zukunft unterbleiben werden. Das Original-Protokoll eines der Colonisten contra Friedmann befindet sich hier und daß dieser Bericht existirt, das kann Ihnen am besten der hiesige Rabbino Maggiore (Groß-Rabbiner) Eli B. Hazzan bestätigen. In Ergänzung dieser Affaire theile Ihnen noch mit, daß der frühere Jnterp ßte Friedmann's Herr Samuel A. Mensilum vom General-Bevollmächtigten der türkischen Regierung Sr. Excellenz Moukthar Pascha nach Cairo berufen wurde und ist diesem Jnteview die Ausweisung der Friedmann'schen Expedition zu danken. Uebrigens ist auch die Untersuchung in dieser Angelegenheit von Seite des russischen Consulates in Cairo eingeleitet worden und werde Ihnen dann den Ausgang berichten. Vorgestern verschied hier der Vice - Präsident der israelitischen Commune Comendatore Abramo Piha-Bey, eines der geachtetsten Mitglieder der hiesigen Gesellschaft. An dem imposanten Leichenzuge betheiligten sich der Gouverneur, sämmtliche Consute, die Offiziale sammt dem Admirale Turi der italienischen Fregatte „Aestna", die Munizipalität, die Spitzen der Behörden, die Gemeinde-Mitglieder in oorxore, sämmtliche jüdische und christliche Vereine und eine nach Tausende zählende Volksmenge. Der Zug bewegte sich vom Trauerhause Avenue Porte-Rosette zur großen Synagoge „Eliahou Hanabi". In Namen der Commune hielt das frühere sranz. Parlaments-Mitglied Advokat Ferdinand Crömieux eine ergreifende Trauerrede in französischer Sprache. Im Namen des israelitischen Unterstützungs-Vereins sprach der Procurist des Barones de Manasse in italienischer Sprache. Hernach wurde der Sarg in den vierspännigen Leichenwagen gehoben und am Manesse-Friedhofe in üblicher Weise bestattet. Der Verblichene hat sich aus kleinen Anfängen ein großes Vermögen erworben und verliert die hiesige Judenschaft einen ihrer besten Männer, die Armen einen großen Wohlthäter. Möge ihm die Erde leicht sein. Der uns Entrissene machte gerade in seinem Palais große Vorbereitungen zuul Diner zu Ehren des Admirals Buri, während gleichzeitig die Vermählung der Baronesse de Menaffe mit Bankier Jacques Adda stattfinden sollte. Ersteres ist durch den plötzlichen Tod vereitelt, Letztere infolge — der Trauer verschoben worden. I. M-s. •£» Vermischtes. °H- Conftantinopel, 3i>. Februar. Dr. Mentesch Bey ist zum Major, Moise Dalme digo zum Oberftlieutenant der kaiserlichen Marine befördert worden. Wochen - Kalender. Freitag, i«. Mär;, 19. Adar. Sabbat-Anfang 5 Uhr 35 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 19. März, 20. Adar. ms nane .Nt?n -2 Sabbat-Ausgang 6 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) Briefkasten der Expedition. F., r'ehrer in Jf.: M. 9.— empfangen.

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