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Der Israelit · 1892-03-14 · Heft 21 (14.3.1892) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 21 (14.3.1892)
Date
1892-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIII. Jahr,««. M 31 Der Israelit. Ein KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von 1>r Lehmann in Mainz. Montag, den 14. März 5652 (1892). Leitender Artikel. Kagaday schek Weßach. Sechste Serie*) I Mainz, den 11. März. "idxjip HDD px -jn rvwnD ii n’3y n» hvi u^dv nxi — 'i jm oa pn . '*7 nti nwn "n^n pn Vd idm» hdd D*»n ■frx iDMir HDD pmn nr nsnb nxi —■ pnn ran ^31 .□nx trsr6 G’iso ntw p6n nx ’rvxn 03i „Er sah unser Elend; das ist die Aufhebung ihres Ehclebens, wie es gesagt ist: Es sah Gott die Kinder Israel und Gott nahm sich ihrer liebend an. — Unsere Mühseligkeit; das sind die Kinder, wie es gesagt ist: Jeden geborenen Sohn sollt ihr in den Fluß werfen und jede Tochter leben lassen. Unseren Druck; das ist der Druck, der in den Worten ausgesprochen ist: Ich habe auch den Druck gesehen, mit welchem die Egypter sie bedrückten." Die Peßach-Hagada fährt hier in der Erklärung der Worte fort, mit welchen jeder selbstständige Bodenbesitzer des heiligen Landes alljährlich mit seinen Erstltngsfrüchten im Gottesheiligthum erschien, um Gott den Zoll der Huldigung und des Dankes für den Wohlstand darzubringen, den ihm das von Gott verheißene heilige Land hatte reifen lassen. Es knüpfen diese Worte an die Zeit an, in welcher der Ahn des Volkes als Flüchtling nach Egypten hinabzog, woselbst dann das ganze Volk unter unerhörtem hundertjährigen Drucke seufzte, bis die Stunde der Befreiung schlug und dann die Verheißung von dem Besitze eines eigenen Landes sich verwirklichte, für welche der mit seinen *) Siehe die fünfte Serie im vorigen Jahrgang Nr. 25—33, die vierte Serie im 30. Jahrg. Nr. 17—31; die dritte Serie im 29. Jahrg. Nr. 17—26; die zweite Serie im 28. Jahrgang Nr. 20—29; die erste Serie im 27. Jahrgang Nr. 23—30. Erstlingsfrüchten vor Gort hintretende Enkel der lebendige Zeuge ist. Wenn wir in ähnlicher Seelenstimmung, von den Sorgen des Lebens entbürdet, uns an dem Sedertische niedersetzen als lebende Zeugen der Freiheit und Gleichheit, der Menschenrechte und des Familienglücks, die uns der Vater der Menschheit vor Jahrtausenden als unverlierbares Angebinde mit hinausgab, so sind es dieselben Worte, welche uns zur Beachtung gereicht werden. — Sie sind an und für sich, besonders aber durch den gedrungenen und doch so bedeutsam vielsagenden Commentar der Peßach-Hagada, wie nichts sonst geeignet uns in die geschichtliche Bedeutung des Festes zu vertiefen, und uns auf eine Fülle von Momenten hinzuweisen, die der oberflächlichen Beachtung sich leicht entziehen. Wenn hier sofort gesagt wird: wjy nx xyi Gott sah unser Elend, so hätten wir wohl an den Frevel in seiner ganzen Totalität gedacht, wie er sich hier geltend machte. Nicht so unsere Hagada. Diese in der Menschengeschichte einzig dastehende Unterdrückung eines wehrlosen, unschuldigen Volkes war etwas, was vor aller Augen offen dalag; daß auch der Allwissende dieses Elend sah, bedarf daher nicht erst der Erwähnung. Diese besondere Betonung muß daher auf eine Seite dieses Elends Hinweisen, die aber nur Gott in ihrer ganzen Tragweite bekannt war, von Menschenaugen aber leicht übersehen und unterschätzt werden konnte. Das Elend, das in der Knechtung, Unterdrückung und Aechtung Israels bestand, war ja von Gott vorher bestimmt und diese bereits seit Jahrhunderten dem Ahn enthüllte Bestimmung dem ganzen Volke bekannt. Sie enthielt an und für sich nichts, was den Blick Gottes auf sich ziehen und für ihre vorzeitige Wendung plaidiren konnte. Der Gottesblick muß daher eine Verschärfung dieses Elends zum Gegenstand haben, die noch über das göttliche Berhängniß hinausgeht, und diese findet die Hagadah in der Verkümmerung des ganzen Lebensglückes durch das Zerreißen aller Fa-

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