Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 78-79 (8.10.1890)
- Date
- 1890-10-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXI. Jahrgang. M 76 & 77, Israelit... Jeschurun. 3fitrd)i in iur FiirSMW jiid. Gklltrs llilii D. ßedklls ln Uns. Genleindk Md Schilt. Aentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 25. September 5651 (1890). Wir geben heute eine Doppelnummer, da des hl. Laubhüttenfestes wegen die nächste Doppelnnmmer (Nr. 78 n. 79) Mittwoch, den 8. Oetober, erscheint. — Die „Erste belletristische Beilage" zu dieser Nummer, enthaltend den Anfang der Erzählung: „Gofrith womelach", lag bereits unserer Montags-Nummer bei. Da mit dem 1. Oktober 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten ilrV Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Die KuKKoh. Von Rabbiner Dr. H. Sänger. Die Sukkoh ist ein so einfacher Bau, darf und kann mit den einfachsten Mitteln errichtet werden von einem Jeden, der nur ein Stückchen Land sein eigen nennen kann; es bedarf keines Baumeisters, der uns erst einen Plan entwirft. Um so erstaunlicher ist es, wie vielfach die Vorschriften über die Sukkoh sind, als gälte es da, einen kunstvollen Bau zu errichten. An sich ist ja die Sukkoh nichts anderes, als eine einfache Laubhütte, aber der Zweck derselben ist ein großer, ihre Bedeutung eine tiefe und heilige. Und darum ist die Sukkoh, wenn nicht in richtiger Weise, in der richtigen entsprechenden Absicht hergestellt, so leicht Vidd, Wie groß die Sukkoh sein, wie sie hergestellt werden muß, das sind wichtige, bedeutungsvolle, wenn auch scheinbar minutiöse Vorschriften. Da der Zweck der Sukkoh ist, darin zu sitzen und zu essen, so muß sie mindestens mbw Dm ein Tischchen und so viel Raum fassen, daß der Kopf und der größte Theil des Körpers des Menschen sich innerhalb der Sukkoh befindet. Gewiß ein sehr bescheidenes Maaß. Es ist für die ärmlichsten Verhältnisse Bedacht genommen. Auch der ärmste Mann soll in einer Sukkoh wohnen, soll wissen, daß er im Schutze Gottes steht, daß Gott nicht bloß in Palästen einkehrt, daß nicht nur der Reiche und > Glückliche im Sonnenlichte wandelt; auch in der I ärmlichsten Hütte, wo gerade Platz genug da ist, um darin zu sitzen und seinen Tisch hinzustellen, wird man unter Gottes Schutz sein kärgliches Mahl verzehren. . Wie gar manchmal wird der arme Mann, dem sein trocken Stückchen Brod so köstlich schmeckt, beneidet von den Bewohnern des Palastes, dem bei all' seinen Schätzen die ausgesuchtesten, erlesensten Speisen nicht munden. Wer sich unter Gottes Schutz weiß und fühlt, dem wird es nicht die Lebensfreude und den Genuß verderben, auch wenn er um sein täglich Brod hart ringen und kämpfen muß. Das Loos der Menschen ist doch gleichmäßig vertheilt, so ungleich es zu sein scheint. Einem Jeden ist ein Theil Freud und Leid zugemessen : Sich darein zu finden und nicht nur auf den Neichen und Glücklichen sehen, als wäre er bevorzugt, als wäre alles bei demselben nur Glück und Sonnenschein, das wird uns aussöhnen mit unserem Loose, wird uns im bescheidensten Raume glücklich und heiteren Sinnes, im Schutze Gottes wissend, unser Brod schmecken lassen. n'Tin^ N'm ,m«o mso dip1? rvte'y:) «Vt? d"v« roiD L>'2"p oyn D’tto noro D’iw dud>’ rcnD y\xs b'ib rpwy Db r6iDB rvtc'yjtc' naio bnx (nvw noi» D’jjnip .bvb n’jryj n!?p Eine jede Sukkoh, sei sie auch von und für Nichtjuden, für Wächter und Hüter, sogar als Schutzdach für das Vieh gemacht, also gar nicht in der Absicht, einst daraus eine män1? naiD herzustellen, ist -it£o, sobald der Zweck nur der war, Schutz gegen Sonnenbrand und Regen zu bieten.