Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 87 (7.11.1889)
- Date
- 1889-11-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Alätter für die israelitische Schule. (Erscheine« in zwanglosen Nummern.) Nr. ».] 4- WK-LMmMs DMLW 8U AV.. M, 4- I7* Nod. Inhalt: Welche Mittel sind zu ergreifen, damit unsere Seminaristen eine bessere Ausbildung im Canlorfache erhalten? — Verein israel. Lehrer in Schlesien und Posen. — Briefkasten. — Büchermarkt. — Welche Wittel fiuö zu ergreifen, damit nufere Kemluarlsteu eine bessere Ansbildung i» Tautorfache erhalte«? Von Jakob Eisemann, Gailingen. Schon seit vielen Jahren wurden von verschiedenen Kollegen Klagen darüber laut, daß die Zöglinge unserer isr. Seminarien eine nur mangelhafte Ausbildung auf dem Gebiete des synagogalen Gesanges genießen. . Wenn man bedenkt, welch hohe und heilige Aufgabe dem Cantor als Leiter des Gottesdienstes zufällt — soll er doch durch seinen Gesang in den Herzen der Zuhörer wahre Andacht und Rührung erwecken und beleben, soll er doch als „Schwach Zibbur" sogar die Vermittlung zwischen Gott und der betenden Gemeinde bilden — so sollte man glauben, diesem wichtigen und umfangreichen Gebiete werde weit mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit zugewendet, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Man kann ja von einem Lehrerseminare nicht verlangen, daß aus demselben nur tüchtig musikalisch geschulte Cantoren hervorgchen, wohl aber, daß jeder darin ausgebildete Vorbeter sich so viele musikalische und sprachliche Kenntnisse erworben hat, daß er im Stande ist, die traditionellen Gesangsweisen, wie sie uns von unfern Vätern überliefert worden sind, korrekt vorzutragen. Wie oft schon machte Schreiber d. Z. nebst vielen anderen Kollegen die traurige Wahrnehmung, daß es verschiedenen Vorbetern, die im Seminare ihre Ausbildung genossen hatten, nicht einmal gelungen ist ein „Schmaunoh Esrei" —, geschweige denn ein „Wajismach Mansche" nur sprachlich richtig vorzutragen. Fragen wir nun, wo ist die Quelle dieses Uebels zu suchen, und welche Mittel müssen zur Beseitigung desselben angewendet werdend 1) Die Hauptschuld an der Vernachlässigung des Studiums der Synagogengesänge an den Seminarien tragen gewiß die Leiter derselben. Der Unterzeichnete weiß aus Erfahrung, daß man die Seminardirektoren schon zu wiederholten Malen darauf aufmerksam machte, wie wenig Werth und Zeit der Pflege eines so bedeutungsvollen Gegenstandes zugemessen wird. Auf diese Beschwerde erfolgte aber gewöhnlich die Antwort: Ja, die Lehrpläne in unseren Seminarien sind ohnedies mit Stoff überladen, wie ist es möglich, noch eine besondere Stundenzahl für dieses Fach auf dem Stundenpläne festzusetzen d