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Der Israelit · 1882-05-10 · Heft 19 (10.5.1882) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 19 (10.5.1882)
Date
1882-05-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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462 die vorliegenden, anders lautenden amtlichen Berichte. Günzburg erwiderte: „Majestät, was ich hier vorbringe, sind Facta, die ganz Europa kennt," und schloß wehmüthig, es sei bereits so weit gekommen, daß die ganze Welt sür russische Unterthanen bettle. Ergriffen, versprach Alexander, Remedur zu schaffen, und bewilligte sofort aus seiner Privat-Schatulle für die nothleidenden Juden 60,000 Rubel. (Wenn es doch wahr wäre!) Ottweiler, 26. April. Der weithin berühmte Augenoperateur Herr Di', med. B. Levy von hier ist von Sr. Maj. dem Könige von Preußen zum Sanitätsrath ernannt worden. Breslau. Dem Jahresbericht der hebräischen Unterrichts-Anstalt cri yy über das Schuljahr 1881/82, von Rabbiner Di-. P. Neustadt, entnehmen wir: Indem wir uns anschicken, über das verflossene Schuljahr den üblichen Bericht zu erstatten, dürfen wir mit großer Freude und Genugthuung auf dasselbe zurückblicken. Wir haben ein stetiges Gedeihen der Schule — intensiv wie extensiv — zu verzeichne«. Die Zahl der Schüler ist in erfreulichem Wachsthum begriffen. Während der vorjährige Bericht eine Zahl von 122 Schülern zu verzeichnen hatte, können wir diesmal berichten, daß im vergangenen Jahre 143 Zöglinge die Schule besuchten. Als eine erfreuliche Aenderung im Lehrplan dürfen wir es bezeichnen, daß wir seit dem Wintersemester mit dem n-^-Unterricht schon in der lila beginnen. Auf vielfach ausgesprochenen Wunsch haben wir uns entschlossen von unserer Concession Gebrauch u machen und in der Anstalt auch einen Unterricht ür Mädchen zu eröffnen. Die neubegründete Mädchen-Abtheiluug zählt augenblicklich 10 Schülerinnen, ihr Unterricht ist selbstverständlich von dem der Knaben vollständig getrennt. Zur Kräftigung des religiösen Sinnes haben wir die Einrichtung getroffen, in der Regel an jedem Feste unsere Kleinen Nachmittags im Saale zu einer Feierlichkeit um uns zu versammeln und ihnen die Bedeutung des Festes ans Herz zu legen. Dabei lassen wir synagogale Stücke und geeignete Piecen aus den Religionsquellen Vorträgen. ' Zu dieser Feier laden wir die Eltern der Schüler, sowie die Mitglieder unseres Schulvereins ein; sie erhalten gleichzeitig durch eine solche Feier ein anschauliches Bild dessen, was zum Fest in der Schule geleistet wird. Wir haben im letzten Schuljahre solche Feierlichkeiten an nos, myiutr, ru&yn (?) ro>jn und □me veranstaltet. Der Schulverein o”n yy, welcher sich die edle Aufgabe gesteckt hat, Kindern unbemittelter Eltern die Segnungen des Torahunterrichts zu Theil werden zu lassen, hat sich bei unseren Glaubensgenossen in wohlwollender Erinnerung gehalten, er hat sich nicht nur an Zahl der Mitglieder sondern auch an Höhe der Jahresbeiträge vermehrt. Wir dürfen wohl hervorheben, daß die Liebe und Zuneigung, deren sich die Anstalt bei unseren Glaubensgenossen stets zu erfreuen hatte, im vergangenen Jahre noch gestiegen ist; und dies will um so mehr sagen, als die vielfachen Kalamitäten und Krisen nicht gerade zu größerem Wohlthun einluden. Einen Wunsch aber haben wir noch immer auf dem Herzen. Alle diese Jahresbeiträge, wie hoch sie sich auch belaufen mögen, wie reichlich sie auch ausfallen, können nur Verwendung finden zur Deckung der unabweislichen Bedürfnisse der Schule und zur Schaffung möglichst vieler Freistellen für Kinder unbemittelter Eltern. Das Ziel aber, welches die Schule erstreben muß, will sie sich überhaupt erhalten, die Gründung eines eisernen Fonds kann auf diesem Wege nicht erreicht werden. Das ideale Ziel freilich, daß die Schule sich unabhängig stelle von der Unsicherheit der Jahresbeiträge, sich aus sich selbst erhalte und nicht mehr andere Kreise in Anspruch nehme, liegt in weiter Ferne. Etwas anderes aber ist es — und hiervon hängt die Existenz der Schule ab — dafür zu sorgen, daß die Anstalt es ermögliche, wenigstens eine definitive Lehrerstelle zu (reimt und einen Gehalt dafür auszuwerfen. Bisher ist dies trotz aller Anstrengungen nicht möglich geworden, ein Zustand, der für die Dauer ganz unhaltbar ist. Wir erlauben uns daher die Aufmerksamkeit der Gönner unserer Schule hierauf zu lenken und die Bitte auszusprechen, uns zur Beseitigung dieser Misere zu verhelfen. Die Schritte, welche wir im vorigen Jahre hier in Breslau gethan, haben leider nicht zu dem erwünschten Resultat geführt. Wir hoffen daher, daß wir, wie so oft, auch diesmal nicht umsonst an das edle Herz der Wohlthäter unserer Schule appellirt haben werden. Was Einer nicht kann, werden Mehrere können. Gemäß ß 48 unserer Statuten wird die Anlage der für den Fonds bestimmten Kapitalien in depositalmäßigen Effecten oder Hypotheken erfolgen. Wir freuen uns, mit diesem Appell die Mittheilung verbinden zu können, daß ein günstiger Anfang zur Begründung eines eisernen Schulfonds bereits gemacht ist. Frau Georgine Jakobson (Steyerberg), 'tu-mp hat uns kurz vor dem Tode ihres Gatten benachrichtigt, daß derselbe in seinem Testament uns ein Kapital von 1300 Mark vermacht habe. Obwohl uns über die Art der Verwendung keine besondere Verpflichtung auferlegt worden ist, so haben

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